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Die Rundbriefe der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
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Berichte aus der Presse Die wechselhafte Geschichte der Garnisonkirche in Potsdam Die Einweihung des Glockenspiels in Iserlohn Über den Turm der Garnisonkirche. Informationen über das Glockenspiel der Garnisonkirche DieTraditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel Melodien des Potsdamer Glockenspiels als MP3 Datei zum Downloaden

Rundbriefe
Stiftung Preussisches Kulturerbe
vorm. Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel

Gemälde der Garnisonkirche
Potsdam,
im November 2005

Sehr verehrte Damen und Herren!

Sie alle verfolgten kürzlich wohl und waren davon beseelt, wie Dresden mit der Einweihung der originalgetreu wiedererbauten Frauenkirche sein Wahrzeichen zurückerhielt und damit heute der Geist, aus dem sie entstand, wieder zu bestaunen ist. Das angeblich Unmögliche ist eben doch möglich, weil nichts verloren ist, solange es in den Köpfen und Herzen der Menschen lebt.

Das Original ist immer die Idee, die Leistung des Architekten. Sie vergeht auch nach Zerstörung des Bauwerkes nicht. Handwerkskunst ist wiederholbar, wie sich hier zeigte. Das gilt auch für die Potsdamer Garnisonkirche, die ebenso wiedererstehen könnte, wenn der gleiche, unbeugsame Wille, der sich in den Frauenkirche-Spenden manifestierte, wirken könnte. Das allerdings setzt voraus, dass die Garnisonkirche gänzlich originalgetreu errichtet werden und als Kirche dienen soll. Damit kann sie nicht der verfremdete Ort „volkspädagogischer Bildungsvorhaben“ sein.

1. Die Potsdamer Garnisonkirche könnte wie die Frauenkirche einer Personalgemeinde dienen. Das soll sie nach dem im März 2005 vorgelegten Nutzungskonzept aber ausdrücklich nicht. Was hat man statt dessen vor? Das „Nutzungskonzept“ belegt eindeutig:

Architektonische Änderungen innen und außen, deren Umfang sich erst ermessen lässt, wenn die dazu vorgesehenen „international auszuschreibenden Wettbewerbe“ abgeschlossen sind. (Dresden zeigt aber: Eine originalgetreue Rekonstruktion braucht KEINE „internationalen
Wettbewerbe“.) Einrichtung des Internationalen Versöhnungszentrums in der GK. Inhaltliche Neuinterpretation (also Umwidmung) der GK und dazu passende Nutzung als volkspädagogische Bildungsstätte für „Versöhnungsarbeit und Geschichtsunterricht“ (Bischof Huber, SPD).

Im Vorwort des „Nutzungskonzeptes“ heißt es, man habe sich bei der Frage, ob Gott seinen heiligen Namen in dieser Kirche wohnen lassen sollte, von der „demütigen Rede König Salomons bei der Einweihung des Tempels in Jerusalem“ (1. Könige, 8) „inspirieren lassen“.
Solche Inspiration durch den weisen und frommen König hat das „Nutzungskonzept“ aber ganz offensichtlich nicht erfasst. Im Kern jener Rede heißt es doch, „... und wenn sie dann von ganzem Herzen zu dir umkehren und dort zu dir beten ...“ Also, sollte die „Inspiration“ wirken, müsste es doch gerade darum gehen, diese Kirche wieder als Kirche aufzubauen und zu nutzen. Was man statt dessen will, belegt das „Nutzungskonzept“ – daraus einige Zitate:

a. Nutzung des geplanten Gebäudes als „Internationales Versöhnungszentrum an der Potsdamer Garnisonkirche“ (Seite 3) „... weil es uns nicht um Restauration geht, sondern um inhaltliche Neuinterpretation ...“ (Seite 2). Deswegen solle die Garnisonkirche „mit ihrer zweideutigen Geschichte ein exponierter Lernort und eine verheißungsvolle Zukunftswerkstatt werden“ (Seite 2)

b. „Die Garnisonkirche symbolisiert Preußens Gloria und Preußens Elend. .... Die Schuldverstrickung ist eine mächtige Realität. ...Der unverwechselbare Ort mit seiner wechselvollen Geschichte wird auch in Zukunft in besonderer Weise nach Deutung verlangen.“ (Seite 10)

c. „Seither fordert das Nagelkreuz insbesondere uns Deutsche heraus, mit unserer schuldbeladenen Vergangenheit ... im Geiste der Wahrheit und der Versöhnung umzugehen.“ (Seite 8)

d. „Der Begriff der Versöhnung ist so positiv besetzt, dass er vor Missverständnissen und Missbräuchen geschützt werden muss. Die Inanspruchnahme billiger Gnade zur Selbstentlastung hat mit Versöhnung so wenig zu tun wie der moralische Appell an das ‚Gute im Menschen’. Die Einebnung des Unterschiedes von Tätern und Opfern ist ebenso unbiblisch wie die abergläubische Vorstellung von einer Wunden heilenden Zeit. ...“ (Seite 11)

e. „Und unter dem Dach dieser Kirche sollen interessierte Bürger und politische Entscheidungsträger, engagierte Friedensaktivisten und verantwortliche Militärs in fairen Gesprächen ebenso um Themen der Friedenserhaltung, der gewaltfreien Konfliktlösung und des heilsamen Umgangs mit persönlicher und gesellschaftlicher Schuld ringen können wie die Vertreter der modernen Medien und der sozial- und globalisierungskritischen Organisationen.“
(Seite 7)

f. „Die Garnisonkirche kann also zum Raum werden für Vorträge, Seminare, Podien und Workshops zu politischen, sozial- und geistesgeschichtlichen, kulturellen und ethischen Themen. Hier sollte der Diskurs über die Deutung der Geschichte und die Handlungskonzepte der Gegenwart mit Wissenschaftlern und Schülern, mit Militärs und Kriegsdienstverweigerern, mit Wirtschaftsmanagern und Gewerkschaftern geführt werden. (Seite 10)

g. Neben der intellektuellen Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart sind aber auch Veranstaltungen mit künstlerischkreativem Schwerpunkt denkbar. ... So könnte auch für andere Zielgruppen eine Auseinandersetzung mit den Symbolen der Geschichte geschehen. Darüber hinaus können Konzerte, Lesungen, Theatervorstellungen oder Filmaufführungen in der Garnisonkirche stattfinden.“
(Seite 10).

*****

Die auch vorgesehenen Gottesdienste lassen angesichts solcher Neuinterpretation“ eher politische Kanzel-Predigten befürchten. So spaltet man Gemeinde schon jetzt.

Bischof Huber (SPD), der kürzlich meinte, sich wegen der von Türken verübten Morde an den Armeniern nun für uns Deutsche entschuldigen zu müssen, unterstützt das „Nutzungskonzept“ und lässt uns ahnen, was „Erlernen des Umgangs mit gesellschaftlicher Schuld in der Garnisonkirche“ bedeuten wird. Vor Jahresfrist gab er uns mit dem gleichen Schuldbekenntnis gegenüber den Herero schon einmal eine Kostprobe seiner Ambitionen.

Wir meinen: Eine Kirche ist der Ort zur Anrufung Gottes und zur Verkündigung seines Wortes. Das wollte König Friedrich-Wilhelm I. auch in diesem Gotteshaus, wie sein Regierungsmotto beweist: „So ich nun baue Stadt und Land und mache nicht Christen, ist alles nichts nütze!“ Wie modern – daran fehlt es in unserem Land – das gilt es wieder zu bekennen.

Wäre das das „Nutzungskonzept“, wie es das der Traditionsgemeinschaft und unserer Stiftung war, ist und bleibt, dann hätte die Rede König Salomons die Programmschreiber wirklich „inspiriert“. Mit dem vorgelegten „Nutzungskonzept“ ist aber vorrangig eine volkspädagogische politisch-historische Bildungsstätte beabsichtigt. Dem dienen zahlreiche, dazu passende architektonische „Änderungen und Neuinterpretationen“ an der Kirche, deren Umfang wie gesagt noch in „Internationalen Wettbewerben“ ermittelt werden soll.

2. Die „Fördergesellschaft für den Wiederaufbau“ (FWG) wirbt dafür und benutzt dabei die Namen ihrer Mitglieder öffentlich. Zwar behauptet die FWG in ihren Publikationen, dass sie für den originalgetreuen Wiederaufbau der GK einträte, tatsächlich tut sie aber genau das nicht! Sie erklärte vielmehr im März 2005 öffentlich, dass sie das vorliegende „Nutzungskonzept“ bejahe und dafür arbeite. Somit setzt sich leider der Etikettenschwindel fort. Das hat aber mit „Üb’ immer Treu’ und Redlichkeit“ nichts zu tun.
Geld wird dafür nur der spenden, der getäuscht werden kann oder der die „Umwidmung der Garnisonkirche“ und ihre architektonischen Verfremdungen fördern will.

3. Die TPG tut das nicht. Sie hatte vielmehr festzustellen: Mit den Entscheidungen der Stadt
Potsdam vom März 2005 zur Eigentumsregelung, Spendensammlung, Baudurchführung und Einrichtung des Internationalen Versöhnungszentrums in einem der ehemaligen Garnisonkirche teilweise nachempfundenen Neubau sowie durch die gewollte Symbolumdeutung dieses Gebäudes durch politisch-historische Nutzungsinhalteund architektonische Neubestimmungen, wie es das vorliegende Nutzungskonzept der Ev. Kirche vorsieht, änderten sich die Voraussetzungen grundlegend, unter denen die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel die Sammlung für den Wiederaufbau dieses Gotteshauses 1990 begann.

Unter den jetzt gegebenen Umständen wäre die Fortsetzung unserer ehrenamtlichen Spendensammlung Täuschung der Spender. Dafür steht die TPG nicht zur Verfügung. Ihre Sammlung diente dazu, die Garnisonkirche im Äußeren gänzlich originalgetreu wiederherzustellen, im Inneren als Kirche zu nutzen, aus der die Politik herausgehalten wird. Es sollte alles unterbleiben, was in unserer Kirche spaltend wirkt und Kirchenaustritte fördert.

Die Ev. Kirche hatte sich dem Projekt 11 Jahre lang verweigert, ehe sie 2001 ihre Gedanken zum Nutzungskonzept als „The Spirit of Change – Veränderung ist möglich“ vorstellte, deren Annahme
sie als „unabdingbare Voraussetzung ihrer Zustimmung“ zum Bauvorhaben deklarierte. Sie gibt keinen Pfennig (halben Cent) für den Bau, erklärte aber ein Nutzungsdiktat.
Die Stadt Potsdam hat das akzeptiert. Dies tat die TPG zu keinem Zeitpunkt.

Wohl aber informierte die TPG seit 2001 alle Beteiligten in Stadt, Land und Ev. Kirche, dass sie vom Projekt zurückträte, wenn die Entscheidungen so fielen. In diesem Falle würde der Vorstand dem Verein die Auflösung empfehlen. Dafür wurde als Begründung angegeben, dass man nicht mit unterschiedlichen Zielsetzungen für ein und das selbe Projekt Spenden erbitten könne, weil dann einer lügen müsste.

4. Was war und ist und bleibt der Antrieb der TPG?
Unser Mitglied, Karl Feldmeyer, drückte es so aus (Zitat):
„Wesentliches Motiv unserer Arbeit war, mit dem Wiederaufbau der GK – oder zumindest ihres Turmes– ein Gebäude wiedererstehen zu lassen, das wie kein anderes den Geist bezeugt, aus dem Preußen erwachsen ist – nicht nur als eine politische Macht, sondern zuallererst als eine moralische Macht, deren Überzeugungskraft und Integrität seine Menschen prägte und maßgeblich dazu beitrug, dass Preußen zum Kern der deutschen Nation und ihres neu begründeten deutschen Reiches werden konnte.

Wir wollten, um es bildlich zu sagen, Friedrich-Wilhelm I. seine Kirche zurückgeben, die Symbol dessen ist, was seine Persönlichkeit und seinen Staat geprägt hat: Sittlichkeit in den Formen seiner Zeit und seines protestantischen Glaubens. Indem wir das taten, bekannten wir zugleich, dass er und sein Staat traditionswürdig sind, dass es sittlich gerechtfertigt – ja unter vielen Aspekten dringend geboten ist, sich an ihm und seinen Maximen zu orientieren. Es gibt keinen Grund, sich von ihm als Größe der preußisch-deutschen Geschichte zu distanzieren.

Genau dies ist aber das Motiv der Ev. Kirche für ihre Programmatik. Sie will statt des Bekenntnisses zur Kontinuität, also dazu, dass man sich zu Preußen als historischer Größe bekennen kann, den Bruch mit der Geschichte.

Die Ev. Kirche will den Bruch durch Eingriffe in das ursprüngliche Erscheinungsbild der Garnisonkirche und ihres Glockenspieles ebenso deutlich machen, wie dadurch, dass sie diesem Bau eine politische Funktion zuordnet. Das heißt: Sie will den Bau von einem Symbol für zeitlos Gültiges aus unserer Geschichte – worauf wir stolz sein dürfen – genau als das Gegenteil ausgestalten: Zu einem Ort, der uns gerade das verweigert. Sie will in der Garnisonkirche nicht an
Friedrich-Wilhelm erinnern, sondern an Adolf Hitler und den „Tag von Potsdam“. Dazu soll auch eine Debatte um „gesellschaftliche Schuld“ dienen.

Kurz: Die Ev. Kirche will aus der Garnisonkirche als „Stätte des Stolzes auf unsere Geschichte“ einen Ort machen, an dem wir uns zu schämen haben. Grund zur Scham über das, was im deutschen Namen geschah, gibt es genug, und es gibt auch Orte, die dafür einstehen. Es gibt aber nicht den geringsten Grund, in der Garnisonkirche einen weiteren hinzuzufügen – sie taugt nicht dazu.

Es geht der Ev. Kirche um die „Neuinterpretation“ – also Umwidmung dieses so guten Symbols.
Es geht ihr darum, keinen Ort und keinen Anlass mehr zuzulassen, an dem wir Deutsche Stolz auf uns und unsere Geschichte empfinden können und wo Stolz als Empfindung für uns und unsere Nation geweckt wird.“

5. Vereinsauflösung
Die TPG vollzog, was sie stets angekündigt hatte und was von den „Gesprächspartnern“ leider als „Pokern“ missinterpretiert worden war – der Jahreshauptversammlung (JHV) wurde am 03.09.2005 die Vereinsauflösung empfohlen.
Gut 88% der JHV stimmten zu. Verhinderte Vereinsmitglieder votierten zu 96% per Postkarte für die Auflösung. Der Beschluss der JHV 2005 dazu lautet:

„Die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel e.V. wird aufgelöst.
Das Vereinsvermögen wird unter Beachtung des § 51 BGB (Sperrjahr) mit wirtschaftlicher Wirkung nach Jahresfrist auf die gemeinnützige Stiftung Preußisches Kulturerbe (Sitz in Grünwald bei München) mit folgender Maßgabe übertragen: Das gesamte Vermögen ist bei der Stiftung in eine Projektrücklage für den derzeit noch im Planungsstadium befindlichen Wiederaufbau der
Potsdamer Garnisonkirche einzustellen. Die Projektrücklage darf – auch teilweise – aufgelöst und ihre Mittel für den Wiederaufbau der Garnisonkirche eingesetzt werden, wenn sichergestellt ist, dass der Wiederaufbau der Garnisonkirche im Äußeren gänzlich originalgetreu dem früheren Erscheinungsbild entspricht und die Kirche dann so genutzt wird, wie es ihrer Bedeutung als Denkmal und Symbol des christlichen Preußens entspricht; sie soll daher theologisch als Ort der christlichen Verkündigung dienen und derÖkumene besonderen Raum geben. Politischweltanschauliche Nutzung ist auszuschließen. Sofern feststeht, dass diese drei Bedingungen nicht erfüllt werden, ist die Projektrücklage aufzulösen und der eingestellte Betrag für gemeinnützige Zwecke der Stiftung Preußisches Kulturerbe zeitnah zu verwenden.“

Zum gleichen Datum bildete sich aus der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel der „Förderkreis der Stiftung Preußisches Kulturerbe“, der die Arbeit zugunsten des christlichen Preußens entsprechend der gemeinnützigen Stiftungssatzung fortführt, wozu u.a. auch die Förderung historischer Bauten in Potsdam gehören kann.

Die Vereinsauflösung ist inzwischen beim zuständigen Amtsgericht eingetragen worden. Der Verein befindet sich in Liquidation.

6. Verwendung der Spenden Dazu führte die TPG seit März 2005 eine Spenderbefragung durch und erfüllte damit ein Versprechen, das sie für den Fall abgegeben hatte, dass ein „Internationales Versöhnungszentrum in der Garnisonkirche“ verwirklicht werden sollte. Die Befragung unserer Geldgeber ergab, dass über 92% unserer Empfehlung folgten und ihre über 5 Mio. € so lange verwahrt wissen wollen, bis der neue Bau ausgeführt ist und man sieht, was er denn endgültig darstellt und was darin geschieht. Sollten sich dann die Ziele der TPG doch noch verwirklichen lassen, ist immer noch Zeit, mit dem gesammelten Geld die Turmspielstube für das Glockenspiel, den Altar, die Grablegung Friedrich-Wilhelm I. und die Orgel zu bezahlen

Die Liquidatoren der TPG haben das unter Beachtung der Bedingungen, die Recht und Gesetz vorschreiben, zu erfüllen.

Ein Großspender, der uns im Jahr 2000 1,5 Mio. € zugesagt hatte, will diese Summe nun nach
Baufertigstellung für den Wagner-Orgel-Nachbau geben.

7. Oberbürgermeister Jann Jakobs wurde von uns im November 2005 u.a. wie folgt informiert:

Anrede (Text-Auszug)
„Im Schreiben vom 24.03.2005 hatten wir Ihnen angekündigt, der TPG die Auflösung empfehlen zu wollen. Am 03. September 2005 entschied die JHV entsprechend. Von den bisher durch die
TPG gesammelten Geldern werden nach Abschluss der Vereinsliquidation künftig rund 5 Mio. € in der Stiftung Preußisches Kulturerbe (SPK) als „Projektrücklage“ für die Garnisonkirche (GK) verwahrt. Wir erfuhren, dass ein Großspender angab, seine Gelder nach Fertigstellung
der Garnisonkirche für den Nachbau der Wagner-Orgel verfügbar machen zu wollen. Das zusammen entspricht dem Sammelergebnis von gut 6,5 Mio. €, bei dem wir unsere ehrenamtliche Arbeit für die GK einstellten. ...

Die Einweihung der Dresdner Frauenkirche machte vor wenigen Tagen beglückend deutlich, welche Kräfte sich entfalten, wenn eine solche Symbolkirche originalgetreu rekonstruiert und als Kirche genutzt wird. Daher beobachten wir die weitere Entwicklung in Ihrer Stadt mit Interesse.“ Grußformel

8. Spenderreaktionen
Nun erreichte uns von Ihnen viel Zustimmung für die eingeschlagene Richtung. Wir möchten Ihnen heute dafür noch einmal sehr, sehr herzlich danken. Sie stärkten unseren „geraden Rücken“ in einer Zeit, die Anfeindungen und persönliche Angriffe bereit hatte. Wir blieben und bleiben davon aber völlig unbeeindruckt und auch unbeeinflussbar.
Was wir Ihnen versprachen, werden wir halten – etwas anderes gibt es nicht.
Auch wurden wir gefragt, ob es denn noch Chancen für den originalgetreuen Wiederaufbau der Garnisonkirche (GK) gäbe.

9. Ausblick
Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir glauben ganz fest daran, dass diese Chance besteht.
Hatte die Ev. Kirche von 2001-2003 schon erfolglos für das „International Versöhnungszentrum in der Garnisonkirche“ um Spenden gebeten, blieb auch die Sammlung der
FWG seit 2003 bisher ohne durchschlagenden Erfolg. In den vergangenen zwei Jahren trug man rund 0,3 Mio. € zusammen, wie die Presse in diesem Monat meldete und Oberbürgermeister Jakobs mit der Aussage zitierte, dass man noch zulegen müsse. Da man einige Ausgaben hatte und hat, dürfte die Kasse ziemlich leer sein. Man rechnet aber die 1,5 Mio. € unseres Großspenders schon mal den eigenen Bemühungen zu und kommt so auf ein Sammelergebnis von 1,8 Mio. €.

Nun will man demnächst einen Katalog herausbringen, der die GK in „Einzelteile“ zerlegt darstellt.
Spender können davon dann etwas kaufen. Die FWG erklärte jüngst, sie würde dadurch so schnell „Millionen“ einnehmen.

Das alles bleibt erst einmal abzuwarten. Was bei der Frauenkirche gelang, weil ein gutes Ziel
ehrlich erklärt und vorangetrieben wurde, ist für die Garnisonkirche nicht abzuschätzen, weil sich
der bisherige Mangel an Ehrlichkeit - Etikettenschwindel eben -rumspricht. Es ist daher auch ein
weiteres Ausbleiben von Gaben möglich, obwohl man inzwischen in mehreren Ländern Spendensammelorganisationen gründete. Ob dabei in den Siegerstaaten, die Preußen 1947 durch Kontrollratsbeschluss auflösten, oder gar in Polen die nötige Begeisterung für die Preußische
Kirche aufblühen wird, muss sich erst noch zeigen.

Die FWG hat im September 2005 einen steinernen Turmgewölbebogen mauern lassen. Der steht danun ein wenig einsam. Im kommenden Jahr soll noch etwas angefügt werden, um dann 2007 mit dem Bau zu beginnen. Bis dahin hofft man, die nötigen „Millionen“ beisammen und die sonstigen Voraussetzungen geschaffen zu haben, um 2017 das fertige „Internationale Versöhnungszentrum in der Garnisonkirche“ einweihen zu können, für das die Planstellen u.a. eines Direktors

(75.000 € Jahresgehalt) und eines Pädagogen (45.000 € Jahresgehalt) schon mal festgelegt sind. Da nimmt sich der Anteil des „Stadtpfarrers“, dem man 25.000 € zubilligt, doch recht bescheiden aus; der Hauswart wird immerhin mit 35.000 € und das Sekretariat mit 40.000 € pro Jahr
bedacht. Zur Finanzierung rechnet man mit Spenden, Vermietungseinnahmen(?) sowie Gebühren oder Ähnlichem.

*****


Wir arbeiten indes ehrenamtlich für den HERRN und Preußen weiter. Bischöfe und Superintendenten sind nicht ewig im Amt. Das jetzige Nutzungsdiktat könnte bei andauerndem Geldmangel überdacht werden; dann wird man sich der Erfolgsgründe bei der Dresdner Frauenkirche erinnern.

*****


So bleibt unser Arbeitsmotto:

Gib, dass ich tu` mit Fleiß,
was mir zu tun gebühret;
wozu mich Dein Befehl in meinem
Stande führet.
Gib, dass ich`s tue bald, zu der
Zeit da ich`s soll,
und wenn ich`s tu`, so gib,
dass es gerate wohl!

Gott befohlen für heute; wir fünf aus Potsdam, Glauchau, Iserlohn und Bonn grüßen Sie wieder in preußischer Verbundenheit. Mit allen guten Wünschen zur Weihnacht und zum Neuen Jahr bleibe ich unverbrüchlich Ihr dankbarer und getreuer

Max Klaar
Oberstleutnant a.D.

Max Klaar

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