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Die Rundbriefe der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
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Die Satzung der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
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Berichte aus der Presse Die wechselhafte Geschichte der Garnisonkirche in Potsdam Die Einweihung des Glockenspiels in Iserlohn Über den Turm der Garnisonkirche. Informationen über das Glockenspiel der Garnisonkirche DieTraditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel Melodien des Potsdamer Glockenspiels als MP3 Datei zum Downloaden

Rundbriefe
Stiftung Preussisches Kulturerbe
vorm. Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
Gemälde der Garnisonkirche von Gerhard Reindel
Bonn im
Juli 1996

Sehr verehrte Damen und Herren!

Dezember 1995 konnte ich Ihnen vom positiven Gang unserer Spendensammlung für den Wiederaufbau des Turmes der Garnisonkirche berichten. Herrn Oberbürgermeister Dr. Horst Gramlich und den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung trug ich den Sachstand vor und bat um ein konkretes Datum für den Bau . Dazu schrieb Ihnen Herr Dr. Horst Gramlich vor wenigen Tagen:“Liebe Mitglieder und Freunde der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel!

Potsdam ist unbestreitbar ein Zentrum preußischer und deutscher Geschichte. Wir werden diese Tatsache nicht verklären und nicht verleugnen. Unsere Stadt wird dann am besten ihre Gegenwart meistern, und ihre Zukunft, wem sie ihre Geschichte würdigt.

Die vorhandenen Entwürfe zum Aufbau des Stadtzentrums-, der barocken Kernstad, wie wir sagen - gehen von der Möglichkeit der Wiedererrichtung des Turmes der Garnisonkirche aus, und ich persönlich trete für das Projekt der Wiedererrichtung ein. Dieser Turm wird auch heute von vielen Bürgerinnen und Bürgern als verlorenes Wahrzeichen der Stadt und als ein authentischer Ausdruck unserer Stadtbaugeschichte empfunden. Zeichenhaft dafür, daß Potsdam den Turm, der Garnisonkirche wiederhaben sollte, steht seit dem 14. April 1991 das Glockenspiel auf der Plantage.

Ein Baubeginn des Turmes hängt von mehreren anderen Projekten ab. Das wesentlichste dabei ist der Rückbau der Breiten Straße, was die Fertigstellung des dritten Havelüberganges voraussetzt. Die Planungen sehen vor, das dieses in den nächsten fünf Jahren geschafft sein kann.

Ich will all denen danken, die uns helfen, von Potsdams Schönheit zurückzugewinnen, was zurückgewonnen werden kann und richte meine Bitte um Spenden für dieses große Vorhaben an alle, die mit unserer Stadt mitleben und sie in Ihrem Aufbau fordern wollen.
Mit Freundlichen Grüßen gez. Dr. Horst Gramlich Potsdam 18. Juni 1996 „


Das ist uns allen doch eine recht große Freude. Uns bleiben nur noch knapp fünf Jahre zum Spatenstich. In dieser Zeit müssen wir die noch fehlenden zwei Mio. DM zusammenbringen; eine halbe Million pro Jahr; das können wir schaffen.
Mit Ihrer Hilfe liegen jetzt schon ca. 3,2 Mio DM bereit. Ich bin tief in Ihrer aller Schuld und danke auch meinerseits sehr, sehr herzlich. Alle Ihre Gaben machen mir immer wieder Mut auf dem langen Weg fortzufahren.
Viele fragten an, wie der letzte Sammlungssprung zu erklären sei. Wir erhielten aus Erbschaften, rückerstatteten Grundstücken, aus Geburtsund Festtagssammlungen, Familienfesten oder ähnlichen Anlässen doch erhebliche Zuwendungen, so daß wir heute den Turm in seiner äußeren Gestalt schon finanzieren können.

Wir schaffen es also. Für unmöglich wurde erklärt, daß Potsdam zurückerhält was durch Krieg und diktatorische Willkür zerstört worden war. Aber Kultur lebt in den Herzen von Menschen und ist unzerstörbar. Menschen bauen wieder, was Künstler einst schufen und was von großer christlicher Symbolkraft für unser Land bleibt
In diesem Sinn traten Sie stets für dieses hohe Ziel ein und gaben. Ich ersuche Sie von Herzen, auch weiterhin an unserer Seite zu stehen und das zu tun, worum Sie der Oberbürgermeister Potsdams jetzt bittet - Spenden für dieses große Vorhaben.


Leserecho auf unseren letzten Rundbrief gingen mir sehr viele Briefe zu und ich danke an der Stelle nochmals allen die mir schrieben. Die Zustimmung ist groß, aber einige Kritiker will ich nicht verschweigen. Sie brachten in der Substanz vor:
1. Der Gott der soviel Elend zulässt, den kann es nicht geben.
2. Ich habe von dieser Kirche die Nase gestrichen voll.
3. Glaube und Patriotismus gehören doch nicht zusammen.
4. Ich dachte, es geht um Preußen und Deutschland, statt dessen haben wir es mit einem Betbruder zu tun,“

Diesen wenigen Herren (die Damen und sehr viele Herren schrieben durchweg positiv) antwortete ich wie folgt: Je älter wir werden desto mehr wird unsere eigene Meinung zum Maß, mit dem wir an die Ereignisse um uns herum herangehen. Insofern kann ich Ihnen Mut machen, es ist keineswegs außergewöhnlich, daß Sie die Dinge in unserer Kirche so sehen. Ich teile ja Ihre Aussagen größten teils , komme jedoch zu anderen Schlüssen.

Die Kirche ist nicht Christus, aber ohne Christus ist Kirche nicht. Christus ist sehr wohl da, auch ohne Kirche. Wer diese Meinung im Glauben teilt, wird vor der Frage stehen, was tue ich in der Nachfolge, um dem Missionsbefehl zu gehorchen (gehet hin ... ), um viel Frucht zu bringen (weil das Senfkorn auf guten Boden fiel), um viel Zins zu bringen aus den mir anvertrauten Pfunden u.s.w.“. Am Ende, der der Anfang ist, steht doch die Frage des Herrn: „ Wie viel hast du dazu gewonnen?“ Ist das nicht der Generalauftrag an jeden Glaubenden? Wie können die immer wieder Nachwachsenden von Gott erfahren, wem wir es ihnen nicht sagen? Also lautet für mich die erste Schlussfolgerung: Ich sage es weiter.

Nun fragen Sie, wie kann dieser Gott, der ein barmherziger genannt wird, all das Morden und Elend auf der Welt nur zulassen? Diese Frage ist unter den Menschen, seit Kain Abel erschlug. Unseren Herrn verstehen setzt unseren Glauben an das voraus, was uns wirklich gesagt ist. Und das ist nun daß Gott dem gefallenen Engel erlaubte, mit Ihm um uns Menschen zu „kämpfen“. Gott ist ein umfassend freies Wesen, das sich den Menschen Sich zum Bilde schuf (wofür, das ist uns größtenteils verborgen). Die bildliche Ähnlichkeit besteht mindestens darin, daß wir denken, entscheiden handeln können, so wie die Schöpfungsgeschichte ein Beleg dafür ist, daß dieser Gott denkt, entscheidet und dann tut („ .... und der Herr sah daß es gut war und alsbald machte er ). Zwar ist unsere Kapazität in diesen Fähigkeiten weit unter Gottes Möglichkeiten (Ihm ist nichts unmöglich), aber immerhin.

Sollten Sie mir soweit stattgeben ist die Folgerung zwingend, daß dieser Herr keine Marionetten will, sondern freie Wesen weil sie sich sonst nicht mehr entscheiden könnten. So ist sein Angebot ( glaube an mich ) zu verstehen, denn wenn wir wissenschaftlich beweisbar (im mathematischen Sinn) wußten, so könnten wir nicht glauben. Der Wissende muß trachten, das Gewußte zu erfüllen (durchaus zwanghaft), der Glaubende darf (muß) sich frei entscheiden. Aber gerade dadurch bleibt er frei und eben darum ein bildlich ähnliches Geschöpf des umfassend freien Gottes.

Wenn Gott die Welt heute regierte, sähe sie anders aus. Aber diese „Bewährung „ eines jeden von uns auf dieser Erde bleibt uns nicht erspart. Mord ist immer die Schuld des Mordenden und damit nicht die des Herrn. Wer aber auf den Herrn aus Glauben hört trachtet zu erfüllen die Gebote; also mordet er nicht. Mord ist Töten aus persönlichen niederen Motiven.

Es ist also zutiefst die Aufgabe der Lebenden, die Forderungen Gottes bekannt zu machen, zu taufen, zu erziehen, anzuleiten, zu konfirmieren, miteinander zu sprechen und immer wieder die Nachwachsenden in den Stand zu versetzen, daß sie erkennen, was zu unseren Zeit von ihnen verlangt wird, damit eines Tages das Reich Gottes anbrechen kann - wann und wie auch immer. Unser Verstand langt nicht hin, hier diese Zukunft verläßlich zu beschreiben. Christus ist da, weil er auferstand (wo und wie immer er sich aufhält); er versprach wiederzukommen, also seien wie nicht „töricht“, sondern halten wir „Öl auf den Lampen“ für den Tag daß er denn kommt. Sehen Sie, und für diese Aufgaben brauchen wir Kirche und alles was an ihr hängt, denn man muß da doch eine ganze Menge organisieren auf dieser Welt, um Christi Forderungen Taten der Nächstenliebe folgen lassen zu können - bei all dem von Ihnen beklagten Elend. Daher lautet die zweite Schlußfolgerung: Deswegen bleibe ich in der Kirche.
Luther (mit dem ich mich keineswegs vergleichen will, blieb in der damals verderbten Kirche. Reformation wurde, Kirche änderte sich, heute gehen wir (spät genug) in de Ökumene wieder aufeinander zu. Den „Rest“ schaffen auch noch, denn es ist e und derselbe dreieinige Gott, der Himmel und Erde gemacht hat und in Christus unschuldig selbst auf diese Welt kam, um vorzumachen wie er sich das denn vorstellt unserer Gefolgschaft; aber „die Welt hat Ihn nicht verstanden“ sondern umgebracht, was Er vorher schon wußte und es aber trotzdem tat. „Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde.“ Was muß denn eigentlich noch geschehen, ehe wir uns anrühren lassen und fest bleiben im Glauben an einen solchen Herrn, also fruchtbarer Boden sind und nicht Gestein von dein der Wind (Zeitgeist) den Samen bläst wie es ihm gefällt?

Ich bleibe in der Kirche. In ihr kann nur ändern, wer ihr angehört. Wenn Kirche Gotteshäuser verkauft, weil sie diese nicht mehr füllt, dann läßt das an der Anziehungskraft der „Frohen Botschaft“ zweifeln. Ich aber zweifle nicht daran und vertraue auf die Liebe dieses Herren und deswegen sage ich davon fröhlich und einfach weiter und tue mein Teil soweit ich dazu fähig bin.. Andere und ,viel bessere Gemeindemitglieder werden mehr zustande bringen; und es wird sie geben, denn jeder Niedergang ist Start für einen neuen Anfang.
Wer diesem Herrn folgt, sich auf eine bestimmte Weise verhalten; das wirkt bis in die Staatsführung . Schauen Sie auf Preußen und auf das, was es an geistige Kraft bis heute entfaltet und zwar vor allem durch die Gewißheit, daß viel dienen muß (für die Gemeinschaft), wem viel (Aufgab gegeben ist So wird man „Amtmann Gottes auf Er den“ oder „Erster Diene meines Staates“. Es geht nicht um Restauration. E geht darum zu nutzen, zeitlose Kraft hat. Wie wollen wir anders das einige Europa schaffen wenn nicht auf dieser Grundlage. Ohne Christi Lehre bauen wir auf Sand.


„Preuße“ sein bedarf nicht der Bestätigung durch andere; der „Preuße“ tut dienend gegen alle Widrigkeit, was er als nötig erkannt hat aus Verantwortung vor Gott und seinen Mitmenschen. Das tut er ohne heute übliches Geklingel; das tut er in der Gewißheit eines Freien, der er als Gottes Geschöpf unwiderruflich ist. Wer frei ist, läßt aber auch anderen die Freiheit. Wie anders konnten die Männer des 20. Juli 1944 damals unter Lebensgefahr aufstehen? Sie haben durch diese Tat wenigstens die Ehre unseres Volkes retten können. Was, glauben Sie, hat denn einen 19 jährigen Leutnant v. Kleist einen General v. Treskow, einen Graf von Moltke, einen Gördeler, einen ............ , was hat denn alle diese Tapferen trotz ihres bangen Herzens zur Tat für uns (das sind wir alle bis in alle Zukunft) gebracht? Diese Tat vergeht genauso wenig wie die Tat von Auschwitz.

Wenn, wie Sie schreiben, junge Menschen sich heute nicht mehr für diese Lehre gewinnen (begeistern) lassen, dann kann das nur daran legen, daß die, die davon erzählen, ihre eigene Begeisterung nicht erkennbar machen können. Wer aber selber nicht brennt der kann ja wohl auch nicht anzünden.
Wem wir unseren barmherzigen Gott nicht Bahn brechen, füllen andere „Götter“ die Herzen der Menschen, heißen sie nun Mammon, Egoismus, Lug und Trug oder nach irgendeiner Sekte. „Diabolos’ ist ein fleißiger Verführer. Mit „Ersatzgöttern“, die zerstörerisch sind (wodurch ja der von Ihnen beklagte Zustand in der Welt erklärt ist), bauen wir aber nicht an dem Nötigen im Staate und schon gar nicht daran, dem „Herrn die Stiege zu bereiten’.
Mehr habe ich nicht zu sagen - auch nicht weniger -. Es tut mir leid, falls Ihnen das nicht gefallt. Fragen wir nicht nach dem was Gott für uns tut, sondern fragen wir uns, was wir für diesen dreieinigen Herrnn tun, denn dann erleben wir plötz1ich ganz persönlich, daß dieser Gott selbst uns führt, leitet und hüft.

Martin Luther sah das so: „Mir ist es bisher wegen geborener Bosheit Schwachheit unmöglich gewesen, den Forderungen Gottes zu genügen. Wenn ich nicht glauben darf, daß Gott mir um Christi willen dies täglich beweinte Zurückbleiben vergebe, so ist’s aus mir.
Ich muß zweifeln. Aber laß’ ich bleiben. Wie Judas den Baum mich hängen, tu’ ich nicht. Ich hänge mich an den Hals oder Fuß wie die Sünderin. Ob ich auch noch schlechter bin als diese, ich halte meinen Herren fest.
Dann spricht er zum Vater: "Dieses Anhängsel muß auch durch. Er hat zwar nichts gehalten und alle deine Gebote übertreten.- Vater, aber er hängtt sich an mich. Was will’s! Ich starb auch für ihn. Laß ihn durchschlupfen.’ Das soll mein Glaube sein.“

Grußformel - gezeichnet Max Klaar, der so sehr hofft, daß Sie sich auch an den Hals oder Fuß Christi hängen und der Kirche wieder zuwenden, denn was Sie nicht selber tun für unseren Herrn, das wird auch nicht geschehen. Unser deutsches Vaterland braucht aber solche Tat jeden Tag und an jedem Ort - auch und ganz besonders durch Sie.
Soweit dazu. Zu verstehen wohl auch, daß uns in diesem Sinn Weiterhin begleiten soll:
Gib, daß ich tu’ mit Fleiß, was mir zu tun gebühret; wozu mich Dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ich’s tue bald, zu der Zeit da ich’s soll -und wenn ich es tu, so gib, daß es gerate wohl!
Gott befohlen für heute; ich grüße Sie in preußischer Verbundenheit und bleibe stets Ihr ergebener
Max Klaar
Oberstleutnant a.D. / d.R.

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