Meine sehr verehrten Damen und Herren!
Zuallererst sagen wir Ihnen auch heute wirklich von Herzen kommenden Dank für Ihre unverbrüchliche Spendenbereitschaft, mit der Sie unsere Arbeit für Projekte des preußischen Kulturerbes wirkungsvoll unterstützten. Sie gaben damit viel Rückenstärkung, um mit Gottvertrauen die nächsten Schritte zu tun. Gut 80.000 € kamen seit Dezember 2007 schon wieder zusammen, wovon rund 55.000 € für die Projektrücklage Garnisonkirche bestimmt waren. Somit geben wir Ihnen Folgenden Rechenschaftsbericht
- Für die Garnisonkirche beträgt die Projektrücklage jetzt gut 5,9 Mio. €.
- Mit Ihren Spenden und den verfügbaren Auskehrbeträgen aus dem Stiftungsvermögen haben wir die 100.000 € für das neue Bronzegeläut der Potsdamer Nikolai-Kirche fast zusammen. Diesen Betrag stellen wir der zuständigen Kirchengemeinde bei Erteilung des Auftrages zum Glokkenguss in diesem Sommer unverzüglich zur Verfügung. 100.000 €
- Aus Wendemark/Elbe erreichte uns Pfarrer Brillings Hilferuf, in dessen St. Petri-Kirche starke Feuchtschäden dringendst behoben werden müssen. Hier halfen wir dank Ihrer Spenden schnell und unbürokratisch mit den erbetenen 5.000 €.
Pfarrer Brilling bedankte sich im Namen der Kirchengemeinde und schrieb dabei: „Schön, dass so etwas in Deutschland noch möglich ist! Das ermutigt in Zeiten, in denen Worte oft inflationär gebraucht werden, aber keine weiteren Taten folgen.“
- Die Schadow-Gesellschaft Berlin e.V. will vier weitere Denkmale von Generalen Friedrich des Großen renovieren und am Platz in der Mohrenstrasse aufstellen, der bereits in Zietenplatz umbenannt wurde. Neben den schon fertigen Standbildern des Husarengenerals von Zieten und des Alten Dessauer, sollen jetzt auch von Seydlitz, Keith, von Schwerin und von Winterfeld folgen. Wir wurden um Hilfe gebeten. Pro Denkmal sind 55.000 € veranschlagt. Wir wollen General von Winterfelds Denkmal übernehmen, aus dessen Familie uns ein Nachkomme vor über 10 Jahren ein namhaftes Vermächtnis hinterließ. Die Arbeiten werden im Herbst beginnen und sollen im Juni 2009 beendet sein. Dann erfreuen uns am Zietenplatz in Berlin diese Denkmäler wieder in alter Schönheit. 55.000 € Der Geschäftsführer der Schadow-Gesellschaft, Klaus Gehrmann, schrieb Ihnen: „Wir haben uns riesig über die Zusage der Kostenübernahme für das Standbild Generalleutnant Hans Karl von Winterfeld gefreut. Die ersten Aufträge für die Errichtung der Denkmäler sind erteilt. Wir rechnen mit der feierlichen Übergabe an das Land Berlin im September 2009.“ - Gegenwärtig wird mit Ihren Spenden aus dem vergangenen Jahr auf dem Berliner Invalidenfriedhof das Grabmal des Majors von Gillhausen (1918 seinen Verwundungen erlegen) aus trostlosem Zustand gerettet. Die Grabinschrift galt seit jeher als ein Beispiel für die Haltung deutscher Soldaten, mit der sie den Befehlen der Staatsführung folgten, wenn es galt, zum Schutz des eigenen Volkes und Landes Leben und Gesundheit einzusetzen. Das ist heute bei Wehrdienst und Auslandseinsätzen nicht anders; mag man zu den ideologischen Verrenkungen eines Verteidigungsministers („Deutschlands Freiheit wird auch am Hindukusch verteidigt.“) stehen, wie man will. Es geht um den Soldaten und seinen Dienst für Deutschland und nicht um Politikbewertung der jeweiligen Zeit. Übergabe: 28. Juni 2008, 10.00 Uhr, Invalidenfriedhof. knapp 13.000 €
Der Vorsitzende des Fördervereins Invalidenfriedhof e.V., MdB a.D. Klaus Francke, dankte Ihnen für die großzügige Spende zur Wiederherstellung des bedeutenden Grabmals.
- Das Potsdamer Stadtschloss wird, wie schon im letzten Rundbrief gemeldet, mit originalgetreuer Fassade wiederhergestellt. Der Brandenburgische Landtag soll darin seinen Platz finden. Unsere Stiftung möchte 2009 für ca. 25.000 € eine der Figuren auf dem Dach übernehmen, wofür der Stadtschloss-Verein gegenwärtig die Förderer sucht und dazu auch unsere Stiftung ansprach. Aus früheren Zusagen haben wir dafür schon 10.000 € bereitliegen, die entsprechend aufzustocken sind. 25.000 €
- Der Boitzenburger St. Marien- Kirche lassen wir einen weiteren Evangelisten renovieren. 2.000 € - Die Barsikower Patronatskirche der Könige v. Preußen muss insgesamt restauriert werden. Wir tragen 2009 zum neuen Dach bei: 30.000 €
- Die Orgel der Kirche in Beuster bedarf dringend der Überholung. Wir planen 2009 dafür ein: 25.000 € Gesamt bis Ende 2009: 255.000€
Sie sehen also, wie wirkungsvoll Ihre Spenden und die Auskehrbeträge unserer Stiftung eingesetzt werden können. Nochmals von uns allen in Stiftungsrat und -vorstand sehr, sehr herzlichen Dank; wir verneigen uns vor Ihnen und fühlen uns durch Ihre Mithilfe in der Pflicht, bei all unseren Zielen nicht locker zu lassen.
Heute bitten wir Sie wieder um Ihre Mithilfe bei den genannten Projekten. Im November geben wir dann mit Rundbrief 2/08 weitere Rechenschaft.
DasBrandenburgische Gespräch 2008
findet am 06. September 2008 wieder in Potsdam statt. Die Gesprächsführung hat unser Stiftungsrat Karl Feldmeyer; mit ihm tauschen Professor Dr. Michael Wolffsohn, Ministerpräsident a.D. Dr. Lothar de Maizière und General a. D. Werner von Scheven ihre Gedanken aus zum Thema
„Symbolbedeutung der Potsdamer Garnisonkirche“.
„Töne“ aus Potsdam
a. Garnisonkirche: Oberbürgermeister Jann Jakobs äußerte anlässlich des 63. Jahrestages der Bombardierung Potsdams (14.04.1945), es sei an der Zeit, mit dem Wiederaufbau der Garnisonkirche einen Ort für die seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges „wachsende“ Völkerverständigung zu schaffen. Zur künftigen Garnisonkirche meinte er, dass darin das Nagelkreuz von Coventry „den ihm gebührenden Platz einnehmen soll.“ Die Potsdamer Stadtverordneten beschlossen am 07.05.2008 auf Initiative der Partei DIE LINKE, das zunächst nur der Turm aufgebaut werden dürfe. Über das Kirchenschiff solle separat entschieden werden, dies sei „künftigen Generationen“ vorbehalten. Der Wiederaufbau muss zudem mit einem Konzept zur Friedens- und Versöhnungsarbeitin Gemeinschaft mit der von Coventry ausgehenden weltweiten Nagelkreuzbewegung verbunden sein.
In der Garnisonkirche solle dann nicht allein der Widerstandsopfer des 20. Juli 1944, sondern des „von Potsdam ausgehenden Widerstandes gegen die nationalsozialistische Diktatur in seiner ganzen Breite“ gedacht werden. Für diese „Präzisierungen“ sei er der Linken dankbar, meinte OB Jakobs dazu, denn sie könnten eine Brücke zu jenen bauen, die befürchten, dass es doch nicht so eindeutige Versöhnungsarbeit geben werde.
Kommentar: Die rückwärtsgerichtete Politisierung des Wiederaufbauvorhabenshält also weiter an. Über diekonzeptionellen Vorstellungen der Ev.Kirche sind Sie durch uns schon ausführlichunterrichtet. Aus der Satzung(§2) der neuen kirchlichen Trägerstiftungfür die Kirchennutzung erfahrenwir zweifelsfrei, dass man zwar „Kirche“sagt, als „Zweck“ jedoch „insbesondereFriedens- und Versöhnungsarbeit“bestimmt, um das Gebäudeals “Erinnerungsort“ zu betreiben,in dem „die wechselvolle Geschichteder Garnisonkirche aufgearbeitet, dokumentiertund vermittelt wird“. Alsodoch ein volkspädagogisches Institut zur „Geschichts- und Versöhnungsarbeit“(Bischof Huber).Die Projektrücklage aus Ihren Spendensteht dafür nicht zur Verfügung.Auch bleibt abzuwarten, ob zur
b. Finanzierung derartiger Zweckbestimmungenüberhaupt Kapital gegebenwird. In dem Zusammenhangmeldete die Potsdamer Presse kürzlich,dass der Wiederaufbau, der bereits2004 mit dem „Ruf aus Potsdam“starten sollte, bisher an mangelnderSpendenbereitschaft gekrankt habe(PNN, 08.05.2008). Nun hofft manauf Großspender, die diese politische Bildungseinrichtung finanzieren; sie wäre eine weitere „Schand-Bußstätte zur immerwährenden Erinnerung an deutsche „Schuldverstrickung“, die nach Meinung der Nutzungskonzept- Autoren „eine mächtige Realität“ sei (Anlage). Am theologischen Gehalt solcher Ansichten sind Zweifel durchaus angebracht; für derartige Ziele stellt der Rückgriff auf des Soldatenkönigs Garnisonkirche aber eine krasse Fehlleistung dar.
c. Fragwürdiges: In einem öffentlichen „Streitgespräch über die Wirkung des Wiederaufbaus“ verkündete ein Potsdamer Stadtverordneter am 19. Mai dieses Jahres, dass Sie, unsere Spender, „Nationalkonservative und Faschisten“ seien (PNN vom 20.05.2008). Und ein Vorstandsmitglied der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau (FWG) meinte bei der selben Veranstaltung obendrein, es gelte zu verhindern, dass die Garnisonkirche eine Stätte der Preußentümelei würde. Er als Potsdamer wolle den Wiederaufbau nicht denen überlassen, „die nicht hier leben, aber meinen zu wissen, was gut für uns ist.“ Sollte der Wiederaufbau aufgrund fehlender Spenden scheitern, äußerte er weiter, so hätte dies etwas Gutes: „Zumindest haben wir dann verhindert, dass das Geld von der falschen Seite kommt.“
Nun sind wir aus Potsdam ja schon einiges gewohnt und kommentieren das nicht weiter, sondern beschränken uns, wie in anderen Fällen auch, auf die Berichterstattung. Allerdings erlauben wir uns den „zarten“ Hinweis, dass unser Spendensammeln für die Garnisonkirche keine Eigeninitiative „von außen“ darstellte; wahr ist dagegen, dass uns alle Oberbürgermeister Potsdams seit 1990 um diese ehrenamtliche Arbeit baten. Die politische Führung der Stadt will die historische Mitte wiederherstellen und braucht dafür Hilfe. Wir entsprachen dem Erbetenen. Das Baugeld, Ihr Mithelfen also, kommt von außen, woher denn sonst? Potsdam kann und will das erklärtermaßen nicht bezahlen .Wir aber werden das, was Sie uns anvertrauten, erst dann einsetzen wenn das äußerlich originalgetreu rekonstruierte Gotteshaus als christliche Kirche der Verkündigung der Frohen Botschaft und der Anbetung Gottes dient. Jesus lebt, seine Lehre ist nach vorne gerichtet; Hitler ist tot, der Krieg 63 Jahre vorbei, die Versöhnung mit den ehemaligen Kriegsgegnern politisch erledigt. Wenn dann von der wiedererstandenen Garnisonkirche besondere Impulse der Ökumene ausgingen, wäre uns das sehr recht und dem inneren Frieden unseres Landes zuträglich.
d. Dokumentation: Zur sachlichen Einordnung Ihrer Spenden und unserer Arbeit genügt ein Blick in die Ansprache des Vertreters der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel vom 14. April 1991 anlässlich der Schenkung des Geläutes an Potsdam vor über 10.000 Besuchern. Wir zitieren sie dazu noch einmal: „Liebe Freunde Potsdams! Im Vorfeld der heutigen Veranstaltung wurde ich aufgefordert, heute in Zivil vor Sie zu treten. Diesem Verlangen kann ich leider nicht entsprechen, denn Sie haben Anspruch darauf, dass ich hier in meinem besten Anzug, also in Uniform vor Ihnen stehe. Einen besseren Anzug habe ich nicht.
Meine Damen und Herren, Soldaten der Bundeswehr gründeten 1984 die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel, in deren Namen ich heute zu Ihnen spreche. Wir glaubten damals, unser Verantwortungsbewusstsein dadurch schärfen zu können, dass wir uns klar machen, Gott, der Schöpfer, setzte uns Gebote, und für die Art, wie wir mit diesen Geboten umgehen, für unsere Taten also, müssen wir dermaleinst Rechenschaft geben. So entstand der Gedanke, dieses Glockenspiel neu zu schaffen. Es sollte seine zeitlose und dadurch ewig moderne Mahnung in unserem Tagesdienst erklingen lassen:
- ‚Lobe den Herren den mächtigen
König der Ehren’ zur vollen Stunde.
Dieser Choral drückt in aller Klarheit aus, wo oben und wo unten ist für uns Menschen. In der Gewissheit, dass Gott uns liebt, sollen wir zusammenfinden und unser Gotteslob hören lassen. Loben kann ich voller Freude, was meine Seele stärkt.
- ‚Üb immer Treu und Redlichkeit
bis an dein kühles Grab, und weiche
keinen Finger breit von Gottes Wegen ab.
Das ist die Melodie zur halben Stunde. Treue und Redlichkeit sind vor allem Messlatten der menschlichen Beziehungen. Gegenüber Menschen übe ich diese Tugenden aus. Wir Menschen sind davon abhängig, dass wir uns aufeinander verlassen können. Untreue und Unredlichkeit dagegen bedeuten das Ende unserer Verlässlichkeit. Dadurch werden im Kleinen unsere Beziehungen
zerstört; aus Sympathie, aus Liebe wird Hass; wir können nicht mehr miteinander leben. Im großen Maßstab wird daraus Verbrechen, es blenden uns Ideologien, es beherrschen uns Diktaturen, oder es werden Völker durch Politiker aufeinander gehetzt. Es sind nicht die Soldaten, die Kriege verursachen. ‚Und weiche keinen Finger breit von Gottes Wegen ab’ heißt, folge den Geboten. ‚Es ist Dir gesagt, Mensch, was gut ist.’ Aber tun musst du es selber. Wer bei den Geboten bleibt, erkennt den Spielraum, den wir Menschen haben; das ist eine Grundvoraussetzung der Freiheit.
Als wir dieses Glockenspiel schufen, wussten wir, dass sich seine immer wieder aktuelle Mahnung an alle richtet.
- Die, die Macht haben, sind ebenso gemeint, wie
- die, über die Macht ausgeübt wird.
Wir wollten mit dieser Tat auch die Entwicklung einer EUROPÄISCHEN BÜRGERGESINNUNG fördern, die sich stützt auf
- Toleranz,
- Rechtstaatlichkeit,
- demokratischen Umgang miteinander und auf
- sozialen Ausgleich.
Das sind zugleich die Säulen unseres modernen Staates. Seine Wurzeln liegen hier in Brandenburg-Preußen. Toleranz stellt sich ein, wenn ich den Mitmenschen so begreife, wie mich selbst. Rechtstaatlichkeit ist die Folge gerechter Gesetze, die auf das Wohl der Menschen zielen. Gesetze zur Durchsetzung von absoluten Ideen – von Ideologien – führen dagegen immer zum Unrechtstaat. Demokratischer Umgang miteinander ergibt sich zwangsläufig aus einer dienenden Staatsauffassung. Heute kann man sagen, aus einer demokratischen Verfassung, die die Machthaber entsprechend in die Pflicht nimmt. Sozialen Ausgleich muss der Regierende anstreben, wenn er inneren Frieden wahren will. Heute gilt das sogar für die Außenpolitik. Wir bauen gegenwärtig an dem einigen EUROPA. Es soll vom Atlantik bis zum Ural reichen. Mit dem Ende des Kalten Krieges, mit den weitreichenden Abkommen über Abrüstung und über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sind wir dem Ziel bedeutend näher gekommen. Die Europäische Gemeinschaft ist auf dem Weg, zur Europäischen Union – zu einem Bundesstaat – zu werden. Auch die Staaten Mittel- und Osteuropas sollen langfristig dazu gehören. Uns war klar, als wir am 17. Juni 1987 – dem Tag der Deutschen Einheit – das 40-stimmige Geläut in seiner Originalgröße fertiggestellt hatten, dass es an seinen GEISTIGEN ENTSTEHUNGSORT überführt werden soll, nachdem Deutschland seine Einheit in Freiheit vollenden konnte. Das Potsdamer Glockenspiel kann eben nur hier wirklich sein, was es immer war, die Mahnung zu
- Treue und Redlichkeit und zum
- Gehorsam gegen Gottes Gebote.
„Wir sind das Volk!“ Wir stellen heute die Mächtigen in ihr Amt. Wir wollen, dass die Art der Machtausübung zeigt, dass die Regierenden sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Für
Lug, Betrug, für menschenverachtende Gesetze, für inneren Terror von sogenannten Sicherheitskräften, für Aggression nach außen, für Mauern, Schießbefehle, Minenfelder, Stacheldraht
– für all diese Scheußlichkeiten ist dann kein Platz mehr. Wir wollen nicht, dass sich ein Ministerpräsident zur Wiederwahl unerlaubter Mittel bedient oder sein Ehrenwort wahrheitswidrig in die Wagschale legt.
Wir wollen nicht, dass ein Bundestagsabgeordneter seine Stimme verkauft oder einem anderen Abgeordneten die Stimme abkauft. Dafür wählen wir nicht. Wir wollen nicht, dass uns vor der Wahl etwas versprochen wird, was man nach der Wahl anders entscheidet. Wir wollen nicht, dass sich Gewerkschaftsfunktionäre über gemeinnützige, gewerkschaftseigene Baugesellschaften, Banken oder Kaufhausketten mit dem Geld von uns kleinen Leuten die eigenen Taschen voll stopfen. Aber wenn wir Treue und Redlichkeit fordern, dann wollen wir diese Tugenden vor allem auch selbst untereinander üben. Das ist die staatstragende Substanz, die sich auf diesem Boden hier entwickelte. Unser Grundgesetz steht dazu in historischer Kontinuität. Das macht uns stolz.
So haben wir das POTSDAMER GLOCKENSPIEL verstanden; so wünschen wir uns, dass es auch hier verstanden wird
- zum Wohl unserer Gemeinden,
- zum Wohl unseres Staates,
- zum Wohl des entstehenden einigen EUROPA.
Herr Oberbürgermeister Dr. Gramlich, liebe Potsdamerinnen und Potsdamer,
ich bitte Sie, dieses Geschenk in diesem Sinne anzunehmen. Möge es der Beginn sein für die Wiederherstellung dieser einstmals so schönen Stadt.“
*****
In der Berichterstattung über die Einweihungsfeier führte Wolf Kittel (Der Deutsche Fallschirmjäger) aus: „Die über so viele Jahre gezeigten Eigenschaften der Traditionsgemeinschaft, wie Glaubwürdigkeit, Überzeugung, Gemeinschaftssinn, Durchsetzungsfähigkeit, Beharrlichkeit, Ausdauer, Engagement, Idealismus und Glaube, hätten von den Rednern (Anm. Bürgermeister und Ministerpräsident) durchaus aufgegriffen werden können. Sie taten es nicht. Dabei sind es diese Eigenschaften, die gebraucht werden, um den Wiederaufbau in den neuen Bundesländern voranzutreiben.“
*****
Meine Damen und Herrn, mehr hatten wir 1991, und mehr haben wir heute nicht zu sagen. Möge das wie auch immer interpretiert werden. In Demut vor dem Allmächtigen erwarten wir getrost, was weiter kommen mag, und deshalb bleibt unser Arbeitsmotto: Gib, dass ich tu` mit Fleiß, was mir zu tun gebühret; wozu mich Dein Befehl in meinem Stande führet.
Gib, dass ich`s tue bald,
zu der Zeit da ich`s soll,
und wenn ich`s tu`, so gib,
dass es gerate wohl!
Gott befohlen für heute – alle Mitstreiter in Stiftungsrat und Stiftungsvorstand grüßen Sie wieder in preußischer Verbundenheit. Im Namen aller bleibe ich stets Ihr ergebener und dankbarer

Max Klaar
Oberstleutnant a. D.
P.S. Abkürzung SPKE
Zur Unterscheidung vom Kürzel der alteingeführten Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) bitten wir Sie, künftig für unsere Stiftung Preußisches Kulturerbe das Kürzel SPKE zu verwenden.
St. Nikolaikirche-Potsdam

Neues Bronze-Rufgeläut |
Turmengel, St. Nikolaikirche-Potsdam
Renovierung eines weiteren Turmengels |
St. Petri-Kirche in Wendemark
Sanierung der feuchten Mauern |
Stadtschloß Potsdam
Wiederherstellung der sitzenden Göttin,
südöstliche Eckgruppe |
Invalidenfriedhof Berlin,

Wiederherstellung des schwer geschädigten Grabmals Major von Gillhausen
|
Soll das in der Garnisonkirche (GK) Wirklichkeit werden? |

Haben alle die, die das Vorgehen der Stadt Potsdam und der Ev. Kirche beim Wiederaufbauvorhaben unterstützen, wahrheitsgemäße Informationen über das, was sie damit fördern?
Das im März 2005 vorgestellte „Nutzungskonzept für die Potsdamer Garnisonkirche“ belegt eindeutig:
• Architektonische Änderungen innen und außen, deren Umfang sich erst ermessen lässt, wenn die dazu vorgesehenen „international auszuschreibenden Wettbewerbe“ abgeschlossen sind. (Dresden zeigt aber: Eine originalgetreue Rekonstruktion braucht KEINE „internationalen Wettbewerbe“.)
• Einrichtung des Internationalen Versöhnungszentrums in der GK.
• Inhaltliche Neuinterpretation (also Umwidmung) der GK und dazu passende Nutzung als volkspädagogische Bildungsstätte für „Versöhnungsarbeit und Geschichtsunterricht“ (Bischof Huber, SPD).
Im Vorwort des „Nutzungskonzeptes“ heißt es, man habe sich bei der Frage, ob Gott seinen heiligen Namen in dieser Kirche wohnen lassen sollte, von der „demütigen Rede König Salomons bei der Einweihung des Tempels in Jerusalem“ (1. Könige, 8) „inspirieren lassen“. Solche Inspiration durch den weisen und frommen König hat das „Nutzungskonzept“ aber ganz offensichtlich nicht erfasst. Im Kern jener Rede heißt es doch, „... und wenn sie dann von ganzem Herzen zu dir umkehren und dort zu dir beten ...“ Also, sollte die „Inspiration“ wirken, müsste es doch gerade darum gehen, diese Kirche wieder als Kirche aufzubauen und zu nutzen. Was man statt dessen will, belegt das „Nutzungskonzept“. Die nachfolgenden Zitate sind der Ev. Kirche von einem Frager vorgelegt worden – er wurde beschieden, die Zitate träfen zu, aber sie seien polemisch. Zitate, die „zutreffen“, sagen die Wahrheit.
Zitate aus dem Nutzungskonzept für die Potsdamer Garnisonkirche
a. Nutzung des geplanten Gebäudes als „Internationales Versöhnungszentrum an der Potsdamer Garnisonkirche“ (Seite 3) „... weil es uns nicht um Restauration geht, sondern um inhaltliche Neuinterpretation ...“ (Seite 2). Deswegen solle die Garnisonkirche „mit ihrer zweideutigen Geschichte ein exponierter Lernort und eine verheißungsvolle Zukunftswerkstatt werden“ (Seite 2)
b. „Die Garnisonkirche symbolisiert Preußens Gloria und Preußens Elend. .... Die Schuldverstrickung ist eine mächtige Realität. ...Der unverwechselbare Ort mit seiner wechselvollen Geschichte wird auch in Zukunft in besonderer Weise nach Deutung verlangen.“ (Seite 10)
c. „Seither fordert das Nagelkreuz insbesondere uns Deutsche heraus, mit unserer schuldbeladenen Vergangenheit ... im Geiste der Wahrheit und der Versöhnung umzugehen.“ (Seite 8)
d. „Der Begriff der Versöhnung ist so positiv besetzt, dass er vor Missverständnissen und Missbräuchen geschützt werden muss. Die Inanspruchnahme billiger Gnade zur Selbstentlastung hat mit Versöhnung so wenig zu tun wie der moralische Appell an das ‚Gute im Menschen’. Die Einebnung des Unterschiedes von Tätern und Opfern ist ebenso unbiblisch wie die abergläubische Vorstellung von einer Wunden heilenden Zeit. ...“ (Seite 11)
e. „Und unter dem Dach dieser Kirche sollen interessierte Bürger und politische Entscheidungsträger, engagierte Friedensaktivisten und verantwortliche Militärs in fairen Gesprächen ebenso um Themen der Friedenserhaltung, der gewaltfreien Konfliktlösung und des heilsamen Umgangs mit persönlicher und gesellschaftlicher Schuld ringen können wie die Vertreter der modernen Medien und der sozial- und globalisierungskritischen Organisationen.“ (Seite 7)
f. „Die Garnisonkirche kann also zum Raum werden für Vorträge, Seminare, Podien und Workshops zu politischen, sozial und geistesgeschichtlichen, kulturellen und ethischen Themen. Hier sollte der Diskurs über die Deutung der Geschichte und die Handlungskonzepte der Gegenwart mit Wissenschaftlern und Schülern, mit Militärs und Kriegsdienstverweigerern, mit Wirtschaftsmanagern und Gewerkschaftern geführt werden. (Seite 10)
g. Neben der intellektuellen Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart sind aber auch Veranstaltungen mit künstlerisch - kreativem Schwerpunkt denkbar. ... So könnte auch für andere Zielgruppen eine Auseinandersetzung mit den Symbolen der Geschichte geschehen. Darüber hinaus können Konzerte, Lesungen, Theatervorstellungen oder Filmaufführungen in der Garnisonkirche stattfinden.“ (Seite 10). Verhinderung demokratischer Strukturen und Mitbestimmung der Gemeindeglieder. i. Finanzierung (Seite 24 und 25, Ziffe 4.4) „... Die Personalkosten, laufenden Betriebskosten und die Sachkosten der Stadt- und Symbolkirchenarbeit und des Internationalen Versöhnungszentrums an der Garnisonkirche werden durch die Trägerschaft finanziert werden. Dazu sind sowohl Erträge aus dem Eintritt in die Kirche, aus den Turmbesteigungen, den Vermietungen der Kirche und aus Verkäufen zu erzielen als auch Spenden und Kollekten von den Besuchern der Garnisonkirche und Dritt-Mittel für spezielle Veranstaltungen einzuwerben.
...
Folgender Entwurf für einen Kosten- und Finanzierungsplan der Trägerstiftung soll einen Eindruck vermitteln, wie es möglich sein könnte, das Internationale Versöhnungszentrum und die Garnisonkirche auch wirtschaftlich zu betreiben.
Einnahmen
Spenden / Kollekten 30.000 €
Zuschüsse für Veranstaltungen 16.000 €
Gebühren für Führungen 10.000 €
Entgelte für Vermietungen 16.000 €
Eintritt für Turmbesteigungen 275.000 €
(1.000 Besucher täglich im Sommer = 200.000 €
und 500 Besucher täglich im Winter = 75.000 je à 1 €)
Merchandising (0,5 € pro Besucher) 138.000 €
Stiftungserträge 30.000 €
Unterstützung durch die Fördergesellschaft 40.000 €
Summe 555.000 €
Ausgaben
Personalkosten
Direktor / in 75.000 €
Pädagog / in 45.000 €
Besucherbetreuung 50.000 €
Anteil Stadtkirchenpfarrer / in 25.000 €
Sekretariat 40.000 €
Haus- und Kirchenwart 35.000 €
Honorarkräfte, Praktikanten, SAM 40.000 €
Sachkosten für Veranstaltungen 30.000 €
Sachkosten für Büros 15.000 €
Sachkosten für Besucherbetreuung
und Öffentlichkeitsarbeit 30.000 €
Betriebskosten 80.000 €
Gebäudeunterhaltung / Erhaltung 90.000 €
Summe 555.000 €
★★★★
Die auch vorgesehenen Gottesdienste lassen angesichts solcher „Neuinterpretation“ und „Machtverhältnisse“ eher politische Kanzel-Predigten erwarten. Diese Zielsetzung spaltete die Gemeinde der Förderer des Projektes. Die Garnisonkirche soll - wie jede Kirche - der Ort zur Anrufung Gottes und zur Verkündigung seines Wortes sein. Das wollte König Friedrich-Wilhelm I. auch in diesem Gotteshaus, wie sein Regierungsmotto beweist: „So ich nun baue Stadt und Land und mache nicht Christen, ist alles nichts nütze!“ Wie modern – daran fehlt es in unserem Land – das gilt es wieder zu bekennen.
Wäre das die Absicht, wie es die der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel und die der Stiftung Preußisches Kulturerbe war, ist und bleibt, dann hätte die Rede König Salomons die Programmschreiber wirklich „inspiriert“.
Deshalb wirbt die Stiftung Preußisches Kulturerbe für die Wiedererrichtung der Potsdamer Garnisonkirche als Denkmal und Symbol des christlichen Preußens.
|
|

|