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Die Rundbriefe der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
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Berichte aus der Presse Die wechselhafte Geschichte der Garnisonkirche in Potsdam Die Einweihung des Glockenspiels in Iserlohn Über den Turm der Garnisonkirche. Informationen über das Glockenspiel der Garnisonkirche DieTraditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel Melodien des Potsdamer Glockenspiels als MP3 Datei zum Downloaden

Rundbriefe
Stiftung Preussisches Kulturerbe
vorm. Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel

Gemälde der Garnisonkirche
Potsdam,
im Juni 2006

Traditionsgemeinschaft
Potsdamer Glockenspiel e.V. i.L.

Sehr verehrte Damen und Herren!

Hiermit setzen wir die halbjährlichen Rundbrief-Informationen fort  und berichten Ihnen so auch künftig  vom Stand der Dinge u.a. um Potsdam und seine Garnisonkirche. Zuerst zum Kontostand: Seit Dezember vergangenen Jahres gingen der TPG  noch einmal rund 500.000 € zu, so  dass unsere Sammlung heute 7,24  Mio € aufweist. Davon haben wir an umgewidmeten Spenden 225.000 €  weiterzuleiten, wovon die FWG, auf  die Potsdam und die Ev. Kirche sich  zur Realisierung des „Internationalen Versöhnungszentrums in der
Potsdamer Garnisonkirche“ (IVZ)  stützen, rund 12.000 Euro erhält.  Ein Spender wird nun erst nach Fertigstellung des Bauwerkes 1,5 Mio. € für den Neubau der Wagner-Orgel bereitstellen. Somit verbleiben in unserer „Baukasse“ gut 5,5 Mio. € als Projektrücklage für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche, wenn diese äußerlich originalgetreu rekonstruiert und im Inneren  als Kirche genutzt wird, aus der  Kirchenspalterisches (Politik) herauszuhalten ist. Nach Abschluss der  Liquidation zum Jahresende 2006  wird die Projektrücklage mit dieser  Auflage an die Stiftung Preußisches  Kulturerbe übergeben.

*****

Die IVZ-Planungen legen wir Ihnen  künftig immer bei, damit Sie das in  der weiteren Diskussion um den  Missbrauch der Garnisonkirche jeweils parat haben. Bitte geben Sie  das auch an Interessierte weiter.

Ansonsten gab es reichlich  Angriffe auf eine Vorstandsperson  und die TPG als solche, und wir wurden abermals zur Stellungnahme aufgefordert. Das tun wir weiterhin  nicht und werden uns wie bisher nur mit der Sache befassen. Ansonsten weiß jeder Infanterist, dass auf den geschossen wird, der den Kopf aus dem Graben reckt, und so solange sie nicht treffen, was soll’s.

*****

Worum geht es?

Arbeitsgrundlage bleibt für uns, zum Frieden mit unserer Geschichte durch Wecken von Erinnerungswürdigem beizutragen. Das erfordert im Bezug auf die Garnisonkirche, dieses Gotteshaus als Denkmal und Symbol für das christliche Preußen gänzlich originalgetreu zu errichten und so zu nutzen, wie es dieser Zielsetzung entspricht.

Was ist das Erinnerungswürdige? Dazu gehört zuallererst die Wirkung des Christentums auf
Preußens Entwicklung. Diese Religion ist unbequem, denn sie fordert von uns. Nicht nur die 10 Gebote, die wir mit den Juden gemeinsam haben, sondern Christi Lehre selbstverlangt Äußerstes. Sie ist an alle gerichtet; solche, die Macht über sich ertragen müssen, sind genau so gemeint, wie die Machthaber. Preußens Könige führten ihr Amt in diesem Bewusstsein; das schloss menschenverachtende Regentschaft aus. Preußens Wertekanon war davon bestimmt, jeden so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden wollte. In Folge davon entwickelten sich:

. Toleranz (gegen den Toleranten),
. Rechtsstaatlichkeit,
. menschenwürdiger (demokratischer) Umgang miteinander und
. sozialer Ausgleich (aus der Fürsorgepflicht des Königs).

Und da scheint in historischer Kontinuität das alte Preußen bis in die Grundrechte unseres Grundgesetzes durch. Wir haben allen Grund zum Stolz darauf.

In seiner zeitlosen Gültigkeit ist das aber eine Herausforderung jeder Generation, also auch der heutigen und aller künftigen. Das ist nicht auf Deutschland begrenzt; es gilt für alle Staaten und ist somit eine Wegweisung für das Zusammenwachsen Europas.

Das ist es, wovon Generalmajor Henning von Treskow 1943 gegenüber seinen Söhnen anlässlich deren Konfirmation in der Garnisonkirche sprach: "Vergesst niemals, dass Ihr, auf preußischem Boden und in preußisch-deutschen Gedanken aufgewachsen, heute an der heiligsten Stätte des alten Preußentums eingesegnet seid. Es birgt eine große Verpflichtung in sich, die Verpflichtung zur Wahrheit, zur innerlichen und äußerlichen Disziplin, zur Pflichterfüllung.

Aber man soll niemals von Preußen sprechen, ohne darauf hinzuweisen, dass es sich damit nicht erschöpft. Es wird oft missverstanden. Vom wahren Preußentum ist der Begriff der Freiheit niemals zu trennen. Wahres Preußentum heißt Synthese zwischen Bindung und Freiheit ... Ohne diese Verbindung läuft es Gefahr, zu seelenlosem Kommiss und engherziger Rechthaberei herabzusinken. Nur in der Synthese liegt die deutsche und europäische Aufgabe des Preußentums, liegt der europäische Traum."

Das Maß der Freiheit findet der Christ in den Schranken dessen, was er tun soll. Es ist ihm gesagt; er hat die Möglichkeit, so zu handeln; aber tun muss er es selbst. Also muss es heute darauf ankommen, Christi Botschaft wieder in unser Land zu tragen (Innere Mission).
Dazu kann die Garnisonkirche einen deutlichen Symbolbeitrag leisten. Deswegen ist es so wichtig, sie nicht zum Polittempel für „Geschichtsunterricht“ (Bischof Huber, SPD) zu missbrauchen. Das ist aber genau der Inhalt des nun vorliegenden Nutzungskonzeptes. Passend dazu soll es Änderungen an der Architektur der Kirche geben, deren ganzer Umfang erst noch in „international auszuschreibenden Wettbewerben“ ermittelt werden soll. Es ist also schlicht unwahr, wenn die jetzigen Akteure in der Stadt behaupten, dass die Garnisonkirche originalgetreu wiederaufgebaut und als Kirche genutzt würde. Wahr hingegen
ist, dass das veränderte Gebäude das IVZ beherbergen und für Volkspädagogik als polithistorische Bildungsstätte dienen soll (Anlage).
Dazu passt dann auch, was der FWG-Vorsitzende im Januar anlässlich des Neujahrsempfanges 2006 äußerte: Man wolle offen sein für Gläubige aber auch für Atheisten, die sich nur für die Schönheit des Bauwerkes begeisterten.

*****

Hatte Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) 2004 noch öffentlich davor gewarnt, das IVZ in die Garnisonkirche zu setzen, weil dies die Förderer des Projektes spaltet, ließen sich Stadt und Ev. Kirche nicht von ihrer seit 2002 geänderten Zielsetzung abbringen. Die Folgen sind bekannt. Bemerkenswert ist auch, dass bisher kaum Geld in der IVZ - Baukasse verfügbar ist, weil die Idee eines politisierten Gebäudes, das der Garnisonkirche ähnlich sein soll, nicht so recht zündet. Zwar gründete die FWG zahlreiche Dependancen  u.a. auch in Warschau, London und Washington, allein die Baukasse entscheidet über das weitere
Geschehen. Bei dem o.g. Neujahrsempfang zeigte sich dann der FWG-Vorsitzende auch ärgerlich darüber, von der Presse ständig nach dem Spendenstand gefragt zu werden, denn die Sammlung habe ja noch gar nicht begonnen! Wie bitte? Seit dem Ruf aus Potsdam im Januar 2004 bittet die FWG um Spenden. Das spießten die Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) am 17.01.2006 in einem Kommentar wie folgt auf:

Unübersichtlich
„Die Situation um den Wiederaufbau der Garnisonkirche ist unübersichtlich.
Auch wenn der Vorsitzende der Fördergesellschaft dies nicht gern hören mag – dabei geht es in erster Linie ums Geld. Dass die Spendensammlung erst richtig beginnen soll und deshalb derzeit keine Zahlen genannt werden könnten, ist kein gutes Argument. Zum einen, weil die feierliche Grundsteinlegung bereits neun Monate her ist. Damals wurde von einer zweiten Initialzündung nach dem ‚Ruf aus Potsdam’ bei der Gründung der Fördergesellschaft gesprochen – doch wenn es sie gegeben hat, muss dies auch deutlich gemacht werden. Zum anderen, weil der Wiederaufbau nach wie vor politisch und ideologisch umstritten ist. Dies und die Querelen um die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel machen Transparenz um so wichtiger. Ein Aktueller Spendenstand und konkrete Ankündigungen würden auch das jetzige Anliegen, das Land möge mit einer erheblichen Summe zum Grundkapital der Wiederaufbaustiftung beitragen, in anderem Licht erscheinen lassen. Es ist schließlich bekannt, dass es genügend Gegner der Wiederherstellung der Potsdamer Mitte gibt. Diese könnten sich die jetzige Lage leicht zunutze machen.“ Was hat es mit der genannten Stiftung IVZ auf sich? Diese Einrichtung soll Eigentümer (Anlage, Seite 2) des neuen Gebäudes werden. Für ihre Gründung fehlt ebenso das nötige Geld, das Kirchenvertreter vom Land Brandenburg in der Größenordnung von 600.000 € einfordern. Daraufhin hatte Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) öffentlich gemeint, man möge mit dem Bau doch einfach beginnen. Wenn das Land Brandenburg Geld aus Lottomitteln verfügbar machen sollte, dann wäre es doch besser für Baumassnahmen als für die Stiftungsgründung gegeben: „Wir brauchen kein totes Stiftungskapital!“. Das wiederum brachte Jörg Schönbohm die Zurechtweisung des Potsdamer Superintendenten ein, er, der Schirmherr, verfüge „nicht über den notwendigen Kenntnisstand“. Am 10.02.2006 gaben
die PNN dann die kirchlichen Klarstellungen wieder: „...Erst mit der Stiftung bekommt der Wiederaufbau der Kirche die dringend notwendige Institution, die als Eigentümer ... die Autorität besitzt, allen Versuchen ... zu widerstehen, am Nutzungskonzept Veränderungen vorzunehmen. Die gestrige Klarstellung von Kirchenvertretern, dass die notwendigen Millionenspenden – unabhängig von der Motivation – immer an das Nutzungskonzept gebunden sein werden, ist wichtig....“

Also: Für den Bau gibt die Kirche keinen Cent, sie beansprucht aber 51% der Bestimmungsgewalt im IVZ – eine undemokratische Aufbaustruktur nach „DDR-Art“ von Anfang an. Der Wille der Spender interessiert einfach nicht. Eine Personalgemeinde, deren Gemeindekirchenrat Missbrauch evtl. verhindern könnte, wird von vornherein ausgeschlossen. (Anlage)

Saulus – Paulus?
In einem FAZ-Interview klagte Bischof Huber (SPD) kürzlich, die ev. Kirche sei zu lange dem Zeitgeist hinterhergelaufen. „Es stimmt, dass wir Jahrzehnte hinter uns haben, in denen die evangelische Zeitgenossenschaft groß geschrieben wurde. Ich war daran selbst beteiligt und sage mit der nötigen Selbstkritik: Das war verbunden mit einer Selbstsäkularisierung
der evangelischen Kirche.“ Viele gesellschaftlich engagierte Kirchenmitglieder seien der Auflösung von Glaubensinhalten nicht deutlich genug entgegengetreten. Heute sei es notwendig, „Gegengewichte gegen einen verbreiteten Traditionsbruch“ zu setzen.

Wenn nun solch neuen Tönen z.B. bei der Garnisonkirche auch noch die entsprechenden Taten folgen würden, könnte „diesem bekehrten Bischof“ geholfen werden.

Warten wir die weitere Entwicklung gelassen ab. Wenn dabei für das IVZ weiterhin kein Geld zusammenkommt, wird sich Potsdam überlegen müssen, wie die Wiederherstellung der alten Stadtmitte sonst verwirklicht werden kann. In dem Zusammenhang gab es in der Märkischen Allgemeinen Zeitung/MAZ Zum 15. Jahrestag der Übergabe des Glockenspiels an
Potsdam (14.04.1991-2006) ein Interview mit der SPK, das wir in seiner ursprünglichen Fassung weitgehend ungekürzt wiedergeben:

MAZ
„Warum halten Sie ein Versöhnungszentrum, wie es das kirchliche Nutzungskonzept vorsieht, für unvereinbar mit dem Gotteshaus? Versöhnung ist doch eine der Grundbotschaften des christlichen Glaubens.

SPK
Versöhnung als einer Grundbotschaft des christlichen Glaubens heißt: Gott hat sich den
Menschen - und zwar gänzlich ohne dessen eigenes Verdienst - durch Christi Leben, Sterben und Auferstehen versöhnt. Das ist die Versöhnungsbotschaft, das ist die Heilszusage, dass wir losgesprochen sind von unseren Sünden. Dadurch sind wir der Macht des Bösen entrissen.
Das ist uns zeitlos versprochen, gilt allen Generationen immer wieder aufs Neue und bleibt somit der Zukunft zugewandt. Das gilt es, in den Kirchen zu verbreiten, denn es geht uns heute an.
Das Nutzungskonzept beinhaltet dagegen rückwärtsgewandte politisch-historische Volkspädagogik zur Vergangenheitsbewältigung, die heute nicht mehr gefragt ist.

MAZ
Welche Form der Nutzung könnten Sie sich stattdessen für die Garnisonkirche vorstellen?

SPK
 In der Garnisonkirche muss Christus bekannt und seine Botschaft unter uns Menschen gebracht
werden. Die TPG hatte stets vorgeschlagen, dieses Gotteshaus ökumenisch zu nutzen. Die Garnisonkirche sollte im Sinne der preußischen religiösen Toleranz allen Konfessionen
für Amtshandlungen offen stehen. Als ich bei der NATO in Mons, Belgien, Dienst tat, hatten wir ein SHAPE Chapel Center, in dem Sonntags Juden und Christen unterschiedlichster Bekenntnisse gleichzeitig Ihre Gottesdienste feierten und anschließend einträchtig beieinander waren. Das rührte uns alle sehr stark an.
In der Garnisonkirche entstand 1817 die Preußische Union, die heute noch als Ev. Kirche der Union lebt. Warum sollte Potsdam mit dieser Kirche künftig nicht einen Ort haben, in dem die Konfessionen nach dem Gemeinsamen suchen können, um das Trennende zu überwinden? Dabei geht es immerhin um den Frieden!

MAZ
Im Auflösungsbeschluss der TPG ist bestimmt, das gesammelte Geld der TPG in der Stiftung Preußisches Kulturerbe als Projektrücklage für die Garnisonkirche zu verwenden. Werden Sie auch wieder aktiv Spenden für das Projekt einwerben?

SPK
Die Projektrücklage von 5,5 Mio. € steht für den Wiederaufbau der Garnisonkirche zur Verfügung, wenn dieses Gotteshaus im Äußeren gänzlich originalgetreu rekonstruiert
und im Inneren als Kirche genutzt wird, aus der Kirchenspalterisches herauszuhalten ist. Sollte diese Zielsetzung vorliegen, werden wir dafür werben und helfen. Wer uns jetzt schon dafür Geld überweist, trägt zur Erhöhung der Projektrücklage bei. Seit Einstellung der Sammlung wuchsen uns so immerhin weitere 500.000 € zu.

MAZ
Innenminister Schönbohmsagte kürzlich in einem Interview, Sie hätten sich von Gesprächen mit ihm und anderen zurückgezogen. Als Schirmherr bot er aber an, dass Ihnen seine Tür jederzeit offen stünde, falls Sie sich wieder einbringen wollten. Wird es neue Gespräche mit der Stadt Potsdam und dem Innenminister geben?

SPK
Es ist völlig unerheblich, wer wem welche Tür aufhält. Es ist Sache der Stadt Potsdam, zu sagen, was sie will. Das taten Oberbürgermeister und Stadtverordnete 1990; dem diente die TPG. Im Januar 2002 änderten die Stadtverordneten den Beschluss von 1990. Mit Vorlage
des Nutzungskonzeptes im März 2005 ist nun veröffentlicht, was das heißt. Es war daher Sache der TPG, zu sagen, wofür ihr Dienst nicht infrage kommt; das geschah.
Die TPG beendete die Gespräche mit der Ev. Kirche im Juni 2003, als feststand, dass die Sammlungsversprechen der TPG und das Nutzungskonzept der Ev. Kirche für die Garnisonkirche nicht in Übereinstimmung zu bringen waren.

Zu keinem Zeitpunkt erklärten wir die Gespräche mit der Stadt Potsdam oder Herrn Schönbohm für beendet. So machte die TPG 2003 und 2004 Potsdam das Angebot, den
Turm gänzlich originalgetreu wiederaufbauen zu wollen. Über das Kirchenschiff und dessen Nutzung sollte dann erst befunden werden, wenn überhaupt das nötige Geld dafür zusammenkäme. Darauf erhielten wir bis heute keine Antwort.

MAZ
 In welcher Form werden Sie weiter Kontakt zu Potsdam halten?

SPK
Wer die Stiftung Preußisches Kulturerbe braucht, wendet sich an sie. Das tat z.B. die katholische Gemeinde St. Peter und Paul, die in den Weltkriegen zweimal ihr Bronzegeläut für die Rüstung hergeben musste. Es freute uns besonders, dass wir mit unserem Kreis, in dem viele Soldaten, deren Angehörige und Hinterbliebene Spender sind, dieser Gemeinde 61 Jahre nach Kriegsende für 40.000 € ein neues Bronzegeläut schenken und damit zurückgeben konnten.

Auch die ev. Gemeinde St. Nikolai bat uns um Hilfe. Die SPK übernimmt deshalb die Renovierung eines der die Turmkuppel umrahmenden Erzengel. Die 40.000 € dafür sind abrufbereit.

Um Hilfe baten ebenso: Die Stadt Ziesar für die Baumonographie ihrer Burg (3.000 €), die Gemeinde Beuster (Altmark) für ein Kirchenportal (8.000 €); beides förderten wir.

Hilfsersuchen liegen vor vom Verein zur Wiederherstellung des Neptunbrunnens (Stadtschloss Potsdam) und vom Verein zur Restaurierung der Jerichower Klosterkirche (Mittelmark). - Für solche konkreten förderungswürdigen Projekte preußischer Kulturzeugnisse bitten wir jeweils um Spenden.

Ansonsten trifft sich der Freundeskreis der SPK am ersten Samstag eines jeden Septembers in
Potsdam zum Brandenburgischen Gespräch. Die Entwicklung um Garnisonkirche und Glockenspiel beobachten wir mit Interesse.“

*****

Ihre Spenden an die SPK erbrachten bisher knapp 100.000 €. Probst Müller, St. Peter und Paul Potsdam, bedankte sich mit folgendem Schreiben herzlich bei Ihnen:

„Unsere Freude war groß, als Ihre Spende von 40.000 € für drei neue Bronzeglocken im März 2006 auf dem Konto der Kirchengemeinde St. Peter und Paul Potsdam einging. Wir haben der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe sofort den Auftrag erteilt. Bei unserem Patronatsfest
am 29.06.2006, um 18.00 Uhr, wollen wir die Glocken dann weihen. Sie werden folgende Inschriften tragen:

1. Glocke f’, 1210 mm, 1100 kg
Name: Peter und Paul
Umschrift: „Ihre Botschaft geht hinaus in die ganze Welt“ (Ps 19, 5) -
Rückseite: Üb’ immer Treu’ und Redlichkeit

2. Glocke d’’, 730 mm, 240 kg
Name: Maria
Umschrift: „Mein Geist jubelt über Gott + meinen Retter“ (Lk 1, 47) -
Rückseite: Kein Unglügk ewigk

3. Glocke f’’, 625 mm, 160 kg
Name: Benedikt
Umschrift: „Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden“ (Regel Kap. 23)
Rückseite: Lobe den Herren den mächtigen König der Ehren.

Sagen Sie bitte allen Spendern unseren tiefen Dank weiter und ein herzliches „Vergelt´s Gott!“ - Denn zur Ehre Gottes werden die Glocken von unserem Kirchturm über Potsdam klingen, zum Gottesdienst rufen und an das Gebet erinnern in unserer so geschäftigen Zeit, die meint, ohne den Segen Gottes zum Ziel kommen zu können.

Zur Zeit wird der Turm noch saniert. Solange das Gerüst steht, werden die Glocken im Innenraum der Kirche an einem Glockengerüst hängen, so dass man sie besichtigen kann.

Bis Oktober ist unsere Kirche auf dem Bassinplatz auch über die Gottesdienste hinaus täglich außer Montag für Besucher geöffnet. So werden auch Spender, die vielleicht nicht bei der Glockenweihe dabei sein können, die Gelegenheit haben, - ihr Geschenk - die neuen Glocken zu besichtigen.

Mit herzlichen Segenswünschen
Ihr
Propst Klaus-Günter Müller“

*****


Auch Frau Pastorin Weichenhan von St. Nikolai schrieb Ihnen. „Ihre Stiftung hat sich bereit erklärt, die dringend notwendige Restaurierung eines der Turmengel unserer St. Nikolaikirche zu übernehmen und dafür 40.000 € bereitzustellen. Ihre Zusage erfüllt uns mit Dankbarkeit, zeigt sie doch, dass unser Kirchengebäude als eines der Wahrzeichen des alten und neuen Potsdam Ihre Wertschätzung erfährt und Sie in Zeiten knapper Gelder ein deutliches Zeichen der Hilfsbereitschaft setzen wollen. Die Restaurierung des Engels kann erst beginnen, wenn die ganze Kuppelsanierung finanziell gesichert ist. Unsere Bemühungen laufen mit Hochdruck. Wir werden Sie über den Fortgang der Bauarbeiten informieren. Mit einem herzlichen

Gottbefohlen
grüßt Sie Ihre Susanne Weichenhan, Pfarrerin“

*****

Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir sagen Ihnen ebenso unseren sehr herzlichen Dank, denn was wäre ein Ruf für Preußen, den keiner hört? Wir riefen und baten Sie um Mithilfe. Sie haben diesen Ruf wieder und wieder aufgenommen und dafür gegeben. Wir verneigen uns vor Ihnen.

Mit Ihren Spenden, um die wir Sie auch heute wieder aufrichtig bitten, helfen Sie, den Verfall preußischer Kulturwerte zu stoppen und die Spuren der kommunistischen Kulturbarbarei zu beseitigen. Das ist eine nationale Aufgabe, und Sie wirken dabei als Bürgerinitiative der besonderen Art aktiv mit. Das erfüllt so viele mit großer Freude; danke also aus wirklich ehrlichem Herzen. Als nächstes möchten wir fördern:

-Klosterkirche Jerichow (67 Fenster à 4.200 € werden gebraucht),
-Neptunbrunnen (Restaurierung einer Brunnenfigur für 10.000 €),
-St. Peter und Paul sowie St. Nikolai bitten auch um weitere Hilfe.

Und gerade weil Sie uns wirkungsvoll unterstützen, kann uns wirklich nichts entmutigen, für den HERRN und Preußen weiterzuarbeiten. Stärkung und Trost bleibt dabei als Arbeitsmotto:

Gib, dass ich tu` mit Fleiß,
was mir zu tun gebühret;
wozu mich Dein Befehl in meinem
Stande führet.
Gib, dass ich`s tue bald, zu der
Zeit da ich`s soll,
und wenn ich`s tu`, so gib,
dass es gerate wohl!

Gott befohlen für heute; wir grüßen
Sie wieder in preußischer Verbundenheit.
Ich bleibe unverbrüchlich

Ihr dankbarer und getreuer

 

Max Klaar
Max Klaar
Oberstleutnant a.D.

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Leitung der Garnisonkirche und Kosten

 

Zitat aus dem Nutzungskonzept, Seite 23
4.1. Trägerschaft und Baugesellschaft
„Die Evangelische Kirche (....), das Land Brandenburg und die Stadt Potsdam bilden gemeinsam eine kirchliche Stiftung, die Eigentümerin des Grundstückes und der Garnisonkirche, Betreiberin und Trägerin der Kirche und Trägerstruktur für das Internationale Versöhnungszentrum ist. Damit werden die Beteiligten ihrer gemeinsamen Verantwortung für das Wiederaufbauprojekt gerecht und sichern der künftigen Stadt- und Symbolkirche und dem Versöhnungszentrum eine Zukunft unabhängig von der Entwicklung der öffentlichen und kirchlichen  Haushalte. Im Kuratorium der kirchlichen Stiftung haben die Vertreter der Kirche die Stimmenmehrheit. Eine Kirchengemeinde soll an der Garnisonkirche nicht gebildet werden.
(So sichert man die Durchsetzung der Politisierung der Garnisonkirche und ihren Missbrauch für Volkspädagogik, ohne dass der Gemeindekirchenrat einer Personalgemeinde Kontrolle ausüben kann. Das ist im Ansatz bereits die Verhinderung demokratischer Strukturen und Mitbestimmung der Gemeindeglieder.)

4.4 Finanzierung (Seite 24 und 25)
„ ...... Die Personalkosten, laufenden Betriebskosten und die Sachkosten der Stadt- und Symbolkirchenarbeit und des Internationalen Versöhnungszentrums an der Garnisonkirche werden durch die Trägerschaft finanziert werden. Dazu sind sowohl Erträge aus dem Eintritt in die Kirche, aus den Turmbesteigungen, den Vermietungen der Kirche und aus Verkäufen zu erzielen als auch Spenden und Kollekten von den Besuchern der Garnisonkirche und Dritt-Mittel für spezielle Veranstaltungen einzuwerben. .....
Folgender Entwurf für einen Kosten- und Finanzierungsplan der Trägerstiftung soll einen Eindruck vermitteln, wie es möglich sein könnte, das Internationale Versöhnungszentrum und die Garnisonkirche auch wirtschaftlich zu betreiben.

Einnahmen    
Spenden / Kollekten       
30.000 €
Zuschüsse für Veranstaltungen      
16.000 €
Gebühren für Führungen     
10.000 €
Entgelte für Vermietungen   
16.000 €
Eintritt für Turmbesteigungen    
275.000 €
1 000 Besucher täglich im Sommer = 200.000
und 500 Besucher täglich im Winter =  75.000 je a 1 €)
Merchandising (0,5 € PRO Besucher)  
138.000 €
Stiftungserträge   
30.000 €
Unterstützung durch die Fördergesellschaft       
40.000 €
 
Summe 
          555.000 €

 

Ausgaben  
Personalkosten  
Direktor / in       75.000 €
Pädagog / in    45.000 €
Besucherbetreuung    50.000 €
Anteil Stadtkirchenpfarrer / in    25.000 €
Sekretariat       40.000 €
Haus- und Kirchenwart     35.000 €
Honorarkräfte, Praktikanten, SAM   40.000 €
Sachkosten für Veranstaltungen    30.000 €
Sachkosten für Büros   15.000 €
Sachkosten für Besucherbetreuung und Öffentlichkeitsarbeit  30.000 €
Betriebskosten  80.000 €
Gebäudeunterhaltung / Erhaltung   90.000 €
Summe          
555.000 €

      
                                                                                                          
                                                                                 Trennbalken                           
          

Für Sie gelesen
Bestimmen wir unser Verhältnis zur Nation neu, schreibt Matthias Matussek in seinem Buch

Wir Deutschen
Warum die anderen uns gern haben können
Fischer-Verlag, 365 S., 19.50€
- Auszüge -

„Zu den eigentümlichsten Bewegungen der Globalisierung gehören die immer mächtigeren antiglobalistischen Unterströmungen. Je dichter die Welt zusammenrückt, desto weiter fällt sie auseinander. Je internationaler die Welt, desto nationaler das Gefühl.

Auf unserm Weg in die totale Angleichung gibt es plötzlich lauter Strudel, Impulse des Sträubens und der Selbstvergewisserung.
Die kann jeder an sich selber beobachten, der sich auf die Webseite von www.google.earth klickt und kühn ins All hinausgeht: Man hat den ganzen Planeten vor sich, aber versucht zuerst, das eigene Land zu orten. Man besucht die eigene Straße wie ein Fremder und versucht, sich auf den Kopf zu schauen, und das ist genau das, wovon der Prinz träumt in Büchners "Leonce und Lena". Man will kennenlernen, wo man herkommt, und oft ist das das eigentlich Unbekannte.

Die spannendste Frage in diesen Zeiten der Migrantenströme und Einbürgerungstests und Zugehörigkeitsbestimmungen lautet: Wer sind wir? Was ist unsere Heimat?

In den USA ist Sam Huntingtons "Who are we?" ein Bestseller. In Großbritannien hält Schatzkanzler Gordon Brown Grundsatzreferate über "Britishness". Dänemark stellt der internationalen Presse seinen Kulturkanon vor. Und Frankreich und Holland beschließen in Volksabstimmungen, zunächst einmal nicht Europäer zu sein, sondern Franzosen und Holländer.
Das Konstrukt "Nation" wird neu überprüft, und alle stellen sich die Frage nach dem Eigenen, sogar wir Deutschen.

Ja, sogar wir. Dabei waren wir bisher ganz unbestritten die Analphabeten des nationalen Gefühls. Wir waren es, seit wir einmal zu tief in diese Pulle gestarrt haben. Danach haben wir uns abstinent verhalten bis hin zu einer immer wieder bedauerten prekären Schwächung des Wir-Gefühls.

Nie wieder Deutschland war über Jahrzehnte hinweg eine mehrheitsfähige Parole, zumindest unter deutschen Intellektuellen. Wer immer sich ein Häuschen in wärmeren Gegenden zusammengeschrieben hatte, genoss sich selbstgefällig als Exilant in einer großen Reihe deutscher Exilanten und ergaunerte sich damit moralisch Pluspunkte. Man gehörte zu den guten Deutschen, indem man die anderen, zurückgebliebenen verachtete. Italienische, polnische, französische Intellektuelle hielten das stets für neurotisch. Mit Recht.

Als Willy Brandt damals die Nationalhymne sang vor dem Schöneberger Rathaus, ziemlich falsch und voller schöner Ergriffenheit, gab es viele in meiner Generation, die Brandts Traum von der geeinten deutschen Nation nicht teilen konnten. Und es gibt sie immer noch, die traumlosen Spießer in Redaktionsstuben, Rundfunkanstalten und Parlamenten. Und in Gerichten.

Christine Hohmann-Dennhardt, auf Vorschlag der SPD in den Ersten Senat des Bundesverfassungsgerichts gewählt, führte unlängst aus, "die spezifische und über weite Strecken düstere Historie Deutschlands" erlaube es schwerlich, "als zu Rettendes die Nation, das Nationale zu beschwören". Ist das eine Ankündigung? Will sie sagen, dass sie sich nur noch vorläufig von der Nation als Verfassungsrichterin bezahlen lassen will? Nämlich bis die Nation von allein das Licht ausmacht, weil sie geschichtlich abgewirtschaftet hat?
Wohlgemerkt, so was sagt eine Bundesrichterin, die überdies historisch so schwach auf der Brust ist, dass sie das "Reich" nur mit dem "Dritten Reich" identifizieren kann. Dabei ist das "Heilige Römische Reich deutscher Nation" 1000 Jahre älter als die Nazibarbarei.

Es hat große Kaiser und Künstler und Schurken gesehen, Zeiten der Blüte, Zeiten des Niedergangs, es hat im Dom zu Speyer genauso Gestalt gefunden wie in Gutenbergs Bibel und Mozarts Requiem. Haben die Rheinburgen nichts mit unserer Reichsgeschichte zu tun? Woran denkt die Dame, wenn sie die Stifterfiguren am Naumburger Dom betrachtet. An Hitler?

Ohne eine positive Identifikation mit unserer Nation, das haben viele Besonnene vom Bundespräsidenten abwärts kapiert, fliegt uns in den Zeiten der Globalisierung und der dschihadistschen Konfrontationen unser Land um die Ohren.

Das macht die gegenwärtige Debatte um die Einbürgerung ja so besonders spannend für uns Deutsche: Sie dreht sich nicht um türkische Einwanderer, sondern um uns selber. Es geht nicht darum, ob russische Migranten den Einbürgerungstest schaffen, sondern wir Deutsche. Nicht deren Loyalität steht zur Debatte, sondern unsere.
Wir haben Nachhilfe nötig.

Die türkische Schriftstellerin Mely Kiyak brachte es in der "Zeit" auf den Punkt: "Wieso erwartet man von uns überhaupt, dass wir uns mit Deutschland identifizieren, wenn selbst die Deutschen es nicht tun?" Die Deutschlandverachtung haben wir trainiert. Wie aber geht das andere?

Nichts stimuliert die Liebe zum eigenen Land offenbar so sehr, als wenn man es ständig gegen Klischees und Herabsetzungen zu verteidigen hat. Insofern konnte es nichts Anregenderes geben für einen eher unzuverlässigen Patrioten wie mich, als eine Zeit in England zu verbringen.

Tretereien gegen Deutsche sind dort durchaus nicht auf die Unterschicht-Hooligans beschränkt. Ich war kaum zwei Wochen auf der Insel, da saß ich in einer sehr erlauchten Dinner-Gesellschaft neben der geadelten Roman-Autorin Antonia Byatt. Es gab Lamm unter Fürstenporträts aus dem 18. Jahrhundert, ich war vergnügt und leichtsinnig und toastete ihr zu, obwohl sie sich sehr verschlossen und griesgrämig gab. Dann fragte sie, was ich von der europäischen Verfassung hielte. Ich verschluckte mich fast.

Ich kannte keinen, der Giscards 1000seitiges Papierpaket gelesen hatte, ich auf alle Fälle nicht. Also antwortete ich vage, dass es wohl in Ordnung sei, wenn sich die europäische Staatengemeinschaft auf ein paar grundlegende Prinzipien einige, was man eben so sagt, wenn man sich durchblufft. Was sie selber davon halte?

Damit wollte ich erst mal Zeit schinden und den Ball in ihr Feld schlagen. Sie sah ebenfalls nicht so aus, als habe sie sich damit beschäftigt. Ihre schwer beringte und erstaunlich plumpe Hand blieb eine Weile über dem Teller schweben, und dann sagte sie: "Wissen Sie, wir Briten brauchen keine Verfassungen - wir sind die älteste Demokratie der Erde."

Und dann setzte sie hinzu: "Für junge Nationen wie euch Deutsche mögen Verfassungen durchaus ihren Nutzen haben."

Man kann den Tonfall, in dem das vorgebracht wurde, nicht näselnd und abschätzig genug schildern. Im Prinzip sagte sie: Ihr seid Barbaren, ihr habt gerade die Keule aus der Hand gelegt, ihr habt keine Kultur, ihr braucht die Kandare.

Ich hörte mich sagen: "Bei uns, Gnädigste, wurde das Frauenwahlrecht wesentlich früher eingeführt als bei Ihnen, was dann auch verständlich ist, wenn ich mir Sie so anhöre." Ich nahm einen Schluck Wasser. "Und was Verfassungen angeht: Ein paar Regeln täten Ihrer kleinen verregneten Insel mit den verdreckten Krankenhäusern und den entgleisenden Zügen ganz gut."

Das sagte ich natürlich nicht. Das alles fiel mir viel später ein. Zunächst war ich sprachlos. Hatte die Dame recht? Sind wir wirklich erst gestern aus dem Eichenwald gekrochen?

Ich kramte und raffte zusammen, was mir auf die Schnelle an großen Deutschen einfiel. Wir, die Erben der Römer! Arminius, Karl der Große, Barbarossa! Gutenberg, Beethoven, Heine, Bonhoeffer, Lubitsch, Beckenbauer, Heidi Klum!

Doch während ich mein deutsches Dreamteam gegen das englische aufstellte, spürte ich, wie verloren meine Generation ist, wenn es um kulturelle Affirmationen geht. Zuspruch zum eigenen Volk? In meinen langen Jahren als Auslandskorrespondent in den USA, in Brasilien und in Großbritannien hatte ich das als völlig entspannte Gegebenheit erlebt. Bei uns ist das tabuisiert, seit die trostlose "Nie wieder Deutschland"-Generation die Spielregeln bestimmt.

Nach Ernest Renan lebt eine Nation von dem Gedanken, "in der Vergangenheit große Dinge gemeinsam getan zu haben und andere in der Zukunft miteinander tun zu wollen". Nach dieser Formel ist unser Land nicht zukunftsfähig, denn es ist jenseits der Holocaust-Gedenkkultur gedächtnislos bis zur Schwachsinnsgrenze.

Unsere Hilflosigkeit in der Einbürgerungsfrage liegt genau darin begründet, dass uns der Patriotismus in den letzten Jahrzehnten nur als Verfassungspatriotismus erlaubt war, als wichtiges, aber fades Sammelsurium von Selbstverständlichkeiten wie der, keine Frauen zu schlagen, die für jede andere aufgeklärte Nation auf dem Erdball ebenfalls gelten. Das "Deutsche", das in Einbürgerungstests von hilflosen Verwaltungsbeamten abgefragt wird, ist ein politisch korrektes, von kulturellen Identifikationen absolut gereinigtes Konstrukt, das sich die Grundsatzkommissionen der Jusos und der Grünen in den letzten Jahrzehnten als universell kompatiblen Idealtyp zurechtgebastelt haben.

Wir haben das Abwerfen kultureller Identität als demokratischen Fortschritt gefeiert und kassieren nun, in der Migrationsfrage, Niederlage auf Niederlage.

Die Sprache zum Beispiel. Während wir noch mit Abstraktionen und Menschenrechtserklärungen um uns schmeißen, hat die Gegenbewegung längst stolze Geländegewinne zu vermelden. Kanak, diese lustige Türkenproll-Entsprechung zum schwarzen Ghetto-Slang, hat längst die Schulhöfe und die Discos erobert. Es ist regelrecht uncool geworden, richtig Deutsch zu reden. "Niemand hat die Türken aufgefordert, sich mit deutscher Kultur zu beschäftigen", meinte Necla Kelek jüngst. "Die Linke hat bis heute nicht damit begonnen, die Schutzglocke zu lüften."

Die türkische Intelligenz selber also setzt sich bei uns gegen die linken Versteher zur Wehr. Doch die haben noch längst nicht fertig mit ihrem "Nie wieder Deutschland"-Programm. In einem Flammenartikel wurde kürzlich in einer Sonntagszeitung gefordert, der deutsche Staat solle "Islamschulen und Moscheen" bauen sowie islamische Rundfunkräte institutionalisieren.

Das ist immer wieder erstaunlich: Diejenigen, die sonst so aggressiv auf der Trennung von Staat und Kirche bestehen, bekommen angesichts des Islam weiche Knie. Die katholischen Kirchen werden als Bollwerke der Reaktion gesehen, doch angesichts einer Koranschule schimmert dem Multikulti-Versteher das Auge.

Wie lächerlich wollen wir uns noch machen? Es wird Zeit, dass wir diesen Mehltau an Vermurkstheiten abschütteln - und es geschieht. Schon seit geraumer Zeit macht sich eine neue, unbekümmerte Generation hörbar und sichtbar, im Kino genauso wie in der Literatur oder im Pop. Sie ist kosmopolitisch, sie ist unverkracht, und sie ist Deutschland.

Die Nachkriegszeit ist endgültig vorbei. Neue Stürme fegen durch die ganze Welt. Es gibt einiges zu tun. An die Arbeit.“

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Das rufen wir auch allen zu, die sich um die Potsdamer Garnisonkirche kümmern.

„Kein Unglügk ewigk“

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