Meine sehr verehrten Damen und Herren!
Mit allergrößter Freude können wir von Ihren abermals reichlichen Spenden berichten, womit Sie uns immer wieder den Weg weisen und erneut Mut machen, unbeirrt darauf voranzuschreiten.
Dankbar verneigen wir uns, und geben folgenden Rechenschaftsbericht
- Das Stiftungskapital der Stiftung preußisches Kulturerbe wuchs durchdie Zustiftung von 460.000 € auf nunmehrgut 840.000 €. Daraus alleinwerden wir jährlich rund 40.000 € auskehrenkönnen.
- Die Projektrücklage für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche wird in Kürze die 6 Mio. €-Grenze überschreiten.
- Zur Sicherheit der Anlagen erreichten uns besorgte Anfragen, wobei befürchtet wurde, wir könnten in den Strudel der aktuellen „Bankenkrise“ geraten. Also: Satzungsgemäß ist uns „Spekulation“ verboten, so dass wir nur festverzinsliche Anleihen im Depot verwalten. Hieraus ist kein Verlust erwachsen. Nach Ablauf werden Anleihen zu 100 % zurückerstattet.
- Die Potsdamer Nikolai-Kirche hat im Rahmen der Gesamtrenovierung ihr altes Stahlgeläut entfernt. Bis Mai 2009 sollen die vier neuen Bronzeglocken, die Sie der Gemeinde für insgesamt 145.000 € stiften, auf den dann wiederhergestellten Ecktürmen montiert sein und mit einem Kirchenfest eingeweiht werden. Das erforderliche Kapital dafür haben wir bald beisammen und bitten Sie heute noch einmal um einen Beitrag für die insgesamt 145.000 €
- Das Grabmal des Majors von Gillhaußen Einweihungsbericht anliegend – ermöglichten Sie mit insgesamt 13.000 €
- Die Lichtburg-Stiftung führt Kinder und Jugendliche aller Konfessionen an die Normen und Regeln unserer deutschen Gesellschaft heran und lässt sie dabei spielerisch den Umgang mit der Technik lernen. Das ist ganz im Sinne Preußischer Toleranz, wie sie sich aus dem Edikt von Potsdam (1685) in Brandenburg-Preußen entwickelte. Und so freuen wir uns, dafür die neue Werkstatt „PC-und- Luftfahrt-Welten“ ermöglicht zu haben mit 10.000 €
Wie teilweise schon im Rundbrief 1/08 berichtet, erhalten 2009:
- Potsdamer Kirche St. Peter und Paul zur Wiederherstellung des Heiligen-Geist-Fensters 15.000 €
- Potsdamer Stadtschloss, Restaurierung einer Gesims-Figur 25.000 €
- Barsikower Patronatskirche für die Dachsanierung 30.000 €
- Kirche in Beuster für die Orgelüberholung 25.000 €
Und das Schöne ist, kaum dass wir an einer Stelle helfen konnten, erfahren wir von weiteren Projekten preußischen Kulturerbes, um die wir uns in Ihrer aller Namen gerne bemühen wollen. Hierzu bitten wir Sie wieder um Mithilfe und legen in den Rundbriefen jeweils Rechenschaft ab.
Wer seine Spende der Projektrücklage Garnisonkirche zugefügt wissenwill, braucht auf dem Überweisungsträger als „Verwendungszweck“ nur Garnisonkirche zu vermerken, dann verfahren wir so. Es bleibt aber dabei, dass wir die Spendensammlung für dieses Gotteshaus erst dann wieder offiziell aufnehmen, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sein werden.
Lage in Potsdam
a. Neuer Superintendent wurde Dr. Zehner, der sein Amt am 01.10.2008 antrat. Anders als bei seinem Vorgänger hängt in seinem Dienstzimmer ein Bild der Garnisonkirche. Anlässlich seiner Amtseinführung drückte er die Hoffnung aus, dass diese preußische Kirche in seiner Amtszeit wiedererstehen möge.
b. Im Rundbrief 1/08 berichteten wir schon von der beabsichtigten Gründung der Stiftung Potsdamer Garnisonkirche durch die evangelische Kirche. Nun liegt uns die Satzung dazu vor; deren § 2 lautet jetzt:
„Die Stiftung bezweckt
1. kirchliche Zwecke
2. Förderung der Religion,
3. Förderung von Kunst und Kultur,
4. Förderung der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens.
Die Zwecke werden durch nachfolgend aufgeführten Maßnahmen verwirklicht:
(1) Wiederaufbau des Kultur- und Baudenkmals Garnisonkirche Potsdam und dessen Nutzung als evangelische Kirche. Die Stiftung wird hierzu die notwendigen Sach- und Barmittel einwerben.
(2) Insbesondere Friedens- und Versöhnungsarbeit und deren Förderung.
(3) Durchführung und Förderung von Stadtkirchenarbeit.
(4) Mit der Gründung der Stiftung wird die Stätte als Symbolkirche und Erinnerungsort genutzt. Das bedeutet, dass die wechselvolle Geschichte der Garnisonkirche Potsdam in ihren unterschiedlichen Bezügen aufgearbeitet, dokumentiert und vermittelt wird.
Hierzu gehört auch, dass die Stiftung das würdige Gedenken der Opfer des 20. Juli 1944 und die Erinnerung an den von Potsdam ausgehenden Widerstand gegen die nationalsozialistische Herrschaft in geeigneter Form ermöglicht. Die Stiftung strebt die Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft, Kultur und den Kirchen, darunter auch der internationalen Nagelkreuzgemeinschaft an.“
Wieder der verquaste Anspruch – man sagt zwar „Garnisonkirche“ (umarglose Wohlmeinende anzusprechen),sattelt aber im gleichen Atemzug dieUmwidmung der ehrwürdigen Garnisonkirchein eine volkspädagogische Bildungsstätte zur Verbreitung zeitgeistig- polit-historischer Ansichten drauf, was Spendenwillige enttäuscht.
All das ist aus dem 2005 von Stadt, Land Brandenburg und Ev. Kirche vorgestellten „Nutzungskonzept“, das nach wie vor Gültigkeit hat, sattsam bekannt.
Für diese Zielsetzung wird seit fünf Jahren zu Spenden aufgerufen. Die Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche (FWG) ist in ihrer Satzung darauf festgelegt.
Ausweislich des Protokolls ihrer diesjährigen Versammlung legte die FWG 17.000 € auf das „Baukonto“.
Bleibt zu fragen, wie lange man noch für eine von den Spendern nicht angenommene aber gut 100 Millionen teure Zielsetzung werben will. Aus dieser misslichen Baukassen-Lage heraus sprachen inzwischen Bischof Huber und Min.Präs. i.R. Stolpe beim Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung vor, um für den Kirchenbau Geld aus dem Verteidigungshaushalt locker zu machen. Das ginge wohl nur, wenn eine dem Verteidigungsminister genehme Zweckbestimmung der Garnisonkirche vorläge. Die wäre gegeben, wenn die Garnisonkirche künftig die Bischofskirche des Ev. Militärbischofs sein könnte. So mussten wir dann doch schmunzeln, denn auf unseren Vorschlag von 2003, genau das zu tun, wurde seinerzeit von den Zuständigen mit „empörter Ablehnung“ reagiert.
Wenn es also ganz einfach hieße: Die XXXX (juristische Person) verpflichtet sich unwiderruflich, die Garnisonkirche im äußeren gänzlich originalgetreu wiederaufzubauen und danach zur Verkündigung des Wortes Gottes als evangelische Kirche in Dienst zu nehmen, dann wären wir schon einen wesentlichen Schritt weiter. Falls dann noch Vertragssicherheit darüber erreichbar wäre, dass König Friedrich Wilhelm I. wieder seine angestammte Grablegung in der Garnisonkirche erhält, können wir bei Ihnen auch wieder aktiv um Spenden für den Bau dieses großartigen Vorhabens werben. Es hat für unser Land nationale Bedeutung.
Um endlich anzufangen, lässt sich zunächst der Turm bauen. Er beinhaltet weder ideologische noch theologische Probleme und wäre ein wiedergewonnenes Stadt-Wahrzeichen. Über den „Kirchenanbau“ ließe sich dann zu gegebener Zeit entscheiden. Auch das schlugen wir 2003 dem Oberbürgermeister der Stadt Potsdam vor, was inzwischen von den Stadtverordneten favorisiert wird.
Warten wir ab, wie sich die Dinge weiterentwickeln. Wir informieren Sie dann darüber.
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Zum Brandenburgischen Gespräch 2008
am 06. September 2008 in Potsdam kamen 120 Teilnehmer. Die Gesprächsführung
hatte unser Stiftungsrat Karl Feldmeyer; mit ihm tauschten Professor Dr. Michael Wolffsohn, Professor Laurenz Demps und General a. D. Werner von Scheven ihre Gedanken aus zum Thema „Symbolbedeutung der Potsdamer Garnisonkirche“. Aus allen Beiträgen machen wir eine Broschüre, die wir den Spendern im Frühjahr zuschicken werden. Freuen Sie sich drauf, es gab Wegweisendes.
Daraus:
- Symbole sind Sinnbilder, sie stehen für Inhalte. Genau zu wissen, wofür sie stehen, ist Voraussetzung dafür, darüber entscheiden zu können, ob sie traditionswürdig sind, also eine Idee und einen moralischen Wert vertreten, der uns Orientierungshilfe für die Gegenwart und für die Zukunft sein kann. Das gilt auch für den Gegenstand unserer Betrachtung, die Garnisonkirche. (Feldmeyer)
- Damit auch mal klar ist, welche Rolle das Militär beim Ausbau Potsdams
pielte – das spielte nämlich eine nachgeordnete Rolle. (Demps)
- ... weil Menschen sich hingezogen fühlen zu diesem Ort; sie kommen zur Garnisonkirche, weil sie ein Ort ist, an dem man sich gerne aufhält – zu dem man sich gerufen fühlt wegen der geschichtlichen Erinnerung. (von Scheven)
- Die Frage ist jetzt wirklich die Nutzung ..... der Kirche als Kirche. Unddamit sind wir auch bei einer ganzwichtigen gesellschaftlichen Diskussion,die Sie in Ihrer .... geradezu bewunderungswürdigenSturheit vertreten.
Sie sagen also: Das soll eine Kirche sein – finde ich mutig. Ich wünsche Ihnen wirklich viel Erfolg! (Wolffsohn)
Es wäre Ihr Erfolg, den Sie mit unserem Arbeitsmotto verfolgen:
Gib, dass ich tu` mit Fleiß,
was mir zu tun gebühret;
wozu mich Dein Befehl
in meinem Stande führet.
Gib, dass ich`s tue bald,
zu der Zeit da ich`s soll,
und wenn ich`s tu`, so gib,
dass es gerate wohl!
Alle Mitstreiter in Stiftungsrat und Stiftungsvorstand grüßen Sie wieder in preußischer Verbundenheit und wünschen Ihnen Frohe Weihnachten und alles nur erdenklich Gute für das Neue Jahr. Im Namen aller bleibe ich Gott befohlen stets
Ihr ergebener und dankbarer

Max Klaar
Oberstleutnant a. D.

SPKE restaurierte
Guido von Gillhaußen’s Grab
Karl Feldmeyer
Es war im Frühjahr 1984, als ich bei einem Besuch in Ost-Berlin erstmals einen Abstecher zum Invalidenfriedhof in der Scharnhorststrasse, direkt an der Mauer, unternahm. Die ihn umgebenden Häuser wirkten trist, am Eingangstor hing ein Schild mit den eng begrenzten Öffnungszeiten. Schon beim Durchschreiten des Tores zog der mächtige Löwe, der über Scharnhorsts Grab schläft, den Blick auf sich. Erst danach entdeckte ich den in Kniehöhe gespannten Draht, der zwischen dem Eingang und Scharnhorsts Grab den Friedhof parallel zur Mauer in zwei Teile trennte. Scharnhorsts Grab lag dahinter und war somit unerreichbar, denn an dem Draht hing eine Tafel, auf der nur zwei Worte standen: „Grenzgebiet Schusswaffengebrauch“. Das reichte, um mich davon abzuhalten, Scharnhorsts Grab näher zu inspizieren. Der Blick auf das Friedhofsgelände bis hin zur Grenzmauer, zu der die alte Friedhofsmauer umfunktioniert worden war, konnte wenig interessantes entdecken. Der größte Teil der Fläche war abgeräumt und in freies Schussfeld verwandelt worden. Richtung Eingang waren etliche Gräber halbwegs erhalten geblieben, die meisten schwer beschädigt und nur mit Mühe identifizierbar; wenn überhaupt.
Mit diesem Befund wollte ich mich nicht zufrieden geben und ging vor dem Grenzdraht erst nach links, dann zurück nach rechts, um mich wenigstens dort umzusehen, wo es gestattet war. Dorthin, wo das Gelände sanft ansteigt, zog mich ein Fliederbusch, dessen Blüten das einzig erfreuliche waren, was ich entdecken konnte. Halb verdeckt von ihm fand ich einen beschädigten und verwitterten Grabstein mit einer längeren Inschrift, die noch zu entziffern war. Sie lautet:
Ich weiß, wofür ich leide,
Mein Blut vergossen hab:
In schwerstem deutschen Streite
Grub ich an Feindes Grab,
Ich stritt im DEUTSCHEN Heere
Für DEUTSCHES Heiligtum,
Als Schildknapp DEUTSCHER Ehre,
Für DEUTSCHER Zukunft Ruhm!
Drum lebt trotz grimmer Schmerzen,
Trotz wundenheißer Qual,
In meinem deutschen Herzen
Nur Dank und Sonnenstrahl.
Guido von Gillhaußen
Gedichtet nach schwerer
Verwundung, Colonfay 1914
Nun wandte ich mich der anderen Seite, der einstigen Frontseite des Grabsteins, zu und fand dort die gut erhaltene Inschrift vor:
Guido von Gillhaußen
Major im 3. Garde Regiment zu Fuss
Kommandeur des Füsilier Batls. im
Garde Grenadier Rgt. Nr.5
Ritter des Eisernen Kreuzes II. u. I.
Klasse, geb. 12. Mai 1870 zu Esbach
bei Coburg, gest. 2. Mai 1918 in Folge
der am 24. April 1918 bei Villers-Brétonneux
erlittenen schweren Verwundung.
Inmitten der Trümmerlandschaft des Invalidenfriedhofs, einen Steinwurf von der Grenzmauer entfernt, die Deutschlands einstige Hauptstadt zerschnitt, ragte aus einer an Jahren noch nahen, bewußtseinsmäßig aber Lichtjahre entfernten Vergangenheit das Zeichen einer Geisteshaltung und eines Stolzes auf Deutschland in diese deprimierende Gegenwart seiner Erniedrigung hinein. Ein größerer Kontrast als dieser war nicht vorstellbar und es erforderte Kraft, ihn auszuhalten. Erst später entdeckte ich, dass Gillhaußen nicht nur Offizier der preußischen Armee gewesen war, sondern zu seiner Zeit sowohl als Komponist als auch als Dichter einen Namen
hatte. Große Publizität erhielt er, als 1918 auf dem Umweg über Amerika in Deutschland bekannt wurde, dass Gillhaußen dem Kronprinzen am 3. August 1914 – also drei Tage nach Kriegsausbruch – schriftlich den Inhalt einer Vision mitgeteilt hatte, die er am Morgen des gleichen Tages gehabt hatte. In K. Treuwerths 1925 erschienenem Buch „Der Invalidenfriedhof in Berlin“ wird darüber folgendes berichtet:
„In dieser Vision erschaute er, welche Völker in den Kampf gegen Deutschland eingreifen würden. Er
sah vorher, daß 1918 ein ungeheurer Umschwung der Verhältnisse eintreten und mit der Endschaft des Kaisertums ein Abschnitt von dreißigjährigem Niedergang des Vaterlandes beginnen würde. England würde, so trat es ihm vor das innere Auge, innerhalb dieser Zeit durch Indien und Ägypten den Todesstoß erhalten und Amerika mit Russland um den Besitz der Welt ringen. Nach seinem Tode wurde diese Vision durch Druck im Mai 1918 einem intimeren Kreise zugänglich gemacht. Durch Indiskretion gelangte sie leider nach Amerika und erschien dort im Herbst 1918 öffentlich.“
Seit dem Fall der Mauer ließ mich der Gedanke nicht mehr los, das Grab dieses Mannes wiedererstehen zu lassen. Durch die Unterstützung der Stiftung Preußisches Kulturerbe – also letztlich durch Sie – war es dem Förderverein Invalidenfriedhof e.V. möglich, den Grabstein, der seines bronzenen Schmucks – Helm, Schwert, Standarte und Kranz – beraubt und auch in seinen übrigen Teilen beschädigt worden war, wiederherzustellen. Am 28. Juni 2008 konnte der restaurierte Grabstein vom Vorsitzenden des Fördervereins Invalidenfriedhof e.V., dem früheren Bundestagsabgeordneten der CDU, Klaus Francke, enthüllt werden, woran ich als Stiftungsrat der Stiftung Preußisches Kulturerbe in Ihrem, der Spender Namen teilnahm. Der stellvertretende Landeskonservator von Berlin, Dr. Klaus von Krosigk, hat die Wiederherstellung der gesamten Grabanlage angekündigt. Es ist große Freude und Genugtuung, dass Guido von Gillhaußen wieder in einem Grab ruht, das seiner und seines Gedenkens würdig ist.
Danke für Ihr Mithelfen!


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