Meine sehr verehrten Damen und Herren!
Die Sammlung für den Wiederaufbau des Turmes der Garnisonkirche
steht bei über 4 Mio DM. Ich fühle mich tief in
Ihrer Schuld und danke Ihnen auf diesem Wege sehr, sehr
herzlich für Ihre tätige Mithilfe. Wir werden
es schaffen.
• Potsdam-Information -
1. Oberbürgermeister Matthias Platzeck (SPD)
wurde am 27. September 1998 im ersten Wahlgang ins Amt gewählt.
Zuvor hatte er sich dezidiert für den Wiederaufbau
des Turmes der Garnisonkirche in alter Form und an alter
Stelle ausgesprochen. Gleichzeitig trat er für die
Wiedergewinnung der gesamten historischen Potsdamer Innenstadt
ein.
In Ihrer aller Namen gratulierte ich ihm zum Amtsantritt.
Darauf antwortete Herr Platzeck am 02.02.1999:
„Ich danke Ihnen von Herzen für die guten Wünsche
anlässlich meiner Wahl zum Oberbürgermeister.
Lassen Sie mich nicht nur für diese guten Wünsche
meinen Dank aussprechen, sondern vor allem und in erster
Linie für Ihr unermüdliches Wirken zugunsten Potsdams.
Ein Stadtbild lebt von Proportionen seiner historischen
Entwicklung- Straßenräume, Platzproportionen
und Kubaturen der städtischen Bebauung sind verantwortlich
für den ersten Eindruck einer Stadt. Ein bestimmendes
Element der Potsdamer Stadtgeschichte war die Garnisonkirche
und insbesondere ihr Turm.
Unsere Herangehensweise ist geprägt vom Grundsatz der
behutsamen Wiederannäherung an das historische Stadtbild,
und bei diesen Überlegungen ist der Wiederaufbau der
Garnisonkirche zweifellos eine der herausragendsten Fragestellungen.
Allerdings muss dem ein demokratischer Willensbildungs-
und Entscheidungsprozess vorgeschaltet werden. Dies wird
im Zusammenhang mit der Diskussion um die Gestaltung von
Potsdams Mitte geschehen.
Bitte geben Sie meinen herzlichen Dank an alle Spender weiter.
Mit Geduld, Weitsicht und einer großen Portion Liebe
zu unserer Stadt, die ich bei Ihnen ja unterstellen kann,
werden wir Potsdam zu einer schönen Stadt gestalten,
die ihre Geschichte nicht verleugnet.
Mit freundlichen Grüßen Ihr Matthias Platzeck“
2. Aus dem kirchlichen Raum
gibt es auch Ermutigendes zu berichten. Das Form Ost-West
(von evangelischen Christen gegründet) veranstaltete
vom 19. bis 21.02.1999 in Schloss Petzow eine Tagung zum
Thema Wiederaufbau der Garnisonkirche.Theologen, Architekten,
Städteplaner, Politiker und Interessierte diskutierten
drei Tage und kamen zu dem Ergebnis:
„Ein eindeutiges Ja zum Wiederaufbau der Potsdamer
Garnisonkirche als städtebaulichem Akzent und Stätte
der Begegnung und des Nachdenkens, sowie die Absicht, die
Potsdamer Bürgerinnen und Bürger zu einem Dialog
um die Wiederherstellung von Potsdams Mitte einzuladen.“
(PNN 23.02.1999)
Dies kommt der Absicht von OB Matthias Platzeck, einen demokratischen
Willensbildungsprozess vorzuschalten, sehr entgegen. Unstrittig
waren auch die Melodien des Glockenspieles als Mahnung über
der Stadt. Am Beispiel des Wiederaufbaues der Dresdener
Frauenkirche führte Dr. Köckeritz vor, wie eine
solche Aufgabe durch private initiative zum Wohl einer Stadt
erfolgreich angegangen werden kann.
Die Vorsitzende des Forums Ost-West Frau Dr. Carola Wolf,
führte zu Tagungsschluss an, dass der Bau des heftig
kritisierten Potsdam Center am Bahnhof sogar eine positive
Seite habe. So hätte das „monströse Bauwerk
unter der Bevölkerung nicht nur Wut und Erschrecken
ausgelöst“, sondem auch die Erkenntnis: „Wir
müssen Potsdam retten“. Diese Schock gäbe
Hoffnung auf ein wachsendes Bürgerbewusstsein für
die Wiederherstellung von Potsdams Mitte; dann seien Stadtschloss
und Stadtkanal eingeschlossen. Das billigten alle Tagungsteilnehrner.
Während der Tagung wurden Informationslücken aber
die Zielsätzung unserer Vereinigung sichtbar. Große
Zustimmung fand unsere Arbeit aber bei allen als Superintendent
Günther Schalinski den § 2 unserer Satzung zitierte.
Wegen des Verbreitungsgrades unserer ‚Rundbriefe“
hier noch einmal der Sazungstext:
§ 2 Zweck und Ziel
(1) Oberster Zweck des Vereins ist das Samineln von Spenden
für den Wiederaufbau der Hof- und Garnisonkirche zu
Potsdam. In dieser Tätigkeit handelt die Traditionsgemeinschaft
als Kirchbauverein.
(2) Nach dem Wiederaufbau der Hof- und Gamisonkirche können
auch andere historische Bauten Potsdams gefördert werden,
um architektonische Leistungen aus der Vergangenheit als
Denkmäler zu erhalten oder wieder herzustellen.
(3)Im Rahmen besonderer Traditionspflege verfolgt der Verein
auch den Zweck, durch Unterhalten des Glockenspieles in
Potsdam und durch Öffentlichkeitsarbeit für den
Wiederaufbau der historischen Potsdamer Mitte zu werben
sowie Regierende und Bürger gleichermaßen aufzufordern
• zum Gehorsam gegen Gottes Gebote und
• zu Treue und Redlichkeit im Umgang der Menschen
in Staat und Gesellschaft miteinander.
Durch den moralischen Appell des Glockenspieles soll auf
die Entwicklung einer Europäischen Bürgergesinnung
hingewiesen werden, die aufbauen kann auf
• Toleranz
• Rechtsstaatlichkeit,
• demokratischer Umgang miteinander
• sozialem Ausgleich.
Der Verein fördert bei entsprechenden Vermögensstand
auch Studenten (durch Preise und/oder Stipendien), deren
Studien/Arbeiten vorrangig zum Ziel haben:- Einigung Europas
(Lehren aus der preußischen Geschichte für das
patriotische Handeln unterschiedlicher Nationalitäten),
• ökumene (Förderung durch Toleranz und
Zusammenarbeit christlicher Konfessionen),
• Restaurierung von Kulturdenlanälern,
• Wiederaufbau von Kulturdenkmälern als Zeugnisse
von Fertigkeiten preußischer, deutscher Architekten
und Künstler.
(4) Der Verein hat das Ziel, nach Verwirklichung der staatlichen
Einheit Deutschlands nun zur inneren Einheit der Deutschen
und zur europäischen Einigung bestmöglich beizutragen
sowie geistig und finanziell den Wiederaufbau der Garnisonkirche
und anderer historischer Bauten Potsdams zu fördern.Der
Verein wird sich zur geeigneten Zeit auflösen und sein
Vermögen in eine gemeinnützige Stiftung übergeben,
die die Garnisonkirche und andere Baudenkmäler Potsdams
erhält sowie Verantwortungsträger in Staat und
Gesellschaft in Seminaren weiterbildet, Dabei soll die Frage
im Vordergrund stehen: „Wie müssen wir handeln,
wenn wir uns für unser
Tun vor Gott und den Menschen verantwortlich wissen?“3.
Verantwortlich vor Gott und den Menschen fühlten sich
die Regenten Brandenburgs und Preußens und schufen
so die Voraussetzungen für Deutschlands Staatwerdung.
Bismarcks Reich (siehe Rundbrief Juni 1998) war davon geprägt.
Friedrich - Wilhelm I (der Soldatenkönig) legte mit
seinem Regierungsmotto besonderes Zeugnis dafür ab:
„So ich nun baue Stadt und Land und mache nicht Christen
ist alles nichts nütze.“
Wie denkwürdig ist du in einer Zeit, in der ein Regierungschef
und einige seiner Minister ihren Amtseid ablegen ohne die
Bekräftigung „so wahr mir Gott helfe“
Glaubt man im Ernst, allein aus menschlichem Können
heraus Staatslenkung bewerkstelligen zu können? Die
Zusammenbrüche der atheistischen Diktaturen belegen
das Gegenteil.
Bemerkenswert war auch, als wir am 25.02.1999 erfahren durften,
dass im Andachtsraum des Reichstages eine extra eingebaute
Stufe nach Mekka weist. Ein Kreuz sei aber nicht zu sehen.
Diener seines Staates kann man nur wirklich sein, wen man
sich seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen bewusst
ist und daraus seine Arbeit ableitet.
• So schafft man ein gerechtes Recht, wodurch die
Herrschaft des Menschen über Menschen erst erträglich
wird. Der Rechtsstaat setzt die Freiheit von Furcht in die
Tat um. Die christliche Religion ist die Quelle solchen
Rechtes. Ohne diese Quelle geht Macht vor Recht der Willkürstaat
ist die Folge, unter dem sich der Mensch krümmt. Daraus
folgen Kerker, Vertreibung, politischer Mord, Unterdrückung
und daraus wiederum Aufstand, Revolution und oft genug auch
Zerstörung.
• So lässt man dem Anderen gegenüber Toleranz
gelten, wenn der sich tolerant verhält, was eine Bedingung
auf Gegenseitigkeit ist, wenn die Gesellschaft in Frieden
leben soll (das Verhalten der Kurden in unserem Land macht
auf bedrückende Weise deutlich, dass hier Grenzen überschritten
sind).
• So geht man mit dem Anderen demokratisch um, denn
er ist wie ich ein Geschöpf des einen Gottes mit gleichem,
unveräußerlichein Menschenrecht. Aus dieser Scheu
heraus verbietet sich Gesellschaftsveränderung in einer
Weise, die Sitte und Anstand verletzt (dies ist gerade die
Kampfmethode der 68-er).
• So schafft man den sozialen Ausgleich, weil der
unverschuldet in Not Geratene mein Nächster ist, den
ich lieben soll wie mich selbst. Hilfe zur Selbsthilfe heißt
das, aber nicht Erziehung zur Faulheit und Drückebergerei
durch soziale Hängematte.
Wer so regiert, der verschwendet nicht, sondern geht mit
dem Steuergeld des Bürgers sparsam, also verantwortbar
um.
Wer so regiert, tut im Vertrauen auf Gottes Hilfe mutig
und tapfer auch gegen Widerstände, was getan werden
muss, um Schaden vom Volk zu wenden und seinen Nutzen zu
mehren.
Wer sich auf Gott verlässt, erkennt seine Pflicht im
Amt, woraus er keine Sonderrolle aus Eigennutz ableiten
kann. Allein dem Gemeinwohl gilt es zu dienen.
Das ist der Teil Preußens, der durch gottgläubige
Hohenzollern erarbeitet und uns überliefert wurde.
Ein von Ziethen, der vom Gottesdienst kam, konnte so seinem
König, der ihn wegen seines Zuspätkommens zurecht
weisen wollte, sagen „Erst kam der Dienst an der ewigen
Majestät, jetzt diene ich Euer Majestät! „Ein
von der Marwitz konnte so seinem König den Gehorsam
verweigern als er ohne Sinn Hubertusburg schleifen sollte.
Er behielt seinen Kopf musste aber seinen Dienst quittieren.
„Wählte Ungnade da, wo Gehorsam keine Ehre brachte“
auf Marwitzens Grabstein leuchtet bis heute ehrenvoll und
beispielhaft in unsere Herzen.
Ein General von York konnte sich so dem allerhöchsten
Befehl mit den Worten verweigern: „Majestät nehmen
Sie meinen Kopf, aber ich kann nicht gegen mein Gewissen
handeln!“
„Gehorsam ist Prinzip, der Mann steht über dem
Prinzip“ ist dan wohl die säkulare aber zutiefst
preußische Formel solcher Charakterhaltung.
Die Freiheit des Christenmenschen beweist sich vor dem Gewaltherrscher.
Wer Gott höher achtet als den Dikator, zwingt diesen
in die Knie. Somit sind die Sonntagsgebete in der ehemaligen
„DDR“ und die anschließenden Demonstrationen
mit das Kostbarste, was Deutsche je für unser Land
taten. Wir schulden ihnen dafür Dank. Die Gebete gaben
ihnen die Kraft, bange Herzen zu überwinden. Die Menschen
gingen in Leipzig und dann landesweit auf die Straße,
stellten den Stasi-Soldaten Kerzen zwischen die Stiefel,
der Bann der Diktatur brach, brausend und mit revolutionärer
Kraft hörten wir: „Deutschland einig Vaterland“,
„Wir sind das Volk“ und „Stasi in die
Produktion“.Der Chtist ist frei und werde er in Ketten
geboren. In schwerer Lage kommt es immer auf den Glauben
an, der weiß, dass Gott der Herr seine Taten durch
uns Menschen tun lässt - dabei liegen sowohl hohes
Glück als auch tiefes Unglück in seiner gütigen
Hand. Auf was auch immer unser Leben zusteuert im Vertrauen
auf Gottes gute Führung lässt sich das schwerste
und schwierigste Werk beginnen und zu einem guten Ende bringen.
Das ist der Teil Preußens, der heute Gültigkeit
hat, weil er zeitlos ist und deshalb weit in die Zukunft
weist.
Wie anders wollen wir denn Europa bauen? Etwa ohne Gottes
Hilfe? Etwa ohne Gehorsam gegen die Gebote? Untreu? Unredlich?
Verschwenderisch? Eigennützig? Durch persönliche
Vorteilsnahme im Amt? Pflichtvergessen? Ohne Sitte und Anstand?
Und so könnten wir fortfahren. Was für eine Herrschaft
hätten wir dann über uns?
Was für ein Verständnis von Staat und Kultur hatten
wir, wenn beispielsweise die Politik zum Schutz nach außen
Streitkräfte unterhielte und den Soldaten in den Einsatz
befähle, seinen Dienst aber als „Mörderdienst“
ungestraft denunzieren ließe und sein Sterben in Pflichterfüllung
für „Volk und Land durch einen „Kulturminister“
verhöhnt wurde?
Die deutsche Politik schickt heute Soldaten der Bundeswehr
auf den Balkan. Wir wollen dafür beten, dass unsere
Vater, Söhne, Männer und Brüder gesund zurückkommen
- sie gehen nur auf Befehl der Politik los und baden die
Fehler europäischer Politik aus. Das tun sie wieder
einmal ihrem Eid gemäss und setzen dabei wie eh und
jeh Gesundheit und Leben ein. Sie haben Anspruch auf unsere
Achtung und Anerkennung
4. Leserecho
Allen die uns schrieben danke ich auf diesem Wege sehr
herzlich. Ihre Meinung ist uns sehr wichtig, auch wenn sie
noch so kritisch ist.
Punkte von allgemeinem Interesse können so aufgegriffen
werden. Das wurde im Vorstehenden versucht.
Auch für Anerkennendes artigen Dank.
5. Die Geschäftsstelle wurde nach 53173 Bonn, Rheinallee
55 verlegt wodurch auch ein Wechsel in der Geschäftsführung
nötig wurde.
Wir danken an dieser Stelle Frau und Herrn Essert für
die geleistete Arbeit in Iserlohn und wünschen Herrn
Buss für seine verantwortungsvolle Aufgabe viel Erfolg
und Gottes Segen zum Wohl unserer Gemeinschaft.
6. Unterm Glockenspiel
In Potsdam war das Geläut verstummt, weil die Spielwalze
kaputt gegangen war. Wir ließen das reparieren, und
ab 03.03.1999 schlägt es seine Melodien wieder wie
gewohnt in der Havelstadt.
Am Samstag, den 04. 09. 1999 findet unsere diesjährige
Jahreshauptversammlung in Potsdam statt. Alle Miitglieder
erhalten dazu noch eine gesonderte Einladung.
Am Sonntag, den 05. 09. 1999 veranstalten wir wieder das
Professor-Otto-Becker-Gedächtniskonzert
Bitte kommen Sie! Wir wollen an den virtuosen Glockenisten
erinnern, der in den Herzen so vieler Potsdamer fortlebt.
Potsdamer Künstler wollen mit Musik Freude bringen.
• 10.00 bis 11.00 Uhr Gottesdienst in der Nikolai
- Kirche,
• 11.30 bis 12.30 Uhr Konzert am Glockenspiel / Plantage.
Für unser Tun bleibt auch künftig der Liedvers
richtungweisend:
Gib, dass ich tu’ mit Fleiß, was mir zu tun
gebühret;wozu mich Dein Befehl in meinem Stande führet.
Gib, dass ich’s tue bald, zu der Zeit da ich’s
soll,
und wenn ich’s tu’, so gib, dass es gerate wohl!
Gott befohlen für heute; ich grüße Sie
in preußischer Verbundenheit und bleibeIhr ergebener
und dankbarer
Max Klaar
Oberstleutnant a.D. / d.R.
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