Meine sehr verehrten Damen und Herren!
Zuallererst sagen wir Ihnen wieder Dank für Ihre unverbrüchliche Spendenbereitschaft,
mit der Sie durch die Tat beweisen, wie ernst es Ihnen mit der Garnisonkirche und anderen Projekten des preußischen Kulturerbes ist. Fast 90.000 € kamen in diesem Jahr dafür bisher zusammen. Über die Verwendung werden wir im Rundbrief 1/2008 Rechenschaft mit Stichtag 31.12.2007 geben können. Für die Potsdamer Garnisonkirche beträgt die Projektrücklage nun über 5,8 Mio. €.
Sie sollen wissen, dass Sie uns mit Ihrem Mithelfen wieder sehr ermutigten, auf dem eingeschlagenen Weg unverdrossen weiterzugehen.
Die Richtung bleibt klar, und das Ziel heißt unverändert: Wiederaufbau der Garnisonkirche als KIRCHE, die im Äußeren originalgetreu rekonstruiert und aus der die Politik herausgehalten wird. Über welche Teilschritte das erreicht werden kann, wird sich zeigen.
Das es geht, beweist Dresden, wo die Ev. Kirche sich auch erst verweigerte, weil man, wie es hieß, ja genug Kircheräume hätte und keine weiteren bräuchte – und heute? Dr. Eberhard Burger, Baudirektor der Frauenkirche, gab kürzlich einen Bericht über die Nutzung der Frauenkirche als KIRCHE. Wir haben keinen Zweifel, dass es nach Fertigstellung der Garnisonkirche im ersten Jahresbericht für dieses neugewonnene Gotteshaus ähnlich lauten könnte.
Hier Dr. Burgers Botschaft aus Dresden „Wir können stolz sein. Die Frauenkirche erfreut sich nun schon über ein Jahr und acht Monate lang eines übergroßen Interesses für die vielseitigen Nutzungen und Angebote. Wir können froh sein, dass sich unsere Erwartungen an das wiederaufgebaute Kirchengebäude weit übererfüllt haben. Wir können dankbar sein, das wir als Stiftung unsere Arbeit mit den Einnahmen und Spenden finanzieren können. Wir können hoffnungsvoll sein, weil wir eine gute Basis für unsere weitere Arbeit geschaffen
haben. Fast 50 Mitarbeiter sind engagiert und motiviert, den vielfältigen Anforderungen und Erwartungshaltungen gerecht zu werden. Etwa 60 Kirchenführer, ca. 170 Chorsänger und ca. 90 Seelsorger, Lektoren und Gottesdiensthelfer verrichten ehrenamtlich ihren Dienst an den Besuchern. Unsere Statistik hat bis zum Ostersonntag 2007 über 3 Mio. Menschen
ausgewiesen, von denen 1,8 Mio. in der Zeit der offenen Kirche, 820.000 zu Gottesdiensten und Andachten und 385.000 zu Konzerten und kirchenmusikalischen Veranstaltungen
im Kirchengebäude waren. Besonders erfreulich ist die hohe Zahl der Andachts- und Gottesdienstbesucher. Die unumstößlich stattfindende Mittagsandacht zu erleben oder mitgestalten zu dürfen, ist täglich eine neue Erfahrung und große Freude.
Wenn ich zurückdenke an die Diskussionen über das Für und Wider, die Argumente gegen den Wiederaufbau, dann kann ich nur feststellen, dass nichts umsonst
war, dass alles seine Zeit hatte und dass die Wirklichkeit viele Fragen beantwortet hat, wenn Worte nicht mehr helfen und überzeugen konnten.
So habe ich es oft erfahren dürfen, dass nicht wir Menschen allein alles vermögen, bewirken und tun, sondern dass jemand mit uns ist, wenn es um seine Sache geht. Und Gott hat durch seinen Sohn mit uns Frieden geschlossen und will diesen erhalten. Dadurch sind wir befähigt zu Gemeinschaft und Frieden miteinander. Diese Botschaft geht täglich von der Frauenkirche aus. Das erfahren wir in vielfältiger Weise bei Gesprächen, lesen es in Zeitschriften und hören es bei Telefonaten. Immer wieder wird ein Wort gebraucht:
DANKE. Auch wir sind dankbar für dieses Wort; dankbar für alle Unterstützung und Beförderung, die wir erfahren haben und erfahren; dankbar, an diesem großen Werk mitgewirkt zu haben; dankbar für das große anhaltende Interesse und dankbar dafür, dass unsere Arbeit eine segensreiche Wirkung hat. Gott gebe, dass es so bleibt.“
Also, wenn Kirche Kirche ist, ruht Segen darauf. Das wird von den Menschen angenommen, davon lassen sie sich begeistern, dafür helfen Sie mit. Wie anders dagegen die Wirkung des „Nutzungskonzeptes für die Potsdamer Garnisonkirche“ (Anlage), das wegen seines volkspädagogischen polit-historischen Inhalts Spender ganz einfach abstößt. Jedenfalls kam dafür bisher nichts Nennenswertes zusammen. Die Fördergesellschaft für den Wiederaufbau
(FWG) gab in ihrem Sitzungsprotokoll vom Juni 2007 an, sie habe insgesamt 107.000 € eingenommen und 99.000 € ausgegeben, folglich einen Bestand von 8.000 €. In Dresden hatte die Sammeltrompete den richtigen Klang; Spender wussten, wir schaffen diese Kirche wieder neu! Wie wohltuend heute Dr. Burgers einfache Feststellung: „Gott hat durch seinen Sohn mit uns Frieden geschlossen und will diesen erhalten. ... Diese Botschaft geht täglich von der Frauenkirche aus.“
Nicht anders soll es bei der Garnisonkirche sein. Und weil Preußen in der Diskussion darüber entweder wider besseres Wissen oder aus Unwissenheit diffamiert und damit die Ablehnung beziehungsweise die geplante Umwidmung der Garnisonkirche begründet wird, sei an dieser Stelle erneut auf folgendes verwiesen:
Zitat des Jahres 2007
„Preußen steht für die Hoheit des Staates, für die Idee, dass der Staat die gesamten Interessen der Zivilgesellschaft in sich aufnimmt.“ (Prof. Dr. Christopher Clark, Historiker, DER SPIEGEL, 13.08. 2007)
Es musste erst ein Ausländer kommen und wahrheitswidrige Lehren unserer politisch korrekten Nationalmasochisten über Brandenburg-Preußen zurechtrücken. Sein Buch
„Preußen“ (DVA, ISBN 978-3-421-05392-3) ist lesenswert.
Diese preußische Staatsbegründung fiel aber nicht zufällig vom Himmel, wohl aber bleibt ihr himmlischer Ursprung bis heute erkennbar, wenn der christliche Glaube und seine Wirkung
auf die Taten der Regenten Brandenburg-Preußens beurteilt wird. Denn wer als Regierender hört, „Was heißt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage?“ (Lk, 6,46), der wirkt dann auch politisch entsprechend, wenn er seinen Glauben ernst nimmt und ihn als Handlungsrichtschnur ansieht. Dann muss er Christi Forderungen umzusetzen suchen, von
denen es zuvor heißt: „Liebet eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch fluchen; bittet für die, die euch beleidigen.“ (Lk, 6,27)
„Und wie ihr wollt, dass euch die Leute tun, also tut ihnen auch!“ (Lk,6,31).
Letzteres ist die Grundlage der Gerechtigkeit, ohne die der „Staat die gesamten Interessen der Zivilgesellschaft“ nicht in sich aufnehmen kann.
An dieser Stelle ist erneut der Verweis auf das preußische Landrecht erforderlich, das nach langjähriger Erarbeitung unter Friedrich II. der Beitrag der Deutschen zur Erklärung der Menschenrechte wurde. König Friedrich-Wilhelm I. knüpfte seine Regierungsarbeit in besonderer Weise an den Dreieinigen Gott. Er sah sich als Amtmann dieses Herren
in der Pflicht. Sein Regierungshandeln machte ihn zum wohl größten inneren König, den Deutschland je hervorgebracht hat. An ihn und seine richtungweisenden Leistungen zu erinnern, ist in unserer Zeit besonders wichtig. Sein Regierungsmotto „So ich nun baue Stadt und Land und mache nicht Christen“ ist in einer Zeit dramatisch richtig, in der der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, das Zitat des Monats Oktober lieferte. Er erkennt eine „offenbar groß angelegte Moscheebauinitiative“ in Deutschland. „Die Frage muss erlaubt sein, in wieweit es sich dabei um die legitime Befriedigung religiöser Bedürfnisse handelt, oder ob weitergehende Machtansprüche damit verbunden sind“ (Bonner Generalanzeiger vom 16.10.2007).
Preußische Toleranz galt immer nur gegenüber den Toleranten. Das Recht aller – die Gleichheit vor dem Gesetz – galt es durchzusetzen. Dominanz oder gar Machtanspruch einer Gruppierung – und sei sie auch religiös – wurde nicht akzeptiert. Das ist heute so richtig wie damals; das war die Umsetzung des zitierten Verses 6,31 aus dem Lukas-Evangelium. Das war und bleibt zugleich aber auch die tiefere Symbolbedeutung der Potsdamer Garnisonkirche, deren Glokkenspiel-Melodien seit Ende des 18. Jahrhunderts dem nur stündlich Ausdruck gaben und aufforderten, in Treue und Redlichkeit keinen Finger
breit von Gottes Wegen abzuweichen und den Herren als den mächtigen König der Ehren zu loben.Darum geht es heute, wenn wir fürden Wiederaufbau der Garnisonkircheals christliche Kirche – und alsnichts sonst – werben. Deshalb ist siein ihrem Äußeren als Denkmal und Symbol des christlichen Preußens originalgetreu wiederherzustellen. Sie ist dann wieder ein Ort positiver deutscherGeschichtserinnerung. Mit gutenPredigern wäre sie auch ein Ort,an dem wir ernst machen würden mitChristi Missionsbefehl, aus dem derSoldatenkönig sein o.g. Regierungsmottoeinst ableitete. Dresden zeigt,es geht; wir müssen es aber wollen!
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Aus Potsdam
a. Das Stadtschloss wird im Äußeren nun doch originalgetreu wiedererbaut – endlich – welche Freude! Die Zeitungsberichte darüber finden Sie hier.
- Knobelsdorff setzt sich in Potsdams alter Mitte durch
- Plattner macht Potsdams Wünsche wahr
Damit kommt Bewegung in die Diskussion um die Rückgewinnung der Altstadt, wovon auch die Garnisonkirche betroffen sein wird.
b. Die Kreissynode sorgte im November 2007 für Erstaunen. Sie billigte
den Satzungsentwurf für die „Garnisonkirchenstiftung“, worin der Begriff des Internationalen Versöhnungszentrums durch Ort der Versöhnung (OdV) ersetzt worden ist. Rechtzeitig vor unserem Brandenburgischen Gespräch 2007 Anfang September in Potsdam war der
Entwurf der Stiftungssatzung bereits öffentlich geworden, und Pressevertreter fragten nach unserer Meinung, denn wir müssten uns doch als Sieger fühlen, da die Ev. Kirche nun vom
Internationalen Versöhnungszentrum abrücke. Sieg oder Niederlage, meine sehrverehrten Damen und Herren, war nieeine Kategorie unseres Denkens sondern Treue und Redlichkeit in Wortund Tat. Deshalb ist die OdV-Stiftungfür uns kein Bewertungsgegenstandsondern allein das „Nutzungskonzept für die Potsdamer Garnisonkirche“ (Anlage), das weiterhin gilt.Auf der Synode wurde dann auchgefordert, dass der Stiftungsleitung Friedensforscher und weitere Nagelkreuzgemeinden ebenso angehörensollen wie der Amtschef des MilitärgeschichtlichenForschungsamtes.Lassen wir uns also nicht täuschen(Anlage), und warten wir einfachgeduldig ab, was sich weiter bewegt.
Berichte
a. Die Kontaktsuche zu unserer Stiftung ging weiter, um Möglichkeiten für den Turmbau und dessen Finanzierung auszuloten. Wir hörten uns alles an und verwiesen darauf, dass dazu unser Angebot bei der Stadt seit langem vorliege. Weiterhin seien die rechtlichen Bindungen, unter denen die Projektrücklage für die Potsdamer Garnisonkirche von über 5,8 Mio. Euro steht, zu beachten. Das ist Ihr Spenderwille, den Sie uns angaben, das ist unsere
Handlungsgrundlage. Daran kommt niemand vorbei. Wir erläuterten, dass es nicht Sache der Stiftung Preußisches Kulturerbe sei, die Dinge zu entscheiden, dies bliebe allein Sache Potsdams. Die Stadt entscheidet, was werden soll. Wir würden uns nach Vorliegen von Entscheidungen lediglich fragen, ob wir dabei helfen können und wollen.
b. Das Brandenburgische Gespräch
2007 hatte die Befindlichkeiten der Potsdamer im Umgang mir ihrer Geschichte zum Inhalt. Unter Leitungunseres Stiftungsrates Karl Feldmeyerdiskutierten Saskia Hüneke (MitgliedBausschuss der SVV), Dr. AlexanderGauland (ehem. Herausgeber der MärkischenAllgemeinen Zeitung) und Dr. Gerd-Rüdiger Hoffmann (MdL Brandenburg).Erfrischend, wie dabei der Stadt derSpiegel vorgehalten wurde. Denen,die ständig den Tag von Potsdam als„Totschlagargument“ im Munde führen,wurde entgegnet, dass in derFrauenkirche als dem Dom der„Deutschen Christen“ einst Mein Kampf jahrelang auf dem Altar gelegenhabe, ohne dass die Frauenkircheheute davon beeinträchtig wäre. DieGarnisonkirche sei dagegen ein nurfür eine Stunde missbrauchtes Symbol,aber das spräche ja wohl gegen
den Missbraucher und nicht gegen das Symbol.
c. Projektplanung für 2007/2008
Ihre Spenden, um die wir Sie wieder herzlich bitten, sollen folgenden Zwecken dienen:
1. Fortunaportal Stadtschloss, Gesims Torseitenflügel 10.000,00 €
2. St. Nikolai-Kirche, Potsdam, neues Rufgeläut 100.000,00 €
3. Boitzenburg, St. Marien-Kirche, eine Figur renovieren 2.000,00 €
4. Invalidenfriedhof Berlin, Renovierung des Grabmals von Major von Gillhausen (+ 1918) 17.000,00 €
5. Dorfkirche Barsikow, Patronatskirche der Könige v. Preußen muss insgesamt renoviert werden, wir wollen dafür beitragen. 30.000,00 €
6. Neptunbrunnen im Lustgarten, die Neuschaffung des Triton (Brunnenfigur Nr. 8) nach alten Vorlagen erfordert 60.000,00 €
Gesamt: 219.000,00 €
Damit dürften wir in der nahen Zukunft erst einmal „ausreichend beschäftigt“ sein.
Wer aber seine Spende wieder für die Projektrücklage Garnisonkirche geben möchte, der vermerke das bitte auf dem Überweisungsträger. Wir verfahren dann so.
Aktive Werbung für die Garnisonkirche wollen wir aber erst dann wieder machen, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sein werden.
Weihnachten steht vor der Tür. Wir feiern in Kürze wieder die Geburt unseres Heilands Jesus Christus, der uns erlöste. Sein Leben, Sterben, Auferstehen ist die Versöhnungstat Gottes an uns Menschen. Diese Glaubensgewissheit möge in Ihnen und uns leuchten und alle Finsternis überstrahlen.
Für 2008 gelten Ihnen all unsere guten Wünsche für ein gesundes Neues Jahr, in dem Sie aufrecht stehen können. Unser Kompass bleibt auch fürderhin: Gib, dass ich tu` mit Fleiß, was mir zu tun gebühret; wozu mich Dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, dass ich`s tue bald, zu der Zeit da ich`s soll, und wenn ich`s tu`, so gib, dass es gerate wohl!
Gott befohlen für heute – alle Mitstreiter in Stiftungsrat und Stiftungsvorstand grüßen Sie in preußischer Verbundenheit. Im Namen aller bleibe
ich stets Ihr ergebener und dankbarer

Max Klaar
Oberstleutnant a. D.
Nachdenkenswert
„Man braucht, verdammt noch mal, kein Überlebender des Holocaust zu sein, um mit bürgerlichem Selbstbewusstsein den nach wie vor in linken Denkschablonen steckenden Multikulti-Illusionisten, xenophilen Einäugigen und Appeasement-Doktrinären couragiert die Stirn zu bieten.“ Das meinte der nationaler Umtriebe doch eher unverdächtige Ralph Giordano zur Auseinandersetzung um den Bau einer Kölner Groß-Moschee (FAZ vom 12.08.2007). Was meinen Sie wohl, was die Linke schreien würde, wenn einer von uns sich so äußerte. Es ist Teil unseres nationalen Irreseins. Auf das eingangs angeführte Zitat von Bischof Wolfgang Huber ist zu verweisen
Zitat aus dem Jahr 1756
„Die Macht Preußens beruht nicht auf innerem Reichtum, sondern allein auf unserem Arbeitsfleiß. Wir haben keine reichen Handelsgesellschaften, noch andere Quellen wie die Franzosen, die Spanier und die Engländer.“
(König Friedrich II. von Preußen)
"Sehen Sie, was Sie mit Ihren Gaben bewirkten!"

„Maria auf dem Berge“,
Boitzenburg
(restaurierter Altartisch)
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„St. Peter und Paul“,
Potsdam
Restaurierter Seitenaltar mit Altarbekrönung, 1728 von König Friedrich Wilhelm I. gestiftet.
Besonders selten ist die Darstellung des preußischen Adlers, der demutsvoll sein Haupt vor Gott zur Seite neigt. |

Neue Glocken für den Turm

Kirchenportal
in „Beuster (Altmark)“

Erneuerung
Kirchenfenster
„Kloster Jerichow“
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Der „St. Nikolai-Kirche“,
Potsdam,
schenken Sie die Renovierung eines Engels und ein neues vierstimmiges Rufgeläut. |
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Soll das in der Garnisonkirche (GK) Wirklichkeit werden?
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Haben alle die, die das Vorgehen der Stadt Potsdam und der Ev. Kirche beim Wiederaufbauvorhaben unterstützen, wahrheitsgemäße Informationen über das, was sie damit fördern?
Das im März 2005 vorgestellte „Nutzungskonzept für die Potsdamer Garnisonkirche“ belegt eindeutig:
• Architektonische Änderungen innen und außen, deren Umfang sich erst ermessen lässt, wenn die dazu vorgesehenen „international auszuschreibenden Wettbewerbe“ abgeschlossen sind. (Dresden zeigt aber: Eine originalgetreue Rekonstruktion braucht KEINE „internationalen Wettbewerbe“.)
• Einrichtung des Internationalen Versöhnungszentrums in der GK.
• Inhaltliche Neuinterpretation (also Umwidmung) der GK und dazu passende Nutzung als volkspädagogische Bildungsstätte für „Versöhnungsarbeit und Geschichtsunterricht“ (Bischof Huber, SPD).
Im Vorwort des „Nutzungskonzeptes“ heißt es, man habe sich bei der Frage, ob Gott seinen heiligen Namen in dieser Kirche wohnen lassen sollte, von der „demütigen Rede König Salomons bei der Einweihung des Tempels in Jerusalem“ (1. Könige, 8) „inspirieren lassen“. Solche Inspiration durch den weisen und frommen König hat das „Nutzungskonzept“ aber ganz offensichtlich nicht erfasst. Im Kern jener Rede heißt es doch, „... und wenn sie dann von ganzem Herzen zu dir umkehren und dort zu dir beten ...“ Also, sollte die „Inspiration“ wirken, müsste es doch gerade darum gehen, diese Kirche wieder als Kirche aufzubauen und zu nutzen. Was man statt dessen will, belegt das „Nutzungskonzept“. Die nachfolgenden Zitate sind der Ev. Kirche von einem Frager vorgelegt worden – er wurde beschieden, die Zitate träfen zu, aber sie seien polemisch. Zitate, die „zutreffen“, sagen die Wahrheit.
Zitate aus dem Nutzungskonzept für die Potsdamer Garnisonkirche
a. Nutzung des geplanten Gebäudes als „Internationales Versöhnungszentrum an der Potsdamer Garnisonkirche“ (Seite 3) „... weil es uns nicht um Restauration geht, sondern um inhaltliche Neuinterpretation ...“ (Seite 2). Deswegen solle die Garnisonkirche „mit ihrer zweideutigen Geschichte ein exponierter Lernort und eine verheißungsvolle Zukunftswerkstatt werden“ (Seite 2)
b. „Die Garnisonkirche symbolisiert Preußens Gloria und Preußens Elend. .... Die Schuldverstrickung ist eine mächtige Realität. ...Der unverwechselbare Ort mit seiner wechselvollen Geschichte wird auch in Zukunft in besonderer Weise nach Deutung verlangen.“ (Seite 10)
c. „Seither fordert das Nagelkreuz insbesondere uns Deutsche heraus, mit unserer schuldbeladenen Vergangenheit ... im Geiste der Wahrheit und der Versöhnung umzugehen.“ (Seite 8)
d. „Der Begriff der Versöhnung ist so positiv besetzt, dass er vor Missverständnissen und Missbräuchen geschützt werden muss. Die Inanspruchnahme billiger Gnade zur Selbstentlastung hat mit Versöhnung so wenig zu tun wie der moralische Appell an das ‚Gute im Menschen’. Die Einebnung des Unterschiedes von Tätern und Opfern ist ebenso unbiblisch wie die abergläubische Vorstellung von einer Wunden heilenden Zeit. ...“ (Seite 11)
e. „Und unter dem Dach dieser Kirche sollen interessierte Bürger und politische Entscheidungsträger, engagierte Friedensaktivisten und verantwortliche Militärs in fairen Gesprächen ebenso um Themen der Friedenserhaltung, der gewaltfreien Konfliktlösung und des heilsamen Umgangs mit persönlicher und gesellschaftlicher Schuld ringen können wie die Vertreter der modernen Medien und der sozial- und globalisierungskritischen Organisationen.“ (Seite 7)
f. „Die Garnisonkirche kann also zum Raum werden für Vorträge, Seminare, Podien und Workshops zu politischen, sozial und geistesgeschichtlichen, kulturellen und ethischen Themen. Hier sollte der Diskurs über die Deutung der Geschichte und die Handlungskonzepte der Gegenwart mit Wissenschaftlern und Schülern, mit Militärs und Kriegsdienstverweigerern, mit Wirtschaftsmanagern und Gewerkschaftern geführt werden. (Seite 10)
g. Neben der intellektuellen Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart sind aber auch Veranstaltungen mit künstlerisch - kreativem Schwerpunkt denkbar. ... So könnte auch für andere Zielgruppen eine Auseinandersetzung mit den Symbolen der Geschichte geschehen. Darüber hinaus können Konzerte, Lesungen, Theatervorstellungen oder Filmaufführungen in der Garnisonkirche stattfinden.“ (Seite 10). Verhinderung demokratischer Strukturen und Mitbestimmung der Gemeindeglieder. i. Finanzierung (Seite 24 und 25, Ziffe 4.4) „... Die Personalkosten, laufenden Betriebskosten und die Sachkosten der Stadt- und Symbolkirchenarbeit und des Internationalen Versöhnungszentrums an der Garnisonkirche werden durch die Trägerschaft finanziert werden. Dazu sind sowohl Erträge aus dem Eintritt in die Kirche, aus den Turmbesteigungen, den Vermietungen der Kirche und aus Verkäufen zu erzielen als auch Spenden und Kollekten von den Besuchern der Garnisonkirche und Dritt-Mittel für spezielle Veranstaltungen einzuwerben.
...
Folgender Entwurf für einen Kosten- und Finanzierungsplan der Trägerstiftung soll einen Eindruck vermitteln, wie es möglich sein könnte, das Internationale Versöhnungszentrum und die Garnisonkirche auch wirtschaftlich zu betreiben.
Einnahmen
Spenden / Kollekten 30.000 €
Zuschüsse für Veranstaltungen 16.000 €
Gebühren für Führungen 10.000 €
Entgelte für Vermietungen 16.000 €
Eintritt für Turmbesteigungen 275.000 €
(1.000 Besucher täglich im Sommer = 200.000 €
und 500 Besucher täglich im Winter = 75.000 je à 1 €)
Merchandising (0,5 € pro Besucher) 138.000 €
Stiftungserträge 30.000 €
Unterstützung durch die Fördergesellschaft 40.000 €
Summe 555.000 €
Ausgaben
Personalkosten
Direktor / in 75.000 €
Pädagog / in 45.000 €
Besucherbetreuung 50.000 €
Anteil Stadtkirchenpfarrer / in 25.000 €
Sekretariat 40.000 €
Haus- und Kirchenwart 35.000 €
Honorarkräfte, Praktikanten, SAM 40.000 €
Sachkosten für Veranstaltungen 30.000 €
Sachkosten für Büros 15.000 €
Sachkosten für Besucherbetreuung
und Öffentlichkeitsarbeit 30.000 €
Betriebskosten 80.000 €
Gebäudeunterhaltung / Erhaltung 90.000 €
Summe 555.000 €
★★★★
Die auch vorgesehenen Gottesdienste lassen angesichts solcher „Neuinterpretation“ und „Machtverhältnisse“ eher politische Kanzel-Predigten erwarten. Diese Zielsetzung spaltete die Gemeinde der Förderer des Projektes. Die Garnisonkirche soll - wie jede Kirche - der Ort zur Anrufung Gottes und zur Verkündigung seines Wortes sein. Das wollte König Friedrich-Wilhelm I. auch in diesem Gotteshaus, wie sein Regierungsmotto beweist: „So ich nun baue Stadt und Land und mache nicht Christen, ist alles nichts nütze!“ Wie modern – daran fehlt es in unserem Land – das gilt es wieder zu bekennen.
Wäre das die Absicht, wie es die der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel und die der Stiftung Preußisches Kulturerbe war, ist und bleibt, dann hätte die Rede König Salomons die Programmschreiber wirklich „inspiriert“.
Deshalb wirbt die Stiftung Preußisches Kulturerbe
für die Wiedererrichtung der
Potsdamer Garnisonkirche als Denkmal und Symbol
des christlichen Preußens.
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