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Die Rundbriefe der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
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Berichte aus der Presse Die wechselhafte Geschichte der Garnisonkirche in Potsdam Die Einweihung des Glockenspiels in Iserlohn Über den Turm der Garnisonkirche. Informationen über das Glockenspiel der Garnisonkirche DieTraditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel Melodien des Potsdamer Glockenspiels als MP3 Datei zum Downloaden

Rundbriefe
Stiftung Preussisches Kulturerbe
vorm. Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel

Gemälde der Garnisonkirche
Potsdam,
im Juni 2005

Sehr verehrte Damen und Herren!

Nachdem wir im März dieses Jahres Kenntnis davon erhielten, wie sich Potsdam zur Eigentumsregelung, Spendensammlung und Baudurchführung für das Gebäude entschieden hat, das der ehemaligen Garnisonkirche teilweise nachempfunden werden soll und worin nun doch daInternationale Versöhnungszentrum untergebracht wird, war es unsere Pflicht, Ihnen zueröffnen, dass die Zielsetzung, unter der die TPG seit 1991 auf Bitten der Stadt ehrenamtlich Spenden sammelte, gegenwärtig nicht mehr erreichbar ist.

Gleichzeitig baten wir Sie, die Sie uns nach 1991 Geld übergeben hatten, um Ihre Meinung zur satzungsgemäßen Verwendung Ihrer Spenden. Das Ergebnis ist überwältigend.
Unser aktiver Spenderkreis umfasst zur Zeit mehr als 3.000 Personen. Die Abstimmungsergebnisse lauten (Stand 10.06.2005): 1a. 0,56% repräsentieren eine Summe von insgesamt unter 10.000 € und wünschen die Übergabe Ihrer Spenden an die Fördergesellschaft für den Wiederaufbau (FWG). Wir werden der FWG diesen Betrag für konkrete Baumaßnahmen verfügbar machen.

1b. 0,34% repräsentieren eine Summe von ca. 70.000 € und wünschen
Verwendungszwecke, die unsere Satzung nicht vorsieht und die daher nicht erfüllbar erscheinen.
Wir suchen gegenwärtig mit Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer nach Lösungen dafür.
1c. 2,42% repräsentieren eine Summe von ca. 40.000 € und möchten ihre Spenden für andere historische Bauten in Potsdam verwandt wissen.
1d. Wir gehen des weiteren davon aus, dass ein Großspender, der im Jahr 2000 zugesagt hatte, bei Baubeginn 1,5 Mio. € zur Verfügung zu stellen, diese Summe nun auch verfügbar macht. Er hatte sich 2002 gegenüber dem damaligen Oberbürgermeister Platzeck so geäußert.
1e. ALLE anderen, die uns in Bergen von Post ein überwältigendes Votum von weit über 90% gaben, wollen, dass die Spenden von insgesamt über 5 Mio. € so lange verwahrt werden, bis der neue Bau ausgeführt sein wird und man sieht, was er denn endgültig darstellt und was darin geschieht.
Sollten die Ziele der TPG sich dann doch noch verwirklichen lassen, dann ist immer noch Zeit, mit dem gesammelten Geld die Turmspielstube für das Glockenspiel, den Altar, die Grablegung Friedrich-Wilhelm I. und die Orgel zu bezahlen.

Aus dieser großen Gruppe wird für solches Vorgehen vor allem mit folgenden Gründen geworben:

2a. Die FWG bekam für das Internationale Versöhnungszentrum in der Garnisonkirche (IVZ) bisher keine nennenswerten Spendenbeträge zusammen. Man solle abwarten, was das mehrfachgroß verkündete weltweite Spendenwerben denn wirklich erbringt.
In jedem Fall muss jedem potentiellen Spender klar sein, dass er mit Spenden an die FWG in ein rückwärts gewandtes Vorhaben investiert, dass auch als politischhistorische Seminarstätte herhalten wird, in der wir den Umgang mit „gesellschaftlicher Schuld lernen“sollen, wozu das alte, ehrwürdige Gotteshaus in vielfältiger Weise architektonisch und programmatisch uminterpretiert wird.
2b. Die FWG hofft, bis 2017 mit dem Bau des IVZ fertig zu sein.Bis dahin hätte Berlin-Brandenburg längst den nächsten, wenn nicht gar den übernächsten Bischof, der anders
als Bischof Huber (SPD) vielleicht parteipolitisch neutral und damit politisch weniger ambitioniert
sein könnte.
Falls dann die Verkündigung als wesentliche Aufgabe der Inneren Mission die kirchliche Arbeit bestimmen sollte, bestünde doch Hoffnung auf die Verwirklichung der Zielsetzung der TPG, die Garnisonkirche durch alle christlichen Konfessionen (im Sinne preußischer religiöser Toleranz) als Kirche zu nutzen, der Ökumene besonders zu dienen und dabei die Politik herauszuhalten.
2c. Man soll die weitere Entwicklung der politischen Verhältnisse in Potsdam und Brandenburg seelenruhig abwarten.

1990 beschloss die Stadtverordnetenversammlung (SVV), die Garnisonkirche in wirtschaftlich gesicherter Zukunft wieder aufzubauen; 2002 änderte die SVV das dann zugunsten des Internationalen Versöhnungszentrums (IVZ) in der symbolisch umgedeuteten Garnisonkirche.
Wer weiß, ob sich nicht erneute Änderungen ergeben, wenn es bei der Finanzierung des IVZ-Bauvorhabens durch Spendenaufrufe weiterhin so geringe Reaktionen wie bisher gibt.
2d. Die Ev. Kirche war zehn Jahre gegen den Wiederaufbau.
Nachdem das Thema aber nicht von der Tagesordnung kam, konnte sie die Ablehnung nicht weiter aufrechterhalten und versuche deshalb, durch ihr Nutzungskonzept mit dem IVZ das Vorhaben politisch umzudeuten. Da sie selber aber zur Baufinanzierung keinen Cent beitragen
will, bleibt abzuwarten, ob sich ihr Nutzungsdiktat („unabdingbare Voraussetzung ihrer Zustimmung“) bei mangelnder Finanzierung aufrechterhalten lässt.

Soweit die wichtigsten Argumente aus Ihrem Kreis. Wir stimmen dem zu und werden das auf der nächsten Jahreshauptversammlung im September eingehend beraten. Die Ergebnisse werden wir Ihnen im Oktober bekannt machen.

 

*****


Aus Ihrem Kreis ging uns ein Papier des FWG-Vorsitzenden zu, in dem er gegen die TPG polemisiert und ihr „ideologische und fundamentalistische Verhärtungen“ vorwirft. Uns wurde empfohlen, uns dagegen zu wehren. Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir nehmen dazu
nicht Stellung; das ist nicht unser Stil.
Es muss aber erlaubt sein, die Unterschiede zwischen TPG und FWG darzustellen. Das haben wir getan und werden das auch weiterhin tun, damit niemand in die Irre geleitet wird. Etikettenschwindel bleibt Etikettenschwindel.

Wir hatten gegenüber Ev. Kirche, SVV und Oberbürgermeister nie einen Zweifel daran gelassen, dass wir die Spendengelder nur so verwenden können, wie wir sie satzungsgemäß eingeworben haben. Falls das nicht möglich sein sollte, müsse die TPG das dann satzungsgemäß Erforderliche
auf den Weg bringen und würde das auch pflichtgemäß tun. Den Vorschlag, die Satzung doch entsprechend zu ändern und „passend“ zu machen, lehnte die TPG ab, weil das ein klarer Vertrauensbruch wäre.

Ebenso haben wir den genannten Beteiligten schon 2001 und 2002 schriftlich gegeben, dass die TPG die Spendensammlung einstellen würde, wenn das als „unabdingbare Voraussetzung“ für die Nutzung der Garnisonkirche formulierte Konzept (Diktat) Wirklichkeit werden sollte. Das ist nun der Fall. Also: Alle haben es gewusst; niemand sollte sich über das Vorgehen der TPG wundern oder ihr nun Vorwürfe machen, wenn sie pflichtgemäß handelt.

Wir haben nach September 2001 (Verkündung des Konzeptes für ein IVZ „The Spirit of Change – Veränderung ist möglich“) nur deshalb weitergearbeitet, weil man uns in dem Glauben bestärkte, dass das Vorhaben eines Internationalen Versöhnungszentrums in der Garnisonkirche nichts Endgültiges sei.
Auch der Schirmherr, Innenminister Jörg Schönbohm, hatte sich öffentlich dagegen erklärt. Zuletzt hatte uns der FWG-Vorsitzende dazu im September 2004 auf der JHV noch erläutert, er würde das „infantile“ IVZ noch wegverhandeln und der spätere Gemeindekirchenrat einer noch zu bildenden Personalgemeinde für die Garnisonkirche würde den politischen Missbrauch schon verhindern. Nun, da wir im März dieses Jahres zu lesen bekamen, welche Entscheidungen zu Besitzverhältnissen, architektonischer Veränderung und inhaltlicher Umdeutung gefallen sind und was daher von Stadt, Land und Ev. Kirche umgesetzt werden wird, erwies sich das alles als nicht zutreffend, und daher endet unsere Mitarbeit.

Es ist also nicht böser Wille, dass die TPG den Bitten aller Oberbürgermeister der Stadt seit 1990, für den Wiederaufbau der Garnisonkirche ehrenamtlich Spenden zu sammeln, nicht weiter entspricht, sondern schlicht die Unmöglichkeit, etwas anderes zu tun, als das, was wir versprachen. Wir stehen für Täuschung der Spender nicht zur Verfügung!

Es war deshalb erforderlich, dass sich "die Stadt zur Spendensammlung für das Internationale Versöhnungszentrum in der Garnisonkirche nun für eine Organisation entschied, die bereit ist, ihr bei diesem symbolumdeutenden Vorhaben behilflich zu sein. Das ist die FWG; dieser Organisation wird derjenige Geld geben, der dem Internationalen Versöhnungszentrum in der
Garnisonkirche etwas abgewinnen kann, und der den politischen Anspruch hinter einem „volkspädagogischen Institut zur Aufarbeitung der preußisch-deutschen Geschichte aus der Sicht der Ev. Theologie des 21. Jahrhunderts“ teilt.
Einen Vorgeschmack gibt schon der Spendenaufruf der FWG, in dem es u.a. heißt: „Wir hoffen auf Unterstützung aus den Staaten, die an dem von uns Deutschen entfesselten Zweiten Weltkrieg beteiligt waren.“

Dieser Satz allein (historisch längst differenzierter gesehen und in seiner Verkürzung ein Ausdruck der heute vorherrschenden politischen Korrektheit) macht die politische Zielsetzung deutlich, die man mit dem IVZ zu verwirklichen gedenkt. Kirche ist aber Kirche und kein Ort der politischen Einflussnahme auf den Menschen. Deswegen kann ein solches Institut (IVZ) in der Garnisonkirche
nur ohne die TPG verfolgt werden, denn derartiges sieht deren Satzung nicht vor.

Wer in einer Kirche den „Umgang mit gesellschaftlicher Schuld“ lehren will, wie es die Ev. Kirche mit dem IVZ verfolgt, muss sich von Gemeindegliedern, die wir sind und bleiben, sagen lassen, dass dies theologisch unbegründbar ist.

Aber auch als ethische Forderung ist es unbegründbar, da eine Gesellschaft keine Kollektivschuld trägt. Niemand kann zur Buße gerufen werden für etwas, das er nicht beging. Und deshalb sagen wir auch, dass diese IVZ-Idee der „Versöhnung“ ehemaliger Kriegsgegner längst passé und damit eine rückwärtsgewandte Idee ist, die sich an Verstorbene richtet. Die heute Lebenden haben an dem, was vor 60 Jahren war, allerhöchstens historischpolitisches Interesse aber sonst
nichts.
Christus lebt; er wendet sich in unserer Welt an die Lebenden. Unsere „Hirten“ müssen sich auf ihr Hirtenamt konzentrieren, denn davon sollten sie was verstehen und dafür bezahlen wir sie mit unseren Kirchensteuern. Kirche soll Kirche (als Ort der Verkündigung) bleiben. Sicherlich haben Theologen auch ein Geschichtsbild und politische Überzeugungen,
sie sind aber so unterschiedlich, so zahlreich und so änderungsunterworfen, wie es unter Menschen mit persönlichen Ansichten nun mal ist. Das Theologenamt, in dem es um die Verkündigung der einen Wahrheit geht, erfordert aber, das Pfarrer in politischhistorischen Zusammenhängen diejenige Neutralität wahren, die notwendig ist, um das Vertrauen in den Hirten und die Kirche nicht zu gefährden. Auch hierin liegen die Gründe für die zahllosen Kirchenaustritte, das sollte endlich zur Umkehr veranlassen.

 

*****

Im übrigen erstaunte es uns, in dem o.g. FWG-Papier zu lesen, man habe der TPG wiederholt die Zusammenarbeit angeboten, leider sei es bisher zu keiner Einigung gekommen. Im Herbst 2004 hatten wir aus der Presse erfahren, dass der FWG-Vorsitzende forderte, man möge sich „mental von der TPG lösen“, weil dies die weitere Arbeit erleichtere, und außerdem brauche man deren
Spendengeld nicht, das ja nur 10% der Baukosten für die gesamte Garnisonkirche ausmache. So sind die Fakten.

*****

Wie geht es nun weiter?

1. Sie, unsere Spender, haben über die Verwendung Ihrer Spenden abgestimmt.
Das ist für die weitere Arbeit unserer Gemeinschaft maßgebend.
2. Die Jahreshauptversammlung der TPG wird sich im September mit den neuen Sachverhalten auseinandersetzen und die erforderlichen Dinge beraten und das Notwendige beschließen.
Von den Ergebnissen erhalten Sie schnellstmöglich Kenntnis. Dazu werden wir eine Presseerklärung und den nächsten Rundbrief nutzen.
3. Im Rundbrief 1/05 hatten wir Sie herzlich eingeladen, mit uns die Arbeit im Förderkreis der Stiftung preußisches Kulturerbe (SPK)fortzusetzen. Viele von Ihnen gaben dafür schon wieder Spenden. Über10.000 € kamen so zusammen. Dank über Dank für Ihre Treue und alle Gaben.
Wir sprachen im Mai in Potsdam mit Probst Müller von St. Peter und Paul (ehem. kath. Garnisonkirche) sowie mit Frau Weichenhahn, ev. Pastorin von St. Nicolai. Beide hatten sich an uns gewandt und um Hilfe bei dringenden Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten an ihren
Kirchen gebeten. Das tragen wir hiermit an Sie heran.
Bei St. Peter und Paul sind unter anderem drei neue Bronzeglocken erforderlich, für die 40.000 € veranschlagt wurden.
Bei St. Nicolai müssen neben vielem anderen noch zwei der vier Erzengel, die die Kirchenkuppel umfassen, restauriert werden. Ein Engel für St Nicolai kostet 41.000 €.

Beides sind Zielsetzungen, für die wir Sie sehr herzlich um Unterstützung bitten. Sollte mehr als benötigt zusammenkommen, werden wir Ihnen weitere Objekte aus beiden Kirchen nennen, bei denen wir mithelfen können. Es gibt dort viel zu tun.

Beide Objekte erfordern annähernd gleiche Beträge. Im Sinne des von uns stets vertretenen christlichökumenischen Vorgehens („Die Religionen müssen alle tolerieret werden“!) können wir so ein wichtiges Zeichen in Potsdam setzen. Daran ist Bedarf. Schon heute unseren aufrichtigen
Dank für alle Unterstützung dabei.

Spenden erbitten wir wie folgt:

Empfänger:
Stiftung Preußisches Kulturerbe
Bank
Berliner Effektenbank
Kontonummer BLZ
11 230 000 101 106 00
Verwendungszweck
St. Peter und Paul / St. Nicolai

Wir möchten daran erinnern, dass sich Probst Müller im Jahr 2000 für die Kath. Kirche tapfer bereit erklärte, in einer neugeschaffenen Potsdamer Garnisonkirche theologische Verantwortung zu übernehmen, falls sich die Ev. Kirche dafür weiterhin verweigern sollte.

Ebenso ist zu erwähnen, dass sich 2003 der Gemeindekirchenrat von St. Nicolai nicht minder tapfer gegen den Landessynodenbeschluss zur Segnung homosexueller Paare wandte und die Rücknahme dieses Beschlusses verlangte.

*****

 

Letzte Meldung:

Unsere Mitglieder wurden kürzlich von der FWG angeschrieben und zum Übertritt in die FWG aufgefordert. Brigadegeneral a.D. Reinhard Uhle-Wettler wies das mit folgendem Schreiben zurück.

Sehr geehrte Herren!


Haben Sie verbindlichen Dank für die Übersendung Ihrer Unterlagen. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, Sie nicht zu unterstützen und Ihrer Gesellschaft nicht beizutreten.

Begründung

1. Das Vertrauen in die Zusagen der Führung unserer Kirche ist seit Jahren beständig und zunehmend gesunken. Stuttgarter Schuldbekenntnis, Ostdenkschrift, Haltung zur "Antiwehrmachtausstellung", Nagelkreuzbewegung einschließlich der falschen Bewertung des Angriffes der Luftwaffe, Entschuldigung Bischof Hubers für die Untaten des türkischen Verbündeten an den Armeniern und schließlich statt offenen Armen und freudiger Aufnahme des Ansinnens der TPG angesichts des allgemeinen Niedergangs des christlichen Glaubens, die politisch-historisch-moralisch ausgerichtete Haltung zum Wiederaufbau. Die Folgerung daraus kann nur sein, dass der Amtskirche durch die Gemeinde Grenzen zu setzen sind. Diese Grenze ist für mich mit der Planung eines Versöhnungszentrums in der Garnisonkirche überschritten.
2. Unsere Kirche hat das Evangelium, die "frohe Botschaft", zu verkünden. Da viele Kirchenmänner selbst weder an Jesus Christus noch an die Auferstehung glauben, weichen sie - seit vielen Jahren dem Zeitgeist folgend - auf das bequemere Feld von Politik undGeschichtsdeutung aus. Dabei spielt das Bekenntnis zur deutschen Schuld die entscheidende Rolle.
Dies trägt wesentlich dazu bei, unser Volk zu lähmen und nicht einmal mehr an Gottes Gnade zu glauben. Aus frohen Christenmenschen werden so flagellantenhafte Bußfertige. Ausfluss dieser traurigen Lage ist zum Beispiel der Übertritt des ehemaligen Verteidigungsministers Hans Apel und der Vorsitzenden des Bundes der Vertriebenen Erika Steinbach zur selbständigen evangelisch-
lutherischen Kirche (SELK) unter Protest.
3. In Ihrem Schreiben werfen Sie der TPG u.a. die Verbreitung unwahrer Behauptungen vor. Das ist ehrabschneidend, aber typisch deutsch. Kann man das nicht anders ausdrücken? Müssen ehemalige Offiziere und ehrenwerte Bürger so miteinander umgehen? Die Linke wird sich freuen! Das Gleiche gilt im Grunde für den indirekten Vorwurf der ideologischen und fundamentalistischen Verhärtung. Es geht ja hier um den Glauben seitens der Haltung der TPG und ihres Vorsitzenden, Herrn Oberstleutnant a.D. Max Klaar, gegen den die Vorwürfe letztlich gerichtet sind. Politik hat in der Kirche nichts zu suchen. Das lässt sich gerade am Beispiel der Garnisonkirche trefflich
belegen! Im übrigen ist der materielle Wiederaufbau der Kirche, etwa aus städtebaulicher oder kunsthistorischer Sicht weniger wichtig als die Bewahrung der Fundamente unseres christlichen Glaubens evangelischer Prägung.

Mit freundlichen Grüßen!

R. Uhle-Wettler

Kommentar: Die Zielsetzung der FWG und der TPG sind nicht identisch. Es gibt ja viele, die den Wiederaufbau des einst so schönen Potsdams unterstützen möchten. Dazu muss ihnen aber klar gesagt werden, wofür sie ihr Geld geben sollen. Wer das nicht tut, sondern allein mit der Aussage des Wiederaufbaus der Garnisonkirche Freunde Potsdams anspricht, ihnen aber die davon
abweichenden Ziele des Nutzungskonzeptes verschweigt bzw. herunter- oder in Zweckoptimismus schönredet“ der täuscht absichtlich.

Die FWG steht dafür, das Vorhaben, wie nun geplant, zu verwirklichen. Und das heißt, dieses neue Gebäude „gestalterisch und programmatisch als gesellschaftlichen Lernort“ zu errichten. Was „gestalterische“Änderungen an der Architektur sind, stellten wir Ihnen im Rundbrief 1/05 dar. Auch die „programmatischen“ Inhalte bis hin zum geänderten Stundenlauf des Glockenspieles
stellten wir Ihnen ebenso dar.

Die TPG steht dafür, die Garnisonkirche im Äußeren gänzlich originalgetreu wieder zu errichten. Im Inneren soll sie als Kirche genutzt werden, in der alle christlichen Konfessionen ihre Amtshandlungen ausüben können und der christlichen Ökumene in besonderer Weise gedient werden kann. Dazu muss die Politik herausgehalten werden. Und das heißt nicht Parteipolitik, sondern es ist damit auch ganz besonders gemeint, dass die Gläubigen in einer Kirche – also auch in dieser – nicht der „Berieselung“ mit Sachverhalten ausgesetzt werden, die der änderbaren
Tagessicht und Geschichtsinterpretation politischer Korrektheit unterliegen. Das sind die Spaltungs- und Austrittsgründe, mit denen es die Kirche zu tun hat.

Die TPG kann die Sammlung nicht fortsetzen, weil die FWG nun offiziell für das IVZ in einem
architektonisch der Nutzungsprogrammatik angepassten Bauwerk sammelt; das allein ist gewollt.
Spender kann man aber nur mit einer Zielsetzung ansprechen.

Also: „Und wenn die Welt voll Teufel wär’“ - nichts kann uns entmutigen, für den HERRN und Preußen weiterzuarbeiten. Dabei stärkt und tröstet unser Arbeitsmotto:

Gib, dass ich tu` mit Fleiß,
was mir zu tun gebühret;
wozu mich Dein Befehl in meinem
Stande führet.
Gib, dass ich`s tue bald, zu der
Zeit da ich`s soll,
und wenn ich`s tu`, so gib,
dass es gerate wohl!

Gott befohlen für heute; wir fünf aus Geschäftsführung und Vorstand
grüßen Sie wieder in preußischer Verbundenheit. Ich bleibe unverbrüchlich

Ihr dankbarer und getreuer

Max Klaar
Oberstleutnant a.D.



Max Klaar
Oberstleutnant a.D.

Max Klaar

Trenner

Beilage zum Rundbrief 2/2005 der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel (TPG)

 

Potsdam, im Juni 2005

ABeilage zum Rundbrief 2/2005 der

Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Nachdem unser Rundbrief 2/2005 fertig gedruckt und versandbereit war, erreichte uns durch Sie das Papier der Herren Franck, Gottschalk und Patzschke, mit dem viele von Ihnen angeschrieben worden waren. Wir erhielten irritierte Anrufe und wurden um eine Gegendarstellung mit wahrer Sachinformation gebeten.

Vorbemerkung: Die drei Herren sind Anfang Juni 2005 aus der TPG ausgeschlossen worden. Zuvor hatte der Vorstand beschlossen, eine Doppelmitgliedschaft in der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche (FWG) und in der TPG wegen unterschiedlicher Zielsetzungen nicht zuzulassen.

Die Geschäftführertätigkeit, für die Herr Franck und Herr Gottschalk von der TPG Gehalt bezogen, endete im Jahr 2003 (Franck) und 2004 (Gottschalk). Sie benutzen Ihre Adressen widerrechtlich ohne unsere Erlaubnis. Von ihrem Vorgehen hatten wir keine Kenntnis.
Im Nachfolgenden drucken wir die Ausführungen der drei Herren vollständig in „“ und Kursiv-Schrift ab. Die Stellungnahme der TPG steht in Normalschrift.

„Tatsachen zum Wiederaufbau der Garnisonkirche
Über die Ziele der Ev. Kirche und der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonskirche Potsdam e.V. in Bezug auf Wiederaufbau und Nutzung der Garnisonskirche werden widersprüchliche und unwahre Behauptungen verbreitet – z.B. im letzten Rundbrief der TPG. Im folgenden stellen wir Behauptungen und Tatsachen
(Anm.: Zur Verdeutlichung durch das Wort Gegenbehauptung ersetzt) einander gegenüber.

1. Politik in der Kirche?
Behauptung: Die Garnisonkirche soll als Politik-Tempel zur Vermittlung deutscher Buß- und Schuldkultur herhalten.
Gegenbehauptung: Unzutreffende Behauptung. Es wird an der Garnisonkirche keine Parteipolitik geben. Es wird aber die Frage nach öffentlichem Handeln auf der Grundlage des christlichen Glaubens behandelt und untersucht werden, besonders an den Beispielen „20. Juli 1944“ und „Wende 1989“. Derartige politische Grundsatzfragen werden einen Schwerpunkt der Untersuchungen an der Garnisonkirche bilden“

1. Stellungnahme der TPG
Die TPG hat nie behauptet, das Konzept des Internationalen Versöhnungszentrums in der Garnisonkirche (IVZ) beinhalte „Parteipolitik“.
Also: Dies ist unwahr. Wahr ist, dass das Nutzungskonzept die Politisierung des geplanten Neubaus zum Programm enthält.Die TPG bewertet die Aussagen des IVZ-Konzeptes zur Nutzung der GK als „Lern- ort“ für den „Umgang mit gesellschaftlicher Schuld“ als „Volkspädagogik“, die in einer Kirche als Ort der Verkündigung des Wortes Gottes deplaziert ist.
Zitat-Nachweise zur Politisierung entnehmen Sie bitte der 15.-17. Stellungnahme1.

 

*****


2. „6,5 Millionen?
Behauptung: Das Spendenaufkommen der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel e.V. (TPG) steht bei 6,5 Mio. €.
Gegenbehauptung: Nicht mehr zutreffend. Es müssen 1,5 Mio. € abgezogen werden, die von einem Spender für den Baubeginn in Aussicht gestellt worden waren, von dem sich die TPG jedoch zurückgezogen hat.“

2. Stellungnahme der TPG
Die TPG hat stets angegeben, dass in der von ihr gesammelten Summe von 6,5 Mio. € (incl. Börsenwert der festverzinslichen Anlagen 6,7 Mio. €) die Zusage eines Großspenders enthalten ist, bei Baubeginn 1,5 Mio. € zur Verfügung zu stellen. Dazu gaben wir im Rbrf. 2/2005 wahrheitsgemäß an, dass der Spender 2002 gegenüber dem damaligen Oberbürgermeister Platzeck äußerte, das Geld auch bei Baubeginn des IVZ in der GK verfügbar machen zu wollen.

Also: Die TPG trug zu dem jetzt angesteuerten Vorhaben insgesamt 2,34 Mio. € bei:
- 830.000 € in den Jahren 1984-2004(vergl. Rbrf. 1/2005),
- 1,5 Mio. bei Baubeginn; der Spender wurde nun einmal von der TPG eingeworben,
- ca. 10.000 € der Spender, die aufgrund der kürzlichen Befragung das IVZ in der GK unterstützen wollen.

Nun warten wir ab, was die FWG für das IVZ in der GK zusammenbringt. Diese Zielsetzung hat nicht Ihre Unterstützung, wie die Befragung ergab.Weitere über 5 Mio. € stehen der TPG bar zur Verfügung, wenn ihre Sammelzwecke erfüllt sein werden: Äußerlich originalgetreuer Wiederaufbau der Garnisonkirche, Nutzung als Kirche, Politik bleibt draußen.

*****


3. „Rückkehr des Geists von Potsdam?
Behauptung: Die Kirche entwickelte ihr Nutzungskonzept unter der Aussage, „der totgesagte Geist von Potsdam“ habe sich zurückgemeldet.
Gegenbehauptung: Unzutreffende Behauptung.“

3. Stellungnahme der TPG
Zitat aus dem Nutzungskonzept, Seite 2, Einleitung: „Im leeren Stadtraum stoßen die kritiklose Glorifizierung und die kenntnisarme Verdammung Preußens aufeinander und der totgesagte Geist von Potsdam meldet sich zurück, für die einen ein uniformiertes Glockenspiel (TPG)

Bonn, den 20. Juni 2005

Schreckgespenst und für die anderen ein Garant der wiederzugewinnenden Werte und altpreußischen Tugenden“
Die Einleitung gibt den roten Faden für das Nutzungskonzept.
Also: Die Gegenbehauptung ist falsch.

*****


4. „Fragwürdige Inhalte des Nutzungskonzepts?
Behauptung: Die Aussagen der Kirche zur Nutzung sind undifferenziert und theologisch fragwürdig. Luthers Lehre von den zwei Regimenten, Webers Ausführungen zur Verantwortungsethik und Friedrich Wilhelms I. Friedenspolitik werden nicht erwähnt.
Gegenbehauptung: Zutreffend, aber ohne Aussage, da das Nutzungskonzept einen Rahmen, keine theologischen Inhalte vorgibt. Die Inhalte werden später von Fall zu Fall erarbeitet, hieran wird sich die Fördergesellschaft beteiligen.“


4. Stellungnahme der TPG
Wir stehen zu jedem Satz unserer Aussagen im Rbrf. 1/2005. Die Aussage „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“ ist sehr wohl eine theologische Aussage, wozu im Konzept die „Weltkirchenkonferenz von Amsterdam 1948“ angeführt wird. Sie ist im Konzept weder differenziert noch theologisch belegt, gibt aber eine Zielsetzung für die Nutzung an. Dies bedeutet aber, dass die GK politisch („als internationales Zentrum für Frieden und Versöhnung“, Zitat) interpretiert und eben „volkspädagogisch“ missbraucht werden soll. Das unterstützt die TPG nicht.
Also: Sie wurden unzutreffend informiert.

*****


5. „KDV in der Kirche?
Behauptung: Kirche, Stadt und Fördergesellschaft beabsichtigen eine undifferenzierte Ablehnung alles Militärischen. Die Ev. Kirche will in der Garnisonkirche eine Beratungsstelle für Kriegsdienstverweigerer einrichten.
Gegenbehauptung: Das Gegenteil trifft zu. Gerade die Beschäftigung mit der Frage nach Krieg und Frieden und nach der sittlichen Bindung der Macht wird nach dem vorliegenden Konzept an der Garnisonkirche von Zentraler Bedeutung sein, und gerade zu den Soldaten bestehen gute Kontakte. Bereits jetzt sind die Militärseelsorge und die Potsdamer Bundeswehr-Dienststellen einbezogen. Minister Schönbohm und weitere höhere aktive und ehemalige Offiziere haben sich von dem konfrontativen Kurs des TPG-Vorstandes abgewandt und für den Weg der Kirche, der Stadt und der Fördergesellschaft entschieden. – KDV – oder sonstige Beratungsstellen sind nicht vorgesehen.“


5. Stellungnahme der TPG
Die Aussage, die Ev. Kirche wolle eine KDV-Beratungsstelle in der GK einrichten, ist von der TPG nie gemacht worden. Vergleichen Sie dazu 17. Stellungnahme.

Wahr ist, dass militärischen Elemente der einstigen Architektur nicht wieder errichtet werden sollen. Vergleiche dazu 8. Stellungnahme.
Also: Sie wurden unwahrhaftig informiert.

*****


6. „Glorifizierung des Krieges?
Behauptung: An der künftigen Garnisonkirche soll alles nicht wieder erstehen, was ehedem „Glorifizierung des Krieges“ gewesen ist.
Gegenbehauptung: Teilweise zutreffend. Das Innere der Garnisonkirche soll in der ursprünglichen Architektur aus der Zeit ihres Baus wiedererstehen, ohne die barocken Überformungen des 19. Jahrhunderts. Am Turmäußeren sollen von 22 militärischen Trophäen 2 in friedensbezogener Gestalt, die übrigen 20 in ursprünglicher Form wiederhergestellt werden.“

6. Stellungnahme der TPG
Zitat: „Dafür soll künftig diese erhalten gebliebene Trophäe als unumgängliches Mahnmal gegen die Glorifizierung von Krieg und Gewalt im Kreuz(ungs)-Punkt des Turminneren ihren Platz finden“ (Seite 18). Weitere Zitate siehe 8. Stellungnahme.
Also: Sie wurden unvollständig informiert.

*****


7. „Wetterfahne oder Nagelkreuz?
Behauptung: Die Wetterfahne auf der Turmspitze soll durch ein Nagelkreuz ersetzt werden.
Gegenbehauptung: Unzutreffende Behauptung. Die Fördergesellschaft und die Kirche haben sich darauf verständigt, daß die Wetterfahne in ihrer historischen Form am alten Platz angebracht und ein Nagelkreuz neben der GK aufgestellt werden wird.“

7. Stellungnahme der TPG
Diese Aussage hat die TPG seit Sommer 2002 nicht mehr gemacht, nachdem sie in Verhandlungen mit Stadt und Kirche erreicht hatte, dass die originale Wetterfahne wieder angebracht wird. Zuvor war es der TPG gelungen, die unzutreffenden Aussagen zur Turmspitze, wie sie von der Ev. Kirche 2001 vorgelegt worden waren, wissenschaftlich zu widerlegen.
Im Rbrf. 1/2005 steht kein Wort zur Wetterfahne. Herr Franck kennt den Sachverhalt.
Also: Sie wurden unwahr informiert.

*****


8. „Symbolbruch durch Umgestaltung?
Behauptung: Mit den vorgesehenen gestalterischen Neuinterpretationen wird ein Symbolbruch angestrebt.
Gegenbehauptung: Die Neuinterpretationen umfassen: Neugestaltung der ehemals barocken Altarwand, Darstellung der 8 Seligpreisungen aus der Bergpredigt in den 8 Fensternischen, Aufstellung einer halbzerstörten Originaltrophäe im Kreuzgang des Turms mit der Inschrift „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“, Einrichtung einer modernen Nagelkreuzkapelle im linken ehemaligen Treppenhausflügel, Umgestaltung von 2 (von 22) Turmtrophäen und reliefartige Darstellungen der Geschichte der Garnisonskirche in den 3 äußeren, früher freien Giebelfeldern. Alle Neugestaltungen sollen behutsam erfolgen und sich in das Gesamtbild so einfügen, daß der bauliche Charakter der Garnisonkirche und damit der Gesamteindruck erhalten bleibt. Einzelheiten sind noch nicht festgelegt. Die inhaltliche Ausrichtung der Garnisonkirche an der Aufgabe „Bewahrung des Friedens“ soll jedoch ebenfalls deutlich werden. Die hieraus entstehende Spannung ist beabsichtigt.“

8. Stellungnahme der TPG
Die Ev. Kirche spricht in ihren Überlegungen seit 2001 selbst auch von Kontinuität und Bruch.
Zitat Nutzungskonzept: „Die in Sandstein gearbeiteten architektonischen Schmuckelemente des Turms und des äußeren Kirchenschiffs wiesen – entsprechend der Funktionsbestimmung der Kirche – vorwiegend militärische Motive auf. Die sich mehrfach – u.a. auf den Schilden einiger Trophäen – findenden Porträts sterbender Krieger verweisen jedoch auf die schon zur Entstehungszeit des ursprünglichen Baus deutlich empfundene Problematik und Tragik des Kriegshandwerks.“ (Seite 13/14)
„Dessen bauplastische Gestaltung, welche in der historischen Situation u.a. aus Sandstein gefertigte Schmuckelemente mit militärischen Motiven (Trophäen u.ä.) zeigte, ist mittels eines freien künstlerischen Wettbewerbs neu zu gestalten...“ (Seite 15)
„Um die wechselvolle Geschichte des Bauwerks in Kontinuität und Diskontinuität jedoch auch im Äußeren sichtbar zu machen, ist auch hier eine deutliche gestalterische Neuinterpretation vorzunehmen. ..... Kontrastierend zu deren weitgehend militärischer Motivik ist die Gestaltung der Giebelfenster jedoch thematisch auf Ereignisse der Geschichte der Garnisonkirche und der Stadt Potsdam auszurichten.“ (Seite 16)
Weitere Aussagen siehe 10. Stellungnahme.
Also: Die Aussagen der TPG im Rbrf. 1/2005 basieren auf den zitierten Festlegungen zur geplanten Bauausführung. Sie treffen zu.

*****


9. „Traditionsbruch durch Umgestaltung?
Behauptung: Die jetzige Bauplanung bedeutet einen Traditionsbruch. Es geht der Fördergesellschaft nur noch um eine „sogenannte“ Potsdamer Garnisonkirche.
Gegenbehauptung: Im Vergleich zu den wilhelminischen Änderungen des 19. Jahrhunderts und im Vergleich zu den bisher von der TPG vorgesehenen Änderungen des Turminneren sind die nun vorgesehenen Änderungen geringfügig. Sie werden keinen Traditionsbruch bewirken, waren aber Voraussetzung für die Zustimmung der Kirche zum Wiederaufbau und u.E. bereits dadurch gerechtfertigt.“

9. Stellungnahme der TPG
siehe 8. und alle folgenden Stellungnahmen. Es wird einfach gesagt, die Änderungen seien kein Traditionsbruch; sie sind es dennoch.
Die TPG hat stets kritisiert und Ihnen das auch schriftlich dargestellt, was das Vorhaben der IVZ in der Garnisonkirche bedeutet. Auch Minister Jörg Schönbohm bezog dazu Stellung und warnte am 20.07.2004 anlässlich der Nagelkreuz-Verleihung an das IVZ vor einem Auseinanderbrechen der Spenderschaft. Es ist nun leider durch das im März 2005 verkündete Nutzungskonzept so gekommen.

Zum Turm hat die TPG Oberbürgermeister Jakobs 2003 angeboten (Beschluss der JHV):
„Die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel e.V. (TPG) erneuert ihr Angebot, den Turm der Potsdamer Garnisonkirche als Denkmal und Symbol für das christliche Preußen sowie für seinen Erbauer, Friedrich-Wilhelm I., gänzlich originalgetreu wiederherzustellen. Er soll so genutzt werden, wie es dieser Zielsetzung entspricht.
Die TPG betrachtet den Wiederaufbau des Turmes als ersten Schritt zur Wiedererrichtung der gesamten Garnisonkirche. Alle Fragen ihrer kirchlichen Nutzung sollen im Vollzug der Fertigstellung des Kirchenschiffes entschieden werden.“
Abstimmungsergebnis der JHV: Einstimmig = 100 %
Die Herren Franck und Gottschalk haben das mitbeschlossen. Die obige Aussage ist unwahr. Gedanken einer architektonischen Nutzungsstudie aus dem Jahr 2000, vorgelegt durch Herrn Patzschke und Ihnen auch bekannt, wurden im Beschluss der JHV von 2003 nicht weiter verfolgt.
Also: Sie wurden unwahrhaftig informiert.

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10. „Täuschung der Spender?
Behauptung: Die Fördergesellschaft täuscht die Spender, wenn sie vorgibt, für den originalgetreuen Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche zu sammeln.
Gegenbehauptung: Im Gegensatz zur Planung der TPG wird die Kirche nun vollständig in der historischen Gestalt der Zeit Friedrich Wilhelms I. wiederaufgebaut. Ihr baulicher Charakter bleibt, ebenfalls im Gegensatz zur Planung der TPG, auch im Turminneren unangetastet (s.o.).“

10. Stellungnahme der TPG
Siehe dazu alle Stellungnahmen zuvor. Wir benennen lediglich die Fakten, wie sie sich aus dem im März 2005 vorgelegten Nutzungskonzept ergeben. Zitat: „Einen idealen Anknüpfungspunkt für die Thematik der Zwiespältigkeit der Geschichte kann schließlich auch die Architektur selbst anbieten. Sowohl die historische Gestalt als auch die gestalterischen Neuinterpretationen außen und innen (...) stehen der Symbolkirchenarbeit als Zeugnis zur Verfügung.“
Die Herren Franck, Gottschalk und Patzschke kennen die Konzeptaussagen mit den geplanten Änderungen zur Architektur, benennen sie in dem Schreiben an Sie nur unvollständig, behaupten aber, dies sei „originalgetreu“.
Das ist es eben nicht, zumal sich weitere Änderungen in der architektonischen Gestaltung durch international auszuschreibende Wettbewerbe (!) ergeben sollen. Den wahren Umfang aller Änderungen kennen wir daher noch gar nicht.
Also: Sage niemand, die GK würde originalgetreu rekonstruiert.
Man muss die Änderungen bekannt machen, wenn man um Spenden für diesen Zweck wirbt. Alles andere ist und bleibt Etikettenschwindel.

Aufrichtig wäre, wenn die FWG sagte, dass sie für das IVZ in einem der GK ähnlichen Neubau sammelt. Dabei soll sich dieser Bau an die historischen Kubaturen und die barocke Form anlehnen. Die architektonische Innen- und Außengestaltung wird jedoch an die geplante Nutzung der Garnisonkirche „zu der weltweiten Friedens- und Versöhnungsarbeit der Internationalen Nagelkreuzgemeinschaft von Coventry ...“ (Seite 14) angepasst, dabei „sollen Ereignisse zur Darstellung kommen, die die besondere Tragik und geschichtliche Vielschichtigkeit der Kirche verdeutlichen; so der Tag von Potsdam (1933), die zerstörte Stadt (1945) und die Sprengung der Kirchen- und Turmruine (1968).“ (Seite 17).

Um es klar zu sagen: Die TPG behauptet nicht, dass sei ein anstößiges Ziel. Sie sagt lediglich, dass wer Spenden sammelt, den ganzen Zweck seiner Sammlung angeben muss. Tut man es nicht, täuscht man - Etikettenschwindel eben.

Zitat aus Rbrf. 3/2004, in dem wir von der Diskussion mit Herrn Rheinheimer auf der JHV 2004 berichteten: „Dabei verwiesen wir auf § 2, Abs. 3 der Satzung der FWG. Die FWG sammelt danach für den Wiederaufbau der GK ‚zur Nutzung nach dem Nutzungskonzept der Ev. Kirche’. Sie würde ‚unter falscher Flagge’ segeln, wenn sie GK sage, aber tatsächlich für das Internationale Versöhnungszentrum – IVZ sammele. Deshalb wünschte die Versammlung Herrn Rheinheimer jeden nur denkbaren Erfolg bei seinen Bemühungen, das IVZ noch ‚wegzuverhandeln’, was er zu können glaubte. Auch ihm sagten wir, dass niemand glücklicher wäre als die TPG und deren Spender, wenn das gelänge.“ Es kam aber anders!

Ebenso sagt die TPG deutlich, dass sie für das IVZ in der Garnisonkirche nicht gesammelt hat. Das wurde auf der JHV 2004 noch einmal bekräftigt und Ihnen bekannt gemacht. Der Beschluss von 2003 (vergleiche 9. Stellungnahme) wurde wie folgt ergänzt: „Unter Berücksichtigung dieses Beschlusses und der nach dem ‚Ruf aus Potsdam’ entstandenen Lage soll die TPG die weitere Entwicklung so begleiten, dass dieser einstimmige Beschluss bestmöglich umgesetzt wird.
Dabei sind vor allem die den Spendern als Versprechen genannten Spendenzwecke mit Vertragssicherheit zu erfüllen:

.· originalgetreuer Wiederaufbau der GK,
.· Nutzung als Kirche,
.· Politik bleibt draußen.

Die TPG unterstützt deshalb weder ein ‚Internationales Versöhnungszentrum’ in der Garnisonkirche noch irgendwelche Symbolbrüche an der Garnisonkirche.“
Daran ist der Vorstand der TPG gebunden. Deshalb war es zwingend, dass er nunmehr, nachdem die endgültigen Planung der Stadt, des Landes und der Ev. Kirche vorgelegt worden sind, seiner Pflicht nachkam und die Spender mit dem Rbrf. 1/2005 über die eingetreten Lage unterrichtete und ihnen die Möglichkeit gab, zu sagen, was Sie unterstützt wissen wollen. Daran hat sich die TPG zu orientieren.

Eine Fortsetzung der Sammlung unter den von uns angegebenen Spendensammelzwecken ist nicht möglich, weil nun anderes gewollt wird. Für das nun Gewollte wurde die FWG von der Stadt Potsdam zur Spendensammlung eingesetzt. Die FWG muss dazu umfassend sagen, was mit dem von ihr gesammelten Geld geschehen soll.
Interessant ist, dass die drei Herren, die sich an Sie wandten, bei der Abstimmung der JHV 2004 teilnahmen. Sie kennen die Sachverhalte genau.
Also: Sie wurden unwahrhaftig informiert.

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11. „Symbolbruch durch neue Inhalte?
Behauptung: Stadt, Kirche und Fördergesellschaft wollen mit neuen Inhalten einen Symbolbruch erreichen.
Gegenbehauptung: Nach unserer Überzeugung liegen die Symbolbedeutung der Garnisonkirche und die Bedeutung Preußens nicht im Stillstand sondern im Fortschritt. Die Symbolkraft der Garnisonkirche soll u.a. zur Klärung der Frage genutzt werden, auf welche geistlichen und sittlichen Grundlagen wir uns berufen sollen und wie christlich verantwortetes öffentliches Handeln aussehen sollte. Hierfür wird die Garnisonkirche in ihrer Eigenschaft als „Symbolkirche“ gebraucht und genutzt werden. Die Fördergesellschaft, die Kirche und wir wollen keinen Symbolbruch sondern ein vorwärts-, nicht ein rückwärtsgewandtes Symbolverständnis.“

11. Stellungnahme der TPG
Dazu machten wir in den Rundbriefen hinlänglich klar, worum es geht. Christus und Innere Mission sind zeitlos gültige Aussagen, sie wirken immer in die Zukunft. Toleranz, Rechtsstaatlichkeit, demokratischer Umgang miteinander und sozialer Ausgleich - als die tragenden, aus dem Christentum abgeleiteten Säulen Preußens - weisen ebenso in die Zukunft des sich hoffentlich einigenden Europas. Diese große Friedenswerk zu fördern war immer ein wesentliches Motiv der Entstehung und der Arbeit der TPG (vergl. Satzung, § 2).

Wer sich am Tag von Potsdam, am Kriegsende und an der Versöhnung ehemaliger Kriegsgegner orientiert und daraus seine Konzepte begründet, ist rückwärtsgewandt. Diese Dinge sind 60 Jahre danach ausgetretene Latschen. Eine Bildungsstätte zum Erlernen des „Umgangs mit gesellschaftlicher Schuld“ ist rückwärtsgewandt.
Wir haben keine gesellschaftliche Schuld; wir haben demzufolge auch keinen Umgang mit ihr zu erlernen.
Also: Man kann alles behaupten, nur stimmen tut es eben nicht. Ihnen wurde wortreich Unzutreffendes dargestellt. Rückwärtsgewandt ist das Konzept des IVZ in der GK.

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12. „Ausblendung des 20. Juli 1944?
Behauptung: Der Widerstand der Männer des 20. Juli 1944 werden nicht behandelt.
Gegenbehauptung: Unzutreffende Behauptung. Zu diesem Thema ist eine Dauerausstellung in der Garnisonkirche vorgesehen.“

12. Stellungnahme der TPG
Die TPG hat diese Behauptung nie aufgestellt. Im Gegenteil:
Die TPG verlangte stets, dem Gedenken an die Männer des 20. Juli 44 besonderen Raum zu geben.
2004 unterstellte Bundespräsident a.D. Dr. Richard von Weizsäcker der TPG, sie seien „Leute, die die Männer des 20. Juli 1944 als Volksverräter bezeichnen“. Diese öffentlich gemachte Äußerung musste er bei Androhung rechtlicher Konsequenzen als unwahr ebenso öffentlich zurücknehmen. Die Fakten sind den drei Herren bekannt.
Also: Ihnen wurde auch hierzu die Unwahrheit gesagt.

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13. „Änderung der Melodienfolge des Glockenspiels?
Behauptung: Die Melodienfolge des Glockenspiels soll geändert werden.
Gegenbehauptung: Zutreffend. Die beiden traditionellen Melodien des Glockenspiels „Üb immer Treu und Redlichkeit“ und „Lobe den Herren“ bleiben erhalten. Als dritte Melodie wird aus dem Ev. Gesangbuch „Gib Frieden, Herr, gib Frieden“ (Nr. 430) nach der Melodie des Liedes „Befiehl du deine Wege“ hinzugefügt. Wir halten diese Melodie für eine gute Ergänzung.“

13. Stellungnahme der TPG
Die Einfügung einer 3. Melodie in den Glokkenspielstundenlauf wird von der TPG abgelehnt, weil dadurch ein gutes Symbol umgedeutet wird.
„Lobe den Herrn“ – „Üb’ immer Treu’ und Redlichkeit“ sind Aufforderungen an uns Menschen. Das war immer der Sinn; wir sollen Gott loben, uns anständig verhalten und keinen Finger breit von Gottes Wegen (den Geboten) abweichen.
Die neue Melodie deutet diese Sache um, indem sie Gott auffordert: „Gib Frieden, Herr, gib Frieden!“. Das ist aber nicht der ursprüngliche Sinn des Glockenspiels, den die TPG als ein gutes Symbol 1987 neu weckte, 1991 nach Potsdam brachte und erhalten wissen will.
Also: Die FWG redet der Änderung um der Änderung (des Bruches) wegen das Wort.

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14. „Keine Grablege für den Soldatenkönig?
Behauptung: Die Grablegung Friedrich Wilhelms I. ist nicht vorgesehen.
Gegenbehauptung: Unzutreffende Behauptung. Die Königsgruft unter der Kanzel wird wieder gebaut. Ob der Sarg Friedrich Wilhelms I. hier seinen Platz findet, soll nach Fertigstellung der Kirche im Einvernehmen mit dem Haus Hohenzollern entschieden werden. Die Fördergesellschaft befürwortet diese Lösung.

14. Stellungnahme der TPG
Zitat: „Die Frage nach der Grablege Friedrich-Wilhelm I. ist nicht aktueller Bestandteil dieses Nutzungskonzeptes und kann später entschieden werden.“ (Seite 20)
Die TPG fordert Verbindlichkeit dafür, den Soldatenkönig wieder in seine Kirche zu legen; mit obiger Formel ist das auf den St. Nimmerleinstag gesetzt.
Also: Sie wurden unvollständig informiert.

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15. „Immerwährende Schulddebatte?
Behauptung: Stadt, Land und Ev. Kirche wollen in der Garnisonkirche die unschuldigen heutigen und künftigen Generationen mit den Lasten der Vergangenheit beladen und eine immerwährende Schulddebatte führen.
Gegenbehauptung: Unzutreffende Behauptung.“

15. Stellungnahme der TPG
Zitat: „Seither fordert das Nagelkreuz insbesondere uns Deutsche heraus, mit unserer schuldbeladenen Vergangenheit ... im Geiste der Wahrheit und der Versöhnung umzugehen.“ (Seite 8)
„Die Garnisonkirche symbolisiert Preußens Gloria und Preußens Elend, .... Die Schuldverstrickung ist eine mächtige Realität, ...Der unverwechselbare Ort mit seiner wechselvollen Geschichte wird auch in Zukunft in besonderer Weise nach Deutung verlangen.“ Seite 10)
„Der Begriff der Versöhnung ist so positiv besetzt, dass er vor Missverständnissen und Missbräuchen geschützt werden muss. Die Inanspruchnahme billiger Gnade zur Selbstentlastung hat mit Versöhnung so wenig zu tun wie der moralische Appell an das ‚Gute im Menschen’. Die Einebnung des Unterschiedes von Tätern und Opfern ist ebenso unbiblisch wie die abergläubische Vorstellung von einer Wunden heilenden Zeit. ...“ (Seite 11)
„Und unter dem Dach dieser Kirche sollen interessierte Bürger und politische Entscheidungsträger, engagierte Friedensaktivisten und verantwortliche Militärs in fairen Gesprächen ebenso um Themen der Friedenserhaltung, der gewaltfreien Konfliktlösung und des heilsamen Umgangs mit persönlicher und gesellschaftlicher Schuld ringen können wie die Vertreter der modernen Medien und der sozial- und globalisierungskritischen Organisationen.“ (Seite 7)
„Die Garnisonkirche kann also zum Raum werden für Vorträge, Seminare, Podien und Workshops zu politischen, sozial- und geistesgeschichtlichen, kulturellen und ethischen Themen. Hier sollte der Diskurs über die Deutung der Geschichte und die Handlungskonzepte der Gegenwart mit Wissenschaftlern und Schülern, mit Militärs und Kriegsdienstverweigerern, mit Wirtschaftsmanagern und Gewerkschaftern geführt werden.
Neben der intellektuellen Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart sind aber auch Veranstaltungen mit künstlerisch-kreativem Schwerpunkt denkbar. ... könnte ...Auseinandersetzung mit den Symbolen der Geschichte ... Konzerte, Lesungen, Theatervorstellungen oder Filmaufführungen in der Garnisonkirche stattfinden.“ (Seite 10).
Also: Sie wurden unwahr informiert; die politische Zielsetzung ist eindeutig benannt. Das alles aber ist „Volkspädagogik“ in Reinkultur, wofür im Konzept schon der „Pädagoge“ mit Gehaltsangaben vorgesehen ist. Die TPG unterstützt das nicht.
Die FWG dagegen hat das Nutzungskonzept öffentlich gutgeheißen und akzeptiert. Dafür sammelt sie nun, muss das dabei aber auch öffentlich sagen und in ihren Schriften vertreten. Das tut sie in ihrem Faltblatt „Potsdamer Spitze“ jedenfalls nicht.

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16. „Volkspädagogische Gottesdienste?
Behauptung: Die Garnisonskirche soll ein volkspädagogisches Institut der Geschichtslehre über die preußisch-deutsche Vergangenheit aus der Sicht der evangelischen Theologie des 21. Jahrhunderts werden. Entsprechende Gottesdienste sind vorgesehen.
Gegenbehauptung: Unzutreffende Behauptung“

16. Stellungnahme der TPG
Die Bewertung ergibt sich für die TPG aus den Aussagen des Nutzungskonzeptes, siehe 15. Stellungnahme. Die Aussagen im Rundbrief 1/2005 treffen somit zu und sind belegt.
Also: Sie wurden substanzlos informiert.

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17. „Feministische Theologie in der Garnisonskirche?
Behauptung: Die Kirche beabsichtigt, in der Garnisonkirche feministische Theologie zu verkünden.
Gegenbehauptung: Unzutreffende Behauptung.“

17. Stellungnahme der TPG
Diese Behauptung hat die TPG nie aufgestellt. Richtig ist dagegen:
In den Verhandlungen 2001 bis 2003 hat die TPG stets gefordert, dass die GK nicht missbraucht werden dürfe. Die Ev. Kirchenvertreter forderten die TPG auf zu sagen, was sie damit meine.
Daraufhin formulierten wir als Beispiele, die wir als Missbrauch ansehen würden: Homosexuellensegnung, Verbreitung der feministischen Theologie (Jesa-Christa-Lehre), Beratung von Kriegsdienstverweigerern, Kirchenasyl.
Dies hat Herr Franck in seiner damaligen Funktion als unser „Geschäftführer für den operativen Bereich“ mit erarbeitet. Er kennt daher die Fakten genau
Also: Sie wurden unwahr informiert.

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18. „Regenbogenmoral?
Behauptung: Die Kirche beabsichtigt, die Garnisonkirche zu Trauungen Homosexueller und zur Segnung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften zu mißbrauchen.
Gegenbehauptung: Unzutreffende Behauptung.“


18. Stellungnahme der TPG
Auch diese Behauptung hat die TPG nie aufgestellt.
Richtig ist dagegen siehe 17. Stellungnahme.
Also: Sie wurden unwahr informiert.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
der Vorstand der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel sah sich wegen der ehrabschneidenden Inhalte dessen, was die drei Herren an Sie herantrugen, zu dieser Richtigstellung gezwungen, sie geht wegen ihrer Wichtigkeit auch an all diejenigen von Ihnen, die vom Inhalt der Angriffe gegen die TPG bisher keine Kenntnis haben. Sie sollen umfassend informiert werden und die Tatsachen kennen.

Bleibt die wichtigste Frage: Wem nützt das bzw. wozu wandten sich die drei Herren an Sie?
Alle drei haben die Entstehung der FWG mit befördert bzw. sind Zeichner des „Rufes aus Potsdam“. Die TPG unterzeichnete diesen Ruf nicht, um erst einmal zu sehen, was aus allen Ankündigungen werden würde.
Nachdem im März 2005 nun endgültig bekannt wurde, was Stadt, Land und Ev. Kirche planen, hatte der Vorstand zu prüfen, ob die Doppelmitgliedschaft in FWG und TPG hinnehmbar ist. Der Vorstand hat das verneint. Die Unterschiede in den Zielsetzungen haben wir in den vorgenannten Zitaten dargestellt und belegt.
Somit waren Doppelmitglieder aus der TPG auszuschließen. Das geschah auch mit den Herren Franck, Gottschalk und Patzschke. Wenn diese sich so an Sie wenden, wie sie es taten, ist festzustellen, dass sie damit Zwietracht in die TPG zu bringen versuchten, um den bisherigen Sammelerfolg der TPG – Ihre Spenden also – auf die Konten der FWG umzuleiten. Das aber vor allem deswegen, weil weder die Ev. Kirche (in der Zeit 2001-2003) noch die FWG (in der Zeit 2004 bis heute) die erhofften Spendenzuflüsse realisieren konnten. Ein Internationales Versöhnungszentrum in der architektonisch veränderten und symbolisch zum IVZ umgedeuteten Garnisonkirche weckte bisher keine Begeisterung in unserer Bevölkerung. Selbst die Ev. Kirche gab bisher keinen Pfennig (das ist ein halber Cent) für das Bauvorhaben.

Der größte Teil derjenigen aber, die bisher gaben, sieht das nun gewollte IVZ in der GK als nicht unterstützenswert an.

Die Spender haben über die Verwendung ihrer Spenden abgestimmt. Das Ergebnis ist im Rundbrief 2/2005 dargestellt. Der Vorstand und die TPG haben das zu beachten. Die JHV wird im September darüber beraten und das dann Nötige auf den Weg bringen. Im Rundbrief 3/2005 geben wir darüber Rechenschaft.

Die TPG wird sich von ihren Zielen nicht abbringen lassen, sie wird aber über den geeigneten weiteren Weg dazu befinden müssen.

Für den Vorstand

Max Klaar
Oberstleutnant a.D.

Unterschrift Max KlaarWeiter