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Die Rundbriefe der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
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Die Satzung der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
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Berichte aus der Presse Die wechselhafte Geschichte der Garnisonkirche in Potsdam Die Einweihung des Glockenspiels in Iserlohn Über den Turm der Garnisonkirche. Informationen über das Glockenspiel der Garnisonkirche DieTraditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel Melodien des Potsdamer Glockenspiels als MP3 Datei zum Downloaden

Rundbriefe
Stiftung Preussisches Kulturerbe
vorm. Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
Gemälde der Garnisonkirche von Gerhard Reindel
Bonn im März 1999

Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Die Sammlung für den Wiederaufbau des Turmes der Garnisonkirche steht bei über 4 Mio DM. Ich fühle mich tief in Ihrer Schuld und danke Ihnen auf diesem Wege sehr, sehr herzlich für Ihre tätige Mithilfe. Wir werden es schaffen.

• Potsdam-Information -

1. Oberbürgermeister Matthias Platzeck (SPD) wurde am 27. September 1998 im ersten Wahlgang ins Amt gewählt.

Zuvor hatte er sich dezidiert für den Wiederaufbau des Turmes der Garnisonkirche in alter Form und an alter Stelle ausgesprochen. Gleichzeitig trat er für die Wiedergewinnung der gesamten historischen Potsdamer Innenstadt ein.

In Ihrer aller Namen gratulierte ich ihm zum Amtsantritt. Darauf antwortete Herr Platzeck am 02.02.1999:

„Ich danke Ihnen von Herzen für die guten Wünsche anlässlich meiner Wahl zum Oberbürgermeister.
Lassen Sie mich nicht nur für diese guten Wünsche meinen Dank aussprechen, sondern vor allem und in erster Linie für Ihr unermüdliches Wirken zugunsten Potsdams. Ein Stadtbild lebt von Proportionen seiner historischen Entwicklung- Straßenräume, Platzproportionen und Kubaturen der städtischen Bebauung sind verantwortlich für den ersten Eindruck einer Stadt. Ein bestimmendes Element der Potsdamer Stadtgeschichte war die Garnisonkirche und insbesondere ihr Turm.
Unsere Herangehensweise ist geprägt vom Grundsatz der behutsamen Wiederannäherung an das historische Stadtbild, und bei diesen Überlegungen ist der Wiederaufbau der Garnisonkirche zweifellos eine der herausragendsten Fragestellungen.
Allerdings muss dem ein demokratischer Willensbildungs- und Entscheidungsprozess vorgeschaltet werden. Dies wird im Zusammenhang mit der Diskussion um die Gestaltung von Potsdams Mitte geschehen.


Bitte geben Sie meinen herzlichen Dank an alle Spender weiter. Mit Geduld, Weitsicht und einer großen Portion Liebe zu unserer Stadt, die ich bei Ihnen ja unterstellen kann, werden wir Potsdam zu einer schönen Stadt gestalten, die ihre Geschichte nicht verleugnet.
Mit freundlichen Grüßen Ihr Matthias Platzeck“


2. Aus dem kirchlichen Raum
gibt es auch Ermutigendes zu berichten. Das Form Ost-West (von evangelischen Christen gegründet) veranstaltete vom 19. bis 21.02.1999 in Schloss Petzow eine Tagung zum Thema Wiederaufbau der Garnisonkirche.Theologen, Architekten, Städteplaner, Politiker und Interessierte diskutierten drei Tage und kamen zu dem Ergebnis:
„Ein eindeutiges Ja zum Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche als städtebaulichem Akzent und Stätte der Begegnung und des Nachdenkens, sowie die Absicht, die Potsdamer Bürgerinnen und Bürger zu einem Dialog um die Wiederherstellung von Potsdams Mitte einzuladen.“ (PNN 23.02.1999)
Dies kommt der Absicht von OB Matthias Platzeck, einen demokratischen Willensbildungsprozess vorzuschalten, sehr entgegen. Unstrittig waren auch die Melodien des Glockenspieles als Mahnung über der Stadt. Am Beispiel des Wiederaufbaues der Dresdener Frauenkirche führte Dr. Köckeritz vor, wie eine solche Aufgabe durch private initiative zum Wohl einer Stadt erfolgreich angegangen werden kann.
Die Vorsitzende des Forums Ost-West Frau Dr. Carola Wolf, führte zu Tagungsschluss an, dass der Bau des heftig kritisierten Potsdam Center am Bahnhof sogar eine positive Seite habe. So hätte das „monströse Bauwerk unter der Bevölkerung nicht nur Wut und Erschrecken ausgelöst“, sondem auch die Erkenntnis: „Wir müssen Potsdam retten“. Diese Schock gäbe Hoffnung auf ein wachsendes Bürgerbewusstsein für die Wiederherstellung von Potsdams Mitte; dann seien Stadtschloss und Stadtkanal eingeschlossen. Das billigten alle Tagungsteilnehrner.
Während der Tagung wurden Informationslücken aber die Zielsätzung unserer Vereinigung sichtbar. Große Zustimmung fand unsere Arbeit aber bei allen als Superintendent Günther Schalinski den § 2 unserer Satzung zitierte. Wegen des Verbreitungsgrades unserer ‚Rundbriefe“ hier noch einmal der Sazungstext:

§ 2 Zweck und Ziel
(1) Oberster Zweck des Vereins ist das Samineln von Spenden für den Wiederaufbau der Hof- und Garnisonkirche zu Potsdam. In dieser Tätigkeit handelt die Traditionsgemeinschaft als Kirchbauverein.
(2) Nach dem Wiederaufbau der Hof- und Gamisonkirche können auch andere historische Bauten Potsdams gefördert werden, um architektonische Leistungen aus der Vergangenheit als Denkmäler zu erhalten oder wieder herzustellen.
(3)Im Rahmen besonderer Traditionspflege verfolgt der Verein auch den Zweck, durch Unterhalten des Glockenspieles in Potsdam und durch Öffentlichkeitsarbeit für den Wiederaufbau der historischen Potsdamer Mitte zu werben sowie Regierende und Bürger gleichermaßen aufzufordern


• zum Gehorsam gegen Gottes Gebote und
• zu Treue und Redlichkeit im Umgang der Menschen in Staat und Gesellschaft miteinander.

Durch den moralischen Appell des Glockenspieles soll auf die Entwicklung einer Europäischen Bürgergesinnung hingewiesen werden, die aufbauen kann auf

• Toleranz
• Rechtsstaatlichkeit,
• demokratischer Umgang miteinander
• sozialem Ausgleich.

Der Verein fördert bei entsprechenden Vermögensstand auch Studenten (durch Preise und/oder Stipendien), deren Studien/Arbeiten vorrangig zum Ziel haben:- Einigung Europas (Lehren aus der preußischen Geschichte für das patriotische Handeln unterschiedlicher Nationalitäten),

• ökumene (Förderung durch Toleranz und Zusammenarbeit christlicher Konfessionen),
• Restaurierung von Kulturdenlanälern,
• Wiederaufbau von Kulturdenkmälern als Zeugnisse von Fertigkeiten preußischer, deutscher Architekten und Künstler.

(4) Der Verein hat das Ziel, nach Verwirklichung der staatlichen Einheit Deutschlands nun zur inneren Einheit der Deutschen und zur europäischen Einigung bestmöglich beizutragen sowie geistig und finanziell den Wiederaufbau der Garnisonkirche und anderer historischer Bauten Potsdams zu fördern.Der Verein wird sich zur geeigneten Zeit auflösen und sein Vermögen in eine gemeinnützige Stiftung übergeben, die die Garnisonkirche und andere Baudenkmäler Potsdams erhält sowie Verantwortungsträger in Staat und Gesellschaft in Seminaren weiterbildet, Dabei soll die Frage im Vordergrund stehen: „Wie müssen wir handeln, wenn wir uns für unser

Tun vor Gott und den Menschen verantwortlich wissen?“3. Verantwortlich vor Gott und den Menschen fühlten sich die Regenten Brandenburgs und Preußens und schufen so die Voraussetzungen für Deutschlands Staatwerdung. Bismarcks Reich (siehe Rundbrief Juni 1998) war davon geprägt.
Friedrich - Wilhelm I (der Soldatenkönig) legte mit seinem Regierungsmotto besonderes Zeugnis dafür ab: „So ich nun baue Stadt und Land und mache nicht Christen ist alles nichts nütze.“
Wie denkwürdig ist du in einer Zeit, in der ein Regierungschef und einige seiner Minister ihren Amtseid ablegen ohne die Bekräftigung „so wahr mir Gott helfe“
Glaubt man im Ernst, allein aus menschlichem Können heraus Staatslenkung bewerkstelligen zu können? Die Zusammenbrüche der atheistischen Diktaturen belegen das Gegenteil.
Bemerkenswert war auch, als wir am 25.02.1999 erfahren durften, dass im Andachtsraum des Reichstages eine extra eingebaute Stufe nach Mekka weist. Ein Kreuz sei aber nicht zu sehen.
Diener seines Staates kann man nur wirklich sein, wen man sich seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen bewusst ist und daraus seine Arbeit ableitet.

• So schafft man ein gerechtes Recht, wodurch die Herrschaft des Menschen über Menschen erst erträglich wird. Der Rechtsstaat setzt die Freiheit von Furcht in die Tat um. Die christliche Religion ist die Quelle solchen Rechtes. Ohne diese Quelle geht Macht vor Recht der Willkürstaat ist die Folge, unter dem sich der Mensch krümmt. Daraus folgen Kerker, Vertreibung, politischer Mord, Unterdrückung und daraus wiederum Aufstand, Revolution und oft genug auch Zerstörung.
• So lässt man dem Anderen gegenüber Toleranz gelten, wenn der sich tolerant verhält, was eine Bedingung auf Gegenseitigkeit ist, wenn die Gesellschaft in Frieden leben soll (das Verhalten der Kurden in unserem Land macht auf bedrückende Weise deutlich, dass hier Grenzen überschritten sind).
• So geht man mit dem Anderen demokratisch um, denn er ist wie ich ein Geschöpf des einen Gottes mit gleichem, unveräußerlichein Menschenrecht. Aus dieser Scheu heraus verbietet sich Gesellschaftsveränderung in einer Weise, die Sitte und Anstand verletzt (dies ist gerade die Kampfmethode der 68-er).
• So schafft man den sozialen Ausgleich, weil der unverschuldet in Not Geratene mein Nächster ist, den ich lieben soll wie mich selbst. Hilfe zur Selbsthilfe heißt das, aber nicht Erziehung zur Faulheit und Drückebergerei durch soziale Hängematte.

Wer so regiert, der verschwendet nicht, sondern geht mit dem Steuergeld des Bürgers sparsam, also verantwortbar um.
Wer so regiert, tut im Vertrauen auf Gottes Hilfe mutig und tapfer auch gegen Widerstände, was getan werden muss, um Schaden vom Volk zu wenden und seinen Nutzen zu mehren.
Wer sich auf Gott verlässt, erkennt seine Pflicht im Amt, woraus er keine Sonderrolle aus Eigennutz ableiten kann. Allein dem Gemeinwohl gilt es zu dienen.
Das ist der Teil Preußens, der durch gottgläubige Hohenzollern erarbeitet und uns überliefert wurde.
Ein von Ziethen, der vom Gottesdienst kam, konnte so seinem König, der ihn wegen seines Zuspätkommens zurecht
weisen wollte, sagen „Erst kam der Dienst an der ewigen Majestät, jetzt diene ich Euer Majestät! „Ein von der Marwitz konnte so seinem König den Gehorsam verweigern als er ohne Sinn Hubertusburg schleifen sollte. Er behielt seinen Kopf musste aber seinen Dienst quittieren. „Wählte Ungnade da, wo Gehorsam keine Ehre brachte“ auf Marwitzens Grabstein leuchtet bis heute ehrenvoll und beispielhaft in unsere Herzen.
Ein General von York konnte sich so dem allerhöchsten Befehl mit den Worten verweigern: „Majestät nehmen Sie meinen Kopf, aber ich kann nicht gegen mein Gewissen handeln!“

„Gehorsam ist Prinzip, der Mann steht über dem Prinzip“ ist dan wohl die säkulare aber zutiefst preußische Formel solcher Charakterhaltung.
Die Freiheit des Christenmenschen beweist sich vor dem Gewaltherrscher. Wer Gott höher achtet als den Dikator, zwingt diesen in die Knie. Somit sind die Sonntagsgebete in der ehemaligen „DDR“ und die anschließenden Demonstrationen mit das Kostbarste, was Deutsche je für unser Land taten. Wir schulden ihnen dafür Dank. Die Gebete gaben ihnen die Kraft, bange Herzen zu überwinden. Die Menschen gingen in Leipzig und dann landesweit auf die Straße, stellten den Stasi-Soldaten Kerzen zwischen die Stiefel, der Bann der Diktatur brach, brausend und mit revolutionärer Kraft hörten wir: „Deutschland einig Vaterland“, „Wir sind das Volk“ und „Stasi in die Produktion“.Der Chtist ist frei und werde er in Ketten geboren. In schwerer Lage kommt es immer auf den Glauben an, der weiß, dass Gott der Herr seine Taten durch uns Menschen tun lässt - dabei liegen sowohl hohes Glück als auch tiefes Unglück in seiner gütigen Hand. Auf was auch immer unser Leben zusteuert im Vertrauen auf Gottes gute Führung lässt sich das schwerste und schwierigste Werk beginnen und zu einem guten Ende bringen.
Das ist der Teil Preußens, der heute Gültigkeit hat, weil er zeitlos ist und deshalb weit in die Zukunft weist.

Wie anders wollen wir denn Europa bauen? Etwa ohne Gottes Hilfe? Etwa ohne Gehorsam gegen die Gebote? Untreu? Unredlich? Verschwenderisch? Eigennützig? Durch persönliche Vorteilsnahme im Amt? Pflichtvergessen? Ohne Sitte und Anstand? Und so könnten wir fortfahren. Was für eine Herrschaft hätten wir dann über uns?
Was für ein Verständnis von Staat und Kultur hatten wir, wenn beispielsweise die Politik zum Schutz nach außen Streitkräfte unterhielte und den Soldaten in den Einsatz befähle, seinen Dienst aber als „Mörderdienst“ ungestraft denunzieren ließe und sein Sterben in Pflichterfüllung für „Volk und Land durch einen „Kulturminister“ verhöhnt wurde?
Die deutsche Politik schickt heute Soldaten der Bundeswehr auf den Balkan. Wir wollen dafür beten, dass unsere Vater, Söhne, Männer und Brüder gesund zurückkommen - sie gehen nur auf Befehl der Politik los und baden die Fehler europäischer Politik aus. Das tun sie wieder einmal ihrem Eid gemäss und setzen dabei wie eh und jeh Gesundheit und Leben ein. Sie haben Anspruch auf unsere Achtung und Anerkennung

4. Leserecho

Allen die uns schrieben danke ich auf diesem Wege sehr herzlich. Ihre Meinung ist uns sehr wichtig, auch wenn sie noch so kritisch ist.
Punkte von allgemeinem Interesse können so aufgegriffen werden. Das wurde im Vorstehenden versucht.
Auch für Anerkennendes artigen Dank.
5. Die Geschäftsstelle wurde nach 53173 Bonn, Rheinallee 55 verlegt wodurch auch ein Wechsel in der Geschäftsführung nötig wurde.

Wir danken an dieser Stelle Frau und Herrn Essert für die geleistete Arbeit in Iserlohn und wünschen Herrn Buss für seine verantwortungsvolle Aufgabe viel Erfolg und Gottes Segen zum Wohl unserer Gemeinschaft.


6. Unterm Glockenspiel

In Potsdam war das Geläut verstummt, weil die Spielwalze kaputt gegangen war. Wir ließen das reparieren, und ab 03.03.1999 schlägt es seine Melodien wieder wie gewohnt in der Havelstadt.

Am Samstag, den 04. 09. 1999 findet unsere diesjährige Jahreshauptversammlung in Potsdam statt. Alle Miitglieder erhalten dazu noch eine gesonderte Einladung.
Am Sonntag, den 05. 09. 1999 veranstalten wir wieder das
Professor-Otto-Becker-Gedächtniskonzert
Bitte kommen Sie! Wir wollen an den virtuosen Glockenisten erinnern, der in den Herzen so vieler Potsdamer fortlebt. Potsdamer Künstler wollen mit Musik Freude bringen.


• 10.00 bis 11.00 Uhr Gottesdienst in der Nikolai - Kirche,
• 11.30 bis 12.30 Uhr Konzert am Glockenspiel / Plantage.

Für unser Tun bleibt auch künftig der Liedvers richtungweisend:
Gib, dass ich tu’ mit Fleiß, was mir zu tun gebühret;wozu mich Dein Befehl in meinem Stande führet.
Gib, dass ich’s tue bald, zu der Zeit da ich’s soll,
und wenn ich’s tu’, so gib, dass es gerate wohl!

Gott befohlen für heute; ich grüße Sie in preußischer Verbundenheit und bleibeIhr ergebener und dankbarer
Max Klaar
Oberstleutnant a.D. / d.R.

 

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