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Die Rundbriefe der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel
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Berichte aus der Presse Die wechselhafte Geschichte der Garnisonkirche in Potsdam Die Einweihung des Potsdamer Glockenspieles Über den Turm der Garnisonkirche. Informationen über das Glockenspiel der Garnisonkirche DieTraditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel Melodien des Potsdamer Glockenspiels als MP3 Datei zum Downloaden

Aus der
Presse

Historie

Reden zum
17.Juni 1987

Der Turm

Das
Glockenspiel

Vereins
Geschichte

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So sehe ich das mit der Garnisonkirche!
Dr. Werner Upmeier, Berlin

Als im Januar 2004 die „Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam“ (FWG) gegründet wurde, meinte der Gründungsvorsitzende, Dr. Rheinheimer, ich müsse doch dringend und selbstverständlich mitmachen. Nach Prüfung des Konzeptes sah ich das nicht so. Ich hielt das Konzept nicht für erfolgversprechend und sollte leider bis heute (Mitte 2009) recht behalten. Trotzdem kümmerte ich mich um das Thema, ergründete die Vorgeschichte und empfahl als Bauexperte dringend eine Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten – SPSG. Hieran waren die Vertreter unserer Kirche erstaunlicher Weise gar nicht interessiert.
Das machte mich stutzig. Es wurde doch laut und eindeutig von Kirche und Politik der Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam propagiert. Der „Ruf aus Potsdam“ erweckte den Eindruck ungeheurer Aktivität. Es dauerte lange, bis mein einfältiges Gemüt die Fakten sortieren und die Zusammenhänge erkennen konnte.

Dies ist die Geschichte:
Am Anfang war diesmal nicht das Wort (Joh.1,1), sondern das Lied: das Glockenspiel der Potsdamer Garnisonkirche. „Üb’ immer Treu und Redlichkeit“ sowie „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“.
Einige christliche preußische Traditionalisten meinten, dieser Ruf sei auch heute und für die Zukunft wichtig. Nun denn! Sie stellten das Glockenspiel 1987 auf einem Iserlohner Kasernenhof neu auf.
Die Wiedervereinigung kam – das Glokkenspiel wanderte bestimmungsgemäß nach Potsdam. Ein schöner Abschluss!
Nein! Oberbürgermeister Dr. Gramlich meinte, die „Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel“ (TPG) unter Leitung von Oberstleutnant Max Klaar müsse weiter sammeln, denn die Garnisonkirche sollte neu entstehen. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss im Bebauungsplan Nr. 1 für die Altstadt den Wiederaufbau der Garnisonkirche.
Das Grundstück war 1968 nach Sprengung der Kirchenruine mit einem Bürokomplex (Rechenzentrum) bebaut worden. Die „Treuhandanstalt“ verkaufte den Gesamtkomplex an die ARAG. Das Grundstück der Kirche im engeren Sinne wurde kostenlos übertragen mit der Zweckbindung, es nach Entscheidung der Stadt Potsdam an diejenige Institution kostenlos herauszugeben, die sich verpflichtet, die Garnisonkirche wieder aufzubauen (sog. „Garnisonkirchenklausel“).
Am 01.01.2010 wird das Grundstück auf den „Sanierungsträger Potsdam GmbH“ übergehen, der sich im notariellen Kaufvertrag verpflichtete, die Garnisonkirche wiederaufzubauen.
Es ist aber fraglich, ob die neue „Stiftung Garnisonkirche Potsdam“ – wie angekündigt– das Grundstück übertragenbekommen kann, weil sie sich nicht zumWiederaufbau der Garnisonkirche verpflichtet hat und mangels Masse undKompetenz auch gar nicht dazu in derLage ist.
Wie entstand die heutige Situation? Zunächst lehnte die Ev. Kirche den Wiederaufbau der Garnisonkirche ab. Die zuständige Kreissynode beschloss: Diese Kirche wollen wir nicht wiederhaben!
Die TPG sammelte dennoch wie gebeten weiter, und bald befanden sich 5 Mio. DM auf dem Konto. Da kündigte der Versandhändler Werner OTTO aus Hamburg eine Drei-Millionenspende an. Nach diesem Sprung auf 8 Mio. DM wurden die Potsdamer Pfarrer wach und erinnerten sich ihrer 10 Jahre lang aufrechterhaltenen Erst- Entscheidung nach der Wiedervereinigung, diese Kirche nicht zu wollen.
Doch was tun? An drei Fakten kam man nicht mehr vorbei:
1. Der Wiederaufbau war planungsrechtlich beschlossen und gesichert.
2. Das Grundstück war gewidmet und stand kostenlos zur Verfügung.
3. Die ersten Millionen waren auf dem Konto und das Geld floss weiter.
„Negativ destruktiv“ ließ sich der Wiederaufbau nicht mehr stoppen. Die taktisch naheliegende Entscheidung war: Wir verhindern es „positiv destruktiv“! Erste Aufgabe: Wir müssen die Meinungshoheit gewinnen. „Spirit of Change“ hieß dazu das intellektuelle Programm, gefolgt von einem recht umfangreichen „Nutzungskonzept“. Die TPG und ihre Spender wünschten sich dagegen eine ganz normale Kirche im Sinne des Erbauers König Friedrich Wilhelm I. als „Symbol des christlichen Preußen“.
Das „Nutzungskonzept“ sah jedoch eine „neu interpretierte“ und im Symbolgehalt gebrochene Kirche vor – eine „Stadt- und Symbolkirche als Internationales Versöhnungszentrum“.
Konkret hieß das: Eine Kirchengemeinde sollte es nicht geben und Sonntagvormittag- Gottesdienste sollten nicht stattfinden.
Diese Provokation gegenüber der TPG hatte vollen Erfolg: Die TPG stellte die Sammlung ein und zog sich zurück. Die Spenden (Stand November 2009: 6,1 Millionen Euro) wurden in die „Stiftung Preußisches Kulturerbe“ (SPKE) als „Projektrücklage für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche“ eingebracht.
Die neu gegründete „Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam e.V.“ (FWG) unterwarf sich satzungsgemäß dem kirchlichen Nutzungskonzept und beanspruchte nunmehr die Meinungshoheit über die Garnisonkirche.
Eine am 23. Juni 2008 gegründete „Stiftung Garnisonkirche Potsdam“ (gemäß Nutzungskonzept) konnte endlich am 21. Juni 2009 ihr Kuratorium vorstellen. Wieder war ein Jahr mit Nichtstun vergangen.
Was hat sich nach 1991 (Grundstückssicherung, Planungsrecht) in Richtung Baubeginn der Garnisonkirche konkret, praktisch, relevant getan? Nichts!!!
1. Es ist nicht das geringste erwähnenswerte Kapital vorhanden.
2. Es wurde nicht der kleinste Schritt im B-Plan-Verfahren gegangen, um einem Baubeginn zumindest planungsrechtlich näher zu kommen.
3. Für einen notwendigen Bauantrag wurde noch kein Federstrich getan.

*****

Das Thema „Garnisonkirche“ wird in einer lobenswerten Ausstellung und auf Veranstaltungen museal gepflegt. Regelmäßig gibt es Gedenktage mit höchster politischer und kirchlicher Präsenz. Das Publikum und die Presse sind beeindruckt. Jeder meint:
Da tut sich was am Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam. In Wirklichkeit tut sich gar nichts – und das ist offensichtlich auch so gewollt!
Das Zukunftskonzept von FWG und Stiftung Potsdamer Garnisonkirche ist unglaubwürdig.
Wie will man 25 Mio. Euro Spenden allein für den Turm sammeln, ohne eine Zielgruppe von Spendern zu haben? Für eine „neu interpretierte Garnisonkirche als Versöhnungszentrum“ wird es kaum Spenden geben. Die meisten werden nichts dagegen haben, aber um erwähnenswerte Beträge für etwas locker zu machen, muss man schon viel dafür haben.
Zum Beispiel für ein „Symbol des christlichen Preußens“ und die Begräbniskirche des Soldatenkönigs Friedrich-Wilhelm I.
Dieses Thema ist jedoch von der alten TPG, der heutigen „Stiftung Preußisches Kulturerbe“ besetzt. Max Klaar ist nicht nur ein Stolperstein, sondern ein Felsbrocken, der diesen Weg blockiert.
Spenden kommen nur von den „Liebhabern“ Preußens, nicht von solchen, die es „neu interpretieren“ wollen. Spenden für kirchliche Zwecke kommen nur, wenn sie aus dem Herzen kommen, einem Herzen, das singen kann und möchte: „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“.
So steht auch am Ende der Geschichte das Lied – die Hoffnung auf ein Lied, zu singen mit der Gemeinde am Sonntagvormittag im Gottesdienst in der Garnisonkirche Potsdam.