Willkommen auf der Homepage der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
Zurück zur Homepage
Die Rundbriefe der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
Die Rundbriefe der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
Tragen Sie sich in unser Gästebuch ein.
Tragen Sie sich in unser Gästebuch ein.
Die Satzung der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
Die Satzung der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
Bitte helfen Sie uns, den Wiederaufbau zu verwirklichen
Bitte helfen Sie uns, den Wiederaufbau zu verwirklichen
Bitte helfen Sie uns, den Wiederaufbau zu verwirklichen  
Willkommen auf der Homepage der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
Berichte aus der Presse Die wechselhafte Geschichte der Garnisonkirche in Potsdam Die Einweihung des Glockenspiels in Iserlohn Über den Turm der Garnisonkirche. Informationen über das Glockenspiel der Garnisonkirche DieTraditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel Melodien des Potsdamer Glockenspiels als MP3 Datei zum Downloaden

Rundbriefe
Stiftung Preussisches Kulturerbe
vorm. Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
Gemälde der Garnisonkirche von Gerhard Reindel
Bonn im Juni 1998

Meine sehr verehrten Damen und Herren


Dank Ihrer aller Mithilfe stehen wir heute mit der Sammlung fur den Wiederaufbau des Turmes der Garnisonkirche bei über 3,7 Mio DM. Ich bin tief in Ihrer Schuld und danke Ihnen diesem Wege sehr, sehr herzlich für Ihre tätige Mithilfe. Wir werden es schaffen.-

Potsdam-Information -
1. Die evangelische Kirche unterrichteten wir erneut vom Stand unserer Sammlung und der Absicht, im wiederaufgebauten Turm der Garnisonkirche eine Kapelle einzurichten, die unter Leitung der Kirche im Sprengel Potsdam stehen und für Bedarfsgottesdienste geöffnet werden solle, ohne dass damit irgendwelche Kosten für die Kirchenleitung verbunden wären. Insoweit sei unsere Sammlung auf Bitten der Stadt Potsdam eine christliche Bürgerinitiative besonderer Art.

Wir berufen uns in unserem Tun auf die zeitlos gültigen Werte, die in Brandenburg Preußen aus christlichem Glauben wuchsen, und deshalb wollen wir helfen, uns Menschen eines der Zeichen positiver Erinnerung daran zurückzugeben. Wer wollte bestreiten, dass die menschliche Ethik auch heutiger Zeit der tiefer reichenden, normierenden Kraft verbindlicher Religion bedarf, wenn sie von Dauer sein will?
„Es gilt ein frei Geständnis in dieser unsrer Zeit, ein offenes Bekenntnis bei allem Widerstreit trotz aller Feinde Toben, trotz allem Heidentum zu preisen und zu loben das Evangelium.“ - Wohlan!
Hoffen und beten wir gemeinsam, dass dies mehr und mehr verstanden wird und das wir noch in diesem Jahr mit einer verbindlichen Äußerung der Amtskirche rechnen können. Ich werde Sie alsbald darüber informieren.
2. Oberbürgermeister Dr. Horst Gramlich beendete seine über achtjährige Amtszeit. Er nahm im August 1990 die Schenkung des Glockenspieles an, das wir am 14. April 1991 offiziell an Potsdam übergaben. Er bat uns dabei, die nötigen Finanzmittel für den Wiederaufbau der Garnisonkirche zusammenzubringen und folgte in seiner Regierungszeit dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 24. Oktober 1990, die u.a. festlegte: „ ... mit Freude und Dank nehmen wir die Initiative der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel e. V. zugunsten der Garnisonkirche zur Kenntnis, die dem Bedürfnis, die alte Schönheit der Stadt Potsdam wiederherzustellen, entspricht. ... Der mögliche Wiederaufbau der Garnisonkirche wird in wirtschaftlich gesicherter Zukunft unserer Stadt seinen Platz finden; er wird nicht die Rettung der zu erhaltenden Originalbauten beeinträchtigen - eher fördern. „

Dr. Gramlich erkannte die Identität stiftende Kraft historischer Bauten an und gestaltete seine Politik entsprechend. Die Planungen zum Rückbau der Breiten Straße und zur Schaffung der innerstädtischen Entlastungsstraße (neuer Havelübergang) als Voraussetzung für den Turinbau geht auf ihn zurück. Desweiteren wandte er sich mit einem Aufruf an alle Freunde Potsdams, durch Spenden zu diesem Turmbau beizutragen.
Wir danken ihm dafür. Andere werden ernten, was er begann.
3. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss am 08. .April 1998 den Wiederaufbau

des Fortunaportales (Stadtschloß) in seiner ursprünglichen Form (Rekonstruktion) und bewilligte die Mittel für die theoretischen Vorarbeiten. Der Aufbau soll aus Spenden finanziert werden. Wir entsprachen der Bitte der Stadtpräsidentin Frau Birgit Müller, dazu beizutragen und werden einen einmaligen Betrag von 10. 000 DM bei Baubeginn übergeben. Wir stellen sicher, das dieses Geld nur für Grundsteinlegung und Aufbau ausgegeben wird.


Zum 100. Todestag vonOtto Fürst von Bismarck 30. Juli 1898 - 1998
1948 schrieb eine englische Zeitung über ihn:
„Bei seiner Geburt war Preußen die geringste unter den Großmächten, bei seinem Tode überschattete Deutschland bereits ganz Europa. Das war sein Werk. Bismarcks Ruhmestat war, dessen Größe in Grenzen zu halten. Seiner Herkunft und Überzeugung nach ein Konservativer, hasste er die ‚Sintflut’ genau wie Metternich. Aber ihre Methoden waren verschieden. Metternich widersetzte sich der Revolution und stürzte, Bismarck führte die deutsche Revolution und meisterte sie ... Weder wiederholte er den Versuch Napoleons, noch nahm er den Hitlers vorweg. Nach 1871 war Bismarck der höchste Exponent des Gleichgewichts der Mächte; indem er für Deutschland Sicherheit suchte, gab er sie jedem Staat in Europa. Nicht nur auf dem Berliner Kongress, sondern 19 Jahre lang war Bismarck ein ehrlicher Friedensmacher, und sein Bündnissystem zwang jede Macht, seinem Friedenskurs zu folgen ... Bismarcks ‚Fehlschlag war der Fehlschlag des Konservativismus in einem Zeitalter des Umsturzes. Deutschland war auf dem Marsch zur Weltmacht, und Bismarck konnte seinen Vormarsch nur verzögern. Aber auch kein anderer Mann würde auch nur diesen begrenzten Erfolg erzielt haben. Die Welt dankt Bismarcks Politik, was im Deutschland der letzten 50 Jahre gut war. Nach den Worten Goethes: In der Begrenzung zeigt sich erst der Meister, liegt seine Größe in der Beschränkung. Die Geschichte des modernen Europa kann mit den Namen von drei Titanen umschrieben werden: Napoleon, Bismarck und Lenin. Von diesen drei Namen eines höchsten politischen Genius hat Bismarck wohl am wenigsten Unheil gestiftet. „ (Manchester Guardian)
Es bleibt bezeichnend, dass großen Deutschen Ehrungen gelegentlich aus dem Ausland zuteil werden, während hierzulande geschmäht oder geschwiegen wird. Wir haben allen Grund, uns dankbar dieses großen Preußen und Deutschen erinnern’.
1. Der Einiger Deutschland suchte Sicherheit für seinen Staat, indem er sie jedem an deren in Europa gab.

Es war historische Aufgabe Deutschlands, Europa Sicherheit zu geben, woran sich bis heute wohl nichts änderte. Interessant auch, dass sich später Bevin und Churchill gegenseitig vorwarfen durch Forderung nach bedingungsloser Kapitulation zur Vernichtung des deutschen Sicherheitswalls beigetragen zu haben. Bei den Akteure von Casablanca, Jalta und Potsdam war nichts davon spüren, was der „Manchester Guardian“ als Bismarcks Ruhmestat zu loben wusste, die Größe des Sieges in Grenzen zu haften. Fürst Otto von Bismarck war Märker-, die historische Sendung der Mark war, Bollwerk der Christenheit sowie Brücke nach Osten und dabei offen zu sein für Drangsalierte, denen neue Heimat zu geben war. Jenes Kleineuropa auf deutschem Boden hatte sich geformt. Preußen strahlte Faszination aus. König und Volk im Bewusstsein ihrer Verantwortung vor Gott


• unter einem gleichen Recht,
• dem Gemeinwohl verpflichtet,
• opferfreudig im Dienst,
• treu und patriotisch,
• Disziplin und Ordnung wahrend,
• in der Haushaltsführung sparsam.

1 Staatskunst statt Ideologie bestimmte Bismarcks Handeln durchaus ungewöhnlich in einer vom Nationalismus der französischen Revolution geprägten Zeit. Welcher Gegensatz zum maßlosen Imperialismus Napoleons.
Das „Spiel mit den fünf Kugeln“, die Vertragspolitik mit England, Frankreich, Ruß1and, Österreich und Italien so, dass keiner zu Koalitionen gegen einen dritten im Bunde fand.
Ideologie galt ihm als „Embryo der Untreue gegen den eigenen Staat“. Er gestaltete die Beziehungen zu Staaten rein nach den Möglichkeiten der Kooperation, um die Souveränität Deutschlands zu sichern. Als Bundestagsgesandter in Frankfurt erklärte er schon 1857 „... mein Ideal für auswärtige Politik ist die Vorurteilsfreiheit, die Unabhängigkeit der Entschließungen von den Eindrücken der Abneigung oder Vorliebe für fremde Staaten und deren Regenten.“ Diese Haltung ließ ihn später Sicherheit für sein Land dadurch finden, dass er sie jedem Staat in Europa gab.
3. Fürst Otto von Bismarck war Preuße mit Leib und Seele und daher kein Nationalist. Der preußische Konservative seiner Zeit begriff den Staat als zum Dienste des Höheren (Gottes) existierend, und der Regent habe eine daraus abgeleitete, verpflichtende Statthalterschaft. Diese Sicht billigte man natürlich auch jedem anderen Staat zu. Ein preußischer Patriot dachte nicht im Traum daran, sein Volk hoch und andere Völker unter seinem stehend zu begreifen. Das blieb den verblendeten Ideologen der Neuzeit vorbehalten
4. Fürst Otto von Bismarck war Europder, indem er Mitteleuropa eine feste Ordnung gab. Beispielhaft für staatsmännische Weisheit bleiben bis heute die Friedensschlüsse von 1866 und 1871. Sie sind wohl die letzten Abkommen, die den Namen „Friedensschluss“ verdienten. So gelang es, eine europäische Ordnung zu schaffen und den Besiegten alsbald wieder zum Freunde zu machen.

Der Forderung seines preußischen Königs in Nikolsburg, den „Friedensbrecher“ Österreich zu bestrafen, stellt sich Bismarck mit aller Schärfe entgegen. Nach dem Sieg über Frankreich wird ihm von Englands Seite nahegelegt, Napoleon und dessen Regierung wegen Kriegsanzettelung vor Gericht zu stellen. Bismarck Antwort darauf :“Wir teilen diese Ansicht in keiner Weise. Allerdings ist die öffentliche Meinung nur sehr geneigt, dass bei Konflikten zwischen Staaten der Sieger sich mit dem Moralkodex in der Hand aber den Besiegten zu Gericht setze. Ein solches Verlangen ist völlig ungerechtfertigt. Es stellen, heißt die Natur politischer Dinge, unter die die Begriffe Strafe, Lohn, Rache nicht gehören, gänzlich missverstehen. Ihm entsprechen, hieße das Wesen der Politik verfälschen. Die Politik hat die Bestrafung etwaiger Versündigungen von Fürsten und Völkern gegen das Moralgesetz der göttlichen Vorsehung (als) dem Lenker der Schlachten zu
überlassen. Sie hat weder die Befugnis noch die Pflicht, das Richteramt zu üben ... Die Politik hat nicht zu rächen, was geschehen ist, sondern zu sorgen, dass es nicht wieder geschehe.“Im Haß der Pariser Vorortverträge entglitt der „Friedenskongress“ zum Welttribunal über das Kaiserreich Deutschland; die Sieger übten Vergeltung statt Vernunft. Der Nährboden für Hitlers Wahn war damit bereitet. In der bedingungslosen Kapitulation zerstörten die Sieger 1945 Bismarcks zentraleuropäische Friedensordnung endgültig. Nicht einmal „Frieden“ wurde noch geschlossen, sondern aufgelöst, zerstückelt, besetzt, vertrieben, demontiert, geraubt, enteignet, fremdbestimmt und anderes „Friedensfeindliche“ mehr.
Und dennoch ist heute Europa auf dem richtigen Weg. Es wurde ein Bündniswerk geschaffen, das der Bismarckschen Maxime folgt: Es soll ein Zustand erreicht werden, in den alle miteinander vertraglich verbunden sind und dadurch nicht zu Koalitionen gegen einen dritten im Bunde finden können.
Es war schmerzlich mühevoll, die Folgen des Zweiten Weltkrieges bis zum heute Erreichten zu landen bewältigt sind sie wahrlich noch nicht.
Aber ein europäischer Patriotismus ist uns dass möglich, ein Gemeinwesen anzustreben


• der Toleranz
• der Rechtsstaatlichkeit,
• des demokratischen Umgangs miteinander und
• des sozialen Ausgleichs.

Das ist preußisches Denken. Bismarck- war davon erfüllt. Entwickelt und zur Staatsidee verdichtet hatte es sich unter den Hohenzollern in Jahrhunderte dauernder Regentschaft, die sich als in der Verantwortung vor Gott im Amt hier auf Erden begriff.
So konnte Preußen seine Aufgabe als Einiger Deutschlands erfüllen und hatte in Bismarck den nichtigen Mann an der richtigen Stelle zur entsprechenden Zeit, der Europa Frieden brachte.
5. Fürst Otto von Bismarck las als tiefgläubiger Christ morgens als erstes die Losungen der Böhmischen Brüder. Gegen die Dämonie der Macht half ihm die Erkenntnis seiner Verantwortlichkeit vor dem, „der Völker werden und vergehen lässt.“

Deshalb auch seine Bescheidenheit, die ihn erklären ließ: „Die Geschichte können wir nicht machen, sondern nur abwarten, dass sie sich vollzieht.
Wir können das Reifen der Früchte nicht dadurch beschleunigen, dass wir eine Lampe darunter halten, und wenn wir nach unreifen Früchten schlagen, so werden wir nur ihr Wachstum hindern und sie verderben. „
Wie vermessen dagegen das Großmaulgehabe Hitlers 1935 auf dem Reichsparteitag in Nürnberg: „Wir, meine Parteigenossen, Mitführer des Volkes und der Armee, sind vom Schicksal ausersehen worden, im höchsten Sinne des Wortes Geschichte zu machen; was Millionen Menschen verwehrt wird, hat uns die Vorsehung gegeben. An unser Werk wird sich die späteste Nachwelt noch erinnern. „ Wahrlich, das tut sie!
Wie anders dagegen Bismarck: Einem Besucher, der ihm seine Bewunderung ausdrückte, entgegnete er, das sei alles nicht mehr so wichtig. In 30 Jahren seien alle diese Fragen längst vergessen. Dann ginge es nur noch um die Frage: Wie schaffe ich mir einen gnädigen Gott“ was ja auch Luthers Denken bestimmte.
Fürst Otto von Bismarck verstarb am 30. Juli 1898 in Friedrichsruh bei Hamburg. Wir bewahren ihm in großer Dankbarkeit ehrendes Andenken als dem, der vorbildlich wirkte, Deutschland einte, Frieden in Europa schuf und den sozialen Ausgleich im Staate als bleibende Aufgabe der Regierenden Gesetz werden ließ.
Europa kann noch heute von
ihm lernen.


Allen, die mir schrieben danke ich auf diesem Wege sehr herzlich dafür und bitte um Verzeihung, dass ich noch nicht jeden Brief beantworten konnte. Die berufliche Tätigkeit läßt wenig Luft, und so bin ich häufig gejagt. Das sehen Sie mir bitte nach.
Ihre Meinung ist mir aber immer wichtig, auch wenn sie noch so kritisch ist. Punkte von allgemeinem Interesse kann ich so aufgreifen. Aber auch über Anerkennendes war die Freude groß.

• Unter’m Glockenspiel -

Samstag, den 05. September 1998 halten wir unsere diesjährige Jahreshauptversammlung in Postdam ab. Alle Mitglieder werden dazu noch gesondert eingeladen.
Sonntag, den 06. September 1998 veranstalten wir mit Potsdamer Künstlern wieder das Prof.-Otto-BeckerGedächtniskonzert
Bitte kormmen Sie!


• 10.00 Uhr Gottesdienst Nikolai-Kirche,
• 11.30 Uhr Konzert am Glockenspiel / Plantage.

• Lesenswert -DEUTSCHE GESCHICHTE, Heft =V, Zeitschrift für historisches Wissen-, ISSN 0945 7224 B 20182 F, DM 18 - / ÖS 133 - / SFr 18 -

Titel-. Die Potsdamer Garnisonkirche; VGB-Verlagsgesellschaft mbH-, Postfach 82328 Berg am Starnberger See

Unser Tun richte sich auch künftig nach dem Liedvers:

Gib, dass ich tu’ mit Fleiß, was mir zu tun gebühret; wozu mich Dein Befehl in meinem Stande führet.
Gib, dass ich’s tue bald, zu der Zeit da ich’s soll,
und wenn ich’s tu’, so gib, dass es gerate wohl!


Gott befohlen für heute; ich grüße Sie in preußischer Verbundenheit und bleibeIhr ergebener und dankbarer
Max Klaar
Oberstleutnant a.D. / d.R.

.Weiter zum Rundbrief vom Maerz 1999