Die Stiftung Preußisches Kulturerbe
vorm. Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
trauert um ihre Stifterin
Charlotte von Hinckeldey, geb. Kugel
Solingen *26.06.1919 – Madrid +16.03.2007
Zusammen mit ihrem Mann
Joachim-Hans von Hinckeldey
Berlin * 30.03.1915 – München +06.12.2004
trat sie nachhaltig und wirkungsvoll für die Pflege preußischer Traditionen
sowie für die Erhaltung und Wiederherstellung preußischer Kulturwerte ein.
Dabei bleiben ihrer beider Wegmarken für Potsdam im wiedervereinigten Deutschland:
• Einweihung des neugeschaffenen Potsdamer Glockenspiels am 17. Juni 1987 beim
Fallschirmjägerbataillon 271 in Iserlohn.
• Überführung des Geläutes nach Potsdam, von wo es seit dem 14. April 1991 zeitlos
gültig wieder „Lobe den Herrn, den mächtigen König der Ehren“ und „Üb’ immer
Treu’ und Redlichkeit“ über das Havelland klingt.
• Einsatz für die Spendensammlung zum Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche
seit 1990 auf Bitten der Stadt Potsdam.
• Errichtung der Stiftung PREUSSISCHES KULTURERBE im Jahre 2001.
Mit Begeisterungsfähigkeit und Beständigkeit wussten beide
Eheleute v. Hinckeldey
Freunde Potsdams anzuregen, zum Wiederaufbau der Garnisonkirche als
Denkmal und Symbol für das christliche Preußen beizutragen.
Dafür stehen heute als Projektrücklage 5,72 Millionen Euro zur Verfügung.
Wir werden das Andenken an unsere Stifterin und ihren Mann
in Treue und Dankbarkeit ehrend bewahren.
Für den Stiftungsrat
Max Klaar
53173 Bonn-Bad Godesberg

Potsdam, im Mai 2007
Meine sehr verehrten Damen und Herren!
Zitat des Monats
„Ich liebe Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Ordnung, Fleiß, Respekt vor der Obrigkeit, was mir heutzutage oft fehlt. ... Eltern haben nichts zu sagen, Lehrer haben nichts zu sagen, Polizisten haben nichts mehr zu sagen, alle Institutionen, die das gemeinsame Leben regeln und mitgestalten, sind machtlos. Das ist für mich unerträglich. ... Wir gucken zu, wie unsere Kinder verrotten, verrohen und verblöden. Da wehrt sich der Preuße. Da bin ich ganz und gar humorlos.“
(Dominique Horwirtz, Schauspieler, in der Berliner Zeitung, 12./13. Mai 2007)
Im November 2006 meldeten wir Ihnen das Ende der Liquidationsphase unserer 2005 aufgelösten Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glokkenspiel (TPG). Im März 2007 legten wir dem Finanzamt Iserlohn den vom Wirtschaftsprüfer erstellten Abschlussbericht vor. Nach Billigung des Berichtes werden wir beim zuständigen Amtsgericht die Vereinslöschung notariell abschließen.
In der Liquidation hatten wir insgesamt 240.000 € für andere gemeinnützige Zwecke umzuleiten. Das ist geschehen. Somit können wir Ihnen heute als erfreuliche Spendenkontostände angeben:
-5,72 Mio. € Projektrücklage für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche;
-55.600 € Auskehrbetrag aus der Spendensammlung unserer Stiftung im Jahr 2006 für die Erhaltung preußischer Kulturwerte.
Haben Sie nochmals sehr, sehr herzlichen Dank für alle Mithilfe; Sie sind uns wirklich Ermutigung. Über die Verwendung Ihres bis Ende 2006 eingegangenen Geldes geben wir Ihnen dazu die erforderliche
Rechenschaft
Die Sacrower Heilandskirche hatte um Hilfe bei der Orgelfinanzierung gebeten; wir sammelten. Als wir überweisen wollten, hieß es: „Kein Bedarf mehr.“ Inoffiziell genannter Grund: Unsere Bedingungen seien unannehmbar. Kommentar: Wir hatten keine Bedingung genannt.
Ebenso inoffiziell ließ man uns wissen, dass zwar noch 40.000 € fehlen, man habe aber „Probleme mit der Person des SPK-Vorsitzenden“. Dazu kein Kommentar. Da Sie aber Spenden dafür gaben, müssen wir Ihnen diesen Sachverhalt mitteilen.
Also galt es, den Auskehrbetrag Ihrer Spenden anders aufzuteilen.
Es erhielten:
-30.000 € die Gemeinde St. Peter und Paul, Potsdam, zur Renovierung eines Seitenaltares.
Propst Müller schrieb Ihnen u.a.:
„30.000,- € sind auf unserem Kirchkonto von der Stiftung Preußisches Kulturerbe für die Restaurierung und Aufstellung des rechten Seitenaltares in der Propsteikirche eingegangen. Es handelt sich dabei um das Original, das der Soldatenkönig, Friedrich-Wilhelm I., seinen katholischen Soldaten als Hauptaltar für ihre Kirche stiftete. Sagen Sie bitte allen Spendern ein herzliches „Vergelt’s Gott!“ weiter und unseren herzlichen Dank mit übergroßer Freude für die Erfüllung eines lang gehegten Traumes.“
-7.000 € die ev. Gemeinde St. Nikolaus, Beuster, zur Sanierung der elektrischen Anlage der Kirche. Für den Kirchenvorstand schrieb Ihnen Friedrich-Christoph v. Saldern u.a.: „ Hocherfreut danke ich Ihnen auch im Namen unserer Pfarrerin, Frau Verona Benecke, für die großzügige Spende von 7.000 € zur Erneuerung der Elektrifizierung und den Einbau von Lüftungsfenstern in unserer ehrwürdigen, romanischen Kirche. Als dreischiffige Basilika von 1172 ist sie eine der ältesten Backsteinkirchen Deutschlands. Bitte sagen Sie Ihren Spendern unseren Dank.“
-9.000 € der Förderverein der ev. Klosteranlage Jerichow, zur Renovierung der Kirchenfenster. Pfarrer i.R. Leudesdorff, der als junger Student einst auf Helgoland die deutsche Flagge hisste und dadurch die weitere Bombardierung und Zerstörung der Insel durch die Engländer unterband, schrieb Ihnen u.a.: „Mit großer Freude erhielten wir die 9.000 € zur Erneuerung der maroden Fenster der Stiftskirche St. Marien/St. Nicolai. Dieser erstaunlich stilrein erhaltene, älteste Backsteinbau östlich der Elbe kann damit das dritte der drei hohen Westfenster als Neugestaltung erhalten. Unser herzlicher Dank gilt allen, die mit uns in Jerichow wertvollstes preußisches Kulturerbe bewahren.“
-3.000 € die ev. Kirche St. Marien auf dem Berge, Boitzenburg, zur Restaurierung des Altares. Pfarrer Martin Zobel schrieb Ihnen u.a.: „Für die Unterstützung der Restaurierung des Altartisches in Höhe von 3.000 € möchte ich mich im Namen der Kirchengemeinde recht herzlich bedanken. Nun können die Arbeiten beginnen, nach deren Abschluss wir Ihnen eine Fotodokumentation schicken wollen. Bitte geben Sie unseren Dank an Ihre Spender weiter.“
-6.557 € die Rücklage Garnisonkirche aus Spenden für diesen Zweck.
*****
Sie sehen, da sind durchaus Gemeinden, bei denen Sie mit Ihren Spenden große Freude und Dankbarkeit auslösen
– das geben wir hiermit gerne an Sie weiter, weil Ihnen der Dank ganz allein gebührt.
Ein Ruf ohne Echo wäre nichts Wert.
Als Ihr Echo übersandten Sie uns seit Januar 2007 schon wieder 12.000 €, und so sind wir in Ihrer aller Schuld. Danke, dass Sie so mit uns auf dem Weg sind für unser Brandenburg-Preußen. Ihre Gaben sind stets Taten nach dem Motto: Was Du als notwendig erkennst, das tu, sonst tut es keiner. Es ist Ihre Tat, die zählt.
Auch die ev. Nikolaikirchengemeinde, Potsdam, ist Ihnen für alle Mithilfe dankbar. Wir teilten Ihnen schon mit, dass wir für 40.000 € die Restaurierung eines der vier die Kirchenkuppel umrahmenden Zinkguss-Engel übernommen haben.
Frau Pastorin Weichenhan erklärte uns, dass die angelaufene Restaurierung ihrer Kirche insgesamt sechs Millionen Euro kosten würde, wovon die Nikolai-Gemeinde zwei Millionen Euro selber aufbringen müsse. Also sei jede weitere Mithilfe dringend erbeten und dankbar angenommen.
Sie schlug vor, dass unsere Stiftung sich als lohnendes Projekt doch vornehmen könnte, das neue vierstimmige Bronze-Rufgeläut beizusteuern. Auch die Nikolai-Kirche musste im Krieg ihre Bronzeglocken abgeben und konnte später nur drei Stahlglokken beschaffen, die zusammen mit einer aus der Garnisonkirche geretteten Bronzeglocke „Dienst“ in der Nikolai-Kirche taten. Nun soll im Rahmen der Gesamtsanierung wieder das ursprüngliche Bronzegeläut entstehen.
Meine Damen und Herren, die Kosten dafür werden mit ca. 100.000 € angegeben, die wir gerne aufbringen möchten. Besonders interessant wäre dabei, die alte Glocke aus der Garnisonkirche zu gewinnen, die dann in der Nikolai-Kirche so lange zur Besichtigung lagern und aufgehoben werden könnte, bis sie in einem wiederaufgebauten Garnisonkirchturm ihren angestammten Platz erneut einnehmen würde.
Somit bitten wir Sie sehr herzlich, sich dieses Projektes anzunehmen, den beiliegenden Überweisungsträger zu nutzen und uns zu ermöglichen, der Nikolaikirchengemeinde mit einem großen Schritt voranzuhelfen.
Weitere Projekte bleiben:
-Stadtschloss Potsdam, hier haben wir zunächst 10.000 € fest zugesagt und halten das Geld für konkrete Sandsteinarbeiten an den Fortunaportalflügeln abrufbereit.
-Grabmal des Majors von Gilleshausen (gefallen 1918 in Frankreich) auf dem Berliner Invalidenfriedhof – die Renovierung kostet ca. 15.000 €. Das Projekt beschreiben wir im nächsten Rundbrief noch gesondert.
-Neptunbrunnen in Potsdam – für rund 60.000 € würden wir gerne einen Triton übernehmen, wenn die Spenden und Auskehrbeträge das erlauben.
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Damit haben wir vorerst einmal genug zu sammeln. Aber wir werden immer wieder gefragt, ob denn nicht auch für die Garnisonkirche weitergespendet werden kann. Ja, das können Sie. Wer das auf dem Überweisungsträger als „Verwendungszweck“ seiner Spende so deklariert, der erhöht mit seinem Betrag die Projektrücklage für die Garnisonkirche. Allerdings muss um der Redlichkeit willen gesagt werden, dass wir nicht wissen, wann die Projektrücklage so eingesetzt werden kann. Das wird von der weiteren Lageentwicklung abhängen.
Wie ist die Lage?
Anfragen beantworten wir stets mit folgenden Sachinformationen:
1. Der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche (GK) ist z.Zt. aus politisch-ideologischen und aus theologischen Gründen umstritten. Zusammen mit der nicht vorhandenen Finanzierung dürfte das auf absehbare Zeit den Wiederaufbau der Garnisonkirche verhindern. Sollte die Stadt ungeachtet dieser Situation und im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau des Stadtschlosses wünschen, das historische Stadtbild zu komplettieren, dann wäre die Beschränkung zunächst auf den Wiederaufbau des GK-Turmes eine Option; er wäre dann noch keine Kirche, sondern lediglich eine touristische Attraktion und ein wiedergewonnenes Wahrzeichen Potsdams. Auch für diese Bauausführung haben Stadt, Land Brandenburg und Ev. Kirche kein Geld.
2. Somit bleibt als einziger gangbarer Ausweg eine Sponsorenlösung.
3. Die 2003 gegründete Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche (FWG) hat sich in ihrer Satzung (§2) auf das „Nutzungskonzept“ der Ev. Kirche festgelegt, das eine Umwidmung des ehrwürdigen Gotteshauses durch Einrichtung eines Internationalen Versöhnungszentrums an der Potsdamer Garnisonkirche (IVZ) vorsieht. Die FWG kann angesichts ihrer bisherigen Sammelergebnisse weder den Bau der GK noch den des Turmes ausführen.
4. Die aus der TPG hervorgegangene Stiftung Preußisches Kulturerbe (SPK) kann das Geld der 2005 aufgelösten TPG als „Projektrücklage“ nur dann für den Wiederaufbau der GK oder des Turmes einsetzen, wenn die Garnisonkirche/der Turm im Äußeren originalgetreu gebaut und so genutzt wird, wie es ihrer/seiner Bedeutung als Denkmal und Symbol des christlichen Preußens entspricht. Das schließt eine Mitwirkung der SPK an der Realisierung des 2005 beschlossenen Konzeptes eines IVZ an der Garnisonkirche aus.
5. Der originalgetreue Bau zunächst nur des Turmes als unbefristete „Zwischenlösung“ war der Stadt Potsdam von der TPG 2003/04 vorgeschlagen worden. Das blieb unbeantwortet.
6. Es ist Sache der Stadt Potsdam, zu entscheiden, was Potsdam will. Es ist Sache der SPK, an den Projekten mitzuwirken, die ihr möglich sind. In Anwendung dieses Grundsatzes warten wir geduldig und interessiert die weitere Entwicklung ab und konzentrieren uns zwischenzeitlich auf weitere preußische Kulturwerte, die der Förderung bedürfen.
Nachrichten aus Potsdam
1. Der FWG-Vorsitzende, Hans-Peter Bauer, teilte uns mit, dass er nicht, wie im Rundbrief der TPG 2/06 irrtümlich und bedauerlicherweise angegeben, SPD-Angehöriger sei; vielmehr habe er zu keinem Zeitpunkt irgendeiner Partei angehört.
2. Ministerpräsident Platzeck (SPD) hatte der IVZ-Stiftung 100.000 € aus öffentlichen Lottomitteln zugesprochen, damit diese nun endlich gegründet werden könne. Das blieb nicht ohne Widerspruch der PDS, die forderte, dass nicht davon abgewichen werden dürfe, das Vorhaben Garnisonkirche nur mit Spendenmitteln zu realisieren.
Auch Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hatte 2006 schon abgelehnt, Lottomittel für das IVZ als „totes Stiftungskapital“ beizusteuern.
3. Aus mehreren Kreisen wurden wir im letzten halben Jahr zu Gesprächen über eine Zusammenarbeit beim jetzt geplanten Bauvorhaben des IVZ in der Garnisonkirche gebeten. Diese
Einladungen nahmen wir unter Verweis auf die gegenwärtige Lage s.o. nicht an. Wir haben nichts Neues zu sagen, alle unsere Positionen sind den Akteuren bekannt.
4. Die Garnisonkirche war Denkmal und Symbol des christlichen Preußens. Staatsverständnis, Staatsorganisation, Rechtssystem, kulturelles Leben, Wissenschaft und Lehre genau so wie Landesverteidigung und die Wirtschaft in Preußen hatten einen inneren Bezug zu dieser Religion, deren unterschiedliche Konfessionen „tolerieret werden“ sollten und auch wurden. Dieses christliche Preußen schuf Kulturleistungen ersten Ranges. Das bleibt in vielem zeitlos gültig und daher für die heutige Politik auf dem Weg des sich einigenden Europas richtungweisend. Unserer Stiftung geht es in dem Zusammenhang darum, König Friedrich-Wilhelm I. seine Kirche zurückzugeben, die wie kein anderes Bauwerk Preußens Zeugnis dafür ablegt, dass die Ächtung dieses Staates und seine Diffamierung als Vorläufer des Nationalsozialismus eben nichts als böswillige Propaganda und Verleumdung ist.
Deswegen lehnt unsere Stiftung die von der Ev. Kirche beabsichtigte Umwidmung der Garnisonkirche zu einem Mahnmal gegen NS-Verbrechen ab, sie wäre sonst nichts anderes als ein zeitgeistig rückwärtsgewandter „Sühne-, Buß- und Polittempel“ aber keine Kirche. Die Verwirklichung des IVZ geschieht definitiv ohne Beteiligung unserer SPK
Die Auswertung des IVZ-Nutzungskonzeptes fügen wir Ihnen zur Weitergabe an Interessierte wieder bei. An dieser Stelle seien daraus einige wenige Aussagen besonders genannt und kommentiert:
a. Seite 10, Zitat: „Die Garnisonkirche symbolisiert Preußens Gloria und Preußens Elend.“
Das ist eine völlig willkürlich und unzutreffende Unterstellung.
Zitat: „Die Schuldverstrickung ist eine mächtige Realität. ...Der unverwechselbare Ort mit seiner wechselvollen Geschichte wird auch in Zukunft in besonderer Weise nach Deutung verlangen.“
Diese Aussage kann nur machen, wer die wahren geschichtlichen Zusammenhänge der preußischen Ursprünge nicht kennt, sondern Propaganda-Geschichtslehren folgt.
b. Seite 8, Zitat: „Seither fordert das Nagelkreuz insbesondere uns Deutsche heraus, mit unserer schuldbeladenen Vergangenheit ... im Geiste der Wahrheit und der Versöhnung umzugehen.“
Das hat mit der Garnisonkirche nicht das Geringste zu tun.
c. Seite 11, Zitat: „Der Begriff der Versöhnung ist so positiv besetzt, dass er vor Missverständnissen und Missbräuchen geschützt werden muss. Die Inanspruchnahme billiger Gnade zur Selbstentlastung hat mit Versöhnung so wenig zu tun wie der moralische Appell an das ‚Gute im Menschen’.“
Das ist theologisch höchst zweifelhaft. Gott kennt nur Gnade; sie ist weder billig noch teuer – sie ist von dem Menschen nur unverdient zu empfangen – Gottes Gnade eben!
Zitat: „Die Einebnung des Unterschiedes von Tätern und Opfern ist ebenso unbiblisch wie die abergläubische Vorstellung von einer Wunden heilenden Zeit. ...“
Das ist in seiner Lieblosigkeit ebenso theologisch anzuzweifeln. Es hat nichts aber auch gar nichts mit der Garnisonkirche zu tun.
In dieser Logik der Konzeptschreiber müssten wir die Dresdner Frauenkirche schnell wieder abreißen, denn sie war der Dom der Deutschen Christen (Reichsbischof Müller); auch „Mein Kampf“ soll dort bis zur Zerstörung jahrelang auf dem Altar gelegen haben. Welche Anmaßung!
Was ist dagegen die eine Stunde am sogenannten Tag von Potsdam 1933? Das gute Symbol wurde missbraucht, es wurde dadurch aber nicht schlecht. Der Missbrauch spricht gegen den Missbraucher nicht gegen das gute Symbol. Wann hat die Ideologische Verblendung ein Ende?
*****
Wir laden zum Brandenburgischen Gespräch 2007 und fügen diesem Rundbrief allen Spendern Programm und Einladung gesondert bei. Wer teilnehmen möchte, antworte bitte schnell. Die Teilnehmerzahl ist auf ca. 200 begrenzt.
Unser Kompass bleibt auch fürderhin:
Gib, dass ich tu` mit Fleiß,
was mir zu tun gebühret;
wozu mich Dein Befehl
in meinem Stande führet.
Gib, dass ich`s tue bald,
zu der Zeit da ich`s soll,
und wenn ich`s tu`, so gib,
dass es gerate wohl!
Gott befohlen für heute – alle Mitstreiter in Stiftungsrat, Stiftungsvorstand und Büroleitung grüßen Sie in preußischer Verbundenheit. Im Namen aller bleibe ich stets
Ihr ergebener und dankbarer

Max Klaar
Oberstleutnant a. D.
DER IDEALE
STAAT
Berliner Republik: Das preußische
Modell weist den Weg aus
der deutschen Krise
Eberhard Straub
Der Staat Preußen, der seit jeher Träger des Militarismus und der Reaktion in Deutschland gewesen ist, hat in der Wirklichkeit zu bestehen aufgehört." Mit diesen knappen Worten wurde vor sechzig Jahren, am 25. Februar 1947, das Gesetz der Alliierten zur Auflösung des Staates Preußen eingeleitet. Das Gesetz war überflüssig, weil es Preußen nicht mehr gab. Aber Briten und US-Amerikaner wollten diesmal die Gelegenheit nutzen, die sie 1919 versäumten, nicht nur die Existenz Preußens auszulöschen, sondern möglichst auch die Erinnerung an Preußen, den Anfang alles Bösen und das Ende alles Guten.
Ein Deutschland ohne Preußen war für die meisten Deutschen überhaupt keine Zumutung. Sie zogen sich in ihre Heimaten zurück, in deutsche Lande, in denen sie sich von dem unheimlichen, von Preußen geschaffenen Deutschland erholten.
Nach tumultösen Umwegen waren die Deutschen wieder dort angelangt, von wo sie einmal ungeduldig aufgebrochen waren, um alles hinter sich zu lassen: im Reichsmarktflecken Kuhschnappel oder der Grafschaft Pumpernickel, also in Krähwinkel. Das schloss gar nicht aus, das Bruttosozialprodukt und den Export ununterbrochen zu steigern. Philistrosiät, Wirtschaftskraft und Gemütlichkeit vermählten sich wie einst im meistersingerlichen Nürnberg.
Ohne Preußen wurden deutsche Lande wieder zur Provinz. Es war einmal Preußen gewesen, das die isolierten, schlafmützigen und ängstlich-verträumten Deutschen in große Zusammenhänge versetzte und zu einer Nation verband. Der erste wahre und höhere eigentliche Lebensgehalt kam, wie Goethe, der in der Enge der Freien Reichsstadt Frankfurts litt, stets dankbar bemerkte, von Friedrich des Großen Taten im Siebenjährigen Krieg. Preußen, die Sachwalter Goethes und Schillers, die Berliner Romantiker und die mit beiden verbundenen Philologen, Historiker und Philosophen vermittelten den Deutschen eine Vorstellung von sich als Kulturnation. Diese weite Idee überwölbte auch später noch die engere Staatsnation seit 1871. Preußen, daszuerst die Österreicher im Siebenjährigen Krieg als raubgierige Militaristen schilderten, die den Frieden Europas bedrohten, hatte sich auch als eine geistige Macht erwiesen. Als solche wurde es übrigens damals auch von den Engländern und US-Amerikanern wahrgenommen.
Der Franzose Victor Hugo verwarf 1845 Österreich als Deutschlands Vergangenheit:
"Preußen ist seine Zukunft". Es übernimmt die Rolle in Deutschland, die Frankreich in Europa zufällt, zu befreien und zum Menschen zu bilden. "Frankreich und Deutschland sind im wesentlichen ganz Europa. Deutschland ist das Herz, Frankreich der Kopf." Gemeinsam müssten sie sich - pikanterweise - gegen das egoistische England wehren, welches die Freiheit nur als Privileg oder Spleen vereinzelter Aristokraten kennt, oder gegen die geistlosen US-Amerikaner, die den Menschen auf den Verbraucher reduzieren. Mit solchem Enthusiasmus konnte auch einmal von einem preußischen Deutschland als europäischer Hoffnung geredet werden.
Die Sachen zu verstehen, heißt sie zu komplizieren, sie in mannigfachsten Beziehungen in dieser Welt als Geschichte zu sehen mit ihrer nie vollständig zu erkennenden Wahrheit. Die Weisheit des großen Historikers und Kirchenvaters Augustinus, dass in der Geschichte "alles eben darum in einer Art wahr ist, weil es in einer Art falsch ist", bestätigt sich eindrucksvoll am Wandel der Einschätzung Preußens. Selbst die entschlossensten Verächter Preußens können nicht nur die Klischees von 1947 wiederholen. Diese langweilen längst und werden von einer lebhaften Neugierde auf Preußen verdrängt und entkräftet. Das ist eine Folge der Wiedervereinigung. Denn wohl oder übel ergänzten sich die Bruchstücke des von Preußen geschaffenen Deutschland zu einer neuen Einheit auf alten Grundlagen. Ein anderes Deutschland ließ sich vielleicht ersinnen, aber nicht verwirklichen, weil dafür eine breite Zustimmung fehlte.
Dadurch wird diese noch ganz unbestimmte Berliner Republik nicht preußischer. Sie empfängt aber eine vertiefte Perspektive durch eine erweiterte Geschichte. In der BRD wurde andächtig die Erinnerung an den Rheinbund und süddeutsches Brauchtum gepflegt. Das "Dritte Deutschland", das zwischen Österreich und Preußen gelagerte, sollte sich gleichsam in dem neuen Deutschland Bundesrepublik vollenden, das sich damit als ein altes, doch weniger problematisches erwies. Bayern oder Baden wuchs deshalb eine ungeahnte Bedeutung zu, die sie niemals besaßen.
In der DDR wich man nie so entschieden der preußischen Herkunft aus. Schließlich waren Marx und Engels bewusste Preußen. Ihr Sozialismus, ihre historisch-dialektische Methode konnte damals nur in Berlin entwickelt werden.
Der Marxismus gehörte zu den weltweit wirksamsten Gedanken, die von Preußen ausgingen. Ein Preußen ohne Lassalle, Marx und Engels würde nur plakativ noch nicht überwundene bürgerliche Vorurteile bestätigen. Das Preußen des lutherischen Pietismus, der Aufklärung, der bürgerlichen Klassik, der unbürgerlichen Romantik, der liberalen Reformen und der kapitalistischen Beschleunigung ließ sich als jeweils notwendiger Fortschritt auf dem Weg zum Sozialismus verstehen und anerkennen.
Aus dieser Vergangenheit nun winken wie mit Zauberhand Gedanken, Ideen, Kunstwerke, die während der wechselnden Metamorphosen der Gesellschaft immer wieder eine überraschende Gegenwart gewinnen können. Die geistigen Formen überdauern Zusammenbrüche und Untergänge. Gerade weil Preußen so fern liegt wie das antike Rom, lässt es sich als geistige Form so nahe rücken. Was Preußen auszeichnete, das hatten auch andere Staaten.
Aber am preußischen Beispiel kann man idealtypisch den Beamten, den Offizier, den Professor oder die großen Abstrakta Staatlichkeit und Staatbürgerlichkeit veranschaulichen.
Preußen ist also ein Modell, um die Welt von vorgestern zu begreifen. Nicht zuletzt, weil es das große Laboratorium des wissenschaftlich experimentierenden Bürgertum war, durchaus auch in der Absicht, eine andere Gesellschaft mit einem anderen Menschen zu ermöglichen. In diesem Sinne findet Preußen wachsende Aufmerksamkeit.
Eine Angst vor Preußen hat sich erledigt. Es ist nur noch Geschichte, so dass mittlerweile die Brandenburger mit ihren Erinnerungen harmlos spielen können wie die Bayern - ohne selbst geistige Bonner, die aus Gewissensgründen Preußen ablehnten, noch in Schrecken versetzen zu können.
Soll das in der Garnisonkirche Wirklichkeit werden?
Haben alle die, die das Vorgehen der Stadt Potsdam und der Ev. Kirche beim Wiederaufbauvorhaben unterstützen, wahrheitsgemäße Informationen über das, was sie damit fördern?
Das im März 2005 vorgestellte „Nutzungskonzept für die Potsdamer Garnisonkirche“ belegt eindeutig:
• Architektonische Änderungen innen und außen, deren Umfang sich erst ermessen lässt, wenn die dazu vorgesehenen „international auszuschreibenden Wettbewerbe“ abgeschlossen sind. (Dresden zeigt aber: Eine originalgetreue Rekonstruktion braucht KEINE „internationalen Wettbewerbe“.)
• Einrichtung des Internationalen Versöhnungszentrums in der GK.
• Inhaltliche Neuinterpretation (also Umwidmung) der GK und dazu passende Nutzung als volkspädagogische Bildungsstätte für „Versöhnungsarbeit und Geschichtsunterricht“
(Bischof Huber, SPD).
Im Vorwort des „Nutzungskonzeptes“ heißt es, man habe sich bei der Frage, ob Gott seinen heiligen Namen in dieser Kirche wohnen lassen sollte, von der „demütigen Rede König Salomons bei der Einweihung des Tempels in Jerusalem“ (1. Könige, 8) „inspirieren lassen“.
Solche Inspiration durch den weisen und frommen König hat das „Nutzungskonzept“ aber ganz offensichtlich nicht erfasst.
Im Kern jener Rede heißt es doch, „... und wenn sie dann von ganzem Herzen zu dir umkehren und dort zu dir beten ...“ Also, sollte die „Inspiration“ wirken, müsste es doch gerade darum gehen, diese Kirche wieder als Kirche aufzubauen und zu nutzen. Was man statt dessen will, belegt das „Nutzungskonzept“.
Daraus einige Zitate:
a. Nutzung des geplanten Gebäudes als „Internationales Versöhnungszentrum an der Potsdamer Garnisonkirche“ (Seite 3) „... weil es uns nicht um Restauration geht, sondern um inhaltliche Neuinterpretation ...“ (Seite 2). Deswegen solle die Garnisonkirche „mit ihrer zweideutigen Geschichte ein exponierter Lernort und eine verheißungsvolle Zukunftswerkstatt werden“ (Seite 2)
b. „Die Garnisonkirche symbolisiert Preußens Gloria und Preußens Elend. .... Die Schuldverstrickung ist eine mächtige Realität. ...Der unverwechselbare Ort mit seiner wechselvollen Geschichte wird auch in Zukunft in besonderer Weise nach Deutung verlangen.“ (Seite 10)
c. „Seither fordert das Nagelkreuz insbesondere uns Deutsche heraus, mit unserer schuldbeladenen Vergangenheit ... im Geiste der Wahrheit und der Versöhnung umzugehen.“ (Seite 8)
d. „Der Begriff der Versöhnung ist so positiv besetzt, dass er vor Missverständnissen und Missbräuchen geschützt werden muss. Die Inanspruchnahme billiger Gnade zur Selbstentlastung hat mit Versöhnung so wenig zu tun wie der moralische Appell an das ‚Gute im Menschen’.
Die Einebnung des Unterschiedes von Tätern und Opfern ist ebenso unbiblisch wie die abergläubische Vorstellung von einer Wunden heilenden Zeit. ...“ (Seite 11)
e. „Und unter dem Dach dieser Kirche sollen interessierte Bürger und politische Entscheidungsträger, engagierte Friedensaktivisten und verantwortliche Militärs in fairen Gesprächen ebenso um Themen der Friedenserhaltung, der gewaltfreien Konfliktlösung und des heilsamen Umgangs mit persönlicher und gesellschaftlicher Schuld ringen können wie die Vertreter der modernen Medien und der sozial- und globalisierungskritischen Organisationen.“ (Seite 7)
f. „Die Garnisonkirche kann also zum Raum werden für Vorträge, Seminare, Podien und Workshops zu politischen, sozial- und geistesgeschichtlichen, kulturellen und ethischen Themen. Hier sollte der Diskurs über die Deutung der Geschichte und die Handlungskonzepte der Gegenwart mit Wissenschaftlern und Schülern, mit Militärs und Kriegsdienstverweigerern, mit Wirtschaftsmanagern und Gewerkschaftern geführt werden. (Seite 10)
g. Neben der intellektuellen Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart sind aber auch Veranstaltungen mit künstlerisch-kreativem Schwerpunkt denkbar. ... So könnte auch für andere Zielgruppen eine Auseinandersetzung mit den Symbolen der Geschichte geschehen. Darüber hinaus können Konzerte, Lesungen, Theatervorstellungen oder Filmaufführungen in der Garnisonkirche stattfinden.“ (Seite 10).
*****
Bis dahin ist von Kirche keine Spur! Die auch vorgesehenen Gottesdienste lassen angesichts solcher „Neuinterpretation“ eher politische Kanzel-Predigten erwarten. So spaltet man Gemeinde schon jetzt.
Die Garnisonkirche soll wie jede Kirche der Ort zur Anrufung Gottes und zur Verkündigung seines Wortes sein. Das wollte König Friedrich-Wilhelm I. auch in diesem Gotteshaus, wie sein Regierungsmotto beweist: „So ich nun baue Stadt und Land und mache nicht Christen, ist alles nichts nütze!“ Wie modern – daran fehlt es in unserem Land – das gilt es wieder zu bekennen. Wäre das das „Nutzungskonzept“, wie es das der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel und das der Stiftung Preußisches Kulturerbe war, ist und bleibt, dann hätte die Rede König Salomons die Programmschreiber wirklich „inspiriert“.
Wir fordern: KEINE Symbolbrüche an der Garnisonkirche – sie soll
• im Äußeren originalgetreu wiedererrichtet werden und
• im Inneren den christlichen Konfessionen als Kirche dienen, in der der Ökumene besonderer Raum zu geben ist.
• Aus der Garnisonkirche ist Kirchenspalterisches herauszuhalten; in ihr sind auch keine Institutionen unterzubringen.
Leitung der Garnisonkirche und Kosten
Zitat aus dem Nutzungskonzept, Seite 23
4.1. Trägerschaft und Baugesellschaft
„Die Evangelische Kirche (....), das Land Brandenburg und die Stadt Potsdam bilden gemeinsam eine kirchliche Stiftung, die Eigentümerin des Grundstückes und der Garnisonkirche, Betreiberin und Trägerin der Kirche und Trägerstruktur für das Internationale Versöhnungszentrum ist. Damit werden die Beteiligten ihrer gemeinsamen Verantwortung für das Wiederaufbauprojekt gerecht und sichern der künftigen Stadt- und Symbolkirche und dem Versöhnungszentrum eine Zukunft unabhängig von der Entwicklung der öffentlichen und kirchlichen Haushalte. Im Kuratorium der kirchlichen Stiftung haben die Vertreter der Kirche die Stimmenmehrheit. Eine Kirchengemeinde soll an der Garnisonkirche nicht gebildet werden.“
(So sichert man die Durchsetzung der Politisierung der Garnisonkirche und ihren Missbrauch für Volkspädagogik, ohne dass der Gemeindekirchenrat einer Personalgemeinde Kontrolle ausüben kann. Das ist im Ansatz bereits die Verhinderung demokratischer Strukturen und Mitbestimmung der Gemeindeglieder.)
4.4 Finanzierung (Seite 24 und 25) „ ...... Die Personalkosten, laufenden Betriebskosten und die Sachkosten der Stadt- und Symbolkirchenarbeit und des Internationalen Versöhnungszentrums an der Garnisonkirche werden durch die Trägerschaft finanziert werden. Dazu sind sowohl Erträge aus dem Eintritt in die Kirche, aus den Turmbesteigungen, den Vermietungen der Kirche und aus Verkäufen zu erzielen als auch Spenden und Kollekten von den Besuchern der Garnisonkirche und Dritt-Mittel für spezielle Veranstaltungen einzuwerben. ..... Folgender Entwurf für einen Kosten- und Finanzierungsplan der Trägerstiftung soll einen Eindruck vermitteln, wie es möglich sein könnte, das Internationale Versöhnungszentrum und die Garnisonkirche auch wirtschaftlich zu betreiben.
Einnahmen Spenden / Kollekten 30.000 €
Zuschüsse für Veranstaltungen 16.000 €
Gebühren für Führungen 10.000 €
Entgelte für Vermietungen 16.000 €
Eintritt für Turmbesteigungen
(1000 Besucher täglich im Sommer = 200.000 275.000 €
und 500 Besucher täglich im Winter = 75.000 je a 1 €)
Merchandising (0,5 € PRO Besucher) 138.000 €
Stiftungserträge 30.000 €
Unterstützung durch die Fördergesellschaft 40.000 €
Summe 555.000 €
Ausgaben Personalkosten
Direktor / in 75.000 €
Pädagog / in 45.000 €
Besucherbetreuung 50.000 €
Anteil Stadtkirchenpfarrer / in 25.000 €
Sekretariat 40.000 €
Haus- und Kirchenwart 35.000 €
Honorarkräfte, Praktikanten, SAM 40.000 €
Sachkosten für Veranstaltungen 30.000 €
Sachkosten für Büros 15.000 €
Sachkosten für Besucherbetreuung und Öffentlichkeitsarbeit 30.000 €
Betriebskosten 80.000 €
Gebäudeunterhaltung / Erhaltung 90.000 €
Summe 555.000 €

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