Sehr verehrte Damen und Herren!
Am 10.03.2005 wurde in Potsdam das neue Nutzungskonzept für die Potsdamer Garnisonkirche vorgelegt. Damit ist nun bekannt, welche Absichten Stadt und Ev. Kirche mit dem geplanten Neubau an Stelle der alten Garnisonkirche verfolgen und wie die Stadtverwaltung dazu vorgeht. Nach diesem Konzept soll ein Neubau realisiert werden, der den Namen Garnisonkirche nicht verdient. Die Umsetzung der Planungen bedeutet die architektonische und inhaltliche Umdeutung der ehemaligen Garnisonkirche zum Politik-Tempel als volkspädagogisches Institut zur Geschichtslehre über die preußisch-deutsche Vergangenheit aus der Sicht der evangelischen Theologie des 21. Jahrhunderts . Entsprechende Gottesdienste sind vorgesehen. Dem leiht die TPG nicht die Hand.
Wir informierten am 24.03.2005 OB Jann Jakobs wie folgt: „Mit den Entscheidungen der Stadt Potsdam zur Eigentumsregelung, Spendensammlung, Baudurchführung und Einrichtung des ‚Internationalen Versöhnungszentrums' in einem der ehemaligen Garnisonkirche teilweise nachempfundenen Neubau sowie durch die vorgesehene Symbolumdeutung dieses Gebäudes durch Nutzungsinhalte und architektonische Neubestimmungen, wie sie im nun vorliegenden Nutzungskonzept der Ev. Kirche vorgesehen sind, ändern sich die Voraussetzungen grundlegend, unter denen die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel die Sammlung für den Wiederaufbau dieses Gotteshauses 1990 begann und durchführte.
Daher gibt Ihnen unsere Gemeinschaft die Zusage der ehrenamtlichen Spendenbeschaffung für das Vorhaben der äußerlich originalgetreuen Rekonstruktion der Garnisonkirche, die als Kirche genutzt und aus der die Politik herauszuhalten ist , wegen Undurchführbar keit zurück. Die TPG ist am Geschehen um das o.g. Objekt, wie Sie es nun vorhaben, unbeteiligt.
Wir wünschen Ihren weiteren Bemühungen zur Rückgewinnung der alten Potsdamer Mitte, wobei wir bisher nach Kräften mithalfen, jeden nur denkbaren Erfolg. Ob und evtl. wie sich die TPG an anderen Vorhaben dazu beteiligt, werden die kommenden Prüfungen ergeben, von deren Ergebnis wir Sie gegebenenfalls unterrichten.“
Am gleichen Tag gaben wir eine entsprechende Pressemitteilung heraus. Damit endete die 16jährige ehrenamtliche Hilfe für die Stadt Potsdam, um die wir im August 1990 vom damaligen OB Dr. Horst Gramlich gebeten worden waren, was alle seine Nachfolger ebenfalls an uns herantrugen. Wegmarken dieser Arbeit sind:
. Neuschaffung des Potsdamer Glockenspieles 1984-1987 im Fallschirmjägerbataillon 271, Iserlohn.
. Weitersammlung zur Überführung des Glockenspieles nach Potsdam im Fall der Wiedervereinigung , wo- bei dieses politische Ereignis öffentlich als bald bevorstehend angekündigt wurde.
- Schenkung des Glockenspieles an Potsdam im August 1990.
- Beschluss der Stadtverordnetenversammlung (SVV) Potsdams im Oktober 1990 zum Wiederaufbau der Garnisonkirche (GK), wobei die Tätigkeit der TPG für dieses Ziel mit Dank und Anerkennung begrüßt wurde.
- Weitersammlung auf Bitten der Stadt; Abbau in Iserlohn, Aufbau des Geläutes in Potsdam - Einweihung am 14. April 1991 - (1984-91 Gesamtkosten 0,75 Mio. €).
- Widerstand der Ev. Kirche gegen das Wiederaufbauvorhaben 1990-2001; danach Bereitschaft zur Übernahme theologischer Verantwortung unter Nennung „unabdingbarer Forderungen“ , die für die Garnisonkirche auf Symbolbruch und Symbolumdeutung zielen.
Bis heute ist die Ev. Kirche nicht bereit, Baukosten beizutragen, sie beansprucht aber die alleinige Bestimmungsgewalt über die architektonischen Änderungen und das Geschehen im künftigen Neubau.
. Bis 2000 ließ die TPG auf Forderung der Stadt anfertigen:
Vermessung des GK-Grundstücks der, Stufenplan (der Bauabschnitte), Vorentwurf zur Architektur und Machbarkeitsstudie - (gesamt 18.000 €).
OB Platzeck erklärt vor der SVV, die TPG wolle den Bau finanzieren und ausführen.
. Bis 2003 unterstützte die TPG mit Spenden folgende Vorhaben in der Stadt: Stadtschloss, Stadtkanal, Ausstelung zum 17. Juni 2003 im Stasigefängnis, Monopteros auf dem Grossen Militärwaisenhaus - (gesamt 13.000 €).
. 1991-2003 Unterhaltung, Renovierung des Glockenspieles und elf Otto-Becker-Gedächtnis-Konzerte - (gesamt rund 50.000 €)
Aus Ihren Spenden wandten wir 1984-2001 zugunsten der Stadt Potsdam an konkreten Maßnahmen gut 830.000 € auf.
Das Spendenaufkommen aus der Sammlung seit April 1991 bis heute steht bei 6,5 Mio. € . Das ist allein seit November 2004 ein Zuwachs von 480.000 €. Dafür danken wir Ihnen auf diesem Weg noch einmal sehr, sehr herzlich. Unter Berücksichtigung des Kurswertes unserer festverzinslichen Anlagen sind über 6,7 Mio. € verfügbar.
Wir wissen, wie viel Idealismus Sie mit Ihren Gaben bisher einbrachten und wie sehr Ihnen diese preußische Kirche am Herzen liegt. Wir teilen Ihre Enttäuschung; umso schwerer fällt es uns nun, Sie zu bitten, uns für die Garnisonkirche kein Geld mehr zu schicken. Allen Spendern seit 1991 fügen wir anliegend eine Karte bei, mit der sie uns die Anweisung geben können, was mit ihren Gaben geschehen soll. Die Optionen dazu führen wir weiter hinten noch genauer aus.
Das Konzept für den Wiederaufbau der nur noch „sogenannten Potsdamer Garnisonkirche“ bewerten wir folgendermaßen:
I. Feststellungen:
Das jetzt von der Ev. Kirche (EK) in Potsdam vorgestellte überarbeitete Nutzungskonzept für die neu zu bauende Potsdamer Garnisonkirche (GK) hat die Billigung der Stadt Potsdam und ist das Ergebnis aller Beratungen dazu.
Schirmherren sind Matthias Platzeck ( SPD , MP Brbg), Jörg Schönbohm ( CDU , Innenminister Brbg), Wolfgang Huber ( SPD , Bischof).
Das Konzept wird im April 2005 auf der Kreissynode des Kirchenkreises Potsdam beschlossen. Eigentümer wird die Stiftung Potsdamer Garnisonkirche – Ort der Versöhnung – PGOV ; in ihr hat die Ev. Kirche die Entscheidungsgewalt .
Die Finanzierung des Bauvorhabens liegt in den Händen der 2003 neugegründeten Fördergesellschaft für den Wiederaufbau (FG). Diese erklärte öffentlich durch ihren Vorsitzenden, Herrn Rheinheimer, dass die Sammlung der TPG nicht gebraucht würde, auch sei es der Sache förderlicher, sich mental von der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel zu trennen.
II. Konzeptbewertung
1. SYMBOLBRUCH
Unter der Aussage, der „totgesagte Geist von Potsdam“ habe sich zurückgemeldet, entwickelte die EK den Gedanken, dass es deshalb darauf ankäme, die GK „inhaltlich neu zu interpretieren“. Dies soll durch architektonische Neugestaltungen , Veränderung der Melodienfolge des Glockenspieles, Änderung der Symbolinterpretation und dazu passende Nutzungsinhalte geschehen. Im Zentrum steht dabei die Arbeit des „Internationalen Versöhnungszentrums“ (IVZ) in der Kirche, wofür bereits am 20. Juli 2004 der in Gründung befindlichen Stiftung „PGOV“ das Nagelkreuz von Coventry verliehen wurde.
2. ANTIMILITÄR
Unter der Aussage „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“ soll an der künftigen GK alles nicht wieder erstehen, was ehedem „ Glorifizierung des Krieges “ gewesen sei. Die Aussagen hierzu sind von verblüffender Undifferenziertheit und theologischer Fragwürdigkeit. Kein Wort von den Aufgaben der Staatsführung in der Kriegsverhinderung (Luther: Lehre von den zwei Regimenten), kein Wort von der Pflicht des Regierungsverantwortlichen, gegen mögliche Bedrohung von Recht und Freiheit der Bürger das Schwert des Verteidigers führen zu müssen usw. (vgl. hierzu ebenso Max Webers Ausführungen zu Gesinnungs- und Verantwortungsethik).
Es war ja gerade der (größte innere) König von Preußen, Friedrich-Wilhelm I., der in dieser Spannung lebend die GK baute und seinen Staat „gewappnet doch als Friedensheld“ führte. Gerade deshalb hätte sich die originalgetreue Rekonstruktion in einer Zeit angeboten, in der die Bundes-Regierung unser Land in einen von den Vereinten Nationen nicht gebilligten Angriffskrieg (gegen Serbien) führte und die verblüfften Deutschen außerdem wissen ließ, dass fortan ihre Freiheit auch am Hindukusch verteidigt würde.
3. SYMBOLBRUCH durch UMGESTALTUNG
Mit harmlosen Formulierungen wie „gestalterische Neuinterpretation“ und „programmatische Neugestaltung außen und innen“ wird der an der Garnisonkirche angestrebte Symbolbruch kaschiert. Durch Ausschreibungswettbewerbe sollen o.a. Forderungen (1. und 2.) in die Tat umgesetzt werden. Mit der Vorgabe, dabei „ neue Interpretationselemente “ zu verwirklichen, wird das Ergebnis dem entsprechen. Grablegung König Friedrich-Wilhelm I. ist nicht vorgesehen.
4. POLITISIERUNG
Eine Vielzahl von Vorhaben für die künftige GK betrifft nationale und internationale politische sowie gesellschaftspolitische Bereiche, wofür die GK als „Lernort“ („Versöhnungsarbeit und Geschichtsarbeit“, Bischof Huber im November 2004) herhalten soll. Einen Vorgeschmack auf die Qualität dieser „Geschichtsarbeit“ liefern Aussagen wie „unsere schuldbeladene Vergangenheit“, „die Schuldverstrickung ist eine mächtige Realität“, „die Einebnung der Unterschiede von Tätern und Opfern ist ebenso unbiblisch wie die abergläubische Vorstellung von einer Wunden heilenden Zeit“ .
Also ein Politik-Tempel als weiterer Ausdruck der deutschen Buß- und Schuldkultur, wofür die Garnisonkirche herhalten soll .
5. URTEIL
Die seit 1991 erklärte und seinerzeit auch angenommene Zielsetzung der TPG (originalgetreue Rekonstruktion der GK und Nutzung als Kirche, aus der die Politik herausgehalten wird ) ist nicht mehr gewollt.
Die GK in einen Politik-Tempel umzuinterpretieren und dafür die „Deutungshoheit“ zu beanspruchen, stellt eine unchristliche Zielsetzung dar. Die nun vorgesehene Durchführung des Bauvorhabens spaltet damit
. jene, die die originalgetreue Rekonstruktion der GK zum Zweck der Inneren Mission, Verbreitung der Christenlehre und Ökumene wünschen und dafür auch Geld gaben, von denen,
. die den Symbolbruch an der GK und damit ihre Politisierung unterstützen.
Auch wirken die undifferenzierten Aussagen zu „schuldbeladener Vergangenheit“, „Zerstörung von Coventry“, „Täter und Opfer“ und „Frieden“ eher naiv. Der ehemalige Hirte von Hamburg, Bischof Lehmig, sprach im Zusammenhang mit der Frage „Wie schaffe und sichere ich den Frieden?“ von „fideler Ignoranz“, wenn die Dinge so verkürzt wurden. Als wenn durch Betroffenheitsrituale wie „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“ auch nur ein einziger Kriegswilliger, der uns oder andere Mitglieder der Weltgemeinschaft bedroht, durch ev. Theologen aus Potsdam zu beeindrucken wäre. Man schaue auf die ständigen Kriege der USA in ihrer Geschichte (einschließlich der beiden Weltkriege bis heute im Irak, die Kolonialkriege der Moderne, die Befreiungskriege der einst fremdbestimmten Staaten, die europäischen Kriege, die afrikanischen Kriege, Russland, China, Korea, Vietnam, Pol Pot, moslemischen Terrorismus usw).
Gegen diese naiv-törichten Ansichten über weltpolitische Zusammenhänge liefen wir Soldaten uns schon vor 30 Jahren auf den Kirchentagen die Hacken ab, als die überbordende und von der kommunistischen „DDR“ gesteuerte Friedensdiskussion in der Bundesrepublik unter Verwendung des selben Zitats bizarre Blüten trieb. Deshalb möchten wir an dieser Stelle erneut deutlich machen, dass König Friedrich-Wilhelm I. seine Garnisonkirche genau so erbaute, dass sie in Stein das ausdrückte, was Luthers Verständnis von den Aufgaben der zwei Regimente (weltliches und göttliches) war. „ Diesen Turm nebst dazugehöriger Garnisonkirche hat Friedrich-Wilhelm zur Ehre Gottes errichtet “ hieß es nicht ohne Absicht über dem Eingangsportal – Das ist noch heute gültig.
Wie gut, dass die Bundesrepublik Deutschland heute noch in dem Bündnis steht, das im Kalten Krieg altes preußisches Verständnis umsetzend eben auch „bewaffnet doch als Friedensheld“ den Kommunismus niederrang.
Es verfestigt sich der Eindruck, dass das Vorhaben von Stadt, Land und Ev. Kirche, wie es nun in Potsdam verwirklicht wird, doch sehr rückwärts gewandt ist. Zwar heißt es im sogenannten „Ruf aus Potsdam“ (Dezember 2003) noch, dass von der GK „der befreiende Ruf des Evangeliums erschallen soll “, aber das, was man in der Umsetzung nun will ist eher ein niederdrückendes Beladen der unschuldigen heutigen und der künftigen Generationen mit den Lasten der Vergangenheit („ Umgang mit gesellschaftlicher Schuld “: was für ein Unsinn, schuldig ist immer nur der Täter, der Sklaven hielt, Buren in KZs verhungern ließ, im sowjetischen GULAG 68 Mio. Opfer töten half, Städte und Unschuldige im Bombenterror untergehen ließ, sein Morden rassisch, religiös oder sonst wie begründete usw.).
Dagegen ist die Aussöhnung der ehemaligen Kriegsgegner längst Faktum; Deutschland ist geachtetes Mitglied der UN, NATO, WEU, EU und arbeitet vertrauensvoll in den internationalen Institutionen mit. Großbritannien beging den Tag von Coventry letztmalig 1990, weil 50 Jahre danach dieses Gedenken ein Ende haben sollte. Die heutige und künftige Generationen als Unbeteiligte auf solche Weise die immerwährende deutsche Schulddebatte als „ heilsamer Umgang mit persönlicher und gesellschaftlicher Schuld “ (Kollektivschuld gibt's nicht, s.o.) weiterführen zu lassen, ist obendrein „lieblos“, was für einen Christen schon viel heißt, denn Christi Lehraussagen bedeuten gerade Vergebung individueller Schuld, wenn der Reuige um Vergebung bittet. Aber, dann ist die Sache auch vorbei und wird ihm nicht ständig wieder aufs Brot geschmiert. Das ist die Befreiung durch „tu' Buße“ für deine persönliche Schuld als Ruf Christi. Davon ist das vorgelegte Papier meilenweit entfernt.
Zu den Aussagen von Herrn Rheinheimer, Fördergesellschaft (FG), im September 2004 auf unserer Jahreshauptversammlung (JHV) ist festzustellen:
Im vorliegenden Konzept kehren seine Versicherungen nicht wieder, wonach
. die GK äußerlich originalgetreu rekonstruiert würde und er noch
. die „infantile“ Idee des IVZ wegverhandeln würde und
. obendrein später eine Personalgemeinde den politischen Missbrauch der GK verhindern könne. Eine künftige Gemeinde ist ausdrücklich nicht vorgesehen; die ausschließliche Bestimmungsgewalt wird in den Händen der „Stiftung Potsdamer Garnisonkirche – Ort der Versöhnung“ liegen. In ihr hat die Ev. Kirche 51% der Entscheidungsgewalt zugestanden bekommen. Eine Personalgemeinde, selbst wenn es sie gäbe, bewegt gar nichts dagegen.
Es war richtig , der Fördergesellschaft nicht beizutreten , sondern erst einmal „mit Interesse“ abzuwarten, bis Klarheit besteht, was Stadt, Land und Kirche wirklich wollen. Nun wissen wir es.
Es ist damit auch klar, dass die Fördergesellschaft (FG) die Spender täuscht , wenn sie weiter vorgibt, „ für den originalgetreuen Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche “ zu sammeln (FG-Faltblatt „ Potsdamer Spitze“ ), aber in Kenntnis der jetzigen Planungen von Ev. Kirche, Stadt und Land genau weiß, dass eben gerade das unwahr ist.
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Wie geht es nun weiter?
Die TPG hat sich unter Berücksichtigung der Gegebenheiten entschlossen,
- die Sammlung für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche wegen Undurchführbarkeit des Sammelversprechens sofort einzustellen,
- Potsdam die Zusage der ehrenamtlichen Hilfe (Spendensammlung für den Wiederaufbau der GK) zurückzugeben und darüber die Öffentlichkeit zu informieren,
- die Spender unverzüglich von der eingetretenen Situation zu benachrichtigen,
- allen Geldgebern gleichzeitig die Entscheidungsmöglichkeit über ihre seit 1991 geleisteten Spenden zu eröffnen. Dazu ist Ihnen, soweit Sie uns Geld anvertrauten, eine Postkarte beigefügt, die Sie uns bitte alsbald zurücksenden, damit von uns das Erforderliche auf den Weg gebracht werden kann.
Die TPG schlägt den Vereinsmitgliedern die Auflösung der Traditionsgemeinschaft vor. Darüber wird die JHV im September 2005 abstimmen; Mitglieder, die nicht teilnehmen können, erhalten Briefwahlmöglichkeit.
Gleichzeitig laden wir Sie, unsere Spender, herzlich ein, mit uns die Arbeit im
Förderkreis der Stiftung
preußisches Kulturerbe (SPK)
künftig weiterzuführen. Es sind doch in den vergangenen 21 Jahren so viele persönliche Bindungen zu Ihnen entstanden, dass es uns zwingend erscheint, beieinander zu bleiben und die Flinte nicht ins Korn zu werfen; es gibt andere Möglichkeiten für Preußen zu wirken.
Um Spenden für neue Ziele werden wir Sie aber erst bitten, nachdem Sie über die Verwendung Ihrer bisherigen Gaben entschieden haben und für uns die nötige Klarheit herrscht.
Wir könnten z.B. als fröhlichen Abschiedsgruß an die Evangelische Kirche der Potsdamer Nikolaikirchengemeinde bei der angelaufenen Renovierung ihres Gotteshauses helfen und die Überholung eines der vier Engel, die außen die Kirchturmkuppel einrahmen, schenken. So wäre
ein Engel für St. Nikolai
unser Vorschlag, was wir als Letztes dazu geben, wenn Sie möchten.
Für die SPK sind das Preußenmuseum in Wustrau, das Berliner Stadtschloss, Denkmäler in Brandenburg, der Königsberger Dom u.v.a.m. förderungswürdige Objekte. Wir werden uns damit näher auseinandersetzen, wenn wir von Ihren Entscheidungen wissen und einschätzen können, was künftig sein soll. Darüber geben wir Ihnen dann alsbald Nachricht.
Festzuhalten bleibt:
Potsdam, Brandenburg, Ev. Kirche sowie die Öffentlichkeit wurden von der TPG nie im Unklaren darüber gelassen, dass unsere Gemeinschaft weder zur Beteiligung am IVZ in der GK veranlasst werden kann noch zum Wortbruch bereit ist und deshalb die Entscheidung, was mit den bisher gesammelten Spenden geschieht, einzig und allein Sache der Spender ist. Wir hatten Ihnen gegenüber auch immer als unser Verständnis von Treue und Redlichkeit versprochen, dass Sie entscheiden können, was aus Ihrem Geld werden soll, falls die Zielsetzung der TPG nicht verwirklicht werden könnte; dieses Versprechen lösen wir jetzt ein.
Nutzen Sie dazu bitte die beigefügte Stimmkarte, kreuzen Ihre Entscheidung an und senden uns die Karte alsbald zurück.
Die Möglichkeiten,
die sich aus unserer Satzung ergeben, lauten:
(1) Übertragen Ihrer Spenden an die Stiftung Preußisches Kulturerbe Das schlagen wir Ihnen vor. oder
(2) Umwidmung Ihrer Spenden auf andere historische Bauten Potsdams.
Spenden, zu denen sich niemand meldet, gehen bei Auflösung der TPG satzungsgemäß in die Stiftung Preußisches Kulturerbe . Über die Gründung dieser Stiftung im Mai 2001 hatten wir Sie im Rundbrief 1/2001 schon informiert. Es lautet deren
Präambel
‚So ich nun baue Stadt und Land und mache nicht Christen, ist alles nichts nütze' – hieß das Regierungsmotto des Preußischen Königs Friedrich-Wilhelm I. (1712 – 1740). Der höchste Verantwortungsträger im Staate fühlte sich als ‚Amtmann Gottes auf Erden' in der Pflicht, den Willen seines Herrn zu erfüllen.
Rastlos war er so tätig, seinen Staat aufzubauen, die Wirtschaft zu entwickeln, eine unbestechliche Beamtenschaft zu formen, die Innere Mission zu fördern, dem Recht Geltung zu verschaffen und sein Volk nach außen zu schützen, ohne jemals Krieg zu führen. Über allem stand immer, Gott verlangt von mir, so zu handeln.
Friedrich-Wilhelm I. gab dadurch ein Beispiel, dass dieser Glaube Macht begrenzt und durch Staatslenkung aus ‚Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwesen' Wohlstand im Staate entstehen lässt.
Die Stifterin möchte in Übereinstimmung mit diesen Überzeugungen mit ihrer Stiftung dazu beitragen, die positiven und zeitlos gültigen Erfahrungen unserer Geschichte zu bewahren. Sie brachten Toleranz, Rechtsstaatlichkeit, demokratischen Umgang miteinander und sozialen Ausgleich hervor. In historischer Kontinuität hierzu sind sie im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland manifestiert.
Die Stiftung soll darüber hinaus dieses Gedankengut im Bewusstsein unserer heutigen Gesellschaft für ein gedeihendes Gemeinwesen verdeutlichen oder gegebenenfalls implementieren. Dies sowohl zum Nutzen unseres wiedervereinigten Vaterlandes als auch der europäischen Idee.
Besonderes Anliegen der Stifterin sind die Förderung christlicher Gesinnung und zum äußeren Zeichen die Wiederherstellung und/oder Erhaltung von Kirchen, aber auch von Denkmälern und Kulturwerten.
Die Stiftung soll Initialwirkung haben für umfangreiche Zustiftungen, Spenden und sonstige Zuwendungen.'
Stiftungszwecke
(1) Zwecke der Stiftung sind die Förderung
- kirchlicher Zwecke und der religiösen Anschauung im Sinne der christlichen Ökumene,
- kultureller Zwecke, insbesondere die Förderung der Pflege und Erhaltung von Kulturwerten und Denkmälern,
- der Volksbildung, insbesondere der politischen Bildung.
(2) Die Stiftungszwecke werden insbesondere verwirklicht durch
- Wiedererrichtung oder Restaurierung und Erhaltung von Kirchengebäuden,
- Veranstaltungen, z.B. in Form von Seminaren und Tagungen.
- Vergabe von Stipendien und Preisen für Diplomanden und Doktoranden, die sich mit der deutschen Einheit und der europäischen Idee sowie mit kulturgeschichtlichen Themen befassen. Die Stipendien dürfen nur der Finanzierung der Sachkosten dienen, die mit den geförderten Arbeiten zusammenhängen.
(3) Die Stiftung kann auch Aufgaben einer anderen Körperschaft oder einer Körperschaft des öffentlichen Rechts übernehmen oder mit ihnen zusammenarbeiten, soweit deren Tätigkeiten den Stiftungszwecken gemäß Absatz (1) entsprechen.
(4) Darüber hinaus kann die Stiftung anderen, gleichfalls steuerbegünstigten Körperschaften oder Körperschaften des öffentlichen Rechts finanzielle und sachliche Mittel zuwenden, wenn mit den Mitteln Maßnahmen im Sinne der Stiftungszwecke nach Absatz (1), Satz 1 gefördert werden.
*****
Was tat die Stiftung bisher? Als erstes veranstaltete Sie im Januar 2003 das Erste Brandenburgische Gespräch , des weiteren hat sie der brandenburgischen Stadt Ziesar geholfen, zur Burg Ziesar eine Baumonographie herauszubringen, dann hatte sie vorgesehen, die Spielstube für das Glockenspiel auf dem Turm der Garnisonkirche zu übernehmen und dafür die Rücklagen gebildet. Diese Entscheidung wird nun geändert. Der Stiftungsrat wartet dazu die Entscheidungen der Spender der TPG ab, um zu sehen, wohin sie ihre Spenden an die TPG umgeleitet haben möchten, um dann die dazu passenden Beschlüsse zu fassen.
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Folgende Fragen kamen aus Ihrem Kreis , auf die wir noch eingehen müssen :
(1) „Warum beteiligt sich die TPG nicht am Ruf aus Potsdam?“
Wir hatten in den Rundbriefen 2/03 und 1-3/04 unsere Erfahrungen mit Stadt und Ev. Kirche geschildert, die es uns angeraten sein ließen, die Dinge erst einmal aufmerksam zu beobachten, ehe wir uns entscheiden. Das stellt sich nun als richtig heraus. Die TPG ist nicht bereit, an dem „Etikettenschwindel“ mitzuwirken, wenn Garnisonkirche gesagt wird, aber etwas völlig anderes werden soll.
(2) „Verließ Jörg Schönbohm die TPG? Das war in der Zeitung zu lesen.“
Nein, Herr Schönbohm war nie Mitglied der TPG. Er gehört auch nicht zu unserem Spenderkreis für die GK.
Richtig ist, dass S. im Oktober 2004 die Schirmherrschaft über die „Stiftung Preußisches Kulturerbe“ kündigte. Als Grund dafür nannte er „Zweckmäßigkeitserwägungen“. Opportunitätsüberlegungen - egal von wem - kommentieren wir nicht.
Wir haben aber Herrn Schönbohm am 26.03.2005 unsere Bewertungen und Entscheidungen mitgeteilt und gefragt, ob er diese Planungen, wie
sie jetzt bekannt wurden, wirklich weiterhin als Schirmherr unterstützen will. Wir werden Sie seine Antwort wissen lassen, falls wir eine erhalten.
Noch am 20.07.2004 hatte er anlässlich der Verleihung des Coventry-Nagelkreuzes an die Stiftung Internationales Versöhnungszentrum - Ort der Versöhnung (PGOV) vor der Einrichtung dieser Institution in der Garnisonkirche gewarnt, weil dadurch die Initiative „Ruf aus Potsdam“ gespalten würde. Seine Warnungen wurden nicht beachtet.
(3) „Beteiligt sich die TPG am 14. April 2005 an der Grundsteinlegung für das Internationale Versöhnungszentrum in der Potsdamer Garnisonkirche?“ NEIN!
(4) „Welche Spendensummen brachte die Fördergesellschaft bisher zusammen?“
Im Januar 2005 erklärte Herr Rheinheimer dazu in der Presse, „es blieben die Spendeneinnahmen bisher unter den Erwartungen. ... Fördergesellschaft und Stadt wollen ihre Anstrengungen bündeln, für das Projekt deutschlandweit und im Ausland zu werben.“
Die Zusage von 125.000 € aus Medaillenverkauf zu erhalten, ist ein Wechsel auf die Zukunft; 50.000 Medaillen, Uhren, Schlipse etc., die man anbieten möchte, wollen erst einmal verkauft sein. Dabei wird man auch berücksichtigen müssen, dass viele Wohlmeinende sich abwenden, weil sie den vorgesehenen Politik-Tempel einfach nicht fördern wollen.
Die TPG ist jedenfalls am Vertrieb dieser Dinge unbeteiligt, weil sie sich nun vom Projekt insgesamt zurückgezogen hat. Sie gibt auch keine Empfehlungen dazu an Sie.
*****
Trotz aller Widrigkeiten – nichts kann uns entmutigen, für Preußen weiterzuarbeiten. Dabei stärkt uns tröstend als unser Arbeitsmotto im Ehrenamt - wenn nicht für Potsdam, dann halt an anderer Stelle:
Gib, dass ich tu` mit Fleiß, was mir zu tun gebühret;
wozu mich Dein Befehl in meinem Stande führet.
Gib, dass ich`s tue bald, zu der Zeit da ich`s soll,
und wenn ich`s tu`, so gib,
dass es gerate wohl!
Gott befohlen für heute; wir fünf aus Geschäftsführung und Vorstand grüßen Sie wieder in preußischer Verbundenheit. Ich bleibe unverbrüchlich
Ihr dankbarer und getreuer

Max Klaar
Oberstleutnant a.D.
Letzte Meldung:
Die Preußische Allgemeine Zeitung (PAZ) brachte am 04.02.2005 einen Artikel zur Gedenkveranstaltung anlässlich des 60. Jahrestages der Zerstörung Dresdens. Wir waren sehr betroffen und bekamen eine weitere Vorahnung davon, was uns mit dem geplanten Potsdamer Politik-Tempel durch evangelische Theologen blüht.
Die PAZ-Meldung lautete: "Die sinnlose Vernichtung Dresdens soll offenbar zunehmend zum "normalen" kriegerischen Akt umgedeutet werden. Der Pfarrer der wiederaufgebauten Frauenkirche, Stephan Fritz, sagte im Vorfeld des 60. Jahrestages der Vernichtung der Stadt laut Spiegel vom 31. Januar: "Es geht um die Deutungshoheit. Dresden war keine unschuldige Stadt, sondern eine Nazi-Stadt wie alle anderen." (so fragt die TPG: War auch Potsdam eine Nazi-Stadt?)
Dazu schrieb Herr Karl-Gottfried Vierkorn an die PAZ einen Leserbrief, den wir mit seiner Genehmigung hier wiedergeben:
„Sehr geehrte Damen und Herren, was den Pfarrer der Dresdner Frauenkirche, Stephan Fritz, anlässlich des 60. Jahrestages ihrer Vernichtung von sich gibt, eines, wie es heißt, ‚normalen' kriegerischen Aktes, zu dessen `Deutungshoheit´ etc. er als Pfarrer wohl keinerlei Hemmungen hat, sich eine solche anzumaßen, kann man nur als nahezu unglaublich abhaken. Zumal er noch hinzufügt: ‚Dresden war keine unschuldige Stadt, sondern eine Nazi-Stadt wie alle anderen.'
Soweit dieser ´geistliche´ Vertreter im Amt eines nun wieder in aller Welt be- und gerühmten Gotteshauses. Das der Wiederaufbau im wesentlichen auch einer Spendenflut sondergleichen aus dem In- und Ausland zu verdanken ist und damit relativ zügig gelang, sei hier noch einmal unterstrichen.
Es spricht wohl für sich, dass diese o. a. Äußerungen offenbar durch die EKD - Obrigkeit bis dato ungerügt geblieben zu sein scheinen.
Deshalb, da in diesem Zusammenhang auf gleicher Ebene liegend, sei auch auf den seit Jahren verzögerten Wiederaufbau der berühmten Potsdamer Garnisonkirche (zunächst des Turmes) auf vorhandenem, historischen Grundstück verwiesen.
Hier muss jedoch der Wiederaufbau auch dieses kulturell, stadthistorisch und das Stadtbild prägenden Objektes eines Gotteshauses, dessen Sinn nach bei Fertigstellung einer kirchlichen Trägerschaft unterliegen. Es bedurfte daher einer Verhandlungsaufnahme mit der ev. Kirche Potsdams. Dabei ergaben sich seitens der unteren Kirchen-Hierarchie (offensichtlich gedeckt von der EKD-Obrigkeit) gewisse Forderungen, die wiederum den historischen Vorstellungen der Aufbau-Initiatoren und der mehreren Tausend Spender vor allem wegen ihres kirchenfremden, zeitgeistigen Charakters diametral entgegen stehen.
Somit liegen derzeit Millionen EURO brach, die ab 1984 anfangs durch ein Iserlohner Bundeswehr-Bataillon und dann seit 1991 durch die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel in kleinen und großen Spenden zusammengebracht wurden; dabei gaben die Spender vor allem im guten Glauben an eine großartige, traditionswürdige Sache in unserem Land (Anmerkung: Die TPG beendete die Sammlung am 24.03.2005 beim Kontostand von 6,7 Mio. €).
Also, auch diese kirchliche und sonstige Traditionen verfälschenden Vorkommnisse und Quertreibereien, die mich als Angehörigen der ev. Luth. Kirche wieder einmal sehr beschämen, haben bei mir und meiner Frau nicht zum ersten Mal den Gedanken an einen Austritt aus unserer Kirche heraufbeschworen.“
Karl-Gottfried Vierkorn
Unser Kommentar:
Der gute Hirte weidet seine Schafe auf grüner Aue, dazu gehört u.a. Mission, Seelsorge und Bewahrung der Sakramente. Das ist sein Auftrag, den er von Christus erhielt.
Auf dem steinigen Feld der Politik und der Geschichtsdeutung wächst kein Gras; es ist nicht einmal eine magere Weide. Auf dieses Feld geführt muss die Schafherde verhungern. Schafe, die das realisieren, verlassen den Hirten und folgen ihrem Selbsterhaltungstrieb auf die Weide, auf der sie Nahrung finden. Deshalb traten z.B. Petra Roth (OB Frfm) und Hans Apel (ehem. Verteidigungsminister) aus der EK aus. Die Selbständige ev.-luth. Kirche - SELK - wurde zur Alternative suchender Schafe. – MK
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Erlöst und vernichtet zugleich – Ursachen und Folgen des II. Weltkriegs, dargestellt aus Anlass des 60. Jahrestages des Kriegsendes; mit Beiträgen von Prof. Emil Schlee, Generalmajor Gerd Schultze Rhonhof, Josef Frey
Bestellung: Verband deutscher Soldaten (VdS), 53173 Bonn, Rheinallee 55
Preis 2,00 € zzgl. Porto und Versand
