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Die Rundbriefe der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
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Berichte aus der Presse Die wechselhafte Geschichte der Garnisonkirche in Potsdam Die Einweihung des Glockenspiels in Iserlohn Über den Turm der Garnisonkirche. Informationen über das Glockenspiel der Garnisonkirche DieTraditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel Melodien des Potsdamer Glockenspiels als MP3 Datei zum Downloaden

Rundbriefe
Stiftung Preussisches Kulturerbe
vorm. Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
Gemälde der Garnisonkirche
Potsdam im
Juni 2003

Potsdam, im Juni 2003


Meine sehr verehrten Damen und Herren!

1. Zunächst einmal das Erfreuliche:
Der Spendenkontostand steht bei rund 5,7 Mio € (11,15 Mio DM). Haben Sie auch auf diesem Weg nochmals herzlichen Dank für alle Mithilfe. Sie sind uns Ermutigung auf steiniger Straße.

2. Dann zum Stand der Gespräche mit Vertretern der Stadt und der ev. Kirche in Potsdam:
Sie stehen still! Im Rundbrief 2/02 informierten wir Sie über die Beschlüsse der Jahreshauptversammlung, die den unserer Gemeinschaft (TPG) möglichen Kompromiss aufzeigten. Wir legten das den Gesprächspartnern vor. Der Aufforderung, unsere Gedanken zum Schenkungsvertrag zu präzisieren, kamen wir am 09.12.2002 nach. Darauf erhielten wir von der Kirche keine Antwort, sondern erfuhren aus der Presse, dass man den darin vorgeschlagenen Schenkungsvertrag (siehe Beschluss der JHV 2002) mit der Begründung ablehne, die Kirche könne ein Geschenk unter Bedingungen nicht annehmen. Das ließen wir vom Justitiar der EKD prüfen; die Aussage ist unrichtig. Die Kirche kann sehr wohl Geschenke unter Bedingungen annehmen, wenn sie es denn will. Also müsste es richtigerweise heißen: Die Kirche will unsere Bedingungen nicht annehmen.

Das Kompromissangebot der TPG an die Gesprächspartner vom 09.12. 2002 zum weiteren Vorgehen lautet:
a. Die TPG sammelt auf Bitten der Stadt Potsdam und in Reaktion auf den Beschluss der SVV vom Oktober 1990 für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche unter Angabe des Zwecks, es solle dieses Gotteshaus
- im Äußeren originalgetreu wieder-aufgebaut werden und
- es soll eine Kirche sein,
- aus der jedwede Politik herauszu-halten ist.

b. Aufgrund unseres Selbstverständnisses von Treue und Redlichkeit den Spendern gegenüber ist uns nur möglich, in diesem Sinne Vereinbarungen zu treffen. Hierfür bitten wir um Verständnis und Berücksichtigung. Daher formulierten wir als Elemente einer Gemeinsamen Erklärung (GE) folgende Ziffern (mit Begründung):

(1) Der in dieser Erklärung aufge-zeigte Weg soll als Vorschlag zur „Paketlösung“ den Gremien der Stadt Potsdam, der EKiBB, der ARAG und der TPG zur Beschlussfassung vorgelegt werden.


Stellungnahme
Der Gedanke der Paketlösung wurde anfänglich von den Kirchenvertretern eingebracht und von uns akzeptiert. Dabei kommt es darauf an, erst alle Fragen im Zusammenhang mit dem Vorhaben zu klären, um dann die GE formulieren zu können. Die umgekehrte Reihenfolge kann nicht gelingen.

(2) Der Turm der Garnisonkirche wird in seiner äußeren Gestalt gänzlich originalgetreu wiedererrichtet. Er erhält seine alte Turmspitze. Neben dem Turm wird zu Beginn des Wiederaufbaus ein „Nagelkreuz“ als Symbol für die Versöhnungsarbeit der Kirche aufge-stellt.
Stellungnahme
Darauf einigten wir uns im Juni 2002. (Anm. inzwischen von den Kirchenvertretern widerrufen, was eine verwundernde Haltung ist, wenn man ein Geschenk erhalten möchte.)

(3) Schirmherr des Wiederaufbauvorhabens ist Jörg Schönbohm, Stv. Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Innenmi-nister.
Stellungnahme
Herr Minister Jörg Schönbohm erklärte am 15.05.2001 seine Schirmherrschaft; Kirchenvertreter dankten ihm offiziell für sein Engagement; seine Unterstützung ist für die weitere erfolgreiche Spendenwerbung zum Wiederaufbau wesentlich.

(4) Der Glockenspiellauf folgt grundsätzlich der historischen Vorgabe; das schließt Spieleinlagen zu besonderen Anlässen nicht aus. In Erinnerung an die Zerstörung der Garnisonkirche wird täglich um 12.30 Uhr an Stelle von „Üb’ immer Treu und Redlichkeit“ der Choral „.....“ gespielt.
Stellungnahme
Der historische Stundenlauf ist mit „Gotteslob“ und der Aufforderung „von Gottes Wegen nicht abzuweichen“ ein gutes, zukunftweisendes und der Inneren Mission dienendes Symbol. Es wird daher im Kern nicht verändert.
Um auf Vorstellungen der Ev. Kirche einzugehen, boten wir als Kompromiss an, uns auf Spieleinlagen zu besonderen Anlässen und einen besonderen Choral in der Mittagszeit um 12.30 Uhr zu verständigen. Beides zu dem Zweck, an die Ursachen der sinnlosen Zerstörung des Bauwerkes zu erinnern.

(5) Der Bau wird von der noch zu gründenden „Gesellschaft zum Wiederaufbau der Garnisonkirche“ mbH ausgeführt werden, der mindestens die Grundstückseigentümer, die Ev. Kirche und die TPG/SPK angehören.
Stellungnahme
Von Ihnen wurde die Bauherrschaft der TPG/SPK genauso wenig gewünscht, wie TPG/SPK die Bauherrschaft durch ev. Kirche oder die Stadt akzeptieren. Administratives Vorgehen verteuert die Dinge unnötig. Also schlagen wir als Kompromiss die GmbH vor. Sie soll gewährleisten, dass Architekt, Bauleitung und Kontrolle voneinan-der völlig unabhängig sind.

(6) Der Evangelische Kirchenkreis Potsdam wird Eigentümer des fertiggestellten Garnisonkirchturms auf der Grundlage eines Schenkungsvertrages.
Stellungnahme
Die Übernahme der wirtschaftlichen Eigentumsverpflichtung durch die Stiftung Preußisches Kulturerbe (SPK) wird von Ihnen nicht gewünscht. Ebenso wenig akzeptieren TPG/SPK den Eigentumsübergang oder die wirtschaftliche Zuständigkeit für den Turm an die in Gründung befindliche Stiftung „Internationales Versöhnungszentrum Garnisonkirche“.
Der Kompromiss ist die Eigentumsübernahme durch die Ev. Kirche. Dies verfolgen wir auf der Grundlage eines Schenkungsver-trages. Dazu machten wir Vorschläge, auf die Ihrerseits die Antwort aussteht. Wir können aber diese Ziffer einer GE nur formulieren, wenn zuvor Einigkeit zum Schenkungsvertrag hergestellt wurde. Also regen wir hierzu gesonderte Gespräche zwischen Kirche und TPG/SPK an.

(7) Die TPG bleibt grundsätzlich die „Sammelbüchse“ für den Wiederaufbau des Garnisonkirchturmes. Die Stadt Potsdam, das Land Brandenburg und die Ev. Kirche unterstützen die Sammlung durch Spendenaufrufe.
(Falls gewünscht, könnte angefügt werden:) Die Ev. Kirche wirbt für die Arbeit der in Gründung befindlichen Stiftung (nach unserer Einigung vom April NICHT ‚Internationales’) „Versöhnungszentrum Garnisonkirche“ in eigener Zuständigkeit. (Das hat aber nichts mit dem Wiederaufbau zu tun.)
Stellungnahme
Wir erklärten den Kirchenvertretern bereits im Juni 2001, dass konkurrierende Sammlungen ausgeschlossen sein müssen und nehmen das sehr ernst. Die Ev. Kirche soll ihrer steten Forderung entsprechend, es dürften ihr durch den Wiederaufbau keinerlei Kosten entstehen, dafür auch keine Kosten haben. TPG/SPK bleiben bereit, diese Kosten zu übernehmen.
Wenn die Ev. Kirche für die Arbeit der Stiftung „Versöhnungszentrum Garnisonkirche“ i.Gr. werben möchte, sollte das klar von dem Wiederaufbauvorhaben getrennt sein. In der Presse sind nach der jüngsten Kreis-Synode (Anm. November 02) die Irritationen bereits in die Öffentlichkeit gelangt; das schadet der Sache.

(8) Die Beteiligten schaffen alsbald die planerischen und rechtlichen Voraussetzungen für den Baubeginn.

*************
Zum Schenkungsvertrag könnte unter Annahme einiger Grundsätze schnell Einigkeit hergestellt werden:
(1) Falls nicht in der „Gemeinsamen Erklärung“ enthalten: Schirmherr des Wiederaufbaus der Garnisonkirche ist der Stellvertretende Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Innenminister Jörg Schönbohm.
(2) Der Schenkungsvertrag wird vor Baubeginn beurkundet und gewährleistet, dass der Turm als Kirche genutzt wird, aus der politische Inhalte herauszuhalten sind.
(3) In der Präambel des Schenkungsvertrages zwischen TPG und EKiBB wird die Symbolbedeutung der Gar-nisonkirche definiert. Die Nutzung soll dieses Symbolverständnis aufnehmen und dabei auch heutigen kirchlichen Vorstellungen Rechnung tragen, soweit sie biblisch gerechtfertigt sind. Folgende Grundsätze sollen hierzu in die Präambel aufgenommen werden:
- Die Garnisonkirche ist eine christliche Kirche und damit ein Ort der Verkündigung der Heilszusage Gottes, der Versöhnung und des Gebets.
- Sie wird zur Ehre Gottes wiedererrichtet und dient als Stadtkirche in besonderer Weise der Inneren Mission.
- Aufgrund des Willens ihres Stifters und ihrer Geschichte soll in ihr deutlich werden,
. dass wir Gott mehr gehorchen müssen als den Menschen,
. wie christlich verantwortetes Han-deln für die Gemeinschaft aussehen kann und
. wie das Gewissen für diese Aufgabe geschult werden kann.
(4) Der Turm dient der Ev. Kirche für Amtshandlungen, Gottesdienste/Andachten, Citykirchen- und Versöhnungsarbeit im Sinne der biblischen Botschaft sowie für ökumenische Arbeit. Der Evangelische Kirchenkreis Potsdam (als Eigentümer) stellt das Gotteshaus dafür der in Gründung befindlichen Stiftung „Versöhnungszentrum Garnisonkirche“, den christlichen Konfessionen und der Militärseelsorge zur Verfügung („Schule des Gewissens“).

Im Turm werden keine Geschäfts- oder Verwaltungsstellen von Institutionen, Stiftungen o.ä. zugelassen.

(5) In den Schenkungsvertrag ist aufzunehmen: Falls der Wiederaufbau des Kirchenschiffs möglich werden sollte, ist dieser nur in der historischen äußeren Form zulässig. Das Garnisonkirchen-gelände darf nicht anderweitig bebaut werden.
(6) Nach Schenkung an den Evangelischen Kirchenkreis Potsdam darf der Eigentümer das Gebäude in seiner Äußeren Form nicht verändern. Ebenso wenig dürfen verändert werden: Inschriften der Glocken und Namensgebung der Turmstufen mit Spendernamen.

(7) Das Glockenspiel wird um acht Glocken zum „Vollglockenspiel“ erweitert und im Turm installiert (acht hohe Töne kommen hinzu). Es selbst und der historische Stundenlauf dürfen nur mit Zustimmung der TPG/SPK verändert werden.

Sollten am Glockenspiel Wartungs- oder Instandsetzungsarbeiten erforderlich werden, die der Eigentümer nicht verzugslos ausführen lassen kann, ist TPG/SPK und/oder den von ihnen beauftragten Firmen uneingeschränkter Zutritt zur Mangelbeseitigung zu gewähren.

(8) Die Ev. Kirche lässt im Garnisonkirchturm keine Aktivitäten mit kirchenspalterischer Wirkung zu. Wir nennen KDV-Beratung, Kirchenasyl, Schwulensegnung und Feministische Theologie – dazu erwarten wir von der Ev. Kirche geeignete Textvorschläge, die das sichern.

(9) Die Außenanlagen werden so gestaltet und erhalten, dass sie dem kirchlichen Charakter und dem Symbolgehalt der Garnisonkirche sowie den Anforderungen an das historische Stadtbild gerecht werden. Auf pazifistische, militaristische oder atheistische Symbole, Denkmale und Kunstwerke wird verzichtet.

(10) Der Eigentümer lässt die Grablegung Friedrich Wilhelm I. zu, wenn das von der Landesregierung und dem vormals regierenden Königshaus von Preußen gewünscht wird.

(11) Der Evangelische Kirchenkreis Potsdam darf das Gebäude des Garnisonkirchturmes oder der Garnisonkirche nicht weiterveräußern, verschenken, vermieten oder verpachten. Die Kontrolle der Turmnutzung liegt auf der Grundlage des Schenkungsvertrages ausschließlich beim Kirchenkreis Potsdam als Eigentümer.

Falls der Eigentümer sich zur kirchlichen Nutzung außer Stande sieht, ist das Gebäude an die „Stiftung Preußischer Kulturbesitz“ zu übergeben (noch zu prüfen, ob die annehmen würde). Falls diese ablehnt, ist in Abstimmung mit den Schenkenden (Stadt, ARAG, TPG/SPK) eine Lösung erforderlich, welche die angemessene Unterhaltung sichert.

(12) Die Folgen von Vertragsbruch sind in einer „Verwirkklausel“ zu definieren. Wir erwarten dazu die Vorschläge der Kirche.

******
Zur Baudurchführung lässt sich mit unserem Kompromissvorschlag ebenfalls schnell Einigkeit herstellen:

Eine von der Stadt Potsdam, der ARAG, der Ev. Kirche und der TPG zu gründende „Gesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche m.b.H.“ führt den Bau aus. Die Stadt Potsdam, ARAG und die TPG schenken das fertiggestellte Objekt der EKiBB.

Der entsprechende Gesellschaftsvertrag ist vor Beginn der Baumaßnahmen notariell und rechtsverbindlich zu schließen. Er soll mindestens sicherstellen:
a. Organisation so, dass kosteneffektiv gebaut wird.
b. Architekt, Bauleitung und Kontrolle der Bauleitung sollen unabhängig voneinander sein.
c. Jede Vertragspartei hat Zuständigkeit für das, was sie einbringt; sie kann in dieser Zuständigkeit nicht überstimmt werden.
d. Erforderliches Personal in der GmbH (und dessen Kosten) bezahlt jede Vertragspartei in eigener Zuständigkeit.

3. Spenderreaktionen
a. Aufgrund unserer Rundbriefe und von Pressemeldungen erreichten uns inzwischen über 300 schriftliche und fernmündliche Spenderreaktionen. Bis auf drei hatten alle den gleichen Inhalt:
„Bleiben Sie fest; setzen Sie um, wofür von Anfang an gespendet wurde; nur dafür darf das Geld zur Verfügung stehen!“
Ihre Meinung ist uns sehr wichtig, und daher bitten wir Sie, uns diese auch weiterhin mitzuteilen.

4. Was geschieht in Potsdam?
a. Wie gesagt: Die Kirche könnte einen Vertrag akzeptieren, wenn sie wollte. Aber die von uns genannten Inhalte will sie offensichtlich nicht.

Vielmehr strebt sie unter dem Kreuz von Coventry und mit internationaler Ausrichtung unter dem Motto „Veränderung ist möglich – The Spirit of Change“ mit dem „Internationalen Versöhnungszentrum Potsdamer Garnisonkirche“ Inhalte an, die auch ganz bewusst auf den Bruch des Symbols der Garnisonkirche zielen und zum Teil politischer Natur sind. Das stellten wir Ihnen 2001/2002 teilweise schon dar. Hinzu kommen Überlegung, das Kirchenschiff, wenn es denn gebaut werden kann, dem Turm als Pyramide anzubauen.

b. Nachdem wir aus der Presse erfahren hatten, dass die Ev. Kirche unsere Kompromissvorschläge auf keinen Fall akzeptieren könne (Anm. wolle), gehen die Gespräche in der Form nicht weiter.
Wir entwickelten daher mehrere Alternativvorschläge und legten sie an entsprechender Stelle zur Prüfung vor.
Die große Mehrzahl der Alternativen würde die Wünsche der Stadt gänzlich erfüllen, denn sie erhielte den Turm als städtebaulich unverzichtbares Element des angestrebten Wiederaufbaus der Altstadt zurück, und sie könnte vor Missbrauch der Kirche sicher sein.
Die Ev. Kirche könnte die Kapelle für Gottesdienste mitnutzen, bliebe von den Eigentumspflichten frei und bräuchte daher auch keinen Schenkungsvertrag auszuhandeln.
Das Prüfungsergebnis bleibt abzuwarten. Einen „Schenkungsvertrag“ müsste aber jeder Alternativ-Eigentümer akzeptieren, wenn man auf unsere Sammlung zurückgreifen möchte.

c. Nachdem unser Kompromissangebot vom 09.12.2002 vorlag, griff die Presse vor allem die Punkte auf, die wir als Beispiele für auszuschließenden Kirchen-Missbrauch genannt hatten: „Schwulensegnung, Kirchenasyl für rückkehrunwillige Asylbewerber, feministische Irrlehre von Jesa Christa und Beratung von Wehrdienstverweigerern.“
Darauf erklärte ein Kirchenvertreter, dass Max Klaar damit außerhalb der Gemeinschaft der Gläubigen stünde (was sehr zu bezweifeln ist), dass er damit nicht den Willen der Spender repräsentieren würde, dass die TPG „mit oder ohne Max Klaar“ die Gespräche mit der Ev. Kirche fortsetzen würde und dass man die Politik bäte, „segnend einzugreifen“.

Brandenburgs Sozialminister meinte daraufhin, der Streit sei inzwischen schädlich für das Land (S. 5,6) und müsse beendet werden; Max Klaar sei mit diesen Forderungen intolerant, er befände sich im Widerspruch zur eigenen Vereinssatzung, er begäbe sich in die Gefahr, sich gesellschaftlich auszu-grenzen usw. Lesen Sie bitte die Pressemitteilung sorgfältig. Die Aussagen des Kirchenvertreters und des Sozialministers weisen eindeutig den Weg, den man zu beschreiten gedenkt. Darauf werden wir uns einzustellen haben.

Wir beteiligen uns aber nicht an der Personalisierung der Auseinandersetzung. Gleichwohl bestehen wir darauf, dass man berücksichtigt, was die TPG kann und was nicht (Ziff.2). Nachdem ich an hoher Stelle auf unsere Satzungsfestlegungen verwies, schlug man vor, wir sollten doch die Satzung ändern. Das lehnte ich ab, weil es glatter Betrug der Spender wäre.

Auch geht die Behauptung der Gegner unserer Vorschläge fehl, hier würde eine Einzelmeinung vorgetragen, und die Spender wüssten nichts davon. Sie, unsere Spender, werden durch die Rundbriefe vom Sachstand unterrichtet und bestärken uns durch Ihre Reaktionen, fest zu bleiben. Seien Sie gewiss, wir werden halten, was wir versprachen.

Gottes Kirche ist ein Bethaus (Jesaja 56,7); darin ist Christi Lehre „das Konzept“. Dieser Erlöser will aber keine „Räuberhöhle“ (Lk 19,46) für Zeitgeistiges. Und weil unsere Haltung zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare so kritisch aufgenommen wurde, dazu ein Wort:

Was jemand in seinen vier Wänden tut, geht niemanden etwas an. Wenn er sich als Homosexueller zu erkennen gibt und darauf hinweist, dass er sich auch zum Dreieinigen Gott bekennt, dann (und nur dann) sind Schwestern/Brüder gerufen, ihm die Wahrheit der Heiligen Schrift dazu zu sagen. Was Gott will, bewies er mit seiner Schöpfungstat am sechsten Tag; der Befehl an Mann und Frau, sich zu mehren, ist eindeutig. Und wenn wir die Bibel untersuchen, so finden wir jeden Hinweis darauf, dass dem Herrn homosexuelles Verhalten ein Gräuel ist. Sollte ein Bruder das „Vater Unser“ bewusst sprechen, muss er sich fragen lassen, was für ihn denn „Dein Wille geschehe“ heißt? Du kannst Gott nur ganz gehorchen, und das ist fordernd (tu, mach, geh hin, mache zu Jüngern, verkündige, wuchere mit den Talenten, taufe, lehre zu halten, was ich gebot u.s.w.).

Ein Pfarrer, der mich anrief und an dieser Stelle des Gespräches sagte: „Aber lieber Bruder, wenn sich die beiden nun lieb haben ...“ Wie bitte? Gott ist die Liebe. Niemand hat größere Liebe, denn der, der sein Leben lässt für seine Freunde. Und das Hohelied der Liebe (1. Kor 13) klärt restlos auf. Wir wollen das nicht mit Sexualität verwechseln.

Um der Klarheit willen: Wir dürfen uns nicht über andere erheben (Mt.23 12). Aber niemand kann verlangen, dass wir zur Billigung einer sexuellen Orientierung Gottes Forderungen ignorieren und segnen, was dem Herrn ein Gräuel ist. Nicht der ist in der Nachfolge, der sich Gott so zurechtbiegt, dass er machen kann, was er für richtig hält; sondern der ist in der Nachfolge, der wollen kann, was Gott befahl – so schwer das auch sein mag! Die Homosexuellensegnung ist eine die Kirche spaltende Problematik. Hans Apel (SPD, ehem. Verteidigungs- und Finanzminister) und Petra Roth (CDU, Oberbürgermeisterin in Frankfurt a.M.) sind die prominentesten Beispiele für Kirchenaus- und -übertritte wegen dieser Frage. Deswegen sollen mit Hilfe eines „Schenkungsvertrages“ kirchenspalterische und politische Inhalte aus diesem Gotteshaus herausbleiben.
Die Garnisonkirche kann mit ihrer Symbolbedeutung nicht der Ort sein, in dem die Kirchenspaltung immer weiter getrieben wird. Hier sind 1817 streitende Glaubensparteien zur Preußischen Union vereinigt worden. Hier soll ein Ort der Ökumene werden, in dem die Botschaft Christi unverfälscht gelehrt wird; durch beides dienen wir dem inneren Frieden im Land.
Der Soldatenkönig hatte Recht, als er formulierte: „So ich nun baue Stadt und Land und mache nicht Christen, ist alles nichts nütze!“ Nicht umsonst ließ er über dem Portal in Stein meißeln: „Diesen Turm, nebst dazugehöriger Garnisonkirche, hat Friedrich-Wilhelm zur Ehre Gottes errichtet.“
So machte Sinn, was die Turmspitze symbolhaft zeigte: Gott versöhnt sich den Menschen (völlig unverdient und als reines Geschenk) durch Christi Leben - Sterben - Auferstehen. Der zur Sonne aufstrebende Adler ist seit ältester Zeit in der Christenheit das Himmelfahrtssymbol unseres Herrn und Heilands. Die Behauptung, das sei als kriegerisches Symbol gegen den Sonnenkönig (Ludwig den XIV) gerichtet gewesen, ist historisch unhaltbar, der war beim Kirchbau schon rund 20 Jahre tot.

Also, fernab aller persönlicher Anfeindungen, die sowieso nicht verfangen, sollten wir uns bemühen, über diese Fragen (Ziff.2) Einigkeit zu erzielen (im Sinne von Epheser, Kap 4,1-6. Wir bleiben aber bei „furchtlosem Bekennen“ (Luk, 12, 8-10) und wollen uns vor dem „Sauer-teig der Pharisäer“ hüten, denn „das ist die Heuchelei (Luk 12,1).
Mit Erstaunen erleben wir, wie Christen miteinander umgehen.

5. Buchempfehlung
Und weil es sich in der Auseinandersetzung als zweckmäßig erweist zu wissen, was die Bibel ist, sei denen, die sich zu Wort melden möchten, hierfür empfohlen:
Josh McDowell, „Die Fakten des Glaubens“, (Die Bibel im Test. Fundierte Antworten auf heraus-fordernde Fragen an Gottes Wort)
Hänssler Verlag CLV
ISBN 3-89397-632-9

6. Geschäftsführung
Unser Geschäftsführer für den operativen Bereich in Potsdam, Oberst a.D. Burkhart Franck hat zum 01.06.2003 die Arbeit an Oberst a.D. Klaus Gottschalk übergeben.

Wir danken Herrn Franck für seine ausgezeichnete Aufbauarbeit in Potsdam, die unsere Sache sehr beförderte. Er wird uns glücklicherweise mit seinem Rat erhalten bleiben. Klaus Gottschalk wünschen wir für seine Arbeit eine gute Hand.

******

Wir sind also mit unserer ehrenamtlichen Arbeit in „stürmische Gewässer“ geraten. Aber uns hilft aus „Jesu, geh voran“: „Solls uns hart ergehn, lass uns feste stehn. Und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen, denn durch Trübsal hier, führt der Weg zu Dir.“

Und deshalb wollen wir weiter
Richtung halten mit:

Gib, dass ich tu` mit Fleiß, was mir zu tun gebühret;
wozu mich Dein Befehl in meinem Stande führet.
Gib, dass ich`s tue bald, zu der Zeit da ich`s soll,
und wenn ich`s tu`, so gib, dass es gerate wohl!

Gott befohlen für heute; im Namen der Herrn Flämig, Schmidt, Franck, Gottschalk und Buss grüße ich Sie in preußischer Verbundenheit und blei-be stets
Ihr getreuer und dankbarer

Max Klaar
Oberstleutnant a. D.


Abschrift der Presseinformation Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen 29.05.2993

„Streit um Garnisonkirche: Zeichen von beängstigender Intoleranz
Potsdam – Brandenburgs Sozialminister Günter Baaske (SPD) erachtet den Streit um den Wiederaufbau des Turms der Potsdamer Garnisonkirche als überstürzend und inzwischen schädlich für das Land Brandenburg. Er müsse dringend beendet werden. Die in den Medien dargestellten Äußerungen von Max Klaar, dem Vorsitzenden des Vereins "Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel" zeugten nicht – wie auch in der Vereinssatzung gefordert – von Toleranz, demokratischem Umgang miteinander und sozialem Ausgleich sondern von geradezu beängstigend strengem Konservativismus. Den zahlreichen Spendern sei jedoch für das bürgerschaftliche Engagement zu danken.
Der ökumenische Kirchentag am Wochenende in Berlin sollte , so Günter Baaske, Anlass geben, auch über die festgefahrene und ärgerliche Situation nachzudenken. Der Kirchentag, an dem Baaske an mehreren Diskussionsveranstaltungen teilnimmt, zeige wie wichtig es sei, Gräben zu überbrücken und aufeinander zuzugehen. Den Wiederaufbau des Turms unterstütze Baaske ohne Einschränkung. Das Gotteshaus solle jedoch nicht nur die Architektur Potsdams bereichern, sondern auch das positive Erbe Preußens, Toleranz und Offenheit, ausstrahlen und leben.
Die Forderung Klaars, dass das Gebäude nach dem Wiederaufbau der feministischen Theologie und der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare verschlossen bleiben müsse, sind intolerant und wiedersprechen nicht nur dem Geist der eigenen Vereinssatzung, sondern auch dem Gleichheitsartikel der Brandenburgischen Verfassung, dem zufolge niemand wegen seiner Sexualität benachteiligt werden darf. Dem entspricht auch das vor knapp zwei Jahren in Kraft getretene Lebenspartnerschaftsgesetz. Klaar begebe sich in Gefahr, sich gesellschaftlich selbst auszugrenzen in Zeiten, in denen sich auch immer mehr Christen zu ihrer gleichgeschlechtlichen Sexualität bekennen.
Die Haltung von Klaar mache deutlich, wie notwendig es sei, dieses Thema weiterhin politisch zu begleiten. Dies sei auch während der Neueröffnung der Landeskoordinierungsstelle für lesbisch-schwule Belange des Landes Brandenburg am 12. Mai 2003 in Potsdam deutlich geworden. Baaske: Wer ausgegrenzt wird, braucht die Unterstützung durch den Staat’.“


Und in den Potsdamer Neuesten Nachrichten war am 31.05.2003 zu lesen:

Garnisonkirche:
Schönbohm klagt über Ausgrenzung
Schirmherr nicht eingeladen / Rückendeckung für Klaar

Potsdam (PNN/thm). Eklat vor der heutigen Eröffnung der Ausstellung über den Wiederaufbau des Turms der Garnisonkirche in Potsdam: Brandenburgs Innenminister Jörg Schön-bohm(CDU) hat nach eigenen Angaben trotz vorheriger Nachfrage keine Einladung zu dem Termin erhalten, obwohl er der Schirmherr des Wiederaufbaus ist. In einem den PNN vorliegenden Beschwerdebrief Schönbohms an den Potsdamer Generalsuperintendenten Bertram Althausen ist von einem „unfreundlichen Akt“ die Rede. Althausen wies die Kritik zurück.

Nach dem sich der Streit um die Nutzung des Kirchturms in den letzten Tagen verschärft hat, warnt Schönbohm vor einer Ausgrenzung des Traditionsvereins „Potsdamer Glocken-spiel“. Die Ausstellung „Ernstfall Versöhnung – Brücken bauen. Versöhnung leben“ soll heute von Regierungschef Matthias Platzeck eröff-net werden.
In dem Schreiben verweist Schönbohm darauf, dass sein Büroleiter bereits vor einigen Monaten „über die Staatskanzlei“ den Wunsch nach einer Einladung an Stadtpfarrer Martin Vogel herangetragen habe.

Vogel habe dies zugesichert, aber nicht eingehalten. Es sei „kein Ausdruck von Dialogbereitschaft“, zumindest „aber in besonderer Weise unglücklich“, wenn der Schirmherr des Wiederaufbaus „nach ausdrücklicher Nachfrage eher bewusst als fahrlässig“ nicht eingeladen werde.
Hintergrund sind Auseinandersetzungen um die von der evangelischen Kirche geplante Nutzung des aufgebauten Garnisonkirchturms als Versöhnungszentrum, gegen die es Wi-derstand von der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel gibt. Diese hat rund 5,7 Millionen Euro für den Aufbau des in den letzten Kriegstagen schwer beschädigten und 1968 auf SED-Geheiß gesprengten Potsdamer Wahrzeichens gesammelt, knüpft die Freigabe aber an Bedingungen: So hatte der Vorsitzende Max Klaar erklärt, in der Kirche dürfe es keine Trauung gleichgeschlechtlicher Paare geben – für die Kirche inakzeptabel. Die Traditionsgemeinschaft hat auch eine Beteiligung an der Ausstellung abgelehnt. Sozialminister Günter Baaske (SPD) warf Klaar Intoleranz und Ausgrenzung, vor allem aber „beängstigend strengen Konservatismus“ vor.

.In dem Schreiben nennt Schönbohm diese Baaske-Kritik „irreführend“. Die Nicht-Einladung des Schirmherrn könnte den Schluss zulassen, dass die Kirche „unter dem Mantel der Versöhnungsbereitschaft“ dieser Kritik Vorschub leiste. „Dies würde zugleich der Ausgrenzung einer Vielzahl von Spendern, die hinter Max Klaar stehen, auf eigene Weise den Boden bereiten“, warnt Schönbohm. Der „Verdacht der Brüskierung oder bewussten Ausgren-zung“ durch die Kirche dürfe keine neue Nahrung erhalten.
Der Potsdamer Superintendent Bertram Althausen wies die Vorwürfe Schönbohms unterdessen zurück. Es seien überhaupt keine persönlichen Einladungen verschickt worden. Es handele sich bei der Ausstellung um eine Veranstaltung im Rahmen des laufenden Ökumenischen Kirchentages.
Der geplante Wiederaufbau des Turms der Garnisonkirche ist nicht unumstritten, da Reichspräsident Paul von Hindenburg am 21. März 1933 zur Eröffnung des Reichstages in der Garnisonkirche dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler die Hand gereicht hatte. Der „Tag von Potsdam“ gilt seither als Schulterschluss zwischen monarchistischem Preußentum und dem Nationalsozialismus.

******

Es ist eine Freude für
Brandenburgs Hauptstadt
ehrenamtlich zu arbeiten!


Am 01.06.2003 gaben wir folgende Meldung an dpa:

Presseerklärung 01.06.2003
Die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel (TPG) hat beschlossen, die Verhandlungen mit der Ev. Kirche über ein gemeinsames Nutzungskonzept für den Turm der Garnisonkirche abzubrechen.
Der Vorstand der TPG ist angesichts der Haltung der Ev. Kirche zu der Überzeugung gekommen, dass eine Einigung auf ein gemeinsames Nutzungskonzept nicht möglich ist.
Die TPG besteht darauf, dass der Turm als Denkmal und Symbol für das christliche Preußen sowie für seinen Erbauer, Friedrich-Wilhelm I, gänzlich originalgetreu wieder errichtet und so genutzt wird, wie es dieser Zielsetzung entspricht.
Da die Ev. Kirche beansprucht, das Gebäude nach eigenem, freiem Ermessen ohne Rücksicht auf die Forderungen der TPG zu nutzen, ist eine Einigung nicht möglich.
Die TPG bleibt jedoch bei ihrem Angebot an die Stadt Potsdam, den Kirchturm mit ihren Spendenmitteln wieder aufzubauen, wenn die Stadt dies will. Die TPG erwartet vom Rat der Stadt Potsdam dazu eine neuerliche Stellungnahme, die klärt, ob Potsdams Bitte an die TPG (Ober-bürgermeister Dr. Gramlich 1990), für den Wiederaufbau der Garnisonkirche zu arbeiten, nach wie vor verbindlich ist. – Der Vorstand –
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Und weil es so gut zum Thema passt, noch eine Buchempfehlung:

Wozu brauchen wir sie denn?
Irrtümer und Steuerersparnisse: Hans Apel rechnet mit den evangelischen Landeskirchen ab.
von Gerhard Besier
Rechtzeitig zum "Ökumenischen Kirchentag" ist ein Buch erschienen, ... Hans Apel hat es geschrieben, der SPD-Politiker und ehemalige Bun-desfinanz- und Ver-teidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland.
Apel (Jg. 1932), gehörte seit seiner Taufe zur lutherischen Landeskirche - bis 1999. Dann trat er aus, weil er die Mitgliedschaft mit seinem evangelischen Gewissen nicht mehr vereinbaren konnte. Sein Buch ist eine Art Bilanz, die präzise Beschreibung des Ist-Zustandes einer "anmaßenden Großorganisation", die aufgrund ihrer inneren Leere jede Existenzberechtigung verloren hat. "Wenn es ernst wird, der Tod in unser Leben eintritt, uns tief greifende und weitreichende Lebenskrisen bedrohen, dann kann ich mir nicht vorstellen, was eine solche Kirche und ihre Diener an meiner Seite ausrichten sollen."
Abgesehen von dem theologischen Verfall und der ethischen Beliebigkeit, die in dieser Großruine vorherrschen, sind es vor allem zwei Themen, die aktuelle Bedeutung besitzen: die staatliche Subventionierung dieses aufgeblähten Beamtenapparates und die dramatischen politischen Fehlurteile in der Vergangenheit. Nimmt man beides zusammen, muss man sich in der Tat fragen, warum unsere Gesellschaft weiterhin eine religiös überflüssige Einrichtung alimentiert, die sie überdies von innen heraus bedroht.
Apel weist darauf hin, dass der Milliarden betragende Steuerausfall aufgrund der vollen Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer als Sonderausgaben dramatisch wächst - für 2002 errechnete man bereits 3,6 Milliarden Euro. "Nach einer Faustregel führt ein um eine Milliarde Euro geringeres Aufkommen der Lohn- und Einkommenssteuer zu einem Verlust bei der Kirchensteuer in Höhe von 58 Millionen Euro."
Auch weitere Vergünstigungen mit Milliardenverlusten für die Gesellschaft sind nicht mehr hinnehmbar: "Die Einkünfte der Kirchen aus Kapitalvermögen sind steuerfrei. Als Körperschaften des öffentlichen Rechts zahlen sie keine Körperschaftssteuer. Sie zahlen keine Grundsteuer. Für sie gilt eine gene-relle Befreiung von der Erbschafts- und Schenkungssteuer."
Anfang der achtziger Jahre war diese Kirche dabei, unseren demokratischen Verfassungsstaat klein zu reden und damit unsere Freiheit zu verspielen. Apel erinnert daran, wie Erhard Eppler auf dem Kirchentag 1981 die Deutschen ängstigte, indem er behauptete, der Dritte Weltkrieg werde immer wahrscheinlicher. Dem heutigen Bischof von Berlin-Brandenburg, Wolfgang Huber, hätten Tausende zugejubelt, als er die Umrüstung der Bundeswehr zu einer reinen Defensivarmee gefordert habe. Noch 1989 habe Huber behauptet, dass das Konzept der nuklearen Abschreckung "mit dem Abbau von Unfreiheit" letztlich "in Konflikt" stehe.
Und 1990? "Huber wirft mit dem Zusammenbruch des Kommunismus seine bisherigen Überzeugungen weg, ohne seinen Meinungswechsel zu begründen. Was ist das Wort eines solchen Kirchenmannes wert? Oder verkörpert er den Protestantismus in unserer Zeit, der Zeitströmungen aufnehmen will, um im religiösen "Geschäft" zu bleiben?"
Angesichts der zahlreichen Irrtümer fragt Apel zu Recht, ob Theologen überhaupt in der Lage seien, "zu zentralen Fragen der nationalen und internationalen Sicherheitspolitik Stellung zu nehmen". Man kann diese eine Frage exemplarisch für viele andere nehmen. Trotz offenkundiger Inkompetenz auch in ökonomischen Fragen schwadronierte die Kirche munter drauflos, kreierte antikapita-listische Feindbilder und traf bisher noch stets daneben. Unter diesen Voraussetzungen kann es geradezu als glücklicher Umstand gelten, dass kaum jemand sich an solchen "Worten" orientierte.
Apel, dem Ausgetretenen, ist es ernster mit der evangelischen Kirche als vielen Funktionären innerhalb der Großorganisation, denen ihre Pensionsansprüche wichtiger sind als die Wahrheit. Apel träumt davon, dass "wir Evangelischen von den kirchlichen Opportunisten befreit sind und unserer Kirche von Gott mit seinem Evangelium die Chance eines Neuanfangs geschenkt wird". Diese Erneuerung kann allerdings kaum in den alten Strukturen statt-finden. Darum hat der evangelische Christ Hans Apel auch die Organisation verlassen. Aber er kämpft unverdrossen weiter darum, dass der biblische Auftrag erfüllt und das wahre Evangelium gepredigt wird.“
Hans Apel: „Volkskirche ohne Volk“, Der Niedergang der Landeskirchen. Brunnen, Gießen. 224 S., 14,95 EUR. (Erschienen in DIE WELT, vom 31.05.03)

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Oberbürgermeister Jann Jakobs erklärte in den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ vom 03.06.03: „Die Bitte der Stadt Potsdam an die Traditionsgemeinschaft, Spenden für den Wiederaufbau zu sammeln, gelte weiter.“
Und in der „Märkische Allgemeine Zeitung“ vom gleichen Tage erklärte er, dass er das Konzept der Kirche für ein Internationales Versöhnungszentrum vorbehaltlos unterstütze.
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Eine solche Festlegung auf das Konzept der Ev. Kirche, wenn sie denn endgültig sein sollte, würde unsere Mitarbeit unmöglich machen.

Daher hat unser Schirmherr, Innenminister Jörg Schönbohm, der Ihnen allen für Ihre anhaltende Spendenbereitschaft aufrichtig dankt und Sie auf diesem Wege sehr herzlich grüßen lässt, am 04.06.2003 in einer Pressekonferenz Stellung bezogen und dabei u.a. erklärt:
- Er erinnere daran, dass die TPG an den Wiederaufbau der GK geglaubt und dafür seit 1984 Geld gesammelt habe, als andere das noch weit von sich wiesen.
- Es sei unfair und unredlich, die TPG in die rechte Ecke zu stellen, wie es teilweise geschehe.
- Er sei überrascht gewesen, zur Diskussionsveranstaltung zum Thema Garnisonkirche nicht eingela-den worden zu sein. Pfr. Vogel habe sich aber entschuldigt, damit sei die Angelegenheit erledigt.
Nun zur Sache selbst:
- Zunächst müssten die pers. Angriffe eingestellt werden, die es gegeben habe.
- Die Vorschläge der Verhandlungspartner für den Wiederaufbau und die Nutzung der Garnisonkirche lägen auf dem Tisch, aber die Gesprächsfähigkeit sei reduziert.
- Er würde jetzt als Schirmherr die Ev. Kirche und die Stadt zu Gesprächen einladen, um zu erörtern, wo die Gegensätze und die Gemeinsamkeiten lägen.
- Einvernehmen bestünde bereits in Bezug auf die äußere Form (Anm. einschließlich der historischen Turmspitze), die Nutzung als City-Kirche und teilweise in Bezug auf Ausstellungen in den Nutzetagen, damit gäbe es mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes.
- Herr Eschenburg (Anm. Vertreter des Oberbürgermeisters) habe als Moderator wertvolle Arbeit geleistet. Seine Rolle sei aber dadurch beendet, dass sich die Stadt eindeutig auf die Seite der Kirche gestellt habe. Er werde jetzt als Schirmherr mit Generalsuperintendent Schulz erörtern, wie es weitergehen könne.
- Offensichtlich sei das Misstrauen auf beiden Seiten gewachsen. Er würde auf der nächsten Jahreshauptversammlung der TPG für einen Kompromiss werben. Dafür habe er folgenden Zeitplan:
- Am 03.07.2003, 15.00 Uhr Bestandsaufnahme (wo sind fundamentale Differenzen, wo gibt es Raum für Kompromisse. Das sind wir den Spendern schuldig – die verstehen gar nicht, warum die Gespräche festgefahren sind).
Dazu Einladung Generalsuperintendent Schulz, Superintendent Althausen, Oberbürgermeister Jakobs und die Vertreter der TPG.
- Am 18.08.2003, um 18.00 Uhr nächste Sitzung, auf der er seinen Schlichtungsvorschlag als Ergebnis vorstellen werde.
- Anschließend wolle er auf der Jahreshauptversammlung der TPG am 06.09.2003 das Ergebnis vorstellen. Parallel dazu müssten die Stadt und die Kirche in ihren Gremien das Ergebnis beraten und beschließen, damit eine Struktur in die Debatte käme.
- Er hoffe, dass sein Schlichtungsvorschlag angenommen würde. Bis dahin würden von ihm zu diesem Thema keine öffentliche Äußerung mehr zu hören sein, damit nicht durch verkürzte Darstellung in den Medien Missverständnisse entstünden.
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Im Namen des Vorstandes dankte ich unserem Schirmherren sehr für seine Initiative, durch die hoffentlich wieder die nötige Sachlichkeit in die Angelegenheit kommt. Wir wollen unsererseits das Menschenmögliche tun, um den Turm als Denkmal und Symbol für das christliche Preußen sowie für seinen Erbauer, Friedrich-Wilhelm I, gänzlich originalgetreu wieder errichtet und so genutzt wird, wie es dieser Zielsetzung entspricht.

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Üb’ immer Treu und Redlichkeit!

 

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