Sehr verehrte Damen und Herren!
Zunächst muß ich Sie herzlich um Vergebung dafür
bitten, daß Sie ein ganzes Jahr auf diesen Rundbrief
warten mußten. Der Grund ist, daß wir seit Mai
vergangenen Jahres mit der Verwaltung der Stadt Potsdam und
mit den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung (SVV) im
Gespräch waren um Klarheit über die städtebaulichen
Absichten bei der Wiederherstellung der Altstadt Potsdams
zu erhalten. Dabei machten wir im Bezug auf unser Tun für
den Wiederaufbau der Garnisonkirche deutlich. - Wir handeln
auf Bitte des Oberbürgermeisters der Stadt. - Wir leisten
einen ehrenamtlichen Dienst für Potsdam und tun das,
solange es gewünscht wird.
• Die SVV erkannte l990 unsere Arbeit mit Freude und
Dank an und räumte dem Wiederaufbau der Garnisonkirche
in wirtschaftlich gesicherter Zukunft einen Platz ein.
• Wenn man den Wiederaufbau Potsdams mit Hilfe von Spenden
und Sponsoren wirklich voran bringen will, müssen die
politischen Signale der Stadt ähnlich eindeutig geäußert
und werbend vertreten werden, wie das in Dresden geschieht.
In seiner Grundsatzrede zur Entwicklung der Stadt Potsdam
sprach sich Herr Oberbürgermeister Dr. Horst Gramlich
am 07. Dezember 1994 dafür aus, sich zu den Geschichtsepochen
der Stadt zu bekennen, die Leistungen in der Vergangenheit
kritisch zu bewerten und das, was Bestand hat zu würdigen
und zu, . nutzen. Er sagte weiter, daß der Grundriß
der Stadt reiches geschichtliches Erbe enthält. Aufgabe
der Stadtentwicklung sei es, dieses Erbe zu erhalten zu nutzen
und entsprechend modernen Ansprüche , für die Stadt
fortzuentwickeln.
Für den Aufbau des Stadtzentrums hegt ein Entwicklungskonzept
„Plantage/Neuer Markt“ vor. Ein städtebaulicher
Wettbewerb für die „Innenstadt“ mit - Schwerpunkt
„Alter Markt“ ist in Vorbereitung......... dieses
wertvolle innenstädtische Areal bedarf der sorgfältigen
Beplanung. Ich denke, wir sind es uns und der Zukunft der
Stadt schuldig, Potsdam in seinem Kern authentisch entstehen
zu lassen...... Wenn sich in den Diskussionen Über die
Entwürfe herausstellt, daß Identität am sichersten
zu haben ist, wenn wir auf historische Dominanten zurückgreifen,
dann sollten wir den Mut haben, Stadtschloß, Garnisonkirche
und Heiliggeistkirche in die Erwägung ernsthaft einzubeziehen...“
Diese mutigen Worte verdienen Anerkennung.
Am 15. März schrieb mir der Beigeordnete für Stadtentwicklung,
Herr Kaminski, in Vertretung des Oberbürgermeisters unter
anderem: „Lassen Sie mich zum Ausdruck bringen. daß
über Ihre Ziele und Absichten keine Unklarheiten bestehen
und daß wir diese unterstützen und sehr schätzen.
„ Im Bezug auf die vorgenannte Erklärung des Oberbürgermeisters
schrieb er weiter: „Ich denke, daß diese politische
Haltung und die eingeleiteten Planungen den Erwähnten
Willensbildungsprozeß weiter befördern werden.
Wir wünschen sehr, dass die Traditionsgemeinschaft ihre
Bemühungen um den Wiederaufbau, insbesondere die Spendensammlung,
fortsetzt. Über die Planungen des Stadtzentrums hinaus
könnten wir uns als einen nächsten ganz praktischen
Schritt eine genaue Vermessung des Geländes vorstellen
(Turm. Red.). Da der Stadt dafür keine finanziellen Mittel
zur Verfügung stehen, würde ich Sie bitten zu prüfen,
ob Sie eine Möglichkeit zur Finanzierung sehen.“
Wir wollen gerne helfen und daher bitten wir Sie, meine sehr
verehrten Damen und Herren, das bei Ihrer nächsten Spende,
zu berücksichtigen. Die Dinge kommen nun endlich in Gang;
Ihre bisherige anhaltende Gebefreude war uns immer Ermutigung
weiterzumachen, auch wenn manchmal Unüberwindliches vor
uns zu stehen schien. Aber wir wollen nicht ruhen, bis „Üb’
immer Treu’ und Redlichkeit“ sowie „Lobe
den Herren, den mächtigen König der Ehren“
wieder in alter Weise vom Turm der Kirche über das Havelland
schallen. Diese christliche und zugleich patriotische Tat
ist nötig-, Sie helfen dabei. Ich danke Ihnen von Herzen
dafür.
Aktuelle Nachrichten
1. Heiliggeistkirche
Der Aufbau ist beschlossene Sache. Dafür gibt es ein
Nutzungskonzept als Altenheim.
2. Stadtschloß Der Aufbau könnte 1997 beginnen.
Es gibt einen Investor (Dr. Schöne, Berlin), der der
Stadt ein fertiges Konzept zur künftigen Nutzung vorstellte.
Die private Finanzierung ist gesichert. Die Chancen für
eine Baugenehmigung werden als gut eingeschätzt.
Das Stadtschloß soll in äußerer Gestalt originalgetreu
ein zweites Mal erbaut werden. Die Innenraumnutzung wird mit
der Stadt Potsdam abgestimmt.
3. Stadtverordnetenversammlung -
Die (SVV) wird Anfang Mai 1995 über folgende Beschlußvorlage
entscheiden, die vom Abgeordneten Scholl (SPD) eingebracht
wird:
„Willenserklärung“
„Die SVV tritt dafür ein, das historische Stadtbild
der Potsdamer ,Altstadt - Mitte. wieder erstehen zu lassen.
Als unverzichtbar halten wir die Wiederherstellung - des Stadtkanals
oder wenigstens. Teile davon;
das Stadtschloß in seiner äußeren Gestalt;
• die Heiliggeistkirche und die Hof- und Garnisonkirche.
Für diese Vorhaben. die nicht ..aus Potsdam eigener
Kraft zu verwirklichen sind, wirbt die Stadt in aller Welt
um Sponsoren.
Der Oberbürgermeister und die Stadtverwaltung werden
aufgefordert diese Projekte in angemessener Weise zu unterstützen
und zu fördern. „ Hoffen wir auf den Erfolg der
mutigen Initiative von Herrn Werner Scholl und wünschen
wir den Potsdamer Stadtverordneten und der Stadtregierung
für ihr Tun weiterhin eine glückliche Hand und Gottes
gütige Führung. Wir wollen dabei dienend helfen.
4. Nutzung, Garnisonkirche
Wir machten gegenüber den Repräsentanten aus Politik
und Stadtverwaltung deutlich, daß mit unserer Arbeit
nur ein Gotteshaus in frage kommt. Dazu suchen wir das Gespräch
mit der ev. luth. Kirche.
Denkbar wäre, falls die ev. Kirche die Unterhaltungskosten
nicht tragen kann die Garnisonkirche von einer Stiftung unterhalten
zu lassen die dafür arbeitet, in Seminarschulungen Verantwortungsträger
aus Staat und Gesellschaft mit Themen vertraut zu machen,
die unser „Handeln aus Verantwortung vor Gott und/oder
den Menschen“ zum Inhalt haben. Dies sollte dann in
enger Anlehnung an die Universität Potsdam geschehen.
Die Außen- und Sicherheitspolitik wird in diesem Zusammenhang
von großer Bedeutung sein.. Dazu schlugen wir Potsdam
vor, an der dortigen Universität einen Lehrstuhl „Europäische
Friedensordnung“ einzurichten.
Ich bitte Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren, den
Stiftungsgedanken zu fördern, wenn Sie dafür irgendwie
wirken können. Für entsprechende Empfehlungen oder
Hinweise, wer uns dabei unterstützen könnte (Stiftungsgeber),
wäre ich Ihnen sehr verbunden. Sie würden damit
zu einem positiven Gang der Meinungsbildung in der Stadt wesentlich
beitragen.
5. Bauvoranfrage
Ich informierte Sie bereits, daß wir von der Fa. ALLDATA
schriftlich ermächtigt wurden, zur Bauvoranfrage bezüglich
des Grundstückes verantwortlich zu handeln (Wert ca 2,5
Mio. DM). Die Fa. ALLDATA will baldmöglichst das gesamte
Rechenzentrum abreißen lassen und in der Architektur
des Militärwaisenhauses parallel zum alten Stadtkanal
ein Verwaltungsgebäude errichten so dass mit der Garnisonkirche
gemeinsam ein Ensemble entsteht. Großartig!
6. Architekturkosten
Ein namhaftes Architekturbüro (Hamburg) übernimmt
die Architektur kostenfrei.
Die statischen Berechnungen erhalten wir ebenfalls gespendet.
7. Baustoffe
Berliner Baustoffirmen wollen uns Baustoffe zum halben Preis
liefern.
8. Finanzierung / Spenden
Von der Stadt wird gefordert die nötigen Finanzmittel
nachzuweisen. Das deckt sich nut unseren Vorstellungen. Wir
werden nur beginnen, was wir auch beenden können.
Seit 1984 sammelten wir über 2,7 Mio DM Ich kann mich
immer wieder nur dankbar vor Ihnen für Ihre Gaben verneigen.
Ich wiederhole die eingangs zitierte, in Vertretung des Oberbürgermeisters
Dr. Horst Gramlich geäußerte Bitte an Sie, uns
auch weiterhin nach besten Kräften mit Ihrer Spende voran
zu helfen.
Bei 20 Mio DM fangen wir mit dem Turm an, der nun schon vermessen
wird (s. o.).
Bitte denken Sie daran, daß außer Ihrer Gabe
auch die Empfehlung sehr weiterhüft. „Diesen Turm
hat Friedrich Wilhelm zur Ehre Gottes errichtet“ stand
einmal über dem Kircheneingang, und das wird auch wieder
darauf stehen, denn darum geht es im Neuanfang und unser deutsches
Vaterland!
9. Veranstaltungen Am 3. September 1995 nehmen wir wieder
am Gemeindegottesdienst in der Nikolai Kirche, Potsdam teil.
Anschießend, um 11.30 Uhr, veranstalten wir das2. Prof.
Otto Becker-Gedächtnis- Konzert. Ort: Unter dem Glockenspiel.
Wir fanden damit 1994 viel Zustimmung und sind auch - dieses
Mal wieder gewiß, ähnlichen Anklang zu finden.
Bitte kommen Sie; Potsdam ist immer eine Reise wert.
10. Persönlicher Spendendank
Durch die Neuregelung der Geschäftsführung erhalten
Sie seit Ihrer letzten Spende einen persönlichen Dank,
zu dem ich bisher nie kam, weil ich die ehrenamtliche Arbeit
kaum bewältigen konnte.Allen Gebern sage ich auch auf
diesem Wege nochmals von ganzem Herzen Dank. Was hätten
wir ohne Sie erreicht?
11. Kleines Geläut
Beim FschJgBtl 271 war ein 9-stimmiges Glockenspiel zur täglichen
Erinnerung an preußische Tugenden verblieben. Das Bataillon
und der Standort Iserlohn sind aufgelöst. Der Iserlohner
Bürgerschützenverein, eine preußische Gründung,
setzt die 1984 begonnene Tradition fort.
Das kleine Glockenspiel wird künftig seinen Ruf von der
Alexanderhöhe über die ganze Stadt erklingen lassen
.
12. Garnisonkirche - Postkarten
Als „kleinsten Baustein“ verkaufen wir 12 verschiedene
Motive des Gotteshauses als Postkarten (DM 1,--/Stck + Porto).
Bestellung bitte an: Herrn Peter Schikore Behlertstr 1, 14467
Potsdam, Tel.: 0331 - 280.28.00.
13.Schallpllatten / Kassetten CDs
„Preußische Stunde“ und „Üb’
immer Treu und Redlichkeit“ erhalten Sie bei unserer
Geschäftsstelle. Preise incl. Porto und Verpackung: LP
15,-- DM; MC 20,-- DM; CD (nur „Üb’ immer
Treu. 25,-- DM. 14. Buchempfehlung
Reinhold Wulle, „Geschichte einer Staatsidee“,
Neuauflage. 25,-- DM.
1.000 Jahre deutsche Geschichte auf 172 Seiten von einem preußisch-deutschen
Patrioten und KZ- Überlebenden mit Faszination geschrieben
- nec soli cedit.
Zu beziehen über Herrn Helmut Borowski, Angerrnunder
Weg 28, in 40880 Ratingen.
Ich wurde verschiedentlich aufgefordert „das Kirchliche
nicht so zu betonen“ (!). Also, meine sehr verehrten
Damen und Herren, ich stand von 1984 an immer dafür ein,
daß wir mit unserem Tun eine christliche - Tradition
deswegen pflegen, weil wir glauben, damit der künftigen
Entwicklung unseres Gemeinwesens einen Dienst erweisen zu
können (mit Traditionspflege meinen wir Weitergabe dessen,
was sich in der Vergangenheit bewährt, heute noch gültig
ist und von dem wir glauben, daß es auch künftig
noch helfen wird, die Herausforderungen zu bewältigen).
Es begann als Traditionspflege in der Bundeswehr, richtete
sich aber an alle Bürger.
Und so übergab ich in Ihrem Namen das Glockenspiel am
14. April 1991 der Stadt Potsdam.
Wohin sollen sich Freiheit und Demokratie denn entwickeln,
wenn wir Menschen unsere Grenzen, die Gott uns setzt nicht
erkennen und annehmen? Richtet sich Christi Befehl nicht an
uns alle? Wenn ja, dann nehmen wir doch bitte zur Kenntniss,
„Deutschland ist Missionsgebiet“ (Admiral a.D.
Dieter Wellershoff, ehem. Generalinspekteur der Bundeswehr;
und damit meinte er unser ganzes Vaterland - siehe Kirchenaustritte).
Kirchen bauen, heißt hoffen auf ein Wachsen der Gemeinde
und dafür arbeiten.
„So ich nun baue Stadt und Land und mache nicht Christen,
ist alles nichts nütze“, wählte Friedrich
Wilhelm I nicht umsonst als Regierungs Motto.
Etwas anderes habe ich also nicht zu sagen.
Uns bereitet daher weiterhin
Gib daß ich tu’ mit Fleiß, was mir zu tun
gebühret; wozu mich Dein Befehl in meinem Stande führet.
Gib daß ich’s tue bald, zu’ der Zeit da
ich’s soll und wenn ich’s tu’, so gib, daß
es gerate wohl!
Ich hoffe Sie alle bei guter Gesundheit und würde mich
über ein Wiedersehen in Potsdam am ersten Sonntag im
September dieses Jahres freuen.
Gott befohlen für heute; ich grüße Sie in
preußischer Verbundenheit und bleibe stets Ihr ergebener
Max Klaar
Oberstleutnant a.D. / d.R
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