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Die Rundbriefe der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
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Berichte aus der Presse Die wechselhafte Geschichte der Garnisonkirche in Potsdam Die Einweihung des Glockenspiels in Iserlohn Über den Turm der Garnisonkirche. Informationen über das Glockenspiel der Garnisonkirche DieTraditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel Melodien des Potsdamer Glockenspiels als MP3 Datei zum Downloaden

Rundbriefe
Stiftung Preussisches Kulturerbe
vorm. Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
Gemälde der Garnisonkirche
Potsdam im
Dezember 2003

Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Wir sind zur Zeit in windigen Fahrwassern.
Viele von Ihnen bekundeten uns nach dem Rundbrief vom Juni 2003 wohltuende Solidarität, wofür wir danken.Der Aufforderung, Kurs zu halten,werden wir nachkommen. Dazu gleich
im Detail mehr.

Wir haben zu melden:
1. Der Spendenstand beträgt 5,76 Mio.€ (11,27 Mio. DM). Allen, die dazu wieder beitrugen, danken wir auf diesem Wege erneut für alle Mithilfe.

Viele Fragen erreichten uns, ob denn weitere Spenden überhaupt Sinn machen, schließlich wolle man die Garnisonkirche gänzlich originalgetreu rekonstruiert und als Kirche genutzt wissen.

Sie werden aus dem folgenden Bericht sehen, dass mit uns etwas anderes nicht zu machen sein wird. Das teilten wir Potsdams Oberbürgermeister unmissverständlich mit. Daraufhin erklärte er öffentlich: "Wir finden einen Weg!"
Vertrauen wir darauf und tragen fleißig weiter zusammen. Ihre Beiträge dafür sind also herzlich willkommen.

Aber nun der Reihe nach:

2. Unser Schirmherr, Innenminister Jörg Schönbohm, lässt Sie sehr herzlich grüßen. Er bleibt bestrebt, zu einer annehmbaren Lösung beizutragen. Dies geschieht ohne Öffentlichkeit, um die Dinge nicht zu stören. Dafür haben Sie bitte Verständnis; insofern kann dazu momentan nicht mehr gesagt werden.
3. Oberbürgermeister Jann Jakobs erhielt im Mai von uns vorgetragen, dass wir keine Möglichkeit mehr sähen, mit der Ev. Kirche zu einer Übereinkunft zu kommen, nachdem diese im Frühjahr öffentlich erklärt hatte, dass sie unter keinen Umständen mit der TPG einen "Schenkungsvertrag" schließen würde, wodurch sie die Gespräche mit uns beendete.
Daher machten wir Herrn Jakobs folgende Kompromissvorschläge:

(1) Turmbau ohne Mitarbeit von TPG/SPK und Entlassung der TPG aus der Bitte um weiteres ehrenamtliches Spendensammeln für diesen Zweck.
(2) Turmbau mit der SPK und Finanzierung durch TPG. Dabei Innenausbau der Kapelle, die den christlichen Konfessionen für Amtshandlungen zur Verfügung stehen und der Ökumene dienen soll. Dabei könnte die Kulturbehörde der Stadt beteiligt werden, um Befürchtungen, dort die "falschen Gäste" zu sehen, gegenstandslos zu machen.
(3) Turmbau mit einer anderen der christlichen Kirchen (die Kath. Kirche wurde gefragt und wäre bereit). Finanzierung durch TPG. Unterhalt (reine Sachkosten) durch SPK, falls gewünscht; Schenkungsvertrag erforderlich.
(4) Turmbau mit der Ev. und/oder Kath. Militärseelsorge. Finanzierung durch TPG. Unterhalt (reine Sachkosten) durch SPK, falls gewünscht; Schenkungsvertrag erforderlich.
(5) Turmbau mit dem Johanniterorden, der organisatorischer Bestandteil der Ev. Kirche in Deutschland ist. Finanzierung durch die TPG. Unterhalt (reine Sachkosten) durch SPK, falls gewünscht; Schenkungsvertrag erforderlich.

Das Interesse der Stadt Potsdam, den Turm aus städtebaulicher Sicht wiederzugewinnen
und vor politischem Missbrauch sicher zu sein, würde so zu 100% erfüllt.
Dem Interesse der Ev. Kirche würde bei den Lösungen (2)-(5) weitestmöglich entgegengekommen, denn sie könnte die Turmkapelle zur "Verkündigung der Versöhnung im Sinne der biblischen Botschaft" gerne benutzen, vermiede einen Schenkungsvertrag und bliebe von finanziellen Unterhaltslasten frei.
Am 03.07.2003 wurde der TPG darauf geantwortet, dass für die Nutzung der Garnisonkirche für die Stadt die Ev. Kirche der Partner sei und diese würde sich die bevollmächtigte Gliederung selbst aussuchen. Daher sei keiner der Vorschläge realistisch.

4. Die Jahreshauptversammlung der TPG hatte sich am 06.09.2003 damit zu befassen. Dabei referierten wir aus unseren bisherigen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Stadt und Ev.
Kirche: "Die TPG handelt auf Bitten der Stadt Potsdam und bleibt bereit, das so lange zu tun, wie es gewünscht wird und sich das mit ihrer Vereinssatzung sowie mit dem angegebenen Zweck verträgt, unter dem die Spendensammlung durchgeführt wird.
Sowohl rechtlich als auch aus ihrem Selbstverständnis von "Treue und Redlichkeit" kann die TPG das gesammelte Geld nur in diesem Sinn verfügbar machen. Ferner sind ihr in der Testamentsvollstreckung verwalteter Erbschaften die Hände eindeutig gebunden.

(1) Zusammenarbeit mit Potsdam: a. Geschäftsgrundlage ihres Handelns war für die TPG die Bitte von OB Dr. Gramlich, für den Wiederaufbau der Garnisonkirche - GK - zu sammeln.
Diese Bitte wurde von all seinen Amtsnachfolgern wiederholt. Dr. Gramlichs Aussage dazu lautete 1990: "Bei Vorlage von 20 Mio. DM gibt's die Baugenehmigung!"
Damit war vereinbart, dass die TPG bauen sollte.

Unterstützt wurde Dr. Gramlich durch den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung
- SVV - vom Oktober 1990, der u.a. die Tätigkeit der TPG zur Wiederherstellung der GK mit Dank und Anerkennung zur Kenntnis nahm und dem Bauvorhaben einen Platz in wirtschaftlich gesicherter Zukunft zuwies. Es war also von der Garnisonkirche und von nichts anderem die Rede. Dazu erbaten wir Geld und gaben als Spendenzweck an:

- Die GK wird im Äußeren gänzlich originalgetreu wieder erbaut;
- sie dient als christliche Kirche,
- aus der jedwede Politik herauszuhalten ist.
Nur dafür haben wir gesammelt, nur dafür steht die Sammlung zur Verfügung.

b. Der Aufforderung der Stadt von 1995, das GK-Grundstück vermessen zu lassen, kam die TPG nach und übernahm die Kosten (10.000 DM). c. Im Frühjahr 2000 fragte der Beigeordnete für Bauen und Wohnen, Herr Stojahn, bei der TPG nach: "Wann fangen wir denn nun an?" Daraufhin arbeitete die TPG ihm wie gefordert zu: (a) Stufenplan mit Kostenermittlung, (b) architektonische Vorplanung, (c) Machbarkeitsstudie. Die Kosten trug die TPG (25.000 DM). d. Im Januar 2002 übermittelte die TPG allen SVV-Abgeordneten und OB Platzeck vor der erneuten Beschlussfassung zur GK ein Schreiben, dass die bisherige Geschäftsgrundlage unserer "ehrenamtlichen Mitarbeit" klärend darstellte und eine Beschlussfassung empfahl, die keine Seite präjudiziere. Das Gegenteil wurde getan. Die Festlegung der SVV auf das Nutzungskonzept der Ev. Kirche schließt die weitere Mitarbeit der TPG aus.
e. Dies wurde OB Platzeck im Februar 2002 schriftlich mitgeteilt und ihm in einem persönlichen Gespräch im April 2002 mündlich erläutert. OB Platzeckbat inständig, in Gesprächen zu klären, ob mit der Ev. Kirche nicht doch Gemeinsamkeit gefunden werden könnte.
f. Bis Oktober 2002 nahm die TPG an vier Gesprächen teil. Weitere machten keinen Sinn, da schriftliche Gesprächsgrundlagen vorgegeben wurden, welche die TPG-Vorstellungen im wesentlichen unberücksichtigt ließen.
Daher legte die TPG am 09.12.2002 den ihr möglichen Kompromiss (Beschluss der TPG-JHV 2002) schriftlich (vergl. Rundbriefe Dez 02, Jun 03) vor. Darauf erhielt sie keine Antwort.
Weiteren Einladungen zu Gesprächen dieser Qualität folgte die TPG nicht.
g. Am 23.05.2003 schlug die TPG OB Jann Jakobs die unter Ziffer 3. aufgeführten
Kompromissmöglichkeiten vor, die von der Stadt am 03.07.2003 als "unrealistisch" verworfen wurden.
h. Am 06.07.2003 teilte die TPG OB Jakobs daraufhin mit, dass es Sache der Stadt Potsdam sei, den künftigen Eigentümer der Garnisonkirche zu bestimmen. Dieser hätte ohne ihn bindenden "Schenkungsvertrag" keine Aussicht auf Beteiligung der TPG.
Die seinerseits (OB Jakobs) in der Öffentlichkeit geäußerte "vorbehaltlose Unterstützung für das Konzept der Ev. Kirche", das absprachewidrig nicht mit der TPG als gemeinsames Konzept erarbeitet worden sei, schließt die Mitarbeit der TPG aus.

(2)
Zusammenarbeit mit Ev. Kirche

a. Die Ev. Kirche verweigerte sich von 1990 an, die GK wiederzuerrichten. 1993 beschloss die Kreissynode sogar, dass die GK nicht wieder aufgebaut
werden solle.

b. Ab 2000 betonte OB Platzeck bei mehreren Gelegenheiten, ihm sei es beim Wiederaufbauvorhaben des Turms der Garnisonkirche um breiten gesellschaftlichen Konsens zu tun, und die ev. Kirche müsse dabei mitgenommen werden.
Die TPG hatte seit 1999 ihren Dialog mit der Ev. Kirche (Bischof, GenSupInt und SupInt) verstärkt und angeregt, diese möge ihre Bereitschaft erklären, im sakralen Bereich des Turms (Kapelle) theologische Verantwortung für Amtshandlungen und besondere Anlässe zu übernehmen; mehr sei nicht erforderlich.

Bischof Huber schlug dabei im Jahr 2000 vor, in der künftigen Garnisonkirche die "Internationalen Friedensdienste" unterzubringen. Diese Politisierung der GK lehnte die TPG ab, weil dafür nicht gesammelt worden sei.

c. Die Kirchenvertreter betonten bei allen Gesprächen immer wieder, falls die Ev. Kirche ihre bisherige Haltung ändern sollte, dürften ihr keinerlei Kosten daraus erwachsen. Das sicherte die TPG ihr zu und unterrichtete sie über die Satzungsziele, -zwecke des Vereins (§2) sowie über die darin vorgesehene Gründung einer Stiftung zum späteren Unterhalt der Garnisonkirche bzw. ihres Turmes. d. Auf Bitten der TPG erklärte sich die kath. Kirche im Mai 2000 ohne Vorbedingungen bereit, in der Garnisonkirche theologische Verantwortung zu übernehmen.
Dies trug zur Bewegung in der Ev. Kirche bei.

e. Im Januar 2001 übergab die TPG GenSupInt Schulz den Satzungsentwurf für die zu gründende Stiftung "Preußisches Kulturerbe" - SPK - und lud die Ev. Kirche zur Mitarbeit daran ein. Darauf erhielten wir keine Antwort. Die SPK wurde daraufhin errichtet. Innenminister Jörg Schönbohm erklärte am 21. Mai 2001 seine Schirmherrschaft über die Stiftung und über das Wiederaufbauvorhaben Garnisonkirche. f. Im Mai 2001 vereinbarten Innenminister Jörg Schönbohm und Bischof Huber, dass Stadt, Kirche, TPG/SPK das Nutzungskonzept für das spätere Geschehen im Turm der GK gemeinsam erarbeiten sollten. Zu den ersten Gedanken der Ev. Kirche nahm die TPG im Juni 2001 Stellung und wies auf folgendes hin:

(a) TPG/SPK lassen sich nicht durch rechtliche Konstruktionen wie vorgesehen fremdbestimmen.
(b) Die Einrichtung einer weiteren, kirchlichen Stiftung für die Garnisonkirche ist unnötig.
(c) Die Fortführung der Sammlung durch bezahlte "Fundraiser" wird abgelehnt.

Die Sammlung muss ehrenamtlich und in einer Hand bleiben. Falls die Ev. Kirche für den Wiederaufbau eine eigene Spendensammlung aber mit anderer als der TPG-Zielsetzung initiiere, träte die TPG zurück und beende ihre ehrenamtliche Arbeit für Potsdam.
Man könne nicht mir unterschiedlichen Zielen für dasselbe Projekt um Spenden werben.

An der Konzepterarbeitung wurde die TPG absprachewidrig nicht beteiligt.

g. Im September 2001 legte die Ev. Kirche ihr Nutzungskonzept vor. Daraufhin erläuterte die TPG GenSupInt Schulz in zwei Schreiben, dass die TPG ihre Position nun erst nachträglich einbringen könne, was misslich wäre. Auf unsere Vorschläge und Briefe erhielten wir keine Antwort.
h. Im Oktober 2001 beschloss die Kreissynode der Ev. Kirche, dem Wiederaufbau
des GK-Turms zuzustimmen und machte dafür die Durchsetzung ihres Konzepts "Veränderung ist möglich - The Spirit of Change" zur "unabdingbaren Voraussetzung" ihrer Zustimmung zum Turmbau.

Die TPG war nicht eingeladen, ihre Vorstellungen dieser Synode vorzustellen und widersprach
(a) der vorgesehenen rechtlichen Konstruktion der "Stiftung Internationales Versöhnungszentrum Potsdamer Garnisonkirche", die 51% Stimmberechtigung erhalten soll, wodurch TPG/SPK fremdbestimmt würden,
(b) der vorgesehenen Baugesellschaft unter Leitung der Ev. Kirche, wodurch TPG/SPK fremdbestimmt würden,
(d) den politischen und volkspädagogischen Ansätzen des Konzeptes, "The Spirit of Change", in dem auch der Symbolbruch gefordert wird, dem die TPG unter keinen Umständen zustimmen wird.

i. Eigentümerfrage: Im Juni 2002 forderte die Ev. Kirche entgegen ihrer bisherigen Haltung erstmalig, Eigentümer der GK zu werden, wenn sie der originalgetreuen Turmspitze zustimmen sollte. (Anmerkung: Die Ev. Kirche erstritt 2003 im Fall der Potsdamer Friedenskirche genau das Gegenteil, indem sie der Stiftung Schlösser und Gärten die "Eigentümerpflichten" auflud, um die Unterhaltungskosten für die Friedenskirche zu sparen.)
Die TPG nahm das Verlangen der Ev. Kirche aber unter der Bedingung an, dass dann ein "Schenkungsvertrag" abgeschlossen werden müsste und die Ev. Kirche die Folgekosten selber zu tragen hätte.
j. Der Aufforderung, Inhalte des "Schenkungsvertrages" (Vergl. Rundbrief Juni 2003) zu nennen, kam die TPG nach. Auf die Vorlage der zu lösenden Grundfragen erhielten wir
keine Antwort.
k. Am 09.12.2002 legte die TPG der Stadt und der Ev. Kirche) ihre Kompromissvorschläge
vor für:
(a) Gemeinsame Erklärung,
(b) Schenkungsvertrag,
(c) Baugesellschaft mbH.
Die TPG forderte dazu auf, zunächst über den "Schenkungsvertrag" Einigung herzustellen, um dann die "Gemeinsame Erklärung" beschließen zu können. Abermals erhielten wir keine Antwort.

l. Die TPG erfuhr dann im Frühjahr 2003 über die Presse, dass die Ev. Kirche unter keinen Umständen einem "Schenkungsvertrag" zustimmen könne und das daher auch nicht tun werde.
Die TPG ließ vom obersten Justitiar der EKD diese Festlegung prüfen. Danach
kann die Kirche sehr wohl einen Schenkungsvertrag schließen, wenn sie es denn will. Also stellt die TPG fest, dass die Ev. Kirche keinen Schenkungsvertrag abschließen will, was eine Einigung unmöglich macht. Damit waren die Gespräche mit der Ev. Kirche beendet. Das wurde OB Jakobs im Mai 2003 mitgeteilt.
Am 01.06.2003 machte die TPG mit einer Presseerklärung die Beendigung der Gespräche mit der Ev. Kirche öffentlich (vergl. Rundbrief Juni 03)."
TPG/SPK bewerten die Vorgehensweise der Ev. Kirche nicht. Aber das von den Kirchenvertretern immer wieder geforderte Vertrauen konnte sich so nicht einstellen. TPG/SPK bestehen daher im weiteren auf eindeutigen, justitiablen Lösungen.

(3) Die Jahreshauptversammlung der TPG diskutierte diese Sachverhalte ausgiebig und beschloss:

a. Zur Arbeit des Vorstandes:
"Die Jahreshauptversammlung 2003 der TPG dankt dem Vorstand für seine Arbeit im abgelaufenen Jahr, billigt seine Verhandlungsführung und bekundet ihr volles Vertrauen und ihre uneingeschränkte Solidarität für die weiteren
Verhandlungen."

Abstimmungsergebnis:
Einstimmig bei sechs Enthaltungen

b.
Zum Wiederaufbau des Turmes der Garnisonkirche:
"Die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel e.V. (TPG) erneuert ihr Angebot, den Turm der Potsdamer Garnisonkirche als Denkmal und Symbol für das christliche Preußen sowie für seinen Erbauer, Friedrich-Wilhelm I., gänzlich originalgetreu wiederherzustellen.
Er soll so genutzt werden, wie es dieser Zielsetzung entspricht. Die TPG betrachtet den Wiederaufbau des Turmes als ersten Schritt zur Wiedererrichtung der gesamten Garnisonkirche.
Alle Fragen ihrer kirchlichen Nutzung sollen im Vollzug der Fertigstellung des Kirchenschiffes entschieden werden."
Abstimmungsergebnis:

Einstimmig = 100 %
(vorherige schriftliche Befragung der
nicht teilnehmenden Mitglieder: 97 %
Ja und 3 % nein)"


Oberbürgermeister Jakobs und die Presse wurden 08.09.2003 gleichlautend informiert.
Zusätzlich schrieben wir Herrn Jakobs: "Der Beschluss und das Befragungsergebnis sind für den Vorstand maßgebend und bindend; sie drücken den einmütigen Willen der Mitglieder aus. Es liegt nun an der Stadt Potsdam zu entscheiden, ob der Turm so, wie von uns angeboten, gebaut werden soll oder nicht. Durch unser Angebot erhielte Ihre Stadt den Turm zurück, ohne dass sie für Bau und Unterhaltung Kosten zu tragen hätte. Teilen Sie uns bitte gelegentlich Ihre Entscheidung mit."

5. Reaktion des Oberbürgermeisters
Wie eingangs schon erwähnt, erklärte Herr Jakobs gegenüber der Presse daraufhin:
"Wir finden eine Lösung!"
Das erwarten wir nun. Die Stellungnahme zum Angebot der TPG steht aus. Potsdam will sich im Rahmen der UNESCO um den Titel "Kulturhauptstadt Europa" 2010 bewerben. Die
Rückgewinnung der historischen Altstadt mit Stadtschloss, Stadtkanal und Turm der Garnisonkirche steht damit in engstem Zusammenhang, wofür Potsdam im Frühjahr 2004 die nötigen Konzeptüberlegungen über die Landesregierung an den Bundesrat zu richten hat.
Die jüngsten Kommunalwahlen vom Oktober ergaben für Potsdam eine sehr differenzierte Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung. In diesen Tagen traten die neuen Fraktionen erstmalig zusammen. Sicherlich wird der Oberbürgermeister erst mit allen Gruppierungen zu sprechen haben, um die nötigen Mehrheiten für die genannte Zielsetzung zu finden.
Vom Abschluss dieser Konsenssuche wird die Entscheidung über das Angebot der TPG abhängen. Wie immer aber diese Entscheidung aussehen mag, ist festzuhalten: Es ist Ihrer aller bleibender Verdienst, die Traditionsgemeinschaft in nun 14 Jahren ehrenamtlichen Dienstes zugunsten Brandenburgs Landeshauptstadt unterstützt und durch Ihre Spenden
wesentlich mitbefördert zu haben, dass der Gedanke an den zunächst für unwahrscheinlich
gehaltenen Wiederaufbau der historischen Stadtmitte lebendig blieb und nun in greifbare Nähe kommt.

Ich verneige mich im Namen des Vorstandes dafür vor Ihnen und danke Ihnen sehr herzlich.
Auch Herr Jakobs dankt Ihnen sehr und hofft auf Ihre anhaltende Spendenbereitschaft.
Es ist ein großes Ziel, das große Hilfe braucht.
Sie alle haben ihre Zuneigung zu Potsdam durch die Tat bewiesen. Die Stadt wird zu berücksichtigen haben, wofür unsere Gemeinschaft sammelte. Sie trugen gut die Hälfte der für den Turmbau nötigen Summe zusammen. Wir bleiben zuversichtlich, dass wir mit Ihnen auch die zweite Weghälfte gemeinsam gehen können. Das wird davon abhängen, dass die "Trompete" aus Potsdam eine klare Melodie hören lässt. Warten wir's ab.

6. Fazit
Stadt und Ev. Kirche wissen, wofür wir stehen. Mit unserer Hilfe wird die Garnisonkirche eine Kirche, also ein Bethaus, das den christlichen Konfessionen für Gottesdienste und Amtshandlungen offen steht. Die Konfessionen sollen im Sinne preußischer religiöser Toleranz ihr jeweiliges Kreuz auf den Altar stellen können.
Es ist ein und derselbe Dreieinige Gott, ein Glaubensbekenntnis und ein Vaterunser. Wer nun das Abendmahl wie nimmt, ob er nun ohrenbeichtet oder nicht etc., das wollen wir getrost der jeweiligen Konfession überlassen.
In diesem preußischen Gotteshaus wurde einst die Kirche der Preußischen Union aus der Taufe gehoben - vielleicht gelingt ökumenisch in Zukunft mehr; es würde jedenfalls dem Frieden in unserem Land dienen.
Wir sehen es dabei als Sache der Stadt Potsdam an, sich mit den künftigen Nutzern auf entsprechende Inhalte zu einigen. Was aus unserer Sicht dafür gilt, ist den Beteiligten bekannt (siehe Rundbrief Juni 03). Ins Zentrum der Nutzung der Garnisonkirche gehört daher die Verkündigung des Wortes Gottes, die Botschaft, dass Er sich uns Menschen unverdientermaßen versöhnte durch Christi Leben, Sterben und Auferstehen.
Unser christlicher Glaube macht die stark, die Gottes Wort hören, halten und bewahren. Diese Botschaft richtet sich an uns alle - Regierende und Regierte.
Dabei kommt es nicht darauf an, was ICH will, sondern was dieser Glaube fordert.
"Was Du nicht willst, das man Dir tu', das füg' auch keinem anderen zu" ist die Konsequenz der Nächstenliebe. Wenn die staatliche Wirklichkeit davon bestimmt wird, haben wir preußisches Erbe erworben und besitzen es wieder.
Der Staat sind WIR. Für diese Ziele lässt sich die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel gerne in die Pflicht nehmen. Das versprachen wir, das halten wir!

Wir wünschen Ihnen einen gesegneten Advent und recht Frohe Weihnachten.
Unser gnädiger Herrgott gebe uns nur das auf, was wir zu tragen vermögen.
Für das Neue Jahr erbitten wir Gottes gnädige Führung für unser Land.
Unser aller Tun begleite auch künftig:

Gib, dass ich tu` mit Fleiß, was mir
zu tun gebühret;
wozu mich Dein Befehl in meinem
Stande führet.
Gib, dass ich`s tue bald, zu der Zeit
da ich`s soll,
und wenn ich`s tu`, so gib, dass es
gerate wohl!

 

Gott befohlen für heute; wir sechs aus Geschäftsführung und Vorstand grüßen
Sie in preußischer Verbundenheit. Ich bleibe Ihr ergebener und dankbarer

Max Klaar
Oberstleutnant a.D.

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